Management FDP-Spitzenkandidat Brüderle gegen Frauenquote in Aufsichtsräten

Eine Frauenquote in Aufsichtsräten? Für Rainer Brüderle kein effektives Instrument, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Der FDP-Spitzenkandidat fordert stattdessen eine bessere Kinderbetreuung. Im impulse-Streitgespräch verteidigt er zudem die neue Haltung der FDP zum Mindestlohn.

Der FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle hat Forderungen nach einer Frauenquote zurückgewiesen. „Wir brauchen keine Quoten.“ Für ihn sei der „entscheidende Punkt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, nicht die Frage, ob es eine Frauenquote in den Aufsichtsräten von Unternehmen geben sollte“, sagte der Vorsitzende der FDP- Bundestagsfraktion dem Wirtschaftsmagazin Impulse (Ausgabe 4/2013, EVT: 28.3.2013).

Eine Quote würde den Frauen bei ihren Alltagsproblemen nicht helfen. Brüderle forderte die Kommunen auf, die vom Bund bereitgestellten 5,4 Milliarden Euro für die Kinderbetreuung auch wirklich in Krippen und Kindergärten zu investieren: „Da gibt es Kommunen, die es gut machen, und einige, die es nicht so gut machen. Manche setzen sicher auch falsche Prioritäten.“

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Nachholbedarf in der eigenen Partei

Der FDP-Politiker räumte ein, dass auch seine eigene Partei bei der Frauenförderung noch Nachholbedarf hat. „Wir alle würden uns freuen, wenn mehr Frauen in der FDP aktiv werden. Da können wir sicherlich noch besser werden.“ Nur 23 Prozent der FDP-Mitglieder sind Frauen – weniger weibliche Mitglieder hat nur die CSU mit 19 Prozent.

In dem Streitgespräch mit drei Unternehmern wies der Spitzenkandidat der Liberalen den Vorwurf zurück, seine Partei sei bei der Frage des Mindestlohns eingeknickt. Die FDP bleibe ihrer Linie treu. „Wir wollen keinen allgemeinen Mindestlohn per Gesetz“, sagte Brüderle. Eine Ausnahme gelte nur für Gegenden, wo es faktisch keine Tarifvertragsparteien gibt. Dort könnte der Mindestlohn-Ausschuss unter Klaus von Dohnanyi die Festlegung des Mindestlohns übernehmen.

Endgültige Entscheidungen im Mai

„Ich könnte mir vorstellen, dass wir den Mindestlohn-Ausschuss um zwei oder drei unabhängige Persönlichkeiten erweitern und damit beauftragen, in all jenen Fällen einen Mindestlohn zu finden, in denen das die Tarifparteien nicht schaffen“, sagte Brüderle. Bislang ist der Dohnanyi-Ausschuss nur für die Tariffindung nach dem Mindestarbeitsbedingungengesetz zuständig. Endgültig werde das auf dem FDP-Programmparteitag im Mai entschieden.

Brüderle erneuerte seine Forderung, dass künftig die Aktionäre einer Aktiengesellschaft die Höhe der Vorstandsgehälter festlegen sollen. „Es muss die Entscheidung der Eigentümer sein, was sie ihren leitenden Angestellten zahlen. Bei der Aktiengesellschaft sitzen die Eigentümer in der Hauptversammlung und nicht in Präsidialausschüssen oder im Aufsichtsrat.“ Die Regierung wolle deswegen ein entsprechendes Gesetz beschließen.

Anlässlich der Bundestagswahl im September lädt impulse die Spitzenpolitiker der im Bundestag vertretenen Parteien zu einem Streitgespräch mit drei Unternehmern.

Aus dem Magazin
Mehr dazu erfahren Sie in der impulse-Ausgabe 04/2013.

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