Management In eigener Sache: Die Weiter-so-Falle

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Unternehmer müssen dem Alltagstrott entkommen, um strategisch für die Zukunft zu planen.

Unternehmer müssen dem Alltagstrott entkommen, um strategisch für die Zukunft zu planen.© Getty Images

Zeit, einmal Abstand zu gewinnen: Warum impulse Reisen nach Chicago anbietet – und die Erfahrungen herausragender US-Unternehmer jetzt auch selbst nutzt. Ein Plädoyer von impulse-Chef Nikolaus Förster für eine Stärkung der Firmenkultur und einen neuen Blick aufs eigene Unternehmen.

Was macht Unternehmertum aus? Ideenreichtum, Kreativität und Risikobereitschaft? Ja, aber dies reicht zum Erfolg nicht aus. Den wenigsten mangelt es an Ideen, wohl aber an der Fähigkeit, diese auch umzusetzen – weil sie im Alltag untergehen. Mir persönlich ging es vor etwa einem Jahr, als ich mit einem kleinen Team den Neustart von impulse vorbereitete und dann loslegte, wahrscheinlich so wie vielen Unternehmern, die zunächst eines im Sinn haben: ihr Geschäft zu sichern. Es geht um Kontinuität. Solange noch Gewinne erwirtschaftet werden, gilt oft die Maßgabe des „Weiter so“. Es läuft doch – irgendwie. Kein Wunder, dass oft gerade diejenigen Unternehmen in eine Krise geraten, denen es zu lange zu gut gegangen ist.

Nach all den Gesprächen des vergangenen Jahrs und meinen eigenen Erfahrungen habe ich das ungute Gefühl, dass es viel zu viele Unternehmer gibt, denen es nicht (mehr) gelingt, aus ihrem Alltag auszubrechen. Von der einstigen Lust, etwas Eigenes zu schaffen und neue Ideen umzusetzen, ist oft nur noch wenig zu spüren. Es überwiegt die Last: die physische, oft auch psychische Belastung und der Mangel an Zeit: Wie soll es weitergehen?

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Der Befreiungsschlag

Ich nenne das den Überlebensmodus: Es geht darum, erst einmal das Wichtigste zu erledigen, was man zum Überleben braucht. Wenn man innerhalb weniger Wochen ein Unternehmen ganz neu aufbaut, so wie es das impulse-Team gemacht hat, ist es ganz natürlich, sich erst einmal um die grundlegenden Dinge zu kümmern – um Personal, Räume, Hard- und Software, Dienstleister etc. – und zu versuchen, alltägliche Routine einkehren zu lassen. Es besteht allerdings die Gefahr, diesem Modus nicht mehr zu entkommen, bei Verlagen genauso wie bei anderen Unternehmen.

Die Befreiung kam für mich persönlich im Sommer 2013 – als ich zusammen mit einem anderen Unternehmer eine Woche lang nach San Diego, Chicago und Ann Arbor fuhr, um dort die erste impulse-Unternehmerreise vorzubereiten – ein neues Angebot, das wir unseren Lesern machen wollten. Wir trafen auf Chefs, denen es gelungen war, Freiräume zurückzugewinnen, auf Teams, die selbst wie Unternehmer agierten, auf detailliert ausgearbeitete Erfolgsbilder und Prozesse, die nicht nur auf Papier dokumentiert waren, sondern die alltägliche Entscheidungen tatsächlich leiteten – kurz: auf eine herausragende Firmenkultur hochprofitabler Unternehmen. „Nicht groß, sondern großartig sein“, lautet das Motto dieser US-Unternehmen, die sich selbst als „Small Giants“ bezeichnen.

Die Gespräche und Firmenbesuche waren so inspirierend, dass mir bald klar wurde: Die Impulse, die wir deutschen Teilnehmern auf solchen Workshop-Reisen vermitteln können (die nächsten USA-Trips starten am 22. März und am 17. Mai 2014, siehe www.impulse.de/unternehmerreisen), sind so wertvoll, dass es geradezu fahrlässig wäre, sie nicht für uns selbst zu nutzen.

Die Reaktion der ersten impulse-Gruppe, mit der wir im Oktober nach Chicago und Ann Arbor fuhren, bestärkte mich in dieser Einschätzung: Kaum waren die Teilnehmer zurück in Deutschland und Österreich, begannen sie damit, das, was sie in den Workshops erfahren und in den Firmen gesehen hatten, auf ihre eigenen Unternehmen zu übertragen – zum Teil mit einer erstaunlichen Schnelligkeit. Ich war selbst überrascht, wie viel Energie und Inspiration sie aus den USA zurück in ihren Alltag mitnahmen.

Die Notwendigkeit der Distanz

Was wir uns vorgenommen hatten, nämlich wertvolle Impulse zu vermitteln, war tatsächlich eingetreten – und ist seitdem Ansporn, auch unseren eigenen Verlag neu aufzustellen: Im Kern geht es um eine Stärkung des Teams, um Werte, Erfolgsbilder, um transparente Zahlen und eine offene Kommunikation – kurz: um eine besondere Firmenkultur. Je unternehmerischer und engagierter das Team arbeitet, desto erfolgreicher ist das Unternehmen.

Den Teilnehmern der USA-Reise erging es so wie mir im Sommer 2013: Manchmal braucht man einfach eine Distanz zu dem, was man Tag für Tag tut, um sich über das Wesentliche klar zu werden. Worauf es tatsächlich ankommt, sind – nach diesen Erfahrungen – vor allem drei Dinge:

 

  • ein klares Bild, warum ein Unternehmen überhaupt existiert, welchen Nutzen es Kunden also verspricht. Das mag sich banal anhören, ist es aber keineswegs; zu viele Unternehmer haben diesen klaren Blick über Jahre hinweg verloren – auch weil sie zu tief im operativen Geschäft stecken. Fragen Sie sich selbst: Könnten Sie Ihr Nutzenversprechen in einem einzigen Satz formulieren?
  • eine klare Vorstellung davon, wo man mit seinem Unternehmen in Zukunft stehen möchte, wie es sich also entwickeln soll – jenseits von prognostizierten Zahlen. Zu viele Unternehmer (ich zähle mich im Moment auch noch dazu) sind so stark mit dem Hier und Jetzt beschäftigt, dass sie es verpassen, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Fragen Sie sich selbst: Haben Sie eine konkrete Vorstellung davon, wie Ihr Unternehmen im Jahr 2020 aussehen soll?
  • ein Team, das so gut ausgebildet und engagiert ist, dass es tatsächlich unternehmerisch denkt – und Ihnen damit einen gewaltigen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz verschafft. Dazu gehört, dass jeder Einzelne weiß, wofür Ihr Unternehmen steht (siehe Punkt 1) und wohin es sich entwickeln soll (Punkt 2). Fragen Sie sich selbst: Ist Ihr Team so gut, dass Sie sich noch heute zurückzuziehen könnten (selbst wenn Sie das gar nicht vorhaben)?

 
Unternehmertum – so haben wir einmal in einer impulse-Broschüre beschrieben – sei kein Beruf, sondern eine „Lebensform – für Menschen, die etwas Eigenes schaffen, ihre Ideen umsetzen und für ihr Handeln haften.“ Vielleicht sollte man diesen Satz ergänzen: Unternehmertum ist eine Lebensform für Menschen, die erkennen, wie sie anderen tatsächlich nutzen, die wissen, was sie erreichen wollen, und in der Lage sind, ein Team auf diesem Weg mitzunehmen und zu begeistern. Und: Es sind Menschen, denen es immer wieder gelingt, aus der Falle des „Weiter so“ auszubrechen und mit einer Distanz auf das eigene Unternehmen zu schauen.

 

 
Verlagshinweis: impulse-Unternehmerreisen

Von den Besten Lernen: Was macht herausragende Unternehmen aus? Nicht die Größe, auch nicht allein die Qualität der Produkte. Was sie auszeichnet, ist eine Firmenkultur, in der das gesamte Team unternehmerisch denkt – und damit die Konkurrenz aussticht. impulse bietet auch in diesem Jahr für eine begrenzte Teilnehmerzahl Unternehmerreisen in die USA an. Treffen Sie zusammen mit impulse-Chef Nikolaus Förster herausragende Unternehmer, lassen Sie sich inspirieren und holen Sie sich in Workshops konkrete Tipps, wie Sie Ihr eigenes Unternehmen weiterentwickeln können.

Die nächsten Termine: 22.-27. März 2014 und 17.-22. Mai 2014. Nähere Informationen unter www.impulse.de/unternehmerreisen.

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