Management Frauen sind als Führungskräfte gefragt

Frauen haben in den nächsten Jahren gute Chancen, in Führungspositionen zu kommen. Eine Studie des Bundesfamilienministeriums hat herausgefunden, dass Unternehmen weibliche Führungskräfte fest einplanen. Aber nicht alle Positionen stehen ihnen offen.

Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen plant bis 2015 mehr Mitarbeiter einzustellen. Weil die meisten davon ausgehen, nicht genügend qualifizierte Bewerber vorzufinden, steigen die Chancen qualifizierter Bewerberinnen. Für Frauen ist der drohende Fachkräftemangel eine Chance, in Führungsetagen zu kommen. Knapp ein Drittel (29 Prozent) der Unternehmen glaubt, dass demnächst mindestens jede dritter Manager bei ihnen eine Frau sein wird.

„Die Unternehmen haben die Potenziale der Beschäftigung von Frauen für ihren zukünftigen Unternehmenserfolg grundsätzlich erkannt“, sagt Staatssekretär Josef Hecken. „Allerdings ist es mit der Einsicht alleine nicht getan. Jetzt müssen gezielte Fördermaßnahmen folgen“.

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Das Bundesfamilienministerium biete mit dem Flexi-Quoten-Gesetz einen Vernunftbeschleuniger. Darin verpflichten sich Unternehmen, individuelle Zielmarken zu setzen. Werden diese nicht erreicht, sieht das Gesetz gesellschaftsrechtliche Sanktionen vor. Unternehmen, bei denen bereits 30 Prozent der Führungskräfte weiblich sind, müssen keine Selbstverpflichtung mehr abgeben.

„Der demografisch und politisch bestehende Druck zur Veränderung in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld scheint den Bedarf an weiblichen Kompetenzen zu fördern“, sagt Jochen Kienbaum, dessen Unternehmensberatung an der Studie beteiligt war. Unternehmen, die bereits viele Frauen als Führungskräfte beschäftigen, wollen auch in Zukunft daran festhalten. Ihr Bedarf an Managerinnen sei auch künftig hoch, weil sie an die guten Erfahrungen anknüpfen wollen.

Wo diese Erfahrungen fehlen, haben Frauen es weiter schwer. Ohne politischen Druck und die Not des Fachkräftemangels bleibt laut Studie die personalpolitische Veränderungsbereitschaft der dynamischen Unternehmen gering.

Alle Führungspositionen stehen Frauen auch bei aufgeschlossenen Arbeitgeber keineswegs offen. Mehr als ein Viertel der befragten Unternehmen gibt an, in den nächsten Jahren bei höchst anspruchsvollen Tätigkeiten den Frauenanteil nicht verändern zu wollen. So sagen: Der Aufstieg ins Top-Management bleibt ihnen verwert. Die Hälfte der Unternehmen setzt sich als Zielmarke, die Frauenquote leicht zu steigern (bis zu 10 Prozent).

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