Management Digitalnotizen

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Einmal im Monat stellt impulse-Redakteur Georg Dahm Unternehmerspielzeug vor

Einmal im Monat stellt impulse-Redakteur Georg Dahm Unternehmerspielzeug vor

Hart ist das Geschäftsleben - für etwas Erleichterung sorgen die Werkzeuge, die unser Technikkolumnist Georg Dahm jeden Monat vorstellt. Dieses Mal: Digitalnotizen. Hier gibt es elegante Brücken ins Digitale - fernab von Post-its.

Zu den großen Flops der Technikgeschichte gehört die Idee des papierlosen Büros. Dabei denke ich nicht nur an die graue Flut, die unaufhaltsam aus dem Firmendrucker quillt. Ich denke an all die Büchlein, Post-its und Zettel, die ich fülle mit Ideen, Notizen, To-do-Listen – eine Parallelwelt neben meinem digitalen Fundus aus Dateien, Mails und Webfundstellen (den ich in der ­exzellenten Onlineablage Evernote pflege). Zwar gibt es Apps, die auf dem Tablet Papier simulieren, aber mit dem Plastikgriffel auf Glas zu ­schreiben bereitet mir keine Sinnesfreude. Auch mit der Schreibtafel Boogie Board, die bis zu 200 Seiten speichert, konnte ich mich nicht anfreunden. Was auch daran liegt, dass das ungewöhnliche Weiß-auf-schwarz-Display immer nur die Seite anzeigt, die gerade in Arbeit ist – Blättern geht erst am PC.

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Aber es gibt elegantere Brücken ins Digitale. Beim Smart Notebook von Moleskine werden die Seiten per iPhone-, iPod- oder iPad-App fotografiert, aufgehübscht und in Evernote hochgeladen (drei Monate Premiummitgliedschaft sind im Preis enthalten); hätte ich eine saubere Handschrift, wäre sogar Volltext­suche möglich. Das Fotografieren ist aber etwas hakelig, vor allem mit dem iPad, das zudem die groß beworbenen „Smart Tags“ nicht erkannte: Aufkleber, mit denen man Seiten für die automatische Verschlagwortung markiert. Natürlicher fand ich das Arbeiten mit Stiften, die Schrift direkt digitalisieren. Beim Digitalstift von Staedtler, der für seine 100 Euro etwas billig anmutet, wird dafür ein Sensor an den Schreibblock geklemmt. Das per USB übertragene Ergebnis wirkte etwas krakelig, die mitgelieferte Software Myscript las aber meine Handschrift erstaunlich gut und bessert sogar Zeichnungen auf.

Digitalnotizen
1 Tonspion Der Livescribe Smartpen speichert Schrift und Sprache; ab 150 Euro, www.livescribe.com
2 Fotomodell Die Seiten des Moleskine Smart Notebook werden per iPhone-App geknipst, aufbereitet und ­online gespeichert; ab 25 Euro, www.moleskine.com
3 Maltafel Das Boogie Board Rip ist ein simpler ­Notizblockersatz; 129 Euro, etwa bei www.conrad.de

In einer eigenen Liga spielt der ausgereifte Livescribe Smartpen, dessen neues Modell Sky sich per W-Lan mit Evernote abgleicht. Er braucht Spezialpapier, auf dem er an einem Raster erkennt, auf welchem Blatt er wo ist – sehr praktisch, wenn man an mehreren Seiten arbeitet. Parallel kann er Ton mitschneiden, etwa im Interview. Tippt man eine Notizstelle an, spielt er den entsprechenden Teil der Aufzeichnung ab. Das funktioniert so gut, dass ich in meiner Begeisterung bald jede Besprechung in stasihafter Akribie protokollierte. Bis mir wieder bewusst wurde, dass nur das Wenigste, was im Büroalltag gesprochen wird, erhaltenswert ist.

Aus dem Magazin
Mehr dazu erfahren Sie in der impulse-Ausgabe 12/2012.

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