Management „Dubai profitiert kräftig“

Bei der Auslastung seiner Hotels ist Dubai Weltspitze. Die Bauindustrie hat sich nach der Krise 2008 erholt und nimmt wieder Fahrt auf. Doch auch andere Branchen machen die Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen Dubai gehört, attraktiv. impulse hat die Deutsch-Arabische Industrie- und Handelskammer gefragt, welche Trends es gibt und wie Deutsche dort Fuß fassen können.

Welche Branchen sind bei Ihnen im Land im Aufschwung?

Marc Termath, Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer: Die Hauptbranchen, die in den Emiraten im Moment sehr von Bedeutung sind, sind ganz klar die Öl- und Gasindustrie. Auch wenn nur noch Abu Dhabi, als eines der sieben Emirate, mit großen Ölvorkommen glänzen kann, ist dies immer noch eine große Einnahmequelle des Landes. Die Vereinigten Arabischen Emirate machen derzeit 5,9 Prozent der weltweiten Ölreserven aus. Beim Gas sind es noch 2,9 Prozent.

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Eine weitere Branche die einen Großteil der Industrie ausmacht, ist der Tourismus. Gerade Dubai als Hauptreiseziel in der Arabischen Welt profitiert kräftig. Mit Auslastungszahlen von über 86 Prozent liegt Dubai weltweit an Platz 1. Weiterhin hat sich auch die Baubranche nach der Krise 2008 erholt und nimmt wieder Fahrt auf. Viele Projekte, die auf Hold gesetzt wurden, werden nun wieder in Angriff genommen. Eine weitere wichtige Branche ist Transport und Logistik. Allein Dubai mit seinem Hafen „Jebel Ali“ betreibt den siebtgrößten Hafen der Welt und gilt im gesamten Mittleren Osten als der Umschlagplatz für Güter. Bereiche wie Erneuerbare Energien, Müllentsorgung und Recycling, Medizin sowie der Finanzsektor werden in Zukunft eine immer bedeutendere Rolle spielen.

Welche Produkte oder Dienstleistungen sind besonders gefragt?

Nicht von der Hand zu weisen ist natürlich die ungebrochene Nachfrage aus der Automobilindustrie. Gerade Deutsche Autobauer sind sehr gefragt. Ebenso aber auch Produkte aus den Bereichen Chemie, Industrieanlagen, Mechatronik, Aluminium, Elektronik und Baustoffe. Zu all diesen und den bereits genannten Branchen gehören auch die entsprechenden Dienstleistungen.

Was sagt man bei Ihnen im Land über die Deutschen?

Die Deutschen gelten in den Emiraten immer noch als zuverlässig und als gute Geschäftspartner. Man erwartet die deutschen Tugenden wie Pünktlichkeit, Präzision, Wissen und Freundlichkeit.
Im Großen und Ganzen genießen Deutsche hier eine sehr hohe Beliebtheit.

Welche kulturellen Unterschiede machen den Deutschen zu schaffen?

Die Diskrepanzen der beiden Kulturen könnten nicht größer sein. Es prallen im wahrsten Sinne zwei Welten aufeinander. Während man von den Deutschen Pünktlichkeit erwartet, ist es die Regel, dass die Einheimischen gerne zu spät kommen. Es ist Ihnen unangenehm, einen vorherigen Termin zu beenden, nur um pünktlich zu sein. Es werden lieber alle anderen Termine nach hinten verschoben.
Im alltäglichen Leben gilt es, die Sitten und Ordnungen der lokalen Bevölkerung einzuhalten. Diese können vor allem im Fastenmonat Ramadan sehr strikt und gewöhnungsbedürftig sein.
Weiterhin treffen in den Emiraten viele verschiedene Kulturen aus aller Welt aufeinander. Hier muss man sehr viele Gegensätze in Arbeitsweise und Lebensweise in Kauf nehmen.
Ansonsten kann man sich jedoch sehr mit den Gegebenheiten und der Gastfreundschaft des Landes anfreunden.

Welche Hürden gibt es bei der Unternehmensgründung?

Eine Unternehmensgründung in den Emiraten kann auf zwei Wegen geschehen. Eine Gründung innerhalb und außerhalb einer Freihandelszone. Die Gründung außerhalb, also auf dem Festland der Vereinigten Arabischen Emirate, bedarf einer Beteiligung eines Lokalen Sponsors, welcher mindestens 51 Prozent der Firmenanteile erhält. Diese Konstellation ist gesetzlich vorgeschrieben. Bei einer Gründung innerhalb einer Freihandelszone gibt es diese Vorschrift nicht, jedoch ist die Bearbeitung des Marktes der Vereinigten Arabischen Emirate beschränkt. Des Weiteren begleitet ein regelrechter Behördenmarathon die Gründung. Doch all diese Hürden lohnen sich zu nehmen, da die Emirate gerne als Standort eingesetzt werden, um die Geschäftstätigkeit im gesamten Mittleren Osten aufzunehmen.

Die Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer hat ihren Sitz in Dubai. Erreichbar ist sie über die Homepage www.ahkuae.com . Marc Termath ist in der Kammer Ansprechpartner und Manager für Business Development.

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