Karl Schocks größter Fehler „Es war ein Fehler, in den Aufsichtsrat zu wechseln“
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Karl Schock

Karl Schock© Frank Seifert

Karl Schock, ehemaliger Inhaber und Geschäftsführer des Spülenherstellers Schock aus dem schwäbischen Schorndorf, über die Gefahr, zu blauäugig die Zukunft zu planen.

Unsere 75 Jahre alte, christliche Familienfirma Schock GmbH erlebte 1999 eine Zäsur. Die Baubranche boomte. Mein Bruder und ich, die der Gründergeneration nachgefolgt waren, gingen in Pension und wechselten von der Geschäftsführung in den Aufsichtsrat. Drei bestens ausgebildete Söhne übernahmen das Ruder und starteten eine ehrgeizige Wachstumsphase. Zum Aufsichtsrat gehörten damals neben uns zwei Arbeitnehmervertreter, zwei Unternehmerfreunde und ein Bankenvertreter. Es war ein großer Fehler, der freundlichen Bitte unserer Söhne nachzukommen, in den Aufsichtsrat zu wechseln – auch wenn dies üblich ist.

Für Väter ist das eine schwierige Situation: Wer kann schon seinen dynamischen, voranstürmenden Söhnen mit der genügenden Härte sagen: „Stoppt das ungesunde Wachstum und die zunehmende Fremdverschuldung!“ Wir taten es leider nicht, auch nicht der Bankenvertreter, der an den wachsenden Krediten verdiente, oder die Arbeitnehmervertreter. In risikoreichen Zeiten braucht es im Aufsichtsrat aber Zerberusse, die dem Höhengas der Geschäftsleitung Paroli bieten.

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Aus dieser Fehlentscheidung entstand der zweite, noch schwerer wiegende Fehler: Das starke Investitionswachstum wurde mit kurz- und mittelfristigen Bankkrediten finanziert statt mit zusätzlichem Eigenkapital oder langfristigen Mitteln. Blauäugig waren wir davon überzeugt, dass die Pläne aufgehen würden.

Doch alles, was schiefgehen konnte, ging schief, sodass die stolze Familienfirma Schock – 77 Jahre nach ihrer Gründung – Anfang 2001 insolvenzgefährdet war und auf Druck der Banken von einer Investmentgruppe geschluckt wurde. Die Anteilseigner schauten dabei in die Röhre. Auf das schmerzhaft Gelernte möchte ich trotzdem nicht verzichten. 2008 gelang es mir zumindest, das Betriebsgelände zurückzukaufen und dort einen gemeinschaftlichen Gewerbepark zu eröffnen.

 

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1 Kommentar
  • Zu Karl Schock 25. Dezember 2018 10:58

    Meinen Namen möchte ich nicht nennen, da alle Akteure noch leben und nicht zufrieden sein können, da möchte ich nicht weiter vertiefen. Hier ist die Rede von Kindern und es ist bekannt, das die 3. Generation in der Regel, den Betrieb an die Wand fährt. Warum wohl, immer in Watte gepackt und über alles verfügen können, was im Umfeld an Luxus vorhanden war. Sich nie selber irgendwo auf eigenes Risiko beworben, die Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. In der Personalpolitik ja da ist der Schlüssel gewesen, diese Firma hat es nicht verdient unterzugehen. Wilhelm Schock seine Mahnungen oft missachtet, und dessen Bescheidenheit und Ratschläge nicht angenommen. Aber auch die Härte hat gefehlt, Ballast abzuwerfen, Fixkosten variabel zu machen…….nur das Ende, war typisch, man holt sich den am wenigsten geeigneten Mann anstatt den Fähigsten, den die Schockfirmen hatten. RS und MS waren vorgewarnt. Das war ein Fehler, der aber nicht zum ersten Mal in der Firmengeschichte passierte. Hätte man nur einmal nach den Ergebnissen gefragt, 3 Fremdsprachen reichen nicht, wenn die Kreativität und Ideen fehlen. Andere Dinge kommen hinzu……. Aber derjenige von den Schockkindern, der das typische Schock-Wesen an sich hatte, kreativ, intelligent, unerschrocken seine Meinung zu sagen…ist leider tödlich verunglückt im jungen Alter, was ich bis heute sehr bedaure. Er wäre mein Geheimtipp gewesen bei entsprechender Schulung und Ausbildung. Alles Gute Karl Schock.

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