Management Fingerfood und Lagerhalle

Die alljährliche Weihnachtsfeier gehört in den meisten Unternehmen in Deutschland am Jahresende dazu. In vielen Firmen feiern die Mitarbeiter im kleinen Kreis. Manche Unternehmen haben sich allerdings Alternativen zur üblichen Feier mit Buffet und Musik ausgedacht.

Der Schuhhändler Deichmann verwandelt für die Weihnachtsfeier der Essener Verwaltung und des Zentrallagers in Bottrop eine große Halle in einen Weihnachtsmarkt mit Ständen. „Zum einen beherbergen die Stände das Buffet für die Mitarbeiter“, sagt Sprecher Ulrich Effing.
Außerdem präsentierten sich dort soziale Projekte, die von dem Unternehmen unterstützt würden. „Wir glauben, dass Weihnachten und Helfen zwei Themen sind, die gut zusammen passen.“ Die Feier werde vom Unternehmen bezahlt. Für die Mitarbeiter in den Filialen gebe es eine festgelegte Summe pro Mitarbeiter.

Auch der Kamerahersteller Leica aus dem mittelhessischen Solms und Deutschlands zweitgrößter Softwarehersteller, die Software AG aus Darmstadt, setzen auf eigene Weihnachtsmärkte. Leica organisiert den Markt – Getränke und Verpflegung inklusive – bereits zum vierten Mal. Er findet an einem Nachmittag im Dezember am Firmensitz statt, wie ein Sprecher berichtet.

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Bei der Software AG können die etwa 750 Beschäftigten an einem Tag über einen Weihnachtsmarkt mit mehreren Ständen auf dem Firmengelände bummeln. „Das wird gerne angenommen“, sagt ein Unternehmenssprecher. Die Kosten trägt das Unternehmen. Die anderen der weltweit 5500 Beschäftigten entscheiden über eine Weihnachtsfeier selbst.

In Eigenregie organisieren auch die Bereiche der jeweiligen Standorte bei den großen Industrieunternehmen aus Baden-Württemberg – wie Daimler, Porsche und Bosch – ihre Feierlichkeiten. Jede Abteilung könne selbst über den Rahmen entscheiden, berichtet etwa Porsche. Für Zuschüsse zu den Festen müsse ein steuerlicher Grenzwert eingehalten werden. Daimler bittet seine Mitarbeiter, sich an einer Aktion für die „Tafeln“ zu beteiligen. Dabei packen Angestellte vorbereitete Geschenkpäckchen für bedürftige Kinder und Jugendliche, die der Autobauer dann gebündelt an die Tafeln weiterleitet.

In der Brauerei Veltins kommen die Mitarbeiter der Verwaltung in den Genuss ihrer eigenen Produkte. Inhaberin Susanne Veltins gebe traditionell einen abendlichen Empfang, sagt Sprecher Ulrich Biene: „Im Ausschank ist die gesamte Produktpalette, dazu wird sauerländisches Fingerfood gereicht.“ Anschließend gehe es in der örtlichen Gastronomie weiter.

Wer die Kosten trägt

Beim Versicherungskonzern Ergo gibt es pro Mitarbeiter einen Zuschuss in Höhe von 25 Euro für die Abteilung-Weihnachtsfeier. Voraussetzung sei aber, dass es an dem Standort in dem Jahr kein Mitarbeiterfest im Sommer gegeben habe, erläutert Sprecherin Monika Stobrawe.

Einen festen Betrag pro Mitarbeiter gebe bei dem Düsseldorfer Klebstoff- und Waschmittelhersteller Henkel nicht, berichtet Sprecher Wulf Klüppelholz. „Grundsätzlich gilt aber, dass die Feiern im angemessenen Rahmen stattfinden sollen – möglichst intern – und auf große Feierlichkeiten verzichtet wird.“

Ähnliches gilt für den Haushaltsgeräte-Hersteller Vorwerk. „Die einzelnen Bereiche feiern in Eigenregie, das reicht dann von einem Abendessen mit der Abteilung bis hin zu etwas größeren Runden, in denen 20 oder 30 Kolleginnen und Kollegen zusammensitzen“, sagt Sprecher Michael Weber. Die Kosten würden in der Regel im Rahmen der „steuerrechtlichen Gegebenheiten“ vom Unternehmen übernommen.

In Bayern werden bei großen Unternehmen wie Siemens, MAN oder BMW die Feiern in den kleineren Einheiten selbst organisiert. Gute Tradition ist bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ein Fest für ihre Pensionäre in der Adventszeit. Etwa 200 Ehemalige kommen jedes Jahr zu dem Treffen, wie ein Sprecher berichtet.

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