Management Die oberen 800.000

Wie lebt es sich in Deutschland, wenn das Konto dick gefüllt ist? Christian Rickens hat den Alltag der Vermögensmillionäre im Land untersucht - und einen feinen Unterschied ausgemacht zwischen Wohltaten und Wohlverhalten.

Camouflage-Reporter wie Günter Wallraff und Nebenerwerbssoziologen wie Thilo Sarrazin haben dafür gesorgt, dass wir alles über „die da unten“ wissen. Christian Rickens betreibt Feldforschung am anderen Ende der sozialen Leiter: Er will wissen, wie Deutschlands Millionäre leben und welchen Beitrag die oberen 800.000 (so viele Vermögensmillionäre gibt es) für das Funktionieren der Gesellschaft leisten.

Sein Befund: Die meisten Reichen wollen gern etwas zurückgeben ans Gemeinwesen, aber nach eigenem Gutdünken und am liebsten mittels schmucker Stiftungen, in denen sie ihren Liebhabereien frönen. Journalist Rickens stellt diese Goodwill-Attitüde infrage: lieber Rechtsanspruch auf Sozialhilfe als warme Suppe von den Rotarier-Damen. Darüber hinaus werden ihm nur oberflächliche Einblicke ins Macht- und Rollenverständnis der Vermögenden ermöglicht. Statt süffiger Reportagen von exklusiven Festen leider viel soziologische Theorie – und Platon.

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Wie Deutschlands Millionäre wirklich leben
Christian Rickens
Kiepenheuer & Witsch, 240 Seiten,
18,95 Euro

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