Management Frauen legen Wert auf persönliche Post

An die Sparfüchse in der Hauptstraße Nr. 52b - ein Unternehmen, das sein Anschreiben so adressiert, hat schon so gut wie verloren. Eine Studie zeigt, bei welchen Konsumenten Massenkommunikation besonders schlecht ankommt - und wem die persönliche Note ziemlich egal ist.

Schreiben von Unternehmen kommen besser an, wenn sie auf individuelle Bedürfnisse der Konsumenten zugeschnitten sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Legodo AG. Das Unternehmen entwickelt Software für Kundenkommunikation. Zu seinen Kunden gehören nach eigenen Angaben die Deutsche Telekom, Swisscom, RWE und Integralis.

Für die Erhebung befragte Legodo 1005 volljährige Konsumenten. Die Teilnehmer wurden nach Alter, Geschlecht und Bildungsgrad kategorisiert. Ziel war es, die Ansprüche der Kunden hinsichtlich einer individuellen Ansprache durch Unternehmen zu untersuchen.

Anzeige

Dabei zeigte sich, dass ein persönlich gehaltener schriftlicher Dialog für 36 Prozent der Befragten „immer wichtig“ und für ein weiteres Drittel „meistens wichtig“ ist. Lediglich 14 Prozent halten eine persönliche Ansprache für „eher überflüssig“ und 17 Prozent achten nicht darauf, ob die Mitteilungen der Unternehmen persönlich wirken.

Akademiker besonders anspruchsvoll

Frauen und Männer haben dabei offenbar unterschiedliche Vorlieben. Den Teilnehmerinnen ist die individuell zugeschnittene Kommunikation zu 73 Prozent „immer wichtig“ oder „meistens wichtig“, bei den Männern fällt dieser Wert mit 64 Prozent deutlich geringer aus. Die männlichen Teilnehmer achten der Studie zufolge auch seltener als die Frauen darauf, ob die Mitteilungen an sie überhaupt einen persönlichen Bezug haben.

Auch die Analyse nach Bildungsgruppen zeigt Unterschiede. Befragte ohne berufliche Tätigkeit oder ohne Ausbildungsabschluss legen laut der Erhebung am wenigsten Wert auf eine individuelle Note, während Konsumenten mit Hochschulausbildung den größten Wert darauf legen. Akademikern ist es laut der Studie außerdem besonders wichtig, dass sie auf dem von ihnen bevorzugten Weg (Brief, Mail, SMS usw.) kontaktiert werden.

Bei einer Differenzierung nach Altersgruppen stellte sich heraus, dass die Befragten über 40 Jahre den größten Anspruch an eine individuell auf den Adressaten bezogene Kommunikation haben. Bei Frauen über 40 mit Hochschulabschluss kommen unpersönliche Schreiben demnach besonders negativ an. „Diese Ergebnisse beinhalten eine klare Botschaft an die Unternehmen“, sagt Legodo-Vorstand Marc Koch. Er empfiehlt: „Letztlich muss die schriftliche Kommunikation so ausgerichtet werden, dass sie wirkt wie das gesprochene Wort.“

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...