Management Gründer fragen, Experten antworten

Wer ein Unternehmen aufbaut, braucht gute Antworten auf seine vielen Fragen: Wie gehe ich da richtig ran?

Woher bekomme ich Kapital, woher gute Mitarbeiter? Wie muss ich mich versichern? Zu all dem gibt es Bücher und Websites. Was aber ist besser, als einen Experten persönlich zu fragen? Kein Start-up ist wie das andere, jeder Gründer hat ganz eigene Hürden zu nehmen.

Vielen Dank für Ihre rege Beteiligung an unserer Chat-Serie „Richtig gründen“. Die Protokolle der einzelnen Chats können Sie unten nachlesen.

Anzeige

Themen und Experten

Themen und Experten

Mittwoch, 5.9.2012: Erste Schritte – Wie wird aus der Idee ein Business?
Im Chat: Stefan Nardi-Hiebl vom Zentrum für Innovation & Gründung UnternehmerTUM

Mittwoch, 12.9.2012: Personal – Wie finde ich gute Mitarbeiter?
Im Chat: Martina Weiner, Human-Resources-Verantwortliche vom Company Builder Team Europe

Mittwoch, 19.9.2012: Geldgeber – Was spricht für, was gegen Investoren?
Im Chat: Olaf Jacobi vom Venture-Capital-Investor Target Partners

Mittwoch, 26.9.2012: Marketing – Wie mache ich auf mich aufmerksam?
Im Chat: Max Wittrock vom Start-up Mymuesli
Regine Pohl und Christian Doeme von HP

Donnerstag, 4.10.2012: Kredite – Wie komme ich an Darlehen ran?
Im Chat: Manuela Mohr von der KfW-Bank

Mittwoch, 10.10.2012: IT-Ausstattung – Was ist nötig, was ist Ballast?
Im Chat: Stephan Batteux von HP

Mittwoch, 17.10.2012: Steuern – Was bringt das Jahressteuergesetz 2013?
Im Chat: Joachim Breithaupt von der Kanzlei Osborne Clarke

Mittwoch, 24.10.2012: Die Pleite droht – was ist zu tun?
Im Chat: Jan Rosenkranz, ehemaliger enable2start-Gewinner, der sein Bio-Restaurant Nat 2008 schließen musste

Chat-Protokoll: Erste Schritte – Wie wird aus der Idee ein Business?

Im Chat: Stefan Nardi-Hiebl vom Zentrum für Innovation & Gründung UnternehmerTUM

Verlauf
11:02 Kommentar von Moderator
Herzlich willkommem zum Live-Chat! Ihr könnt ab jetzt Eure Fragen stellen.
11:02 Kommentar von Stefan Nardi-Hiebl
da sind wir
11:03 Kommentar von Simon
Guten Tag Herr Nardi-Hiebl,
11:03 Kommentar von Simon
Was sind denn die häufigsten Fehler, die bei der Erstellung eines Business Plans gemacht werden?
11:05 Stefan Nardi-Hiebl:
Guten Morgen Simon, die drei häufigsten Fehler die gemacht werden ist unserer Erfahrung nach a) zu umfangreich (versetzen Sie sich in die Lage eines VC-Managers, jeden Tag 10 Businesspläne zu lesen …) b) nicht auf die Zielgruppe angepasst (wesentliche Informationen, insbes. zum Markt, Wettbewerb und zum potentiellen Exit fehlen) sowie c) eine viel zu optimistische Finanzplanung (insbes. in Hinblick auf Umsätze und benötigtes Kapital).
11:06 Kommentar von Ole
Ich kämpfe gerademit dem Business Plan – gibt es ein Online Tool, dass mir hilft?
11:07 Stefan Nardi-Hiebl:
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bietet eine gute Hilfe als Tool an: http://www.existenzgruender.de/gruendungswerkstatt/planer_und_hilfen/businessplaner/index.
11:08 Kommentar von PNG
Hallo, ich habe viele erfolgsversprechende Ideen und mich auch schon in verschiedensten Projekten ausprobiert. Allerdings fehlen mir häufig die richtigen Personen mit dem entsprechenden Kno-How, aktuell ein App-Programmierer/in. Wie und wo kann ich ebenfalls interessierte und qualifizierte Gründer bzw. fachliche/technische Spezialisten finden um mich mit Ihnen auszutauchen und eventuell sogar zu begeistern?
11:09 Moderator:
Kurze Info, an alle, die gerade schon fleißig Fragen posten: wir werden eine nach der anderen in den Chat an Stefan Nardi-Hiebl geben, um ihn nicht mit Anfragen zu überschwemmen. Eure Fragen gehen aber nicht verloren. 🙂
11:11 Stefan Nardi-Hiebl:
Gute Experten in das Team zu bekommen ist in der Tat schwer. Prinzipiell bieten aber viele Gründerzentren an den Hochschulen spezialisierte Messen an, um Start-Ups die Möglichkeit zu geben, Interessierte anzusprechen, in München beispielsweise die Entrepreneurs Night der UnternehmerTUM. Einfach diese Zentren ansprechen.
11:12 Moderator:
Kurze Anmerkung von uns: zu diesem Thema wird es auch in der kommenden Woche den Chat mit Kolja Hebenstreit geben
11:12 Kommentar von Manuel
Sehr geehrter Herr Nardi-Hiebl, Ich studiere im 7.Semester Wirtschaftsingenieurwesen in Karlsruhe und bin 25 Jahre alt. Zusätzlich habe zwei Kommilitonen, einer der Batchleor in Elektrotechnik und eine BWLerin beide fertig(Bachelor of Science ). Zu meiner Frage: Ist es möglich eine Start up Betriebsberatung zu gründen auch wenn ich noch nicht mit meinem Studium fertig bin oder muss ich einen der beiden als „Partner“ hinzufügen damit wir diese Tätigkeit ausführen dürfen? Mit freundlichen Grüßen Manuel Gander, Maike Schmidt und Florian Neumann
11:14 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Manuel, wenn „Betriebsberatung“ gleich der Tätigkeit einer Unternehmensberatung ist: dafür existiert keine Berufsordnung oder ähnliches. Insofern kann man sowas natürlich starten, man sollte aber Fragen zur Sozialversicherung (insbes. Krankenversicherung als Student) und Haftungsfragen (Gesellschaftsform) klären.
11:15 Kommentar von Nino
ich habe folgendes Problem bei der Erstellung eines BPs:
11:15 Kommentar von Nino
Meine Geschäftsidee ist einmalig und es gibt wenig vergleichbare Unternehmen an denen man sich orientieren kann. Ein Wettbewerbsvergleich ist somit schwierig. Was haben die anderen gut gemacht und können wir ähnlich machen usw. Was kann ich in dem Fall tun?
11:16 Kommentar von Manuel
vielen dank
11:19 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Nino, wenn kein Wettbewerb existiert, wird von VCs häufig die Frage gestellt, ob es denn überhaupt diesen Markt gibt. Aber oft gibt es keinen direkten Wettbewerb, aber einen indirekten Wettbewerb (wie lösen Deine Kunden das identifizierte Problem heute?). Und diese Wettbewerber bzw. die aktuelle Problemlösung kann man erläutern und als Wettbewerb beschreiben.
11:19 Kommentar von Yannic
Ist ein Businessplanung wirklich notwenig? Sind Angaben für mehrere Jahre in die Zukunft nicht sowieso unrealistisch?
11:20 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Yannic, notwendig ja, da es das übliche Mittel zur Kommunikation mit Kapitalgebern ist. Angaben für mehrere Jahre realistisch: nein.
11:20 Kommentar von Dominik Habichtsberg
Guten Tag Herr Nardi-Hiebl, wie ausführlich sollte man ein Konzept ausarbeiten, wenn man mit diesem Konzept auf der Suche nach Investoren ist und wie viel Spielraum sollte man für die Möglichkeit der Mitwirkung durch den Investor offen lassen um die Chancen der Investor-Findung zu erhöhen?
11:22 Moderator:
Da wir derzeit mehrere Anfragen diesbezüglich haben: es werden auch Fragen aus den E-Mails beantwortet. Einfacher ist es jedoch, sie direkt über das Chatfenster zu stellen. Wir schalten die Fragen an Stefan Nardi-Hiebl von der UnternehmerTUM dann nach und nach rein.
11:23 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Dominik, ohne eine konkrete Vorstellung, wie das Geschäftsmodell funktioniert (Technologie, Dienstleistung, Markt, Finanzen, etc.) , sollte man nicht bei Investoren vorstellig werden. Jedoch im Beteiligungsprozess flexibel sein, das Feedback der Investoren einzuarbeiten (diese sehen ja auch sehr viele Businesspläne und Geschäftsmodelle).
11:23 Kommentar von Simon
Auf was sollte gerade bei der Marktanalyse geachtet werden?
11:24 Moderator:
Lieber Stefan, die Frage von Simon bezieht sich auf deine erste Antwort an ihn um 10.05
11:25 Moderator:
[unser Chat scheint leider auf britische Zeit getaktet zu sein – wir schauen, dass wir es bis nächste Woche korrigieren 🙂 ]
11:26 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Simon, eine Marktanalyse sollte eine Top-Down-Planung (Volumen des Gesamtmarktes) sowie Bottom-Up-Planung (Welches Marktvolumen kann dein Unternehmen realistischerweise in den nächsten Jahren erschliessen?) beeinhalten. Und noch ein Tipp: Bevor man sich in eine lange Internet-Recherche begibt: Mit potentiellen Anwendern und Kunden persönlich sprechen, um seine Annahmen zu verfifizieren und die Anwendungsfälle zu diskutieren.
11:26 Kommentar von Volker
Bzgl. der Finanzplanung eine Frage. Hilft es den Business Plan bei einer Geschäftskundenberatung in der Bank prüfen zu lassen?
11:26 Kommentar von Dominik Habichtsberg
Ich danke Ihnen für Ihre Antwort Herr Nardi-Hiebl – das es eine konkrete Vorstellung zu dem Geschäftsmodell und eine Ausarbeitung geben muss ist klar – die Frage war, wie viel Spielraum man lassen sollte. Die Zahlen eines BP’s sind ja ebenfalls niemals 100% vorhersehbar
11:28 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Volker, wenn der Berater die entsprechende Branchenexpertise mitbringt und die Leistung kostenfrei ist: warum nicht?
11:28 Kommentar von Volker
Müssen geplante Patentanmeldungen im Business Plan zwingend mit aufgenommen werden? In wie weit kann das hilfreich sein?
11:31 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Dominik, zum Einen empfiehlt sich für die Zahlen eine Sensitivitätsanalyse. Aber dem Investor ist auch klar, dass die Zahlen am Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht der Realität entsprechen. Aber wichtig ist die Herleitung, wie Du zu den Annahmen kommst.
11:32 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Volker, Patentanmeldungen sind grundsätzlich eine relevante Information. Bitte achte aber darauf, dass die Herausgabe der Informationen nicht neuheitsschädlich ist.
11:32 Moderator:
Die Frage von Heiko J. schließt sich noch an die erste Frage von Volker an.
11:32 Kommentar von Heiko J.
Wenn ich einen Business-Plan habe – wen frage ich dann, ob er noch mal drüberschaut? Mache ich das zusammen mit der Bank oder sollte die nur die finale Fassung sehen?
11:33 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Heiko, in vielen Städten bietet beispielsweise die IHK eine kostenfreie Gründungsberatung an. Fast alle Hochschulen unterhalten Gründerzentren, die hier unterstützen.
11:33 Kommentar von LRKN
Guten Tag, aus Sicherheitsgründen möchte ich in meinem Businessplan sensible Informationen nicht direkt Preisgeben. Ich möchte solche Informationen im Plan nur anschneiden und darauf verweisen, das ich diese Informationen nur in einem persönlichen Gespräch erläutern möchte. Wird dies bei Kaptalgebern gleich wegen mangelndes Vertrauen abgeblockt oder ist dies Akzeptabel? Danke im voraus
11:34 Stefan Nardi-Hiebl:
Weiterhin gibt es Businessplan-Netze und Wettbewerbe (beispielsweise evobis, etc.)
11:37 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo LRKN, die Bedenken kenne ich und kann sie gut verstehen. Doch leider sind potentielle Kapitalgeber an allen relevanten Informationen interessiert, um das Investment einzuschätzen. Vielleicht wird Dir eine Geheimhaltungserklärung unterzeichnet. Allerdings lehen dies viele Kapitalgeber ab.
11:38 Moderator:
die Folgefrage zielt ebenfalls ein kleines bisschen in diese Richtung:
11:38 Kommentar von JB
Mich würde interessieren wie man damit umgehen sollte sein Idee zu erzählen. Wie kann ich mich davor schützen, dass mir niemand meine Idee klaut?
11:40 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo JB, prinzipiell gar nicht. Selbst eine Patentanmeldung hilft nur, wenn man sie mit Rechtsmitteln verteidigen kann (was Geld kostet). Unserer Erfahrung nach muß man irgendwann mal das Risiko eingehen (spätestens mit der Abgabe des Businessplans), über die Idee zu sprechen.
11:40 Moderator:
Eine Frage per E-Mail von unserem Leser Aleksandar: Wie wichtig sind Charakter und Persönlichkeit eines Gründers, um das Vertrauen von Kapitalgebern zu gewinnen?
11:42 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Aleksandar, viele Kapitalgeber sagen: Lieber eine A-Klasse-Team und eine B-Klasse-Idee als vice versa. Insofern: das Team ist ein entscheidender Faktor.
11:42 Kommentar von Bernd
Was sind die häufigsten Vertragsarten, die ein Investor mit einem Start-Up schliessen wollen wird? In wie weit sollten die daraus resultierenden Risiken auch in den Business Plan einfliessen? Sollte man einen allgemeinen Business Plan entwickeln, den man nicht heraus gibt, von dem man aber die, die an die jeweiligen potentiellen Investoren gehen, ableitet? Wo sehen die meisten Venture Capitalists ihre Rendite Chance? Wie schützt man sich davor schlicht „verwurstet“ zu werden?
11:48 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Bernd, normalerweise gibt es einen Beteiligungsvertrag (sehr vereinfacht dargestellt: x% der Gesellschaft für y% Kapital), eine Änderung der Satzung (z. B. Sitz im Aufsichtsrat für den VC) und ggf. eine Gesellschaftervereinbarung zur Regelung der Rechte untereinander. Es ist unüblich, die Vertragsverhältnisse mit dem Kapitalgeber im Businessplan zu diskutieren. Wenn ich mehrere Finanzierungsangebote habe, würde ich auf alle Fälle rechnen, was dies für die Gründer bedeutet. Sehr generell: Für VCs ist ein Start-Up interessant, wenn es das Potential hat, das fünf bis zehnfache des Investments zurückzuzahlen.
11:48 Moderator:
Zwei E-Mailfragen von unserem Leser Sinan: 1. Wer kann mich bezüglich Patenten und Lizenzen beraten? 2. Ich weiß, dass Inhaltsstoffe meiner Idee bereits beim Patentamt eingetragen sind. Heißt das, dass ich nur für viel Geld die Rechte bekomme, bestimmte Zutaten zu verwenden?
11:50 Moderator:
An alle, die sich später hinzugeschaltet haben: Fragen an Stefan Nardi-Hiebl einfach ins Textfeld der Website posten, wir stellen sie dann nach und nach zusammen mit den per E-Mail an uns gegangenen Fragen in den Live-Chat
11:52 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Sinan, zu 1) Natürlich Patentanwälte (Erstberatung meistens kostenfrei). Es wird auch beim Deutschen Patentamt eine Erstberatung für Erfinder kostenfrei angeboten (einfach im Internet suchen). zu 2) Da kann ich keine Antwort darauf geben. Das sollte ein Patentanwalt im Rahmen einer „Freedom-to-operate“-Analyse (teuer) prüfen.
11:53 Moderator:
Auf die nächste Frage wurde hier bereits eingegangen, allerdings ist vielleicht die Folgefrage zum Thema ganz interessant
11:53 Kommentar von Tom
Wie erhalte ich eine realistische Marktanalyse? Welche Werkzeuge kann man hierfür benutzen?
11:55 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Tom, vielleicht helfen Dir die Ausführungen von vorhin. Aber grundsätzlich gibt es einfach kein Standardverfahren, aber gute Literatur. Und wichtig: Gespräche mit potentiellen Kunden und Anwendern
11:57 Moderator:
Unser Leser Hans-Georg Schulz fragt hierzu, ob es explizite offen zugängliche Quellen gibt, die man auf jeden Fall mit hinzuziehen sollte?
11:59 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Hans-Georg, als grundsätzliche Literatur empfehlen wir das evobis-Businessplan-Handbuch: http://www.evobis.de/coaching/handbuch/. Für Zahlen empfiehlt sich immer DESTATIS (http://www.destatis.de)
12:00 Moderator:
Mehrere unserer Leser haben uns bereits gefragt, ob es den „perfekten“ Business Plan gibt. Wenn ja, was zeichnet ihn aus? Und sollte man für unterschiedliche Zielgruppen (Investoren, Interessenten, Banken usw.) unterschiedliche Dokumente aufbereiten?
12:07 Stefan Nardi-Hiebl:
Ein Businessplan ist die Beschreibung eines Geschäftsvorhabens, oftmals mit dem Ziel, Geld von einem Dritten zu erhalten. Für diesen gelten Konventionen (siehe vorangestellter Link), allerdings gibt es nicht den einheitlichen Businessplan, da sich die Vorhaben stark unterscheiden können (z. B. Unterschied Produkt versus Dienstleistung). Generell gilt: Alle wesentlichen Informationen für den Adressaten des Businessplans möglichst präzise und prägnant darzustellen. Sehr plakativ: Jeder Satz, der keine neue Information enthält, ist ein Satz zuviel.
12:08 Moderator:
Hier noch eine Rückfrage von Bernd zu deiner Antwort von 10:48 (bzw. 11:48) zu den Benchmarks von VCs
12:08 Kommentar von Bernd
Das heisst tatsaechlich, die Renditeerwartungen eines VCs liegen bei 500% – 1000%, weil das Portfolio von VCs dies so fordert? 500% – 1000% sind aber, so glaube ich, fuer normale Unternehmungen unrealistisch, eine derartige Rendite kann am Ende doch nur durch virtuelle Finanzmarktprodukte erzielt werden, oder nicht?
12:08 Kommentar von Bernd
Was ich damit sagen wollte, als „normales Start-Up“ sollte man sich Tanz mit einem VC wohl eher grundsätzlich aus dem Kopf schlagen?
12:08 Kommentar von Bernd
Weil … 500% – 1000% können klassisch unmöglich erwirtschaftet werden, oder gibt es ein Gegenbeispiel, welches Sie nennen können?
12:08 Stefan Nardi-Hiebl:
Die Aufarbeitung von unterschiedlichen Dokumenten für unterschiedliche Zielgruppen bedeutet einen hohen Aufwand; ich würde bezweifeln, dass ich dieser lohnt.
12:11 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Bernd, ein VC verdient am Verkauf seiner Anteile, nicht an den Umsätzen eines Portfoliounternehmens. Prominenteste Beispiel: Facebook, Google, etc.
12:12 Kommentar von Aleksandar
Danke für die Beantwortung der Frage. Woher weiß oder wie kann der Kapitalgeber denn vernünftig Einschätzen ob man eher Team-A ist?
12:13 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Aleksandar, der Kapitalgeber achtet darauf, dass alle benötigten Kompetenzen im Team sind und ob sich das Team im Beteiligungsprozess professionell verhält. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten: Lebensläufe, Gespräche, Pitch-Präsentationen, Referenzen, etc.
12:14 Kommentar von Phillip
Hallo Stefan, muss es immer ein Team sein, dass eine Idee voranbringen möchte? Ich lese immer wieder davon. Auch eine einzel Person mit guten Kontakten bzw. dem richtigen Umfeld kann meiner Meinung nach ebenfalls eine Idee verwirklichen. Wenn man die Sache Historisch betrachtet gibt es viele einzel Personen die ihre Idee verwirklicht haben.
12:15 Kommentar von Thomas Clark
@Bernd: Auch in Deutschland kommt es immer wieder vor, dass VCs mehr als 500% Gewinn auf Ihr Investment machen. Earlybird hat bei seiner Beteiligung bei der Interhyp sogar das 52-fache seines Einsatzes erlöst, sprich: 5200% Return (vereinbacht gesprochen, da die Zeit nicht faktoriert ist).
12:16 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Phillip, das ist sicher richtig. Aus unserer Erfahrung sind die Erfolgschancen von Start-Ups, die von Teams gegründet wurden, höher.
12:16 Kommentar von Mark
Hallo Stefan: Was ist der beste Businessplan, den Du je gesehen/gelesen hast?
12:17 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Mark, den kann ich Dir jetzt schlecht schicken oder? 😉
12:19 Kommentar von Bernd
Ja, deshalb die Frage, nach wieviel Zeit der Exit, also im Optimalfall der Verkauf, zu erwarten ist. Mit dem Verkauf, wird aber lediglich nur ein Umsatzrenditeversprechen weitergereicht :-). Was passiert, wenn das Vertrauen in dieses abnimmt, sieht man ja gerade bei Facebook.
12:20 Kommentar von Mark
Vielleicht aus der Vergangenheit?
12:21 Stefan Nardi-Hiebl:
Die klassische Laufzeit eines VC-Fonds sind 10 Jahre (ggf. plus zwei Jahre Verlängerung). Daraus ergibt sich, eine durchschnittliche Haltedauer von fünf bis sieben Jahre, je nach Branche. Die tatsächliche Unternehmensentwicklung ist das Risiko des VCs
12:21 Moderator:
Damit es hier nicht zur Verwirrung kommt: Bernds Frage bezieht sich noch einmal auf den Kommentar von Thomas Clark (11:15), Mark auf die Antwort von Stefan um 11.17 🙂
12:22 Kommentar von Susanne Neruda
Hi Stefan. Vorerst danke, dass Du Dir für diesen Chat die Zeit nimmst.
12:23 Kommentar von Susanne Neruda
Was das Thema betrifft, frage ich mich allerdings: Musst Du, wenn Du ehrlich bist, nicht einräumen, dass sich die wirklich revolutionären Geschäftsideen kaum in einen Businessplan pressen lassen. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass Mark Zuckerberg am Beginn von Facebook einen Businessplan hatte oder Peter Thiel seine ersten 500.000$ aufgrund eines Businessplans investiert hatte. Oder Google. Die hatten die ersten zwei Jahre doch nicht einmal ein Geschäftsmodell, geschweige denn Erlöse.
12:24 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Mark, in dem evobis Handbuch (Link siehe oben) ist ein Beispiel-Businessplan dargestellt. Den kannst Du als Anhaltspunkt verwenden.
12:28 Kommentar von Thomas Clark
@Mark; Die beiden besten, die ich gelesen habe, sind: Mymuesli (www.mymuesli.com) und Abotic (www.abotic.com). Mymuesli (Sitz in Passau) war kurz und prägnant – und zudem witzig. Der Vorteil war allerdings, dass die Müsli-Jungs meines Wissens erst dann einen richtig Businessplan erstellt hatten, als die ersten Erlöse schon da waren. Damit war die Anfangsskepsis, ob sich ein individueller Müsli-Mix aus dem Internet überhaupt verkaufen lässt, genommen. Bei Abotic, einem Hersteller eines automatischen Türöffners für Haushalte mit Rollstuhlfahrern (Sitz in Wien) war einfach jede Frage perfekt beantwortet – Bedürfnis, Markt & Wettbewerb…bis hin zur Analyse, in welchen Zimmern einer Rollstuhlfahrer-Wohnung überhaupt Türen notwendig sind (Badezimmer – wegen Intimsphäre bei mehreren Bewohnern, Schlafzimmer, weil Menschen in der Regel die Räume, in denen sie schlafen, kühler halten als die, in denen sie sich tagsüber aufhalten. Bei Mymuesli wurden die angepeilten Erlösziele auch eingehalten. Abotic hatte zu kämpfen, weil die Produktion dieser Türöffner in Masse doch sehr, sehr komplex war (am Ende kam es zu einer Lizenzproduktion). Übrigens: Beide Teams waren enable2start-Sieger…;-)
12:28 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Susanne, ein Businessplan ist ein kleiner Teil beim Aufbau eines Unternehmens. Genauso gehört eine ordentliche Portion Begeisterung, hartes Arbeiten, Mut und auch der Glaube an den Erfolg des Modells dazu. Im Online-Bereich spielt der Businessplan tatsächlich eine zunehmend geringere Rolle. Hier achten VCs eher auf funktionierende Beta-Versionen der Plattformen, mit denen das Geschäftsmodell belegt wird oder schon ist.
12:29 Kommentar von JB
Was mich noch interessieren würde. Verfasse ich einen Business-Plan in Fachdeutsch oder versuch ich es für jeden verständlich zu machen?
12:31 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo JB, VCs haben üblicherweise Brachenexpertise in den Bereichen, in denen sie investieren. Ich würde den Businessplan aber allgemein verständlich zu halten.
12:32 Kommentar von LRKN
Wie „bunt“ sollte ein Businessplan sein? Also wie viel wert sollte auf Design und ähnliches gelegt werden oder sollte man den Plan so nüchtern wie möglich halten und auf reine Informationen setzen?
12:36 Kommentar von Bernd
@Thomas Clark: Also dass man Interhyp gut verkaufen konnte, hatte doch eher mit den Produkten, die man aus Forderungsbesicherten Wertpapieren machen kann?
12:37 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo LRKN, die Gestaltung das BP müssen es dem Leser ermöglichen, die Kernaussagen der Kapitel schnell zu erfassen. Also: Das Design muß professionell wirken (nur ein Schrifttyp, lesbare Schriftgröße, keine verpixelten Grafiken, Diagramme mit Achsenbeschriftung, etc.). Information ist „Key“ !
12:37 Kommentar von Simon
Ab wie viel Zeilen hören Sie bei einer Executive Summary auf zu lesen? Bzw. ist diese in Deutschland überhaupt üblich?
12:38 Kommentar von Stefan Pölzer
Danke für den Hinweis mit der Relevanz der Businesspläne im Online-Sektor. Denn ich habe mich immer gefragt, wie es ein VC schaffen kann/bewerkstelligen will, festzustellen, ob die Programmierung wirklich machbar ist. Selbst wenn ein VC-Mann vor 10-15 Jahren IT studiert hat und damals auch programmiert hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass er wirklich einschätzen kann, was wer heute kann. Oder? Dein Hinweis, dass die Beta-Version da viel wichtiger ist, scheint mir jedenfalls sehr gut nachvollziehbar… (Sorry, war eher ein Kommentar als eine Frage)
12:38 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Simon, zwei Seiten sind ok. Ist eine Executive Summary üblich: ja
12:40 Kommentar von Thomas Clark
@Bernd: Bin mir nicht sicher, was Du damit meinst. Interhyp vermittelt Hypotheken (auf Provisionsbasis), selber vergeben sie keine. Aber vielleicht sollten wir das mal individuell besprechen (thomas.clark@ambomedia.com), damit wir nicht vom Thema abkommen.
12:42 Moderator:
Die Frage von Ruxana schließt noch einmal an das von Philipp thematisierte Feld (11:16) an
12:42 Kommentar von Ruxandra
Gibt es VCs die auch bei der Team-Bildung helfen? Wenn man zum Beispiel eine Idee hat, aber keinem kennt der gut in IT ist. Wenn das nicht die VCs machen, gibt es andere Alternativen?
12:42 Moderator:
pardon, Ruxandra natürlich
12:44 Kommentar von Bernd
@Stefan Pölzer: All die Programmiersprachenparadigmen von heute gab es vor 10-15 Jahren auch schon, wer vor 15 Jahren schon in dem Bereich gearbeitet hat, hat garantiert auch einiges kommen und gehen sehen, darum geht es ja auch beim Beurteilen von Ideen und Teams, so nehme ich zumindest an.
12:46 Kommentar von Phillip
Ruxandra Du kannst Dich gerne bei mir melden, wenn Du fragen zu IT hast. phillipstrauch@googlemail.com
12:46 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Ruxandra, VCs helfen bei der Teamergänzung, allerdings investieren VCs nicht auf Ideenbasis, das heisst, Du und Dein Team müssen schon einige Schritte gegangen sein. Wie schon gesagt, oftmals helfen die Gründerzentren an den Hochschulen.
12:46 Stefan Nardi-Hiebl:
Phillip, das ist ja perfekt.
12:46 Kommentar von LRKN
Kann man für die Exit-Strategie mit konkreten Vorstellungen an Kapitalgebern herantreten? Also z.B. das man es wünscht, des der Kapitalgeber seine Anteile (mit Gewinn) an ein bestimmtes Unternehmern weiterverkauft, weil man vor hat mit diesem Unternehmen eine langfristige Kooperation einzugehen? Oder sollte man an dieses Unternehmen gleich herantreten auch wenn sie selber keine Beteiligungsgesellschaft haben oder normalerweise sich nicht in Start-Ups investieren?
12:47 Kommentar von Bernd
@Thomas Clark: Okay, danke, machen wir.
12:50 Kommentar von Ruxandra
Vielen Dank Philip 🙂
12:50 Kommentar von Phillip
Gründer / Unternehmer zu sein heißt Chancen finden und nutzen!
12:51 Kommentar von Dominik Habichtsberg
Zur Beurteilung der technischen Machbarkeit von IT-Lösungen bezogen auf Online-Apllikationen (z.B. Lösungen als SaaS (Software as a Service) kann ich unter Umständen ebenfalls gerne Stellung beziehen – info@hbg-it.de
12:51 Kommentar von Dominik Habichtsberg
@Phillip – nicht nur finden – sie auch schlicht und ergreifend zu sehen, sie wahrzunehmen
12:52 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo LRKN, ein VC wird sich so früh vertraglich nicht auf einen Exit-Partner festlegen lassen. Allerdings würde ich dem VC die Analyse des Exit-Marktes definitiv vorstellen. Ggf. finanziert der Kooperationspartner auch den Unternehmensaufbau.
12:53 Kommentar von Tom
Hat ein Businessplan, der von einem dem Leser unbekannten eingesendet wird, überhaupt eine Chance (bei VC)? Ich habe gehört, das dort hauptsächlich der persönliche Kontakt zählt ..
12:54 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Tom, prinzipiell richtig. Du solltest persönlichen Kontakt zum VC vor der Einsendung haben.
12:55 Kommentar von Volker
Gibt es Unterschiede die bei der Ausrichtung des BP beachten muss wenn ich Venture Capital eines Investors der nicht aus Deutschland kommt nutzen möchte?
12:55 Kommentar von Phillip
@ Dominik Habichtsberg: Du bringst es auf den Punkt! Ich werde mich sobald soweit bin evtl. bei Dir melden! 😉
12:55 Stefan Nardi-Hiebl:
Hallo Volker, in der Regel nicht. Ich würde den Businessplan von Anfang an auf Englisch verfassen 🙂
12:57 Moderator:
Vielleicht noch eine weitere per E-Mail eingegangene Frage zum Abschluss. Paul fragt, welche Fehler bei der Erstellung eines Businessplans am häufigsten gemacht werden?
12:58 Stefan Nardi-Hiebl:
a) zu umfangreich, b) nicht auf die Zielgruppe angepasst sowie c) eine viel zu optimistische Finanzplanung
12:59 Kommentar von Dominik Habichtsberg
@Phillip Das freut mich zu hören – ich freue mich auf unseren Kontakt 🙂
13:00 Moderator:
Letzte Frage an dich persönlich, Stefan: Worauf achtest du beim Lesen eines Businessplans als erstes?
13:01 Stefan Nardi-Hiebl:
Auf den Umfang und die schnelle Erkennbarkeit der wesentlichen Fakten – d. h. die Executive Summary muß mich überzeugen
13:02 Moderator:
Damit sind wir leider auch schon am Ende unser Zeit. Vielen Dank für die rege Beteiligung im Chat und insbesondere an Stefan Nardi-Hiebl von der UnternehmerTUM!
13:03 Moderator:
Nächste Woche geht es weiter mit dem zweiten Experten-Chat zum Thema „Personal: Team & Talent“. Ebenfalls am Mittwoch, wieder von 11-13 Uhr.
13:04 Moderator:
Alle weitere Informationen findet ihr auch auf FTD.de in unserer Serie „Richtig Gründen“

Die Uhrzeiten wurden nachträglich auf mitteleuropäische Zeit korrigiert.

Chat-Protokoll: Personal – Wie finde ich gute Mitarbeiter?

Im Chat: Martina Weiner, Human-Resources-Verantwortliche vom Company Builder Team Europe

Verlauf
11:01 Kommentar von Moderator
Herzlich willkommen zum zweiten Chat der Serie „Richtig gründen“. Thema heute: Personal – Wie finde ich gute Mitarbeiter? Dazu begrüßen wir Martina Weiner, Chief of Staff beim Company Builder Team Europe.
11:02 Kommentar von Martina Weiner
Guten Morgen zusammen. Wie bereits erwähnt bin ich bei Team Europe unter anderem für HR verantwortlich und freue mich auf eine angeregte Diskussion mit euch.
11:02 Kommentar von Eva Wissgott
Liebe Martina, ich kenne Team Europe vor allem als Investor (brands4friends, Madvertise, etc.) und wusste gar nicht, dass ihr Euch auch um die Mitarbeitersuche Eurer Startups kümmert. Kannst Du mehr dazu sagen.
11:03 Martina Weiner:
Liebe Eva, seit letztem Jahr haben wir unsere Investmenttätigkeiten mit dem VC Point Nine Capital ausgegründet um unseren Fokus voll und ganz auf das Company Building zu legen.
11:04 Kommentar von Andreas Ganovskzi
Ich schätze, dass die meisten Gründer ihre ersten Mitarbeiter über ihre Netzwerke finden – sprich: über Kontakte von Kontakten. Wäre es besser, von Anfang an mehr Budget und Zeit mitzubringen? Oder ist das eigentlich ein guter erster Ansatz?
11:05 Martina Weiner:
Team Europe gründet 2-3 Startups pro Jahr. Es wir zwischen skalierbaren Startups (schnell wachsenden, wie z. B. Delivery Hero) und nicht skalierbaren Startups, welche das Internet Ökosystem unterstützen (z.B. Vertical Media) unterschieden.
11:05 Kommentar von Klaus
Wie viele Mitarbeiter hast Du bislang für Team Europe eingestellt?
11:06 Martina Weiner:
Hallo Andreas, dies ist eigentlich ein sehr guter erster Ansatz. Ein gutes Netzwerk ist zentral. Dabei kommt es am Anfang natürlich mehr auf die Zeit als auf das Budget an.
11:07 Martina Weiner:
Hallo Klaus, alleine in diesem Jahr haben wir nur bei Team Europe 20 Mitarbeiter eingestellt
11:07 Kommentar von Jan Hanspach
Morgen Martina, ich hab eine Frage bzgl. der Seeding Phase und Personal. Ich habe eine Idee, einen fast fertigen Business Plan, ein Design etc. aber ich habe keinen Mit-Gründer gefunden nur Supporter – gibt es dafür Hilfe von euch
11:07 Martina Weiner:
Wir unterstützen aber natürlich auch unsere Portfoliounternehmen, welche rund 1500 Mitarbeiter haben.
11:09 Kommentar von Andreas Ganovskzi
Mir ist klar, dass die Dauer der Mitarbeitersuche sehr unterschiedlich sein kann. Trotzdem: Hast Du eine Empfehlung bzw. einen Erfahrungswert, wie viel Zeit man im Schnitt pro Mitarbeiter für die Suche einplanen sollte. 10 Stunden? 10 Tage?
11:09 Martina Weiner:
Guten Morgen Jan, Interessenten für Seedinvestments sind bei unserem Partner Point Nine Capital an der richtigen Adresse. Sie verfügen ebenfalls über ein grosses Netzwerk welches sowohl beim Investment als auch bei der Mitgründersuche helfen kann.
11:11 Martina Weiner:
Andreas, das ist wirklich sehr unterschiedlich und hängt vom Profil ab. z.B. sind IT Kräfte in der Regel schwieriger zu finden. Auf der anderen Seite haben wir für manche Positionen so viele Bewerber, dass sich hier der Prozess nur auf die richtige Auswahl beschränkt.
11:11 Kommentar von Bea Schmidt
Hallo Frau Weiner, kann es sinnvoll sein ggf. projektbezogen mit entsprechenden Lehrstühlen von Universitäten zu kooperieren, um hier ggf. das Know-How und die Ressourcen von Studenten mit einzubeziehen?
11:14 Martina Weiner:
Hallo Bea, natürlich kann es förderlich sein zu den Lehrstühlen und Studenten Kontakte zu knüpfen. Wir arbeiten selbst auch regelmässig mit Werkstudenten zusammen.
11:14 Kommentar von Andreas Ganovskzi
Kannst Du uns 1-2 Fälle nennen, bei denen sich Deine Mitarbeiterauswahl im Nachhinein als falsch herausgestellt hat? Muss nicht mit Namensnennung sein – aber bitte mit Details, damit ich davon auch was lernen kann.
11:15 Moderator:
Zur Info: Wir sammeln Eure Fragen und schalten sie der Reihe nach rein.
11:17 Martina Weiner:
Andreas, um eine Falschauswahl zu vermeiden ist die Bedarfsanalyse, (also wen suche ich eigentlich, welche Fähigkeiten, Fertigkeiten und Fachqualifikationen muss der Bewerber mitbringen) sowie danach die Auswahl der Bewerber (welche Fähigkeiten bringt der Bewerber bereits mit, was kann er bei uns noch lernen, was muss er von Anfang an bereits können, kann er die Ziele seiner Position erfüllen) zentral.
11:18 Martina Weiner:
D.h. wichtig ist, dass du dir im Vorfeld klar darüber bist, was genau du vom Bewerber für die jeweilige Position erwartest.
11:18 Kommentar von Jan Winkler
Moin Martina, als Gründer gebe ich die Verantwortung für verschiedene Bereiche in meinem Unternehmen manchmal nur mit Bauchschmerzen ab. Die Konsequenz: ich mache die Arbeit selbst – und das gefühlt rund um die Uhr. Welche Aufgaben würdest du nach der Gründung als erstes „outsourcen“?
11:20 Martina Weiner:
Moin Jan, Da die Aufgabenfüllle so vielfältig ist kann man in einer Gründung anfangs oft nicht das Raster der Delgation mit (dringend / wichtig) – selbst machen; (nicht dringend aber wichtig) – beste Person für die Aufgabe; dringend / nicht wichtig)- delegieren; (nicht dringend / nicht wichtig) – unnötig; anlegen.
11:22 Martina Weiner:
Es gilt aber, dass in Startups jeder Mitarbeiter von Anfang an viel Veranwortung übernimmt, bzw. in der Lage dazu sein muss. Jeder sollte für seinen Bereich ein eigener CEO mit voller Ownership und Responsibility sein. Zentrale für den Unternehmenserfolg kritische Entscheidungen und Aufgaben sollten natürlich in der Endentscheidung dem oder den Gründer(n) obliegen. Generell gilt die exzellente Umsetzung des Geschäftsmodells ist zentral für den Unternehmenserfolg, alles was die Arbeit effizienter gestaltet bedeutet Zeit & Geld zu sparen und sich somit auf das Wesentliche konzentrieren zu können.
11:23 Kommentar von Paul
Hallo Martina, meine Frage schließt ein wenig an die von Jan Hanspach an: Wo treffen sich, eurer Erfahrung nach, die meisten Gründer? Gibt es da geeignete Orte oder Events, oder ist meist der Zufall im Spiel?
11:24 Moderator:
Die Frage bezieht sich auf die von Jan Hanspach um 11.07
11:26 Martina Weiner:
Hallo Paul, nicht nur Berlin bietet eine Fülle von Networking Events. Unsere Portfolio Company CEO Events veranstaltet mit uns z.B. monatlich den Breakfast Club (https://www.facebook.com/breakfastclubevents) bei dem Gründer, Investoren und Interessierte aufeinander treffen.
11:26 Kommentar von Andreas Ganovskzi
Heißt das (Deine Antwort), dass Du noch nie einen richtigen Fehlgriff gemacht hast.
11:27 Moderator:
Die Frage bezieht sich auf Martina Weiners Antwort von 11.18
11:28 Martina Weiner:
Andreas, HR Fehlentscheidungen sind natürlich gerade in schnell skalierenden Startups nicht ausgeschlossen. Daher ist es eben auch in high pressure Phasen wichtig, den Fokus auf das Bewerber Matching zu legen. Aber ein richtiger Fehlgriff ist mir bisher noch nicht passiert 🙂
11:30 Kommentar von Andreas Ganovskzi
Schon klar, doch das klingt mir ein bisschen zu lehrbuchhaft. Is es in Wahrheit nicht vielmehr so, dass sich selbst gute Startups anfangs nicht wirklich wissen, was die ganz konkrete Aufgabe von Mitarbeitern ist – allein schon deshalb, weil wenig vordefiniert ist, Strukturen erst geschaffen werden müssen und idealerweise gerade die ersten Mitarbeiter ihre ersten Aufgaben auch selbst suchen.
11:31 Kommentar von Mirjam
Hallo Martina, kennst Du Personalberatungsagenturen, die Gründern beim Teamaufbau helfen können.
11:34 Martina Weiner:
Andreas, da hast du natürlich recht, daher versuchen wir Nachwuchskräfte auf diese Aufgaben möglichst gut vorzubereiten. Z.b. als Entrepreneurs in Residence oder Entrepreneur Interns. Maßgeschneidert auf 6-12 Monate bietet sich so die Gelegenheit erste Erfahrungen in Startups zu sammeln und sich auf eine eventuelle gemeinsame Gründung vorzubereiten.
11:35 Martina Weiner:
Mirjam, hier ist z.B. i-potentials Experte: www.i-potentials.de
11:35 Kommentar von Bea Schmidt
Liebe Frau Weiner, noch eine Frage gibt es darüber hinaus für Gründer passende Jobbörsen auf die es lohnt sich nach passendem Personal umzuschauen?
11:36 Martina Weiner:
Liebe Bea, es gibt natürlich zahlreiche Jobbörsen und Foren, die einem bei der Personalsuche behilflich sein können. Wichtig ist sich den richtigen Kanal für die jeweilig gesuchte Stelle auszusuchen.
11:37 Martina Weiner:
Allgemeine Jobs in der Startup Welt sind z.B. auf der Gründerszene Jobbörse zu finden: http://www.gruenderszene.de/jobboerse/ , hier kann man allerdings auch nach Fachgebiet filtern.
11:37 Kommentar von Ole Schnoor
Hi Martina, schön, dass Du Dir Zeit für unsere Fragen nimmst. Wie näherst Du Dich der Frage an, ob jemand in ein Startup passt. Einfach nur ein intensives Gespräch oder zwei (sprich: Entscheidung nach initialem Bauchgefühl) oder machst Du auch Tests?
11:38 Martina Weiner:
Ansonsten gibt es auf Xing zahlreiche Foren und Gruppen nach Jobprofilen oder auch Spezialjobbörsen.
11:40 Martina Weiner:
Hallo Ole, danke für deine Frage. Intensive Interviews sind natürlich das A und O. Aber auch hier kommt es darauf an, wen man sucht. Z.B. werden unsere Fachkräfte von mindestens 1-2 Spezialisten aus dem Team geprüft. Wenn dies immer noch nicht reicht, kann man unter anderem natürlich mit Tests arbeiten. Wichtig ist, dass nicht nur das Anforderungsprofil erfüllt ist sondern die Person natürlich auch kulturell zum Unternehmen passt.
11:40 Moderator:
Dazu passt auch die Frage, die uns per E-Mail erreicht hat: Stimmt die Faustregel für das perfekte Gründerteam „ähnlich im Charakter, unterschiedlich in ihren Fähigkeiten.“
11:43 Martina Weiner:
Wie sollte das Gründungsteam aufgebaut sein? Komplementär. Man sollte nicht mit seinen besten Freunden gründen, die genau die selben Erfahrungen gemacht oder nicht gemacht haben wie man selbst. Man sollte sich einen Sparringspartner suchen, der idealerweise mehr kann als man selbst und komplementäre Felder abdecken kann. Zentrale Erfolgsfaktoren bzw. Eigenschaften auf die wir bei Gründern achten sind natürlich die absolute Leidenschaft zu gründen, also unternehmerisch eigenverantwortlich tätig zu sein, ein hohes Maß an analytischen Fähigkeiten, Managementfähigkeiten & Organisationstalent sowie die nötige Portion Pragmatismus.
11:44 Kommentar von Thomas Clark
Hallo Martina: Vielleicht sollte man im Chat erwähnen, dass Ihr/Team Europe bei i-potentials investiert seid – nur der guten Ordnung halber. Hast Du auch noch ein paar andere Adressen, mit denen ihr nicht in direkter Anteilsverbindung steht?
11:44 Moderator:
Diese Frage bezieht sich auf Martina Weiners Antwort von 11.35
11:46 Kommentar von Michael Fontaine
Wie ist komplett rätselhaft, wie manche Startups pro Woche oft 4-5 Mitarbeiter oder noch mehr einstellen können und das auch gut geht. Bei Delivery Hero muss das ja ähnlich sein, die wachsen ja wie blöd. Mit welcher Fehler- bzw. Kündigungsquote sollte man da realistischerweise rechnen.
11:46 Martina Weiner:
Hallo Thomas, ja i-potentials gehört zu unseren Ökosystem Companies, danke für den Hinweis. Es gibt z.B. auch startupbay, zu diesem Unternehmen kann ich aber leider nichts sagen, da wir nur mit i-potentials zusammenarbeiten und hier auch sehr gute Erfahrungen gemacht haben.
11:50 Martina Weiner:
Hallo Michael, natürlich sehen sich Startups in Skalierungsphasen extremen Personalherausforderungen gegenüber. Das erfolgreiche Onboarding und die Integration der Mitarbeiter sind hierbei für den Erfolg zentral. Delivery Hero ist in 22 Monaten auf 300 Mitarbeiter in Deutschland und 450 weltweit gewachsen. Dass hier dann andere Strukturen und Prozesse erforderlich sind ist klar. Generell ist Mitarbeiterretention durch Entwicklungsmaßnahmen o. Ä. zentral um Fluktuationsraten möglichst gering zu halten.
11:52 Moderator:
Dazu auch eine E-Mail-Frage: Qualifizierte Mitarbeiter kosten Geld. Wie gewinnen Gründer gutes Personal, ohne ihr Budget zu überlasten?
11:54 Martina Weiner:
Startups punkten mit wesentlich mehr Vorzügen als dem Gehalt alleine: Flexible Arbeitszeiten, flachen Hierarchien, Beteiligungsmöglichkeiten, Identifikation mit der Idee sowie der Kultur, viel Verantwortung von Anfang an und abwechslungsreiche Aufgaben sind einige Beispiele.
11:54 Kommentar von Lutz S.
Viele Eurer Startups sitzen in Berlin. Welches Gehalt muss ich dort als Gründer meinen zentralen Mitarbeitern zahlen, um gute Leute zu kriegen?
11:56 Martina Weiner:
Hallo Lutz, wie soeben erwähnt, muss das Gesamtpaket stimmen. Wenn beide Seiten sich einmal darüber klar sind, dass sie gerne miteinander arbeiten möchten, wird in meist auch eine Einigung erzielt. Pauschal kann man hier keine fixen Gehälter nennen.
11:57 Kommentar von Petra Mollé
Kannst Du uns ein paar Tipps zum Thema „Mitarbeiterbeteiligung“ geben.
12:00 Kommentar von Lutz S.
Ich wäre schon über eine grobe Orientierung dankbar. 3500 Euro? 2500? Viel mehr? Viel weniger?
12:01 Martina Weiner:
Je nach Unternehmen, Teamgröße & Finanzierung sind mögliche Beteiligungen unterschiedlich. Um zentrale Mitarbeiter zu incentivieren und an den Erfolg eines Startups zu binden sind Beteiligungen sinnvoll und vielen Bewerbern auch wichtiger als das letztendliche Gehalt.
12:02 Martina Weiner:
Lutz, dazu kann ich wirklich leider keine konkrete Angabe machen, hier kommt es schließlich auch auf die Berufserfahrung, das Anforderungsprofil und die letztendliche Position an.
12:02 Kommentar von Susanne Lutter
Hallo Martina, würdest Du als Gründer Mitarbeitern gegenüber offen sein bei der Frage, wie es wirtschaftlich mit dem Startup aussieht (konkret bei Finanzpolster, Umsatz/Gewinn-Verlust, Gehälter der Geschäftsführung).
12:02 Martina Weiner:
Aber auch die Teamstruktur im Startup.
12:03 Martina Weiner:
Hallo Susanne, das ist auch eine Kulturfrage, bei uns gilt, dass sich Transparenz am Ende immer auszahlt.
12:04 Kommentar von Susanne Lutter
Mein Eindruck ist, dass Startups bei der Mitarbeiterfindung immer mit dem gleichen Argument kommen: Wir können nicht viel zahlen, aber bei uns hast Du große Gestaltungsfreiheit und kannst mithlefen, etwas aufzubauen. Doch ist es nicht so, dass nur junge, unerfahrene Leute auf so eine Argumentation eingehen. Und vor allem: Wie lange hält man Leute mit so einer Argumentationslinie beisammen, bevor die ersten verärgert hinwerfen?
12:04 Martina Weiner:
Das bedeutet aber nicht, dass wir unsere Gehälter ans schwarze Brett hängen 😉
12:07 Kommentar von Martin
Bei brands4friends habt ihr (Team Europe) meines Wissens die Geschäftsführer selbst gesucht – und einen Ösi sowie einen in Paris lebenden Manager gefunden. Stimmt das? Wenn ja, wie seid ihr da vorgegangen?
12:07 Martina Weiner:
Susanne, der Trend zum Gründen oder in einem Startup zu arbeiten nimmt verstärkt zu, wir haben Bewerber aus allen möglichen Branchen mit Berufserfahrung, die genau aus diesen Gründen in die Startup Branche wechseln möchten. Allerdings muss auch die Erwartungshaltung von Anfang an klar sein. Wer einen 9to5 Job möchte ist im Startup eben an der falschen Adresse. Wer aber flache Hierarchien mag und schnell Verantwortung übernehmen möchte, wird im Startup erfolgreich und zufrieden sein.
12:09 Martina Weiner:
Martin, das war leider vor meiner Zeit, gerne beantworte ich dir deine Frage via Email im Anschluss an den Chat. career@teameurope.net
12:10 Kommentar von Claus Huss
Stichwort Berlin: Ist es im Startup-Zentrum Deutschlands mittlerweile nicht extrem schwierig, gute Leute zu halten? Da wird man doch bestimmt ständig mit neuen Angeboten anderer Startups konfrontiert. Ist das ein Problem, das mittlerweile immer größer wird?
12:13 Martina Weiner:
Hallo Claus, generell hast du recht. Wir befinden uns erfreulicherweise in der luxuriösen Lage durch unsere Erfolgsgeschichte am Markt bekannt zu sein, was uns die Suche nach nationalen sowie internationalen Top Talenten erleichtert. Trotzdem darf man sich natürlich nicht ausruhen und muss als Startup für die Mitarbeiterzufriedenheit und das Teambuilding sorgen. Dennoch gilt als Faustregel: Je erfolgreicher das Startup, desto weniger Wechsel erfolgt.
12:14 Kommentar von Thomas Clark
Hallo Martina, vielleicht hilft es, wenn Du ein bisschen detaillierter ausführst, wie Transparenz bei Euch/Team Europe ausgestaltet ist.
12:18 Martina Weiner:
Thomas, wir halten bei Team Europe z.b. regelmässige Jour Fixe innerhalb der Teams sowie ein wöchentliches übergreifendes Team Meeting ab, welches die Team Europe Mitarbeiter über neueste Entwicklungen auf dem Laufenden hält. Transparenz wird bei uns allerdings auch im Netzwerk gelebt: So gehen wir innerhalb des Portfolios mit Informationen offen um und teilen unsere best practices. Hier erfolgt der Wissenstransfer auch über unsere Academies, die wir innerhalb des Portfolios für Mitarbeiter anbieten.
12:19 Kommentar von Thorben
Hallo Martina, welchen Rat hast Du in Bezug zum Thema Transparenz gegenüber Mitarbeitern bei den Geschäftszahlen.
12:23 Martina Weiner:
Hallo Thorben, es ist sehr wichtig, dass die Mitarbeiter über den Erfolg des Startups Bescheid wissen. Die Erfahrung zeigt, dass mehr Informationen die Unsicherheit innerhalb eines Teams verringert. Daher ist es empfehlenswert alles das zu kommunizieren, was das Geschäft nicht grundsätzlich gefährden könnte.
12:23 Kommentar von Lutz
Mir ist nicht ganz klar, warum Du da gar nichts dazu sagen kannst. Die meisten Startups machen anfangs doch keinen Gewinn – sprich: die Gehälter werden von Investoren gezahlt. Da muss es doch irgendwelche Orientierungen geben. Oder lasst ihr einen Geschäftsführer einfach mal 7000 Euro für einen Marketingleiter ausgeben, nur weil der viel Berufserfahrung habt. Oder doch?
12:24 Moderator:
Diese Frage bezieht sich auf Martina Weiners Antwort von 12.02. Es geht um konkrete Angaben zur Höhe des Gehalts
12:27 Martina Weiner:
Lutz, wie bereits erwähnt, kommt es auf die Finanzierungssituation des Startups, die geplante Größe, sowie die bestehende Team Struktur und budgetäre Planung an. Deshalb kann ich dir hier leider keine konkreten Zahlen nennen. Wenn z.B. ein erfahrender Marketingleiter zentral für den Unternehmenserfolg ist, dann ist er eben auch mehr wert.
12:28 Kommentar von Marvin
Stichwort „Anforderungsprofil“: Ist es in Wahrheit nicht so, dass eher die „Deppenjobs“ klar definiert werden können (z.B. im Vertrieb: Du musst X Anrufe/Cold Calls pro Woche machen und daraus müssen Y neue Kunden gewonnen werden), jedoch die wichtigen Aufgaben immer weniger klar definiert werden können – einfach, weil man gar nicht weiß, welche Herausforderungen da anstehen, geschweige denn, wie lange deren Bewältigung dauert. Sprich: Brauche ich in einem Startup an den zentralen Stellen nicht lauter „Mini-Unternehmer“, denen ich fast blind vertrauen muss.
12:32 Moderator:
Dazu auch eine E-Mail-Frage: Ist es erfahrungsgemäß problematisch, wenn Teammitglieder von großen Unternehmen in ein Startup wehseln?
12:32 Martina Weiner:
Marvin, wie bereits erwähnt, ist das Anforderungsprofil alleine ja nicht nur geprägt durch z.B. Sales KPIs sondern auch durch Anforderungen wie „bringt der Bewerber Personalführungserfahrung, Management skills, den absoluten Willen zur Verantwortungsübernahme .. etc. “ mit. Im Startup sollte jeder Abteilungsleiter bzw. Bereichsverantwortliche der CEO und Verantwortliche seines Gebiets sein. Wie du es treffend schreibst, sozusagen ein Mini-Unternehmer im Startup.
12:35 Kommentar von Thorsten
Mit welchen Unis/Lehrstühlen habt ihr bei Kooperationen/Werkstudenten gute Erfahrung gemacht?
12:35 Martina Weiner:
Nein, die Kollegen aus großen Unternehmen kommen zu Startups, weil sie z.B. unzufrieden in diesen Strukturen sind. Der Entscheidung in ein Startup zu wechseln, geht die Erkenntnis zuvor, dass man eine flachere, dynamischere oder umsetzungsorietiertete Arbeit bevorzugt. Den Bewerbern ist somit bewusst, dass die Kultur im Startup anders ist und hier auch andere Anforderungen existieren.
12:38 Martina Weiner:
Werkstudenten rekrutieren wir über diverse Universitäten, indem wir auf den Universitätsverteilerlisten unsere Praktika oder Werkstudententätigkeiten ausschreiben. Da Lukasz Gadowski, Gründungspartner bei Team Europe, ein HHL Alumnus ist, haben wir u.a. zu dieser Universität besondere Kontakte.
12:39 Kommentar von Bea Schmidt
Hallo Matrina, was muss beim Thema Werksstudenten beachten? Gibt es z.B. Vorlagen für Anstellungsverträge? Was muss ich beim Thema Steuern und Abgaben beachten?
12:41 Martina Weiner:
Bea, es gibt bei Werkstudenten besondere Regelungen was die Arbeitszeiten betrifft, die sich während des Semesters im Gegensatz zu den Semesterferien auch unterscheiden. Für steuerliche und rechtliche Belange arbeiten wir mit unserem Arbeitsrechtler zusammen.
12:41 Kommentar von Thomas Clark
@Lutz: Kleiner Hinweis für Dich, der Dir vielleicht ein wenig Orientierung gibt. Ich kenne einige Startups, bei denen die Gehälter und die Gehaltsentwicklung sehr stark standardisiert sind, damit es nicht zu Neid und Missgunst zwischen den Mitarbeitern kommt. Mit so einer Standardisierung fährt man als gerade als Startup mit großen Wachstums- und Skalierungsplänen oft ganz gut, denn in der Regel reden die Mitarbeiter natürlich über ihr Gehalt und erfahren so, was der/die anderen bekommen. Wenn das alles gleich ist (z.B. 2000 Euro Einstiegsgehalt, nach 6 Monaten Erhöhung auf 2500 Euro etc.), müssen sich Mitarbeiter darüber keine Gedanken mehr machen. Ich kenne sogar einen Fall, wo ein Team über eine Add-On-Erfolgsprovision auf individueller Basis rebelliert hat, weil sie das unfair fanden. Das hat die Gründer damals enorm gewundert, weil der individuelle Bonus sogar auf ganz konkreten Zahlen basiert hat und somit aus ihrer Sicht ohne Zweifel total fair war. Die Erkenntnis daraus: Nicht alle Mitarbeiter denken oder agieren total „durchökonomisiert“. Ich kenne aber auch Startups, wo die Gehälter wirklich mehr oder weniger „auf Gutsherrenart“ bestimmt werden. Das klappt vor allem dort gut, wo Arbeiten und Anforderungsprofile fast gar nicht standardisiert werden können. Trotzdem bleibt das eine brisante Gratwanderung, weil dann die viel gepriesene Transparenz nicht mehr so leicht umsetzbar ist.
12:41 Moderator:
Dieser Beitrag bezieht sich auf die Frage von 12:23 zum Thema Gehalt
12:44 Kommentar von Christine
Hallo, was bedeutet eigentlich Entrepreneur in Residence? Könnten Sie das bitte ein bisschen erläutern?
12:44 Martina Weiner:
Thomas danke für den guten Hinweis. Eine solche Standardisierung kann auf jeden Fall Sinn machen. Auch potentielle Gehaltserhöhungen etc. sollten in den HR Prozessen zeitlich definiert werden um so für alle verständlich und nachvollziehbar zu sein.
12:47 Kommentar von Horst
Viele Leute kommen deshalb zu Startups, weil sie da viel lernen und eigenständig machen können. Doch natürlich wollen sie auch für die harte Arbeit belohnt werden. Findest Du es ein gutes Zeichen, wenn ein Mitarbeiter gleich von Anfang an nach einer Option auf einen Firmenanteil fragt.
12:48 Martina Weiner:
Bei Team Europe bedeutet Entrepreneur in Residence, gründungswilligen Absolventen oder Quereinsteigern auf projektbasis für ca. 6-12 Monate erste Erfahrungen in Startups zu vermitteln und dort ihr Wissen fachspezifisch zu vertiefen. Ziel des Entrepreneur in Residence ist es dann im Idealfall die gemeinsame Gründung. Wie zum Beispiel zuletzt bei der Wummelkiste und ihrer Gründerin Philippa Pauen.
12:51 Martina Weiner:
Horst, auch hier kommt es wieder auf die Begleitumstände an. Hat der Bewerber schon in mehreren Startups gearbeitet und bewirbt sich auf eine zentrale Management Funktion oder will er junior Marketeer werden und hat noch keine Erfahrung. Hier gilt die Abwägung im Einzelfall.
12:53 Kommentar von Tanja
Hast Du Erfahrung mit dem Konzept der „Virtual Shares“ für Mitarbeiter. Scheint mir irgendwie sinnvoll, weil man sich damit Kosten für Notar etc. spart. Doch vielleicht ist das auch nur so eine „Erfindung cleverer Anwälte“.
12:54 Martina Weiner:
Tanja, hier sind dann auch für uns unser Legal & Finance Team die richtigen Ansprechpartner, wenn es darum geht Beteiligungen sinnvoll zu strukturieren.
12:56 Moderator:
Damit sind wir auch schon fast am Ende unserer Zeit. Noch eine letzte Frage:
12:56 Kommentar von Malte Trimmenberg
Wie viel Prozent am späteren Unternehmensgewinn und/oder Exit-Erlös sollte man für die Belegschaft reservieren?
12:57 Martina Weiner:
Das ist leider keine HR Fragestellung sondern eine Entscheidung, welche die Gründer treffen müssen.
12:59 Martina Weiner:
Schade, dass die Zeit jetzt doch so schnell verging. Wer weitere Fragen oder Informationen haben möchte, der kann sich sowohl auf unserer Homepage www.teameurope.net informieren sowie uns natürlich gerne auch direkt schreiben unter career@teameurope.net.
12:59 Moderator:
Vielen Dank für die rege Beteiligung am Chat, vor allem an unsere Expertin Martina Weiner von Team Europe! Nächste Woche, am Mittwoch den 19.9., geht es ums Thema Geldgeber/Investoren. Unser Experte: Olaf Jacobi von Target Partners
13:00 Martina Weiner:
Vielen Dank für eure guten Fragen & euer Interesse. Viele Grüsse, Martina

Chat-Protokoll: Geldgeber – Was spricht für, was gegen Investoren?

Im Chat: Olaf Jacobi vom Venture-Capital-Investor Target Partners

Verlauf
11:01 Kommentar von Moderator
Herzlich willkommen zum dritten Chat der Serie „Richtig gründen“! Thema heute: „Geldgeber: Was spricht für, was gegen Investoren.“ Dazu begrüße ich unseren Experten Olaf Jacobi, Partner bei der Münchner Venture Capital-Gesellschaft Target Partners.
11:01 Kommentar von Olaf Jacobi
Hallo und Guten Morgen
11:02 Kommentar von Moderator
Ihr könnt jetzt Eure Fragen stellen
11:02 Kommentar von Olaf Jacobi
Sitze in unserem Büro in München und freue mich auf viele Fragen von Ihnen.
11:03 Moderator:
Zunächst eine Frage, die uns per E-Mail erreicht hat: Haben bei Ihnen auch Businesspläne von Gründern eine Chance, die sie nicht persönlich kennen bzw. von denen sie noch nichts gehört haben?
11:04 Olaf Jacobi:
Generell hat jeder Case eine Chance. Wir schauen uns jeden Businessplan, um diesen dann im Team gemeinsam zu bewerten…
11:05 Kommentar von Patrick
Wie wichtig ist ein proof of concept für einen Investor?
11:05 Olaf Jacobi:
Natürlich ist es hilfreich, wenn bereits ein Kontakt zwischen den Gründern und dem Investor besteht.
11:06 Olaf Jacobi:
Naja, zum Proof of Concept gehört so einiges…
11:07 Olaf Jacobi:
1. funktioniert die Technologie, 2. die das Produkt/der Service marktreif, 3. nehmen die Kunden das Angebot an, …
11:07 Olaf Jacobi:
für einen Frühphasen-Investor ist ein Proof of Concept eher nicht Grundvoraussetzung, um ein Investment zu tätigen.
11:08 Kommentar von Mister F
Wenn ich zu einem VC gehe, habe ich Angst, dass der denkt: Gute Idee, das kann ich auch selbst… wie kann ich sichergehen, dass meine Idee nicht einfach kopiert wird von jemandem, der dafür weitaus mehr Ressourcen zur Verfügung hat als ich als Gründer?
11:09 Olaf Jacobi:
@Mister F: wenn Du zu einem VC gehst, dann kannst Du sicher sein, dass dieser VC mit Deinem Case vertraulich umgeht. Unser Geschäftsmodell basiert auf Integrität.
11:09 Kommentar von TSB Howe
Guten Morgen, seit langem sind wir auf der Suche nach Kapital für ein Start up Projekt. Leider konnten wir bis „heute“ keine seriösen Partner finden. Wo finden wir diese und mit wem können wir Kontakt aufnehmen.
11:10 Moderator:
Dazu auch folgende Frage von Lutz:
11:10 Kommentar von Lutz
Wo finde ich seriöse VC ?
11:10 Olaf Jacobi:
@TSB Howe: Du kannst gern Deinen Pitch an start@targetpartners.de senden…
11:11 Kommentar von Dominik Habichtsberg
Welche Möglichkeiten gibt es, Investoren zu finden? Für mich stellt sich die Suche nach Investoren regelrecht dar wie ein Buch mit 7 Siegeln. Ich komme aus der IT-Branche und mir ist bekannt, dass neben einem schlüssigen Konzept und einer ordentlichen Rentabilitätsvorschau dort gerne eine lauffähige Beta gesehen wird – allerdings fehlt mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt das Wissen, wie ich explizit IT-Investoren finden und Kontakt zu diesen aufnehmen kann da reguläre Investoren die keinen Background zum Internet-Business haben oftmals Schwierigkeiten haben, das Potential und das Risiko korrekt einzuschätzen
11:12 Olaf Jacobi:
auf der Website vom BVK (www.bvkap.de) findet Ihr eine Liste aktiver VCs in Deutschland.
11:12 Kommentar von Frank Schoofs
In welchem Bereich bestehen im Moment die besten Chancen erfolgreich zu gründen? Immer noch IT? Internet? Erneuerbare Energien? Nachhaltigkeit? Alles was „green“ ist? Gibt es besondere Trends?
11:13 Olaf Jacobi:
@Dominik: In der Tat ist die Suche nach einem Investor in immer einfach. Informiere Dich, wer überhaupt in Bereiche investiert, in die Dein Case fällt. Du kannst auch zu Matching-Veranstaltungen gehen.
11:14 Olaf Jacobi:
@Frank: Gründen kannst Du in jedem Bereich 😉 Ob das Unternehmen dann erfolgreich wird liegt an vielen Faktoren: z.B. Technologie, Produkt, Marktgröße, Wachstum, Team, Wettbewerb, usw.
11:15 Kommentar von LRKN
Hallo Herr Jacobi, wie regional denken Investoren? Also hat ein Bewerber aus Kiel die gleichen Chancen bei Ihnen, wie wenn er aus München ist?
11:17 Olaf Jacobi:
@LRKN: Wir investieren in DACH. Ein Startup aus eine Technologie- und/oder Gründer-Metropole (München, Berlin, Köln, Hamburg, etc.) hat definitiv Vorteile…
11:18 Olaf Jacobi:
…es ist z.B. einfacher gute Leute zu rekrutieren.
11:18 Kommentar von Dominik Habichtsberg
Ich danke Ihnen für Ihre Antwort Herr Jacobi. Könnten Sie eventuell näher auf „Matching-Veranstaltungen“ eingehen? Zugegebenermaßen habe ich hiervon bislang noch nicht gehört? Wo finde ich derartige Veranstaltungen oder sind damit die regulären Gründermessen gemeint?
11:18 Moderator:
Diese Frage bezieht sich auf Olaf Jacobis Antwort von 11.12
11:20 Olaf Jacobi:
@Dominik: es gibt einige Online-Gründer-Portale auf denen solche Events angekündigt werden (z.B. Förderland, Gründerszene, Deutsche Startups und natürlich die FTD).
11:21 Kommentar von Martin
Bekannte Unternehmer und VC´s wie Richard Branson oder Guy Kawasaki sagen klar und deutlich: Wirklich gute Unternehmer brauchen kein Geld von anderen. Die schaffen es auch so. Unterstreichen Sie diese Meinung?
11:22 Olaf Jacobi:
@Martin: long story short – diese generelle Aussage ist nicht richtig (zu schwarz/weiss)…
11:23 Olaf Jacobi:
…natürlich ist es für einen Unternehmer am besten, wenn er sein Unternehmen ohne zusätzliche Shareholder (EK-Geber) oder Kredite (FK) aufbauen kann. Gerade bei kapitalintensiven Technologie-Unternehmen ist das kaum möglich.
11:23 Kommentar von Hans
Eine Sorge bei der Aufnahme externer Investoren besteht darin, dass diese zur Maximierung ihres Gewinns überwiegend auf schnelles wachstum pochen und das Unternehmen damit zu riskanten Strategien treiben. Wie kann man sich davor schützen?
11:26 Olaf Jacobi:
@Hans: Es ist extrem wichtig, dass sich Unternehmer und Investor vor dem Investment über Ziele und Strategie abstimmen. Beide sollten eine ähnliche – wenn nicht gleiche – Vorstellung von der Zukunft des Unternehmens haben.
11:26 Kommentar von Thorsten
Team vs. Idee: Wie wichtig ist die Idee und wie wichtig ist das Team? Haben Einzelkämpfer überhaupt eine Chance? Ich bin im Moment alleine in der Umsetzung, hatte mich an Herrn Prof. Faltins Tipps einer „modularen Gründung“ gehalten. Hätte ich überhaupt eine Chance für eine Finanzierung? Wie weit sollte die Execution schon sein, bevor man zu einem VC geht?
11:27 Olaf Jacobi:
@Thorsten: auf diese Frage habe ich schon gewartet 😉 …
11:27 Olaf Jacobi:
…Team vs. Idee…
11:28 Olaf Jacobi:
es gibt keine abschließende Antwort auf diese Fragen. Jedoch bin ich der Meinung, dass ein gutes Team/ein guter Unternehmer eher selten mit einer schlechten Idee um die Ecke kommt…
11:29 Olaf Jacobi:
…ein komplettes Gründer-Team hat Vorteile gegenüber einem Einzelgründer. Als VC sind wir auch dafür da, Teams zu komplettieren.
11:30 Kommentar von Agnes Meyer
Hallo Olaf, ich frage mich immer, wie man sich dem „Wert“ eines Startups nähert – vor allem in der Frühphase. Die Copy Cats haben es da natürlich etwas leichter, weil sie auf die Originale im Ausland verweisen können (Startup X hat XX Millionen für XX Prozent bekommen.) Doch wenn etwas wirklich neu ist? Wie will ich ohne erste Umsätze oder gar Gewinn wissen, ob ich mein Startup mit 1 oder 4 Mio. Euro bewerten darf?
11:31 Olaf Jacobi:
@Agnes: ich kann Dir guten Gewissens mitteilen (hört ja keiner mit), dass die vielen Copy-Cats es nicht einfacher haben….
11:33 Olaf Jacobi:
..es gibt keine feste Regel/Formel, um eine Unternehmensbewertung (pre-money valuation) für ein Early-Stage oder sogar Seed Startup festzulegen. Bei guten Deals bestimmen Angebot und Nachfrage den Wert.
11:33 Kommentar von markus lüppert
hallo herr jacobi, als erstes finde ich diese idee (live chat) voll gut „super idee“ weiter so (macht hoffentlich schule für andere 😉 auch das thema oder gerade insbesondere das thema start up über den chat ab zu handeln ist eine wirklich gelungene idee „kompliment“ an die macher .
11:33 Moderator:
Vielen Dank von unserer Seite!
11:34 Kommentar von Julian
Wie ernst wird man genommen, wenn man direkt nach der Uni gründen will im Vergleich zu jemand der schon Arbeitserfahrung sammeln konnte?
11:34 Olaf Jacobi:
@markus: finde ich auch – dank an FTD 😉
11:35 Olaf Jacobi:
@Julian: als VC nehmen wir jeden Gründer ernst. Beispiel: Gründer von FB, Google, …
11:38 Kommentar von Ole Blonquist
Ganz eine dumme Frage: Wenn ihr für 10% an einem Startup 1 Million zahlt (der Einfachheit halber sagen wir mal, sofort ausbezahlt.) Wie macht man das? Eine Kapitalerhöhung? Eine GmbH hat ja meistens nur 25.000 Euro an Stammkapital. Ist das Stammkapital nach so einem Investment dann 1,025 Mio. Euro? Oder wie läuft das sonst?
11:39 Olaf Jacobi:
@Ole: also…. für 1m bekommen wir 10%. d.h. das Unternehmen hat eine pre-money-valutation von 9m + 1m investment = 10m post-money…
11:40 Olaf Jacobi:
…man unterscheidet zwischen Nominalkapital (25.000) und dem Agio (wird in die Kapitalrücklage gebucht)…
11:41 Olaf Jacobi:
…das Stammkapital wird um einen Betrag erhöht, der dann 10% vom gesamten Stammkapital ist.
11:42 Kommentar von Julian
Gibt es eine Fausformel für wieviele Monate im Vorraus man Geld aufnehmen sollte?
11:43 Olaf Jacobi:
@Ole: 25.000/0.9=27.778 – 10% davon
11:44 Olaf Jacobi:
@Julian: „take the money if you get it – not when you need it“ – diesen Spruch habe ich als Startup-Unternehmer versucht zu beherzigen…
11:45 Olaf Jacobi:
…um eine VC-Runde abzuschließen sollten man 6 Monate veranschlagen (vom ersten Kontakt bis zur Überweisung – Closing Dinner).
11:45 Kommentar von Paul Arnsbach
Hallo Olaf: Wenn ich richtig informiert bin, warst Du früher selbster Gründer – und hattest auch Investoren. Wenn Du an diese Zeit zurückdenkst: Vor welchen Fehlern im Verhältnis mit (potenziellen) Investoren würdest Du uns am stärksten warnen wollen? Liebe Grüße, Paul
11:46 Olaf Jacobi:
@Paul: ja, da hast Du Recht. Ich habe so einige Erfahrungen mit VC als Unternehmer gemacht….
11:46 Olaf Jacobi:
… ich kann jetzt hier weder Ross noch Reiter nennen…
11:47 Olaf Jacobi:
… einer meiner größten Fehler war es, mit einem VC zusammen zu arbeiten, bei dem es von Anfang an keinen „kulturellen Fit“ gab – wir haben uns einfach nicht verstanden.
11:48 Kommentar von Michael Feistbog
Ich finde den ganze Bereich der VCs und der Startup-Beteiligungen sehr obskur. Kannst Du mir 3-4 Anwaltskanzleien empfehlen, die Deiner Meinung nach ganz gut in der Beratung von Gründern bei diesem Thema sind.
11:48 Kommentar von Michael Feistbog
Und noch eine Zusatzfrage: Mit was muss ich ungefähr an Anwaltsgebühren rechnen, wenn ich einen Beteiligungsvertrag mit einem VC machen lasse (ich weiß schon, dass das natürlich individuell von Verhandlungsdauer etc. ist, aber ein „von-bis“ würde mir schon reichen.
11:49 Olaf Jacobi:
@Michael: eigentlich ist das gar nicht so obskur – wahrscheinlich nur neu…
11:50 Olaf Jacobi:
…richtig und wichtig ist es, dass die gründer professionelle Anwälte auf der eigenen Seite haben, die Finanzierungsverträge verstehen und verhandeln können…
11:51 Olaf Jacobi:
…dabei würde ich niemals auf einen Feld- und Wiesenanwalt zurück greifen sondern immer erfahrene und namhafte Kanzleien wählen….
11:52 Olaf Jacobi:
… die Kosten können stark variieren. Unter 30.000 Euro bekommt man nichts Gutes.
11:52 Kommentar von Thorben L.
Was war Dein bislang erfolgreichstes Investment?
11:53 Olaf Jacobi:
@Thorben: www.scoreloop.com Gründer und CEO ist Marc Gumpinger
11:53 Kommentar von Michael Weiner
Kannst Du als Partner bei Target eigentlich alleine entscheiden, wenn Du bei einem Startup investieren willst. Oder müssen da alle Partner (oder sogar noch die großen Investoren in Euren Fonds) zustimmen?
11:54 Olaf Jacobi:
@Michael: in einer Partnerschaft entscheiden wir immer zusammen.
11:54 Kommentar von Max
Hallo Olaf, ich habe dich neulich auf einer Veranstaltung getroffen, wo du bei einem Vortrag meintest ihr würdet nur in Startups investieren, deren Potential bei der Verdopplung des Fonds liegt. Kann hierbei nicht – wenn man es stark verallgemeinert – von einem höheren Risiko gesprochen werden, da die Umsetzung einer beispielsweise 100 Mio. Euro Idee schwieriger und unberechenbarer ist, als eine 10 Mio. Idee?
11:57 Olaf Jacobi:
@Max: als VC sucht man Cases, die GROSS noch besser RIESIG werden können. Das Risk-Return-Balance ist natürlich bei einem „Pizzabäcker“ anders als bei einem High-Tech-Unternehmen dessen Technologie noch in der Entwicklung steckt.
11:58 Moderator:
Dazu folgende Frage:
11:58 Kommentar von Martina Klee
Ich lese immer wieder, dass Gründer in Deutschland „nicht groß genug“ denken. Man soll eine Firma aufbauen wollen, die global agieren wird, die weltweit „impact“ haben kann. Das kommt mir immer so großkotzig vor. Mein Naturell (vielleicht ganz Frau 😉 ist eher, im Kleinen etwas aufzubauen – und dann, wenn das klappt, die große Nummer zu probieren. Doch das scheint keine gefrage Charaktereigenschaft zu sein. Ist es wirklich so, dass man bei VCs nur dann weiterkommt, wenn man so eine „Ich will die Welt erobern“-Attitüde hat?
11:59 Olaf Jacobi:
@Martina: wir mögen es überhaupt nicht, wenn ein/e Gründer/in oder ein Team „größenwahnsinnig“ ist…
12:00 Olaf Jacobi:
…aber man sollte sich schon einige vornehmen und zutrauen…
12:00 Olaf Jacobi:
…es gibt sicherlich Cases, die man klein und fein starten kann. Viele Startups müssen sofort groß denken und agieren, um nicht vom Wettbewerb überholt zu werden.
12:01 Kommentar von Phil
Wenn ich einen Investor suchen und sowohl mit Euch verhandle als auch mit anderen (sagen wir mal Earlybird und Wellington). Ist das aus Deiner Sicht seriös? Muss/sollte ich das bei den Gesprächen mit Euch von Anfang an offenlegen? Oder ist es ok, wenn ich mich dazu einfach nicht äußere.
12:03 Olaf Jacobi:
@Phil: es ist völlig ok und ganz normal, wenn Du mit mehreren möglichen Investoren sprichst. Als Verantwortlicher Gründer und Manager Deines Unternehmens musst Du das auch tun. Es sei denn, Du weisst, dass wir auf jeden Fall investieren werden.
12:03 Kommentar von Maximilian Möhring
Hallo Olaf, man spricht ja gerne vom VC-Gründer-Fit, also ob beide wirklich zusammenpassen. Was sind deiner Meinung nach die drei wichtigsten Softskills, die neben dem Investment stimmen müssen bzw. lässt sich das überhaupt verallgemeinern?
12:05 Olaf Jacobi:
@Max: der VC-Gründer-Fit ist wichtig. Neben den professionellen Skills, dem Netzwerk, dem Engagement und insbesondere der Erreichbarkeit eines Investors gibt es sicherlich einige Softskills…
12:06 Olaf Jacobi:
…welche das sind bzw. welche einem Gründer wichtig sind, ist wohl sehr individuell.
12:06 Kommentar von Dominik Habichtsberg
Bei aller Konzeptionierungsarbeit – wie viel Spielraum / Freiräume sollte man lassen, damit der Investor sich unter Umständen noch selber mit einbringen kann (inkl. seiner Erfahrungswerte) – sozusagen als Mitgestaltungsmöglichkeiten die das ausgearbeitete Konzept noch verfeinern / abrunden.
12:07 Olaf Jacobi:
@Dominik: Du bist der Unternehmer/Gründer/Manager. Es ist uns bleibt Dein Unternehmen. Du führst es. Für einen Investor brauchst Du kein Spielfeld freiräumen.
12:08 Kommentar von Mister F
Ich habe eine feste Arbeit und möchte dennoch ein Startup gründen (ohne meine Arbeit aufzugeben). Wieviel zeitliches Commitment wird seitens VC an einen Gründer gestellt?
12:08 Olaf Jacobi:
@Mister F: google mal bitte den Begriff (born the ships) und die Geschichte dahinter…
12:09 Olaf Jacobi:
BURN the ships
12:09 Olaf Jacobi:
…deine mitarbeiter und dein investor wollen 100% commitment!
12:10 Kommentar von Peter Krämer
Denkst du, dass es in der Startup Branche gerade eine Blasenbildung gibt, in der viel Geld für Unternehmen gezahlt wird die vielleicht niemals profitabel operieren werden?
12:11 Olaf Jacobi:
@Peter: in einige Sektoren sehe ich schon etwas Hype. Jedoch ist das ganze nicht mit der Blase 1999/2000 zu vergleichen. Gerade wir VCs passen da sehr auf.
12:12 Kommentar von Tom W.
Viele High-Tech-Startups scheinen sich ihr erstes Geld vom High-Tech-Gründerfonds zu holen. Der Vorteil, habe ich mir sagen lassen, liegt dort darin, dass alles recht standardisiert ist. (Man kriegt, glaube ich 500.000 Euro – als Wandeldarlehen, oder so.) Auf der anderen Seite sagen mir manche, dass das Geld vom High-Tech-Gründerfonds „teures Geld“ ist, sprich: Man sich da oft unterverkauft. Meine Frage an Dich: Siehst Du ein Erstinvestment beim Hightech-Gründerfonds eher als Gütesiegel? Oder manchmal auch als Zeichen, dass ein Startup bei „privaten“ Fonds kein Geld bekommen hat?
12:13 Olaf Jacobi:
@Tom: zu aller erst möchte ich betonen, dass der HTGF einen super Job macht und dass wir alle (Gründer und VCs) froh sind, dass es ihn gibt…
12:14 Moderator:
Vielen Dank für die vielen Fragen! Wir schalten sie der Reihe nach rein, damit Olaf Jacobi Zeit für die Antwort hat.
12:14 Olaf Jacobi:
…wenn ein Startup von einem namhaften VC finanziert wird, dann ist das sicherlich ein sehr postitives Zeichen für das Startup…
12:15 Olaf Jacobi:
…ein Investment vom HTGF ist ebenfalls gut, da weitaus mehr Startups keine Finanzierung bekommen. Weder vom HTGF noch von einem VC…
12:16 Olaf Jacobi:
…ob das Geld vom HTGF teuer ist oder nicht, kommt auf den Case drauf an. Wenn Du mit Deinem Startup bei einem VC eine höhere Bewertung erhalten kannst, dann nimm sie wahr.
12:17 Kommentar von Maike Marzahn
Arbeitet Ihr eigentlich viel und gerne mit Business Angels zusammen? Oder versucht ihr eher, noch „unberührte“ Startups zu finden.
12:18 Olaf Jacobi:
@Maike: BA sind essentiell in dem gesamten Eco-System. Wir arbeiten sehr gern und sehr erfolgreich mit professionellen BAs zusammen.
12:18 Kommentar von Sascha Meinert
Vor welchen Klauseln sollten sich Gründer am stärksten in acht nehmen? In diesem Facebook-Film ist der eine Gründer ja ziemlich verarscht worden und seine Anteile wurden bei der nächsten Kapitalerhöhung auf nahezu Null verwässert. Klar das ist nur ein Film, aber es gibt doch bestimmt ein paar Dinge, die heikel sind? (Drag-along, Liquidation Preference, Founder Vesting…)
12:20 Olaf Jacobi:
@Sascha: wichtige Frage aber leider viel zu komplex, um sie hier im Chat zu beantworten. Deine Beispiele sind schon ganz richtig. Es gibt hierzu eine Kolumne von mir auf www.foerderland.de – ich such gleich mal.
12:21 Kommentar von Tobias
Ich frage mich immer, wie man als Investor eine Einschätzung geben kann, ob eine (unfertige) Technologie am Ende funktionieren kann. Ich könnte doch intern nicht alles wissen – jede Programmiersprache, jede Technologieart, etc. Habt ihr da Berater, die ihr nach Einschätzungen fragt? Ist es gut, wenn ich als Gründer bereits selbst „seriöse Drittstimmen“ (von Unis z.B.) als Testimonials mitbringe?
12:23 Olaf Jacobi:
@Tobias: Wir arbeiten bei der „technical due diligence“ auch mit externen Experten zusammen. Klar hilft es, wenn Du ebenfalls externe Referenzen hast.
12:23 Kommentar von Patrick
In wie weit ist die Verwendung der Gelder im Unternehmen für einen VC wichtig? Gerade wenn man ein Modell wie Croupon verfolgt ist dieses sehr personalintensiv bei der Anbieterakquise und hat folglich hier den Schwerpunkt der monatlichen Ausgaben. Ist dies für einen VC abschreckend? Sollte man lieber das Kapital in diesem Fall nutzen um das Modell bestmöglich zu automatisieren in dem man auch die Anbieterseite selbst den Content verwalten lässt?
12:23 Olaf Jacobi:
@Sascha: hier die Kolumne: http://www.foerderland.de/419+M50d21aba557.0.html
12:25 Olaf Jacobi:
@Patrick: als VC schauen wir sehr genau hin, wofür unser Investment genutzt wird. Je nach Case/Startup kann das unterschiedlich sein…
12:26 Olaf Jacobi:
…ein Tech-Startup steckt das Geld in die Entwicklung und ein Gaming-Startup steckt es z.B. in die User-Akquise.
12:26 Olaf Jacobi:
Wir mögen es natürlich nicht, wenn es in den Fuhrpark des Gründers fließt 😉
12:27 Kommentar von Mark Kulmbauer
Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese ganze „VC-Szene“ ein exklusiver Club ist. Ich kann natürlich verstehen, dass man eher in Gründer/Startups investiert, die man schon bei zahlreichen Events/Happenings kennen gelernt hat oder die den „Ritterschlag“ von einem dieser Gründermacher (Lukasz, Christophe Maire, Lars, Andreas Thümmler, etc.) bekommen haben. Doch was, wenn ich nicht in dieser Szene bin? Einfach „Businessplan“ reinschicken und dann bei der Vermittlung von Target anrufen, ob alles gut angekommen ist und hoffen, dass ich so einen Termin mit Dir bekomme?
12:28 Olaf Jacobi:
@Mark: also….. wir schauen uns jeden Case an und jeder bekommt eine Chance…
12:28 Olaf Jacobi:
…bei uns wird niemand an der Telefonzentrale abgewiesen.
12:28 Olaf Jacobi:

12:29 Kommentar von LRKN
Wie Phantasievoll darf ich als Gründer sein? Wenn ich z.B. als Exit-Strategie sage ich möchte das der Investor seine Anteile möglichst an Unternehmen XY weiterverkauft, würde dies genommen werden oder eher als Unseriös?
12:30 Olaf Jacobi:
…was Du und alle anderen Gründer in den beiden großen Startup-Gazetten (GZ und DS) lest ist nur ein Bruchteil der gesamten Gründerszene in Deutschland. Bedenke, dass die Mehrzahl der deutschen Startups Tech-Startups sind und somit nicht von DS und GZ gecovert werden.
12:31 Olaf Jacobi:
@LRKN: es ist immer gut, wenn sich ein Gründer über die Zukunft seines Unternehmens Gedanken macht. Eine mögliche Exit-Strategie gehört dazu. Aber bitte lass die Kristallkugel zu Hause 😉
12:32 Kommentar von Till A.
Wieviel Gehalt ist bei einem VC-investierten Startup für die Gründer so üblich? (von-bis). Mir ist gesagt worden, dass so 5000 Euro Monatsgehalt noch akzeptiert wird, doch alles, was drüber ist, von VCs als problematisch angesehen wird. Stimmt das so in etwa…?
12:33 Olaf Jacobi:
@Till: es gibt keine Regel dafür.
12:33 Moderator:
Eine Frage, die uns per E-Mail erreicht: Haben Sie als Gründer Erfahrung mit Investoren-Vermittlern gemacht? Was bringen die und in welchen Branchen sind sie hilfreich?
12:34 Olaf Jacobi:
@Moderator: ich selber habe nie einen Placement-Agent oder M&A-Berater für eine VC-Runde genutzt. Bei einer Seed- oder A-Runde halte ich das auch für übertrieben und eher hinderlich.
12:34 Kommentar von Maximilian
Hallo Olaf, was hälst Du von den EiR-Programmen (Entrepreneur in Residence) einiger Investoren? Danke.
12:35 Olaf Jacobi:
@Max: gut.
12:35 Kommentar von Martin
Zu dem Thema Business Plan: Wie detailiert muss dieser augearbeitet sein und welche Bedeutung kommt der Finanzplanung zu? Als Technologie Absolventen kann man großartige Ideen haben, zb: Google. Vermutlich hatten diese Jungs aber überhaupt garkeine Finanzplanung, jedoch diese ultimative Idee. Sind solche Teams/Business Pläne dennoch interessant für euch? Komplementiert ihr solche Teams und hätte ein solches Team Chancen, z.b beim Gründer Wettbewerb enable2start?
12:35 Olaf Jacobi:
@Martin: wow, viele Fragen in einem Satz 😉
12:36 Olaf Jacobi:
@Martin: es ist nicht mehr üblich 80-Seiten-Word-Docs zu senden
12:36 Olaf Jacobi:
10-20 Seiten PPT reichen für’s Erste…
12:37 Olaf Jacobi:
…Finanzplanung ist wichtig und sollte mir rein…
12:37 Olaf Jacobi:
…Teams werden komplettiert, wenn notwendig und möglich.
12:38 Kommentar von LRKN
Falls Sie darin Erfahrung haben: Wenn ich eine Geschäftsidee habe, die darauf basiert eine Technologie eines großen Unternehmens in neue Geschäftsfelder zu bringen, macht es dann Sinn sich direkt an diese Firmen zu wenden und um Kapital zu bitten?
12:39 Olaf Jacobi:
@LRKN: als Tech-Startup sollte man die Technologie besitzen, da sie ein wertvolles Asset ist.
12:40 Kommentar von Markus
Wenn ein VC „Nein“ zum Gründerteam sagt, sollte man die selbe VC in den nächsten Monaten oder Jahren noch einmal wegen einer Finanzierung ansprechen?
12:41 Olaf Jacobi:
@Markus: absolut ja! Wir schauen uns oft Cases und Teams über Jahre hinweg mehrfach an. Teams und Cases entwickeln sich.
12:42 Kommentar von Patrick
Welche Gründungsform wird von externen Geldgebern bevorzugt? Die klassische GmbH oder darf es auch eine Limited sein? Vielen Dank
12:43 Olaf Jacobi:
@Patrick: kommt drauf an. GmbH passt in den meisten Fällen.
12:43 Kommentar von Patrick
Falls externe Geldgeber tatsächlich einsteigen wollen: Wieviel % des Unternehmens sollte ich für einen Betrag X bereit sein abzugeben? Gibt es da eine Faustformel? Als Gründer kann man ja schlecht 30% des Unternehmens abgeben und dafür dann 100 T€ erhalten, oder?
12:44 Olaf Jacobi:
@Patrick: das kann ich nicht pauschal sagen. Kommt ganz auf die Investitionshöhe und auf die Unternehmensbewertung an.
12:45 Kommentar von Dominik Habichtsberg
Wenn man noch nie einen VC hatte und die eigene Erfahrung sehr gering / null ist im Umgang mit VC’s und der Präsentation der Idee – wie geht man das ganze am besten an und auf wie viele Rückschläge sollte / kann man sich geschätzt einstellen bevor man die eigene Idee nicht weiter verfolgen sollte? Aus Erfahrung weiß ich, dass die eigenen Ideen oft durch Emotionalität besser, schöner und erfolgsversprechender sind als wenn sich erst einmal die Phase der ersten Euphorie gelegt hat.
12:46 Olaf Jacobi:
@Dominik: oh Mann, wie soll ich denn darauf antworten…
12:47 Olaf Jacobi:
…1. never give up, 2. trust your own ideas, 3. höre anderen zu, 4. glaube nicht alles was du von andere hörst…
12:47 Olaf Jacobi:
…ein Businessplan sollte nicht emotional sein.
12:47 Kommentar von Max Klaas
Wenn Du die Top 3 der erfolgreichsten Startup-Investments von VCs in den letzten 15 Jahren benennen würdest, welche fallen Dir da spontan ein? Ist Xing dabei? (Keine Ahnung, was für einen Return der Investor dort hatte. Das war Wellington, oder?)
12:49 Olaf Jacobi:
@Max: in Deutschland gab es einige große Exits. Xing gehört nicht unter die Top3 (auch nicht unter die Top10)…
12:49 Olaf Jacobi:
…ich habe jetzt keine Rangliste vor mir aber große Exits waren: BigPoint, Interhyp, Astaro, Scout-Gruppe, …
12:50 Olaf Jacobi:
und viele mehr.
12:50 Kommentar von Benjamin Thibeaut
Ich habe gehört, dass manche Investoren so eine Art „Breakup-Fee“ verlangen, wenn man mit ihnen verhandelt und dann aus den Verhandlungen aussteigt. Stimmt das bzw. ist das so üblich?
12:50 Olaf Jacobi:
@Benjamin: ja, sowas gibt es.
12:52 Kommentar von Patrick
Wenn im Business Plan steht, dass aus Kostengründen zunächst eine Mini-GmbH gegründet wurde, hat man dann dennoch Chancen bei externen Investoren oder sollte es schon die „richtige“ GmbH sein?
12:52 Olaf Jacobi:
@Patrick: ja
12:52 Kommentar von LRKN
Wie viel % der Einsendungen kommen bei euch durch die Instanzen und werden Finanziert?
12:54 Olaf Jacobi:
@LRKN: wir investieren in 2-5 Unternehmen pro Jahr und sehen rund 1.500 Cases. Und jetzt seid bitte nicht alle geschockt – das ist ganz normal.
12:55 Kommentar von Max Klaas
Danke für die klare Antwort. (Hatte schon befürchtet, dass Du keine Namen nennen würdest/wolltest
12:55 Olaf Jacobi:
twitter: @targetpartners @olafjacobi
12:55 Kommentar von LRKN
Wie könnte ich Sie überzeugen in mein IT-Start-up zu investieren wenn ich nicht BWLer, Informatiker oder Softwareentwickler sondern einfach aus der Branche komme für die ich ein Softwareprodukt entwickeln möchte?
12:55 Olaf Jacobi:
@Max: anytime 😉
12:57 Olaf Jacobi:
@LRKN: auf jeden Fall besteht die Chance. Wie – musst Du selber wissen. Nur ein Beispiel: wir habe in einen Gründer investiert, der mit 16 die Schule geschmissen hat und dann Unternehmer wurde und ist.
12:57 Moderator:
Die Zeit ist fast um. Noch eine letzte Frage: Was sind absolute No-Gos bei der Suche nach Investoren, die Ihnen aber trotzdem immer wieder unterkommen?
12:58 Olaf Jacobi:
@Moderator: also, das Lustigeste ist immer wieder: „ich habe eine Idee, die das nächste Google wird“…
12:59 Olaf Jacobi:
oder: „Wenn Sie jetzt nicht investieren, dann werden Sie sich in ein paar Jahren ärgern“
13:00 Moderator:
Wir bedanken uns bei Euch für die tolle Beteiligung und bei Olaf Jacobi für die Antworten im Minutentakt. Nächsten Mittwoch geht es im Chat um das Thema „Marketing – Wie mache ich auf mich aufmerksam.“
13:00 Olaf Jacobi:
….das Schlimmste ist aber, wenn ich einen Businessplan für ein Copy-Cat erhalte und das Gründer-Team sich noch nicht ein mal die Mühe macht den Namen des Originals durch die Kopie zu ersetzen.
13:01 Olaf Jacobi:
ich bedanke mich sehr für die anregende Diskussion. Bis bald, Olaf

Chat-Protokoll: Marketing – Wie mache ich auf mich aufmerksam?

Im Chat: Max Wittrock vom Start-up Mymuesli sowie Regine Pohl und Christian Doeme von HP.

Verlauf
11:00 Kommentar von Moderator
Herzlich willkommen zum 4. Chat der Serie „Richtig gründen“, heute zum Thema „Marketing – Wie mache ich auf mich aufmerksam?“ Dazu begrüße ich unsere beiden Experten von HP: Regine Pohl, Director Online Business PPS Germany und Christian Doeme, Online Marketing Manager PPS Germany sowie Max Wittrock, Gründer von Mymuesli.
11:01 Kommentar von Max Wittrock
Hallo!
11:01 Kommentar von HP Deutschland
Schönen Guten Morgen an alle.
11:02 Moderator:
Damit unsere Experten wissen, wen Ihr ansprecht, richtet Eure Fragen bitte an: @hp oder @Max. Danke!
11:02 Moderator:
Zunächst eine Frage von Elmar Kreß, die uns per E-Mail erreicht hat: @Max: Wann haben Sie in der Gründungs/Launchphase von mymuesli auf welche (PR-)Multiplikatoren gesetzt? Welche gewünschten Effekte sind eingetreten und mit welchen Resultaten haben Sie so nicht gerechnet (positiv/negativ) ?
11:02 Max Wittrock:
In der Gründungsphase von mymuesli hatten wir vor allem wenig Kapital…
11:03 Max Wittrock:
…deswegen war PR tatsächlich einer der Treiber, weil die Budgets hier auch klein sein können, wenn die Idee gut ist…
11:04 Max Wittrock:
…Wir haben viel PR durch Blogs und viele klassische Medien bekommen. Die Effekte waren sehr positiv, aber man kann sich nicht 100% und über lange Zeit nur auf PR verlassen.
11:04 Moderator:
Dazu auch diese E-Mail-Frage: @Max: Wie viel Zeit und Geld sollte man in der Anfangsphase sinnvollerweise ins Marketing investieren? Gibt es da allgemeine Anhaltspunkte?
11:05 Max Wittrock:
…das ist natürlich sehr schwierig pauschal zu beantworten, bei uns im team ist Hubertus (wir sind ja drei Gründer) für das klassische Marketing verantwortlich, und er…
11:05 Max Wittrock:
…und wir sind große Fans davon, erstmal die eigenen Metriken zu kennen: Wie hoch sind Customer Aqu. Costs, wie viel kann ich also pru Kunde überhaupt ausgeben, was verdiene ich nämlich pro Kunde usw., so kann man das recht gut berechnen.
11:06 Moderator:
Noch eine E-Mail-Frage: @hp: Welche Rolle spielt Social Media heute beim Marketing?
11:06 HP Deutschland:
Social Media wird natürlich immer wichtiger…
11:06 HP Deutschland:
da wir in die Kommunikation mit unseren Endkunden treten können…
11:07 HP Deutschland:
und natürlich auch mit Ihnen interagieren können…
11:07 HP Deutschland:
so erhalten wir wichtiges Feedback für unsere Produkte uns Services.
11:08 Moderator:
Hier noch der zweite Teil der Frage: @hp: Wie kann ich als Unternehmer verlässlich prüfen, ob sich Social-Media-Aktivitäten beim Marketing im Endeffekt gelohnt haben? Gibt es da ein Monitoring-Tool?
11:08 HP Deutschland:
Eine direkte Messung ist meist schwierig…
11:09 HP Deutschland:
aber es gibt Tools mit welchen man die Diskussionen über seine Marke und Produkte im Social Web verfoglen kann.
11:09 Kommentar von Paul Weiser
@Max: Wie schwierig war es für euch zu Beginn, Aufmerksamkeit durch PR zu bekommen? Ich kann mir vorstellen dass eine Idee wie ein personalisiertes Müsli als „ganz nett“ mal gefeatured werden aber das nicht reicht, um breite Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu bekommen
11:09 Max Wittrock:
PR ist immer schwierig…
11:11 Max Wittrock:
…es gibt einfach so viele Dinge, die um Aufmerksamkeit bei Journalisten kämpfen, ich war ja selbst mal einer. Wichtig ist wie im Marketing das Alleinstellungsmerkmal, und ein solches Müsli war 2007 nicht nur nett, sondern das fanden sehr viele so verrückt, dass sie es erst für einen Witz hielten. Das ist für PR natürlich förderlich…
11:11 Max Wittrock:
…aber eine gute USP, ob Müsli oder Tech, setzt sich immer durch.
11:11 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Markus: In der Fernsehwerbung versprechen große Konzerne meist mehr, als ihre Produkte halten können. Inwieweit dürfen Gründer beim Marketing Dinge beschönigen, ohne dass sie hinterher Ärger mit der Kundschaft kriegen?
11:12 Max Wittrock:
Das kommt natürlich darauf an, aber zu stark „underdelivern“ wie das ja so schön heißt würde ich nicht, da straft einen vor allem das Netz ab.
11:13 Kommentar von St
@max: Wie mache ich den richtig auf mich aufmerksam? Wie sah in der startphase ihr mediamix aus? Was hat besonders gut funktioniert?
11:13 Max Wittrock:
Wir haben erstmal unsere Stärken rausgearbeitet: Klare USP (erstes indiv. Bio-Müsli der Welt), drei Gründer, die auch was anderes hätten machen können…
11:14 Max Wittrock:
…gegründet in Passau, mitten in Niederbayern, e-commerce und nicht wie 2007 alle Social Network…
11:15 Max Wittrock:
Dann versucht man der Geschichte Leben zu geben, wir haben nur auf PR gesetzt und darauf, dass wenn wir zB auf unserem Blog viel über uns erzählen, dass dann andere auch darüber schreiben im Sinne von: „Abgefahren, die machen das ja wirklich…“ Später dann haben wir klassische Marketing-Kanäle für Startups aufgemacht, zB Online-Marketing via Adwords.
11:15 Kommentar von Lisa
@HP: welche Marketing-Tools habe ich als Gründer und worauf sollte ich mich zuerst konzentrieren?
11:16 HP Deutschland:
Das hängt natürlich immer mit dem vorhandenen Budget zusammen…
11:17 HP Deutschland:
die „klassischen“ Online Marketing Kanäle wie SEM, Affiliate, Display-Advertising stehen natürlich zur Verfügung…
11:18 HP Deutschland:
diese Kanäle haben unterschiedliche Einstiegshürden im Sinne von Budgethöhe…
11:18 HP Deutschland:
und lassen sich auch unterschiedlich skalieren.
11:18 Kommentar von Lakmea
Wie sorge ich dafür, dass ich mich in all den möglichen Marketingaktivitäten nicht verzettele?
11:19 Max Wittrock:
Marketingplanung. Das nervt unglaublich am Anfang, aber ist sehr effektiv.
11:19 HP Deutschland:
Man sollte auch erstmal einen Kanal etablieren und diesen „unter Kontrolle“ haben.
11:20 Kommentar von Eva Weißgold
@Max: Wenn ich mir auf FTD-Online durchlese, wie Mymuesli begonnen hat (http://www.ftd.de/karriere/gruendung/:gruendertagebuch-breakfast-for-one-die-story-von-mymuesli/349468.html), bin ich fassungslos: Dutzende Bestellungen in den ersten Minuten nach dem Live-Gehen der Website, nach zwei Wochen ausverkauft. War das wirklich so? Und vor allem: Wie habt Ihr das geschafft? (Oder haben da einfach alle Tanten, Onkels und Kommilitonen bestellt 😉
11:20 Max Wittrock:
Man darf das Netz 2007 nicht mit dem heute vergleichen…
11:20 Max Wittrock:
…wenn heute jmd sagt, er würde Müsli online versenden, dann gähnen ein paar user und drei kaufen…
11:21 Max Wittrock:
…das war 2007 schon recht verrückt und (das sage ich frei von Arroganz) auch eine lustige Story: Drei Freunde entscheiden sich, in einer kleinen Manufaktur custom-mixed Müsli anzubieten. Und berichten darüber in ihrem Blog….
11:22 Max Wittrock:
…wichtig auch noch: Es gab weniger Kanäle. Heute siehst Du ein tolles Produkt: zack, Facebook-Status; aber damals: Blogbeitrag = Backlink = Traffic = Google-Ranking besser usw, das ist natürlich sehr vereinfacht, Social Media Backlinks sind auch toll, aber es war ein bisschen einfacher, weniger chanels zu beachten-
11:23 Kommentar von Eva Weißgold
@Regine und Christian: Wenn ich das richtig verstanden habe, ist HP so eine Art Sponsor dieser Serie. Warum macht Ihr das? Es heißt doch in Konzernen immer: Gründer haben kein Geld und sind als Zielgruppe wenig interessant? Sieht HP das anders?
11:24 HP Deutschland:
HP unterstütz Gründer generell…
11:25 HP Deutschland:
das zeigt ja auch unsere Engagement bei dieser Aktion…
11:25 HP Deutschland:
Grundsätzlich interessiert sich HP auch für kleine Unternehmen und versucht diese zu unterstützen.
11:26 Kommentar von Thomas Clark
@Eva: Kleiner Hinweis: HP war sogar einmal Sponsor von enable2start. Die dürften Gründer also ganz spannend finden…;-)
11:27 Kommentar von Joachim Hartkopf
wie hoch ist das heutige Marketing-Budget pro Kunde
11:27 Max Wittrock:
Das kommt darauf an… man weiß ja irgendwan, wie hoch der CLV ist (Customer Lifetime Value), dann kennt man auch seine Margen, seinen DB, so kann man sehr gut sagen, was man ausgeben kann und will…
11:29 Max Wittrock:
oh, sry, ich war fertig 🙂
11:29 Kommentar von Ulrich Troyborg
Liebe HPler: Ihr habt vorhin von „Tools“ gesprochen, mit denen man den Erfolg von Social Media Aktivitäten messen kann. Ich kenne da so ein paar Monitoring-Firmen wie Socialbakers. Meint Ihr so etwas? Zudem noch eine Follow-up-Frage: Wenn Ihr ein Budget für eine Facebook-Aktivität plant, wie viel Geld/Aufwand rechnet ihr für das Monitoring (sprich: Rausfischen von Schmäh- und Webe-Postings und allgemeinen Blödsinn, etc.)
11:30 HP Deutschland:
Socialbakers kenne ich jetzt selbst nicht …
11:30 HP Deutschland:
aber es sind Tools, die einem z.B. Blogbeiträge, Forumkommentare, etc. protokollieren und in der Tonalität bewerten…
11:30 HP Deutschland:
Zur Follow-Up Frage…
11:31 HP Deutschland:
wir kalulieren hier keinen konkreten Betrag…
11:32 HP Deutschland:
allerdings haben wir einen Community Manager, der sich dieser Fragen, Postings, etc. annimmt.
11:32 Kommentar von Carsten_Jena
@HP: wie unterstützen Sie Gründer? Durch IT-Ausstattung, oder als Investor? Ich kann mir das gerade nicht konkret vorstellen
11:32 Moderator:
Diese Frage bezieht sich auf die HP-Antwort von 11.25
11:33 HP Deutschland:
HP bietet beides an.
11:34 HP Deutschland:
aber hauptsächlich durch die richtige, maßgeschneiderte Ausstattung
11:34 Kommentar von Verena Kurz
@Max: habt ihr aus eurer eigenen Gründung ein Learning, das ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben würdet?
11:34 Max Wittrock:
Tausende…
11:35 Max Wittrock:
…ich versuche mal, ein paar rauszugreifen: Es gibt immer Mitarbeiter, die Sachen besser können, als man selbst, man muss sie schnell finden; Startup ist viel Arbeit und nicht imemr zahlt sich die sofort aus, Geduld haben; kenne Deine KPIs: Nur mit Kennzahlen kannst Du sehen, ob Du auf dem richtigen Weg bist und auch die Leute, die mit Dir im team sind…
11:36 Max Wittrock:
…Oliver Samwer hat gestern in berlin gesagt: Du brauchst einen Einstein, einen Bob The Builder und einen Dagobert Duck, dann läuft es 🙂
11:36 Kommentar von Michael Westinghagen
@Max: Wenn ich das richtig sehe, habt ihr bei Euch PR und Marketing aufgeteilt – Du machst PR, Hubertus Bessau macht Marketing. Wie kam es dazu? Und vor allem: Wie stimmt ihr Euch da ab? Ist Hubertus der Mann für die großen Budgets (TV- und Online-Kampagnen) und Du der Mann mit dem netten Gesicht und den „scharfen Zeilen“, der für seine Aufgabe auch ohne großes Geld auskommen kann…;-)
11:37 Max Wittrock:
So ähnlich, ich darf alles das machen, was Spaß macht und muss nicht rechnen…
11:38 Max Wittrock:
…nein, das überschneidet sich oft und wir mögen das ja auch, einen TV-spot stimmt man mit dem ganzen Team ab und viele Dinge schafft einer gar nicht alleine. Geht es aber um knallharte Metriken, dann ist eher Hubertus Dein Mann.
11:38 Kommentar von Ernst L.
@Herr Doeme und Frau Pohl: Für die Deutschlandtochter eines US-Konzerns Marketing und PR zu machen, stelle ich mir mühsam vor, weil man da bestimmt immer irgendwas mit der Zentrale (oder London) abstimmen muss. Das führt mich zu einem generellen Thema: Glaubt Ihr eigentlich, dass es in Zeiten von Social Media überhaupt noch möglich ist, die Kontrolle über seine Kommunikation (bzgl. PR und Marketing) zu behalten? Sind bei all diesen neuen Mediakanälen die Zeiten von „Top-Down“-Berieselung nicht langsam vorbei?
11:40 HP Deutschland:
Es gibt Themen, wie z.B. Produkteinführungen, die international abgestimmt sein sollten…
11:40 HP Deutschland:
Kundenbeziehungen sind z.B. aber in der lokalen Verantwortung.
11:40 Kommentar von Marcel
@Max: Welchen Blog könnte man als kreatives Gründerteam nutzen, wenn man keinen eigenen Blog betreibt?
11:41 Max Wittrock:
Die Frage kann man in zwei Richtungen verstehen…
11:42 Max Wittrock:
…also zum einen, welche Blogs würden über mich als Startup berichten? Das gibt es gruenderszene, deutsche-startups, foerderland, exciting commerce usw, einfach mal einlesen, das ist ein weites Feld…
11:43 Max Wittrock:
…oder die Frage resultiert in einer Gegenfrage: Wenn kein Blog, dann aber irgendeine andere Art / Darstellungsform für Informationen, nur ganz, ganz wenige Produkte können statisch sein und funktionieren nur über ein paar Zeilen uns Sales-Button (Sixpack in nur 5 Wochen ohne Sport zB).
11:43 Kommentar von Ulrich Troyborg
Danke für die Antwort (von HP). Aber trotzdem frage ich mich: Wie lässt sich der „Return-on-Investment“ bei Social Media Aktivitäten messen. Eigentich doch nur, indem jemand dirket über Facebook (z.B.) auf Eure Website geht und dort einen Drucker o.ä. bestellt, denn dann lässt sich das Ganze dann tracken. Doch das dürften wohl nicht viele sein. Bei allen anderen Aktivitäten ist es doch wie in der „alten Werbewelt“, sprich: Es gilt der Spruch: „50 Prozent aller Werbeausgaben sind sinnlos. Die Frage ist nur, welche 50 Prozent.“ Würdet Ihr dieser Ansicht zustimmen? Oder ist Marekting durch die neuen Online- u SM-Kanäle für Produkte Eurer Art wirklich messbarer geworden?
11:43 Moderator:
Diese Frage bezieht sich auf die HP-Antwort von 11.32
11:43 Kommentar von Felix M.
geht vielleicht an beide Chatpartner: haben sich die Anforderung an Marketing-Aktivitäten in den letzten Jahren verändert? Wie wichtig ist z.B. der Bereich Mobile jetzt?
11:44 HP Deutschland:
Die Online-Marketing-Kanäle eigenen sich für unterschiedlichste Zwecke…
11:45 HP Deutschland:
Es gibt Kanäle wie SEM & Affiliate, die eher abverkaufsorientiert sind…
11:46 HP Deutschland:
Display, Social funktioniert besser für den Markenaufbau und weniger gut bei kurzfristigen ROI-Betrachtungen…
11:47 HP Deutschland:
generell geht es bei Social eher um Kundenbeziehungen und langfristigen customer value.
11:47 Max Wittrock:
noch als kleine Ergänzung zu mobile: mega wichtig, das weiß ja eigtl. auch jeder mittlerweile, kurz noch ein paar Zahlen von einem aktuellen Vortrag von E. Tholomé von Google dazu: 79% of smartphone users use their phone to help them shop online, either direct or as supporting device, 1 in 5 searches at Google originates from a mobile device.
11:47 HP Deutschland:
Auch für HP hat Mobile eine immer stärkere Bedeutung.
11:47 Kommentar von Janina Gellner
@Max: wie wichtig ist das Marketing bei Mymuesli? Ich kann mir vorstellen dass das für euch ein sehr zentrales Geschäftsfeld ist. Bzw. der Erfolg der Gründung letztendlich beim Thema Marketing entschieden wurde?
11:48 Max Wittrock:
Klar, wir verakufen Dinge, und die müssen wir bewerben…
11:49 Max Wittrock:
…aber die Gründung lebt nicht nur vom Marketing, das kann sehr gut Olaf Jacobi vom Venture-Capital-Investor Target Partners erläutern, der ja auch vor kurzem hier im Chat war. Der Markt ist wichtig, das team, die operations. Aber klar: Wenn mich keiner kennt, dann kann meine Produkte auch keiner kaufen.
11:50 Kommentar von Paul Messner
@Regine: Was macht ein „Director Online Business PPS“. Ich nehme mal an, Du steuerst alle Online-Aktivitäten von einem Unit von HP Deutschland. Stimmtst? Wenn ja: Wie hat sich dieser Marketingbereich in den letzten Jahren bei Euch entwickelt? Kriegst Du immer mehr Budget, während den „Klassikern“ immer mehr Geld abgezogen wird?
11:51 HP Deutschland:
Ja, das stimmt, ich betrachte online e2e über alle Funktionen hinweg…
11:51 HP Deutschland:
Ja, wir sehen einen ganz klaren shift hin zu Online-Budget…
11:52 HP Deutschland:
Performance Marketing bekommt den höchsten budget Anteil…
11:52 HP Deutschland:
das war sicher auch ein Wandel bei HP.
11:52 Kommentar von Marcel
@Max: Habt ihr es aktiv weiter gepushed, als dann mal der erste Artikel von euch in den Printmedien erschienen war? Wie habt ihr das ggfs. gemacht?
11:53 Max Wittrock:
Hi Marcel, das war ein Prozess…
11:53 Max Wittrock:
..d.h wir haben erstmal viel Müsli gemixt und viel PR bekommen (was sehr schön war) und uns dann überlegt, welche Kanäle haben wir, was wollen und können wir ausgeben und wie schnell muss das gehen oder soll es gehen, ich fand…
11:54 Max Wittrock:
…das sehr schön, was HP gerade schrieb: Es ist gut, wenn man mal einen Kanal beherrscht, zB Online-Marketing oder genauer Performance-M; da mal kein geld mehr zu verschwenden, sondern Sales zu generieren mit profit, das ist eine sehr erleichterndes Gefühl…
11:54 Max Wittrock:
Schluss :).
11:54 Moderator:
Dazu auch folgende Frage:
11:54 Kommentar von Alex Baucken
@Max: Was mich enorm erstaunt ist, dass es bei Euch offenbar auch 5 Jahre nach der Gründung nach oben geht und ihr in der Gründerszene weiter einen tollen Ruf genießt. Kam denn nie eine Phase, als Euch mal alle/viele Medien blöd fanden oder es eine richtige Flaute bei den Kunden/Bestellungen gab?
11:55 Max Wittrock:
@Alex: Einen echten business breaker im Sinne von „Jetzt ist alles vorbei“… den gab es nicht, nein…
11:56 Max Wittrock:
…aber viele kleine, Blogs die unseren Kundenservice doof fanden oder Schwierigkeiten in der Logistik. Aber das gehört dazu und wir tun alles dafür, damit wir uns gut entwickeln. Der gute Ruf: Wir sind ja ganz nette Personen im team, denke ich 🙂
11:56 Kommentar von A. Krummel
@Max und/oder HPler: Habt Ihr Erfahrung mit Event-Marketing? (Hintergrund: Das klingt ja immer ganz nett als tolle „PR-Marketing-Kombi“, doch ich habe den Eindruck, dass man den Aufwand und die Kosten nicht unterschätzen darf. Ich habe mich da mal böse verkalkuliert, weil viele auf die Einladung gar nicht reagiert haben und mehr als die Hälfte der angemeldeten Leute nicht kamen.)
11:57 Max Wittrock:
Ich kann kurz antworten: Für uns als Startup ohne Risikokapital eher sub-optimal, wir machen nur Mini-Sachen in den Läden, zB verkostungen…
11:59 Max Wittrock:
.
12:00 HP Deutschland:
wir unterstützen viele Events, die Biz bezogen sind wie Photokina, IFA etc…darüberhinaus haben wir strategische Marketing Parnerschaften…
12:00 HP Deutschland:
auch auf Events, e.g. mit Beats Audio, David Guetta etc. …
12:00 HP Deutschland:
aber gründsätzliches Event Spnsoring schauen wir sehr kritisch an und prüfen die Biz relevanz…
12:01 HP Deutschland:
Events sind aber meist sehr teuer!
12:02 Kommentar von Alex Baucken
@HP: Habe gerade gesehen, dass Eure Facebook-Site (http://www.facebook.com/HPDeutschland) über 50.000 Fans hat. Wie lange habt ihr dazu gebraucht, so viele Fans zu bekommen. Und wie viele davon (Schätzung) kamen durch Gewinnspiele, Verlosungen, etc…
12:03 HP Deutschland:
Mit Gewinnspielen, Verlosungen, etc. erzeugt man natürlich ein schnelleres Fan-Wachstum…
12:03 HP Deutschland:
gestartet sind wir bei Facebook im Frühjar 2010…
12:04 HP Deutschland:
allerdings haben wir vor ca. 12 Monaten unser Engagemen verstärkt.
12:04 Kommentar von Alex Baucken
@Max: Ihr habt nur über 25.000 Fans auf Facebook (http://www.facebook.com/HPDeutschland#!/mymuesli), obwohl ich – sorry HP – eigens erstellte Müslis eigentlich emotionaler finde als Drucker & Co. Wie lange hat der Aufbau dieser Fan-Community gedauert. Und: wie viel Aufwand ist es, das Ding zu betreuen…
12:05 Max Wittrock:
Bekannte Marken mit einem guten Track-Record bekommen viele Fans, das ist ja auch gut so, da heben wir noch viel Arbeit vor uns… aber zu Deiner konkreten Frage…
12:06 Max Wittrock:
…ich glaube so 2 Jahre, wie HP es schon gesagt hat, kann man natürlich durch Gewinnspiele schneller wachsen, aber Du willst ja auch user, die wirklich Deine Produkte mögen…
12:06 Max Wittrock:
…wir betreuen das zu dritt, sehen es aber als Kommunikatiions- / Support-Kanal, wie gerade auf Twitter aufgeschnappt von mir: Eher Social Media denn Social Sales…
12:08 Max Wittrock:
…und deswegen sind wir nicht so tracking-besessen.
12:08 Kommentar von Clemens
@HP inwiefern nutzt Ihr die Facebook Page als Sales Kanal, habe gesehen das dort auch Angebote angepriesen werden. Kann Facebook zur Conversion genutzt werden oder eher nur Interaktion mit dem (potentiellen) Kunden betreiben (Gewinnspiele, Support etc.)?
12:09 HP Deutschland:
Max Einschätzung können wir hier auch für HP zustimmen…
12:09 HP Deutschland:
Social Media ist weniger ein direkter Abverkaufskanal…
12:09 HP Deutschland:
Wir bauen natürlich immer einen call-to-action ein, wenn es passt…
12:10 HP Deutschland:
aber der Salesanteil ist nicht die Motvation, auf Facebook aktiv zu sein.
12:10 Kommentar von Till
Liebe HP-Marketingmanager: Ich denke, gerade die Medien der Computerwelt sind top drauf was online, social media, etc. betrifft. Habt Ihr schon einmal einen Fall gehabt, wo ein Produkt von Euch in einem Blog oder einer Website total verrisssen wurde und dann so eine Art „Shirt-Storm“ losgetreten wurde?
12:11 HP Deutschland:
Nein, so etwas haben wir glücklicherweise nicht nicht erlebt…
12:12 HP Deutschland:
Wir haben natürlichen einen sehr strikten Product-Testing und Qualitäts-Testing Prozeß…
12:12 HP Deutschland:
aber grundsätzlich sind wir auf so eine Reaktion vorbereitet…
12:13 HP Deutschland:
Unsere Presse & SM abteilung ist aber natürlich in Krisenkommunikation geübt:-)
12:13 Kommentar von Lizzie
@Max und HP: Glaubt ihr eigentlich, dass in Zeiten von Social Media eine externe Agentur noch sinnvoll/hilfreich sein kann (also im PR-Bereich, nicht für TV-Spot-Produktion o.ä.). Oder muss man heutzutage so schnell auf alles reagieren, dass da eine Abstimmung mit Außenstehenden einfach nicht mehr drinnen ist…
12:14 Max Wittrock:
Es gibt richtig gute Agenturen, die vieles besser können, als man selbst; und es gibt unglaublich schlechte, würde das ungern verallgemeinern; wer aber online verkauft und besprochen wird, der sollte schon auch online sein…
12:16 Max Wittrock:
und sich auf FB auskennen zB.
12:17 Kommentar von A. Krummel
@Max: Ich finde die Idee von Mymuesli echt witzig, aber mal ehrlich: Ihr seid schon verdammt teuer. An welchen Wettbewerbern orientiert ihr Euch denn bei der Preisgestaltung (offenbar nicht am Sortiment klassischer Supermärkte).
12:17 HP Deutschland:
Unser Antwort zur vorherigen Frage: die Entscheidung ob intern oder extern ist mehr eine Frage, wie eng man Agenturen in interne Prozesse einbinden kann…
12:18 HP Deutschland:
funktioniert die Agentur mehr als verlängerter Arm der eigenen Firma, kann auch dies gut funktionieren…
12:18 HP Deutschland:
zumal man ja nicht selbst in allen Bereichen der Expert ist und Agenture mit Spezialwissen helfen können.
12:18 Max Wittrock:
Die Einbindung der Agenturen ist ein sehr guter Punkt, den hatte ich übersehen! Zur Pricing-Frage: Wir machen ein sehr aufwendiges Produkt mit viel Liebe und mit 100% Bio und mglst vielen regionalen Zutaten.
12:18 Max Wittrock:
Und das kostet ein bisschen mehr…
12:19 Max Wittrock:
…aber es gibt für den Konsumenten ja Alternativen, er kann unseres zB im Rahmen einer Promotion mal probieren, und dann entscheiden… die Entscheidung fällt dann glücklicherweise fast immer für unser Produkt.
12:20 Kommentar von Clemens
@Max und @HP man kann ja hier schon sehen wie die Anzahl der Facebookfans („virtueller ******längenvergleich“) als Maßstab für Coolness oder Angesagtheit eines Unternehmens herangezogen werden. Kommen da Käufe von „Fake“-Likes für euch in Frage? Warum ja? Warum nein?
12:20 HP Deutschland:
Nein, Fake-Likes erkaufen wir uns nicht.
12:21 Max Wittrock:
Für uns auch nicht, die wollen ja gar nichts übers Produkt erfahren.
12:21 Kommentar von Lizzie
@Max: Das heißt, ihr arbeitet mit einer externen PR-Agentur. Seit wann? Und: wie viel Geld muss man dafür einplanen (pro Monat)?
12:21 Moderator:
Diese Frage bezieht sich auf die Antwort von 12.14
12:22 Max Wittrock:
Nein, wir haben derzeit keine PR-Agentur…
12:22 Max Wittrock:
…höchstens mal im Rahmen einer Koop zB mit einem Partner und für ein spezielles Event…
12:23 Max Wittrock:
…und Budget: Das kommt ganz darauf an, man sollte lieber schauen, ob man mit den Personen gut arbeiten kann und die Ergebnisse evaluieren: Wenn viel kommt, dann darf es auch mehr kosten. Aber ein paar hundert Euro reichen vielleicht bei einem Freelancer oft aus im Monat (wie gesagt, Pauschalisierungen sind hier aber sehr gefährlich).
12:23 Kommentar von Friedrich Nägele
Die meisten Produkte und Dienstleistungen sind ja eher langweilig, entsprechend finded ich auch die Kommunikation darüber eher mau oder manchmal sogar lächerlich. Natürlich sehen viele Gründer ihre Geschäftsidee wohl aus der rosaroten Brille, träumt von Hype wie bei Apple. Doch was meint Ihr: Wie realistisch muss man sein, was Marketing und PR betrifft, um im Verlauf nicht total enttäuscht von den Ergebnissen zu sein. @Max: Du kennst doch bestimmt viele Gründer und Startups. Darf man sich überhaupt an Mymuesli orientieren? Oder scheint das in punkto Marketing/PR in der Gründerszene der letzten Jahre eine absolute Ausnahme gewesen zu sein…
12:24 Max Wittrock:
@Friedrich: Das lief schon sehr gut…
12:25 Max Wittrock:
…aber es gibt viele solcher Geschichten, PR heißt ja nicht nur „Abends im TV“, sondern PR ist gerade durch Social Media soviel breiter geworden. Man kann mit coolen Produkten user begeistern, und die erzählen dann darüber, und dann tun es auch Journalisten.
12:25 Kommentar von Bernd
@beide: wie effizient ist Social Media im Vergleich zu anderen Marketing-Kanälen? was sind eure Erfahrungswerte
12:26 HP Deutschland:
Effizient in welcher Hinsicht?
12:26 Max Wittrock:
Effizienz-Messung hier super schwierig, zB im Bezug auf durch Facebook generierte Sales.
12:27 HP Deutschland:
Es kommt auf den richtigen mix an, man kann nicht nur auf ein Pferd setzen.
12:27 Max Wittrock:
genau!
12:27 Kommentar von Moritz D.
Hallo Max: Wir überlegen gerade, uns bei enable2start zu bewerben. Ihr habt da ja gewonnen. Was (außer des Geldes) hat Euch das Siegerticket gebracht. Hattet Ihr Bauchschmerzen wegen der Transparenz bei den Zahlen?
12:28 Max Wittrock:
Da lesen ja bestimmt einige von enable mit, also los…
12:29 Max Wittrock:
…zu den Zahlen: Klar, da überlegt jeder, weil Du vor allem sehr viel besprochen wirst anschließend. Du machst mit einer Aktion 10k Umsatz: 50% sagen „Oh Gott, so wenig“, 50% sagen „Wow, das mit Müsli…“ …
12:29 Max Wittrock:
…aber die benefits sind sehr individuell und ich würde es immer wieder machen, rausgreifen kann ich: PR, man wird ernsthafter wahrgenommen, gute Kontakte und last but not least zwei tolle Tage in HH.
12:30 Max Wittrock:
Ach so: Und das Preisgeld natürlich 🙂 #enable
12:30 Kommentar von Sarah P.
Ist es sinnvoll, auch auf Merchandising zu setzen?
12:31 Max Wittrock:
Ich würde mymuesli-Produkte nicht einfach so verschenken wollen, wir machen eigtl. nur Promotions mit Produkten, die wir so auch verkaufen.
12:31 Moderator:
Und das noch zur vorletzten Antwort:
12:32 Kommentar von Thomas Clark
Danke für die Blumen, Max. Ich warte noch drei Jahre, dann wird Mymuesli Sponsor von enable2start. @HP: Und Ihr seid auch wieder dabei…;-)
12:32 HP Deutschland:
Für reines online Geschäft hat dies für uns keine so große Bedeutung…
12:32 HP Deutschland:
allerdings ist ein guter online-offline mix wichtig. Sicherlich aber mehr für Firmen wie HP.
12:33 Kommentar von Friedrich Nägele
Und wie sieht Ihr bei HP das Thema „Produkt Excitement“? Ist es – jetzt mal ganz ehrlich – nicht verdammt schwer, beim x-ten Drucker oder PC sich noch etwas Neues/Spannedes/Lustiges auszudenken? Und wie seht Ihr das Thema „Marketing & harte Arbeit“? (Oft denke ich: Läuft es gut, heißt es, das Produkt ist eben so toll, da braucht man gar nicht viel Marketing. Läuft es schlecht, sagen die PR- u Markeing-Leute: Mit so einem Ding ließ sich eben kein Blumentopf gewinnen..
12:34 HP Deutschland:
Natürlich gibt es Produkte, die so „heiß“ sind, daß jedes Marketinginstrument erfolgreich sein wird…
12:34 HP Deutschland:
grundsätzlich ist Marketing, wie Du sagst, harte Arbeit…
12:35 HP Deutschland:
aber auch für Produkte wie Drucker – die Du als langweilig bezeichnest – gibt es spannende Themen…
12:35 HP Deutschland:
z.B. 3D Druck, Nutzung von Drucktechnologoe im medizinischen Umfeld, um Krnaken das Leben zu erleichtern…
12:36 HP Deutschland:
etc. etc. Hier gibt es viel spannendes zu berichten, obwohl das reine Produkt eher „öde“ anmutet. es kommt immer auf den Einsatz an.
12:36 Kommentar von Malte
@Max (Falls die Frage noch nicht gestellt wurde): Ich könnte mir vorstellen, dass ihr auch Marketing für B2B macht (Lieferanten, Vertreibspartner, Firmenkunden). In welchem Verhältnis stehen B2B und B2C bei euch hinsichtlich der Ausgaben?
12:37 Max Wittrock:
@Malte: Sehr spannend gerade bei uns, weil wir B2B immer mehr entdecken…
12:37 Max Wittrock:
…im Rahmen der Direkten Sales (Müslis für einen Messeauftritt zB, also nicht an WIederverkäufer) läuft word-of-mouth immer noch am besten…
12:38 Max Wittrock:
…Retail ist ja noch ganz frisch, da testen wir viel und sammeln Erfahrungen. Aber es wächst schnell und die Kosten skalieren natürlich mit, aber man muss ja auch guten Service bieten und vorbereitet sein.
12:39 Kommentar von Andrea Fistenzeller
@Max: Euch gibt es ja mittlerweile auch im Ausland. Gibt es da ein paar Beispiele/Anekdoten, die Du uns erzählen kannst, bei denen man sehen kann, wie unterschiedlich PR/Marketing in verschiedenen Ländern funktioniert? @HP: Ihr habt da natürlich auch viel Erfahrung, denke ich.
12:40 HP Deutschland:
Grundsätzlich ist es wichtig lokale Besonderheiten zu berücksichtigen…
12:40 HP Deutschland:
wir bemerken immer wieder, daß unsere Produkte von Land zu Land nicht sonderlich unterschiedlich sein müssen…
12:40 HP Deutschland:
aber die Marketingaktionen unterscheiden sich stark…
12:41 HP Deutschland:
Z.B. unsere Musikaktionen um Beats Audio herum spiegeln den lokalen Musikgeschmack wieder. Da kann man nicht vereinheitlichen.
12:41 Max Wittrock:
Bei uns ist der Innovationsprozes ja an den Kunden stark ausgelagert, ein Müsli, das dann plötzlich Butterkäse übersetzt heißt oder so ähnlich gibt es also nicht… aber wir haben gelernt, dass es ohne lokale Team sehr schwierig ist. Da stimme ich HP voll zu: lokale Besonderheiten sind schon spannend. Grund genug, zB unser Englisch immer mal wieder aufzupolieren.
12:42 HP Deutschland:
Kommunikation in jeder Hinsicht hat einen starken lokalen Flavour.
12:42 Kommentar von Martin
Wie handhabt ihr User-Generated Content? Bei Mymüsli könnte ich mir schon gut vorstellen, dass man auf sein selbstkreiertes Müsli stolz ist und es so teilen will. Welche Erfahrung habt mit dem Einsatz von User-Generated Content im Marketingbereich gemacht? Facebook, Wikipedia, Instagram – ist ja alles User-Generated.
12:42 Max Wittrock:
Die Kundenkompetenz ist da immer ein bisschen der Katalysator… das erkläre ich gleich…
12:43 Max Wittrock:
…Du kannst es nicht zu kompliziert machen und musst eher abstimmen, weil Deine Kunden keine Lust haben, sich zB in Nährwerttabellen einzulesen, deshalb versuchen wir vor allem: keep it simple und stelle echte Fragen bezogen auf Probleme…
12:44 Max Wittrock:
…Kunden wollen keine Marktforschungsinstrumente sein, sie wollen gerne helfen, aber dann auch bei einer echten Lösung; kurzum: Es klappt, aber man muss konkret sein (ist der rote Karton schöner oder der andere) und das user generated marketing (user posten zB Fotos von mymuesli auf Flickr) … das ist wieder eine ganz andere Baustelle.
12:45 Kommentar von Sybille Meinhart
@HP: Was war die erfolgreichste Marekting/PR-Aktion, die Ihr je gemacht habt? Und was jene, auf die Ihr am meisten stolz seid. Bittebittebitte gaaanz konkret – und nicht schreiben: „Da gibt es viele“…. Danke!
12:47 HP Deutschland:
Was wäre für Dich denn erfolgreich?
12:49 Kommentar von Sybille
uuups, hatte gar nicht damit gerechnt, dass ich wieder tippen muss. Also shcnell gesagt: Guter Kapitaleinsatz, toller Return-on-INvestment. Irgendwas, was man messen kann. denn sonst macht man sich doch nur was vor…
12:49 HP Deutschland:
Ein Beispiel wäre…
12:50 HP Deutschland:
Unsere „Reduziert den Preis“ Kampagne war ein toller Erfolg auf facebook…
12:50 HP Deutschland:
wir haben die aufgerufen, über die Anzahl von likes, den Preis zu reduzieren…
12:51 HP Deutschland:
hat toll geklappt, sowohl für die Kunden als auch für HP.
12:51 Kommentar von Andreas L.
@Max: Was B-to-B-Aktionen betrifft: Ihr habt da ja schon einiges an „Promotions“ gemacht, mit o2-Telefonica, mit Microsoft… Ich frage mich da immer, wie der „Business Case“ aussieht. Sprich: Wer zahlt wem für so etwas. Denn das verursacht Euch natürlich Kosten, bringt aber auch Aufmerksamkeit, etc. Habe z.B. gehört, dass Produkte, die in der Lufthansa Lounge beworben werden, nie Geld von der Lufthansa dafür bekommen, sondern bestenfalls damit davon kommen, dass sie „nur“ die Produkte gratis zur Verfügung stellen und anliefern…
12:52 Max Wittrock:
@Andreas: Auch das kann man ganz gut berechnen, wenn man mal den ersten Vergleichswert hat…
12:52 Max Wittrock:
…je nach Kooperation wird anders vergütet: ob in geld, durch Reichweite, durch Tausch. Und man lernt aus Fehlern. Aber wenn Du ein Produkt hast, das perfekt in die LH-Lounge passt, dann geht der Deal wahrscheinlich auf, man muss leider, leider testen und testen und testen.
12:53 Kommentar von Clemens
@Max und @HP wie versucht Ihr virale Effekte in Social Networks zu erzielen? Gebt Ihr euch besonders viel Mühe bei Content (doofe Frage, wahrscheinlich „ja!“) Springt Ihr auf aktuelle Memes auf (Balotelli-Bilder etc.) oder fordert Ihr auch Fans aktiv auf Content zu teilen (Gewinnspiel o.ä.) oder veranstalte sogar „Like-Wettbewerbe“ bei denen Fans Likes für Ihren selbsterstellten Content (Fotos, eigenes Müsli, eigenes Laptopdesign o.ä.) sammeln müssen?
12:53 Max Wittrock:
Ich find mich in allem ein bisschen wieder, Clemens, wir sind recht klassisch unterwegs auf FB.
12:54 HP Deutschland:
Im Prinzip nutzen wir alle Mechanismen, wenn Sie zu HP passen…z.B. über guten Content und coole Aktionen wie „Reduzier den Preis“.
12:55 Moderator:
Die Zeit ist fast um. Noch eine letzte Frage:
12:55 Kommentar von Peter Lausnitz
@Max: Mich würde interessieren, wie Du Deine Arbeitsbefriedigung seit der Gründung vor fünf Jahren bewertest. Du bist doch eigentlich Jurist, oder? Macht es nach so vielen Jahren dann noch Spaß, immer und dauerhaft für Müsli zu (PR-)poltern? Hattest Du Phasen, wo Du Dich (intellektuell) gelangweilt hast oder gedacht hast: Jetzt wird es langsam Zeit, etwas Anderes zu machen. Meine Frage ist also: Wie lange ist die „Gründer-Halbwertszeit“ in punkto Spannung.
12:56 Max Wittrock:
@Peter: Langeweile kam nie auf… ich fand Jura meist nicht so intelektuell…
12:57 Max Wittrock:
…aber wenn ein Startup gut läuft und sich entwickelt, dann kommen so unglaublich viele neue spannende Dinge, ob juristisch oder nicht, die Arbeitsbelastung schwankt, wurde aber durch mehr Mitarebeiter viel besser, wir drei können auch gut Urlaub machen usw.
12:58 Moderator:
@hp: Eine Ratschlag, den Sie aus Ihrer eigenen Erfahrung allen Gründern ans Herz legen können?
12:59 HP Deutschland:
Nie aufgeben!…
12:59 HP Deutschland:
Wer an die Idee und ein gutes Businesskonzept glaubt, wird Erfolg haben.
13:00 Moderator:
Wir bedanken uns bei Euch für die vielen spannenden Fragen – und bei unseren drei Experten für die aufschlussreichen Antworten! Nächsten Mittwoch geht es im Chat um das Thema „Kredite – Wie komme ich an ein Darlehen ran?“
13:00 Max Wittrock:
Vielen Dank!
13:00 HP Deutschland:
Vielen Dank an alle.

Chat-Protokoll: Kredite – Wie komme ich an Darlehen ran?

Im Chat: Manuela Mohr von der KfW-Bank.

Verlauf
11:01 Kommentar von Moderator
Herzlich willkommen zum 5. Chat der Serie „Richtig gründen“! Thema heute„Kredite – Wie komme ich an ein Darlehen ran?“ Dazu begrüße ich unsere Expertin Manuela Mohr von der KfW-Bankengruppe.
11:01 Kommentar von Manuela Mohr
Herzlich Willkommen zum heutigen Chat mit dem Titel “ Richtig gründen: Kredite – Wie komme ich an Förderdarlehen ran?
11:02 Manuela Mohr:
Auch von mir einen schönen guten Morgen in die Runde.
11:02 Moderator:
Was sind denn die wichtigsten Ratschläge, die Sie Gründern mit auf den Weg geben würden, wenn sie Fördermittel beantragen?
11:04 Manuela Mohr:
Man sollte sich sorgfältig auf das Gespräch mit der Bank vorbereiten und rechtzeitig einen Termin vereinbaren. Wichtig ist es außerdem, dass man selbstsicher und beharrlich auftritt.
11:05 Kommentar von Thomas Clark
Wenn ich das richtig verstehe, vergibt die Kfw sowohl Fremdkapital (also Darlehen) als auch Eigenkapital (also Beteiligungsinvestitionen). Richtig?
11:07 Manuela Mohr:
Ja, das ist richtig. Allerdings ist das bei den Gründungsprodukten keine Beteiligung sondern eine Haftungsfreistellung für die durchleitende Bank.
11:07 Kommentar von Thomas Clark
Bei den Darlehen reicht die Kreditspanne von 100.000 Euro bis zu 10 Millionen Euro. Richtig?
11:09 Manuela Mohr:
Ja, das ist auch richtig. Im Programm ERP Gründerkredit – Startgeld gehts bis max. 100.000 Euro und im ERP Gründerkredit – Universell sind bis zu 10 Mio Euro möglich.
11:09 Kommentar von Thomas Clark
Brauche ich als Gründer stets eine „Hausbank“, um an einen Förderkredit der Kfw heranzukommen? Sprich: Handelt es sich stets um eine Dreier-Verhältnis?
11:10 Manuela Mohr:
Ja, für die Beantragung eines KfW-Darlehens MUSS immer eine Hausbank eingeschaltet werden. Sie ist der Vertragspartner des Endkreditnehmers und der Vertragspartner der KfW.
11:11 Moderator:
Welche Darlehensmodelle gibt es und welches ist für wen das richtige?
11:13 Manuela Mohr:
Für kleinere Gründungen mit weniger Kreditbedarf steht das „Startgeld“ zur Verfügung und wenn es sich um größere Gründungsvorhaben handelt, die mehr als 100.000 Euro benötigen, kommt der Gründerkredit Universell in Frage
11:13 Kommentar von Thomas Clark
Können Sie die Worte „keine Beteiligung, sondern eine Haftungsfreistellung für die durchleitende Bank“ etwas ausführen?
11:13 Moderator:
Diese Frage bezieht sich auf die Antwort von 11.07
11:13 Manuela Mohr:
Ja gerne….
11:18 Manuela Mohr:
Im Startgeld gewähren wir der Hausbank eine 80%ige Haftungsfreistellung, d.h., die Hausbank hat nur noch ein Restrisiko von 20%. Eigenkapital ähnliche Mittel vergeben wir im Programm ERP-Kapital für Gründung. Aber hierbei handelt es ebenfalls nicht um reines Beteiligungskapital. Echtes Beteiligungskapital vergibt der ERP-Startfonds für junge Technologieunternehmen.
11:18 Kommentar von Thomas Clark
Sprich: Ein direktes Vertragsverhältnis zwischen der Kfw und einem Gründer kommt gar nicht zustande. Richtig?
11:19 Moderator:
Diese Frage bezieht sich auf die Antwort von 11.10
11:21 Manuela Mohr:
Richtig. Die KfW gewährt die Kredite nicht unmittelbar dem Kreditnehmer, sondern ausschließlich über Kreditinstitute.
11:21 Moderator:
Wie lange müssen denn Gründer bei Ihnen in der Regel auf eine Zu- oder Absage warten?
11:24 Manuela Mohr:
Nach Antragseingang bei uns im Haus dauert es in der Regel max. 15 Bankarbeitstage. Die Gesamtbearbeitungsdauer hängt allerdings auch davon ab, wie lange die Hausbank prüft und nicht zuletzt, wie vollständig bzw. unvollständig die Unterlagen eingereicht werden. Ganz wichtig ist in diesen Zusammenhang die Fristwahrung. Fördermittel müssen immer vor Vorhabensbeginn beantragt werden.
11:25 Kommentar von Malte Brenneisen
Liebe Frau Mohr, sind Kredite für Gründer denn auch an Unternehmenserfolge gebunden? Wenn ja, wie sehen diese Auflagen/Meilensteine konkret aus?
11:26 Manuela Mohr:
Bei Gründungsvorhaben….
11:30 Manuela Mohr:
Bei Gründungsvorhaben hat man ja in der Regel noch keine belastbaren Zahlen, es sei denn, es handelt sich um die Übernahme eines bestehenden Unternehmens. Der Businessplan ist bei der Gründung erstmal die wichtigste Unterlage, Umsatz- und Ertragsvorschau sowie Liquiditätsplan müssen nachvollziehbar dargestellt werden.
11:31 Kommentar von Thomas Clark
Danke für die Ausführung von 11:18, aber so ganz blicke ich noch immer nicht durch: Was hat eine Haftungsfreistellung der Hausbank (mutmaßlich für einen Kredit, den sie an einen Gründer vergeben hat) mit einer Beteiligung zu tun? Da sind doch weder die Hausbank noch die Kfw am Startup beteiligt. Oder verstehe ich das falsch?
11:35 Manuela Mohr:
Die Haftungsfreistellung betrifft ausschließlich Kredite, nicht Eigenkapitalengangements. Haftungsfreistellung bedeutet, dass die KfW einen Teil des Kreditausfallrisikos übernimmt. D.h. bei einer Haftungsfreistellung von z.B. 80% übernimmt im Fall des Kreditausfalls die KfW 80% der Haftung, die Hausbank nur 20%. Damit soll der Hausbank ein Anreiz gegeben werden, sich an der Gründungsfinanzierung zu beteiligen. Bei Beteiligungen sind die Hausbanken nicht einbezogen.
11:36 Kommentar von Malte Brenneisen
Das heißt, ein transparenter Businessplan ist die einzige Auflage? Ein Kredit kann von der Bank also nicht vorzeitig gekündigt werden, wenn meine Unternehmensentwicklung vom Businessplan abweicht und mein Startup nicht schnell genug wächst?
11:36 Moderator:
Diese Frage bezieht sich auf die Antwort von 11.30
11:39 Manuela Mohr:
Nach Kreditzusage geht das nicht mehr so einfach, es sei denn, das Darlehen wird nicht bedient, sprich die Raten werden nicht zurückgezahlt. Bei einer Gründungsfinanzierung ist allen Beteiligten bewusst, dass die tatsächliche Unternehmensentwicklung von den Planwerten anweichen kann.
11:40 Kommentar von Thomas Clark
Verstehe: Der Begriff „Beteiligung“ ist in diesem Zusammenhang (Ihre Antwort von 11:18 Uhr) also als Beteiligung der Hausbank an einem Kredit zu verstehen. Gibt es aber auch Fälle, wo sich die Kfw direkt an Startups beteiligt? Sprich: Anteilseigner wird?
11:42 Manuela Mohr:
Siehe meine Antwort von 11:18. Antragsteller sind hier aber nur junge Technologieunternehmen. Und auch hier beteiligt sich die KfW nur gemeinsam mit einem so genannten Leadinvestor. Der muss vom Gründerunternehmen selbst akquiriert werden.
11:43 Kommentar von Peggy Hoyer
Wie lang ist denn in der Regel die durchschnittliche Laufzeit eines KfW Darlehens?
11:45 Manuela Mohr:
Im Gründerkredit…
11:46 Manuela Mohr:
Im Gründerkredit Startgeld kann man zwischen 5 und 10 Jahren wählen. Im Gründerkredit Universell geht es bis zu 20 Jahren Laufzeit und im ERP-Kapital für Gründung sind es 15 Jahre fest.
11:46 Kommentar von Der Frager
Und wovon ist der Zinssatz bei einem KfW-Kredit abhängig? Liegt dies in den Händen der Hausbank?
11:50 Manuela Mohr:
Beim Startgeld gibt es einen festen Zinsatz, der liegt momentan bei der 5-jährigen Laufzeit bei 2,63 % effektiv und bei der 10-jährigen bei 3,04 % effektiv. Beim Universell entscheidet die Hausbank über die Zinshöhe, die sich aus zwei Werten ergibt, nämlich der angenommenen Bonität des Antragstellers und den hinterlegten Sicherheiten. So entsteht die sog. risikogerechte Verzinsung.
11:51 Kommentar von Thomas Clark
Kann der Leadinvestor auch der High-Tech-Gründerfonds sein?
11:51 Moderator:
Diese Frage bezieht sich auf die Antwort von 11.42
11:54 Manuela Mohr:
Nein, das geht leider nicht. Der Anteil staatlicher Fördermittel darf 50% nicht überschreiten, daher arbeitet der ERP-Startfonds in aller Regel mit privaten Investoren zusammen….
11:56 Manuela Mohr:
Der HTGF ist für die Seed- und unmittelbare Gründungsphase zuständig, der ERP-Startfonds finanziert junge Unternehmen bis zu 10 Jahre nach Gründung. Somit ist er gewissermaßen das „Anschlussprogramm“ des HTGF.
11:57 Kommentar von Malte Brenneisen
Warum würden Sie bei einer Gründung ein Bank-Darlehen empfehlen – und beispielsweise keinen Anteilsverkauf oder Geld von privaten Investoren?
11:59 Manuela Mohr:
Nur 5% aller Gründer finanzieren ihre Gründung mit Fremdkapital sprich über Kredite. Kredite sind dann sinnvoll, wenn alle anderen Geldquellen (Eigenmittel, zinslose Darlehen von Freunden, Familie etc.) ausgeschöpft sind und/oder für das Gründungsvorhaben nicht ausreichen.
12:01 Kommentar von Malte Brenneisen
Nur 5 % – das kommt mir sehr wenig vor. Woher kommt denn diese Zahl?
12:01 Manuela Mohr:
Die Zahl basiert auf Untersuchungen unserer Volkswirtschaftlichen Abteilung.
12:02 Kommentar von Thomas Clark
Vor sechs Jahren hat mir ein Manager einer großen Frankfurter Bank mal gesagt: Wir kümmern uns nicht um Gründer – aus strategischen Gründen. Wer gründet, soll versuchen, sein Geld bei den 3F zu bekommen: Family, Friends und Fools. Haben sie in ihrer Karriere schon ähnliche Äußerungen aus der Bankenwelt gehört?
12:04 Manuela Mohr:
Es gibt Banken, die aufgrund ihrer strategischen Ausrichtung keine Gründungsfinanzierung betreiben…..
12:07 Manuela Mohr:
Die Banken in Deutschland haben im vergangenen Jahr allein im ERP-Gründerkredit über 12.000 Kreditanträge an die KfW durchgeleitet. Das zeigt, dass das Bankensystem in der BRD auch für die Gründungsfinanzierung funktioniert.
12:08 Kommentar von Peggy Hoyer
Wie viele Darlehen aus welcher Kategorie vergeben Sie in etwa pro Jahr?
12:11 Manuela Mohr:
Im Gründungsbereich haben wir im Jahr 2011 knapp 14.000 Darlehen zugesagt. Branchen und Geschäftsmodellen werden hier nicht unterschieden.
12:12 Kommentar von Thomas Clark
Gründer haben es – so meine Erfahrung – nicht leicht, Darlehen zu bekommen. Angenommen ich gehe mit meinem Businessplan zu meiner Hausbank und möchte 80.000 Darlehen, habe jedoch kaum Ausfallgarantien vorzuweisen bzw. will nicht gleich meine Eigentumswohnung oder ähnliches „verpfänden“. Die Bank mag nun sagen: Für uns allein ist das zu riskant, doch wir können mal sehen, ob wir für sie einen Kfw-Förderkredit erhalten. Wie kann ich feststellen, ob die Bank das effizient, schnell und ausreichend sorgfältig macht? Habe ich Anspruch darauf, alle Dokumente zu sichten, die die Bank bei der Kfw einreicht? Oder würde das eher dreist erscheinen?
12:15 Manuela Mohr:
Kreditinstitute….
12:19 Manuela Mohr:
Kreditinstitute müssen bei der Vergabe große Vorsicht walten lassen und bestehen deshalb auf einer weitreichenden Absicherung ihres finanziellen Engagements. Bieten Sie aber keinesfalls Ihr ganzes Vermögen als Sicherheit an, sondern behalten Sie immer einen „Notgroschen“ zurück. Die Unterlagen, die die Hausbank an uns weiterleitet können Sie sich immer zeigen lassen, das ist auf keinen Fall zu dreist.
12:19 Kommentar von Malte Brenneisen
Und was glauben Sie, warum nur 5 % der Gründer Bankkredite nehmen? Weil sie gegenüber anderen Geldquellen teurer sind?
12:23 Manuela Mohr:
Nicht unbedingt. Der Großteil der Gründer versucht erstmal, die Finanzierung aus eigener Kraft zu stemmen und erst wenn das nicht funktioniert kommen Kredite als Alternative in Frage. Unsere Förderdarlehen können daher auch noch bis zu 3 Jahre nach Geschäftsaufnahme beantragt werden.
12:23 Moderator:
Wie oft kommt es vor, dass Startups lange vor dem Ende der Laufzeit scheitern und die Raten nicht mehr gezahlt werden können?
12:26 Manuela Mohr:
Laut unserer Volkswirtschaftlichen Abteilung sind nach 5 Jahren rund 30% der Gründer nicht mehr am Markt. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass sie gescheitert sind. Und bei weitem sind nicht alle Startups Kredit finanziert.
12:27 Moderator:
Dazu auch diese Folgefrage:
12:27 Kommentar von Thomas Clark
Angenommen, ich kann als Gründer meinen Kredit nicht mehr zurückzahlen und ich möchte mit meinen Darlehensgebern über ein verminderte Rückzahlungsquote sprechen. Formal habe ich mit der Kfw gar kein Vertragsverhältnis, gleichzeitig wird die Hausbank die Sache vergleichsweise „gelassen“ sehen, weil die Kfw den Großteil des Ausfallsrisikos trägt (in einigen Fällen sogar bis zu 100%, oder?). Wird im Falle eines Kreditausfalls trotzdem die Kfw mein „Gläubiger“? Sprich: Gibt es eine Durchgriffshaftung?
12:31 Manuela Mohr:
Sollte der Kredit tatsächlich komplett ausfallen, wird der Ausfallschaden je nach Haftungsanteil (KfW max. 80%) zwischen KfW und Hausbank aufgeteilt.
12:31 Kommentar von Thomas Clark
Gibt es eigentlich einen „Geldtopf“, der zum Jahresanfang für Gründer-Förderdarlehen festgelegt wird und der gedeckelt ist? Sprich: Wenn das Geld einmal ausgegeben wird, dann haben Anträge, die danach kommen, jedenfalls Pech gehabt? Oder ist das Limit nach oben offen?
12:32 Manuela Mohr:
Nein, es gibt kein „Windhundverfahren“, die verfügbaren Mittel werden so kalkuliert, dass innerhalb eines Jahres alle Kreditanträge bearbeitet werden können.
12:33 Kommentar von Thomas Clark
Gibt es eine Art „Ranking“ der Hausbanken, die am meisten Förderkredite der Kfw beantragen und auch erhalten. Also etwa: Nummer 1: Sparkassen-Gruppe, XXX, YYY, Nummer 6: Deutsche Bank, etc., etc.
12:35 Manuela Mohr:
Die KfW ist zur Wettbewerbsneutralität per Gesetz verpflichtet, daher veröffentlichen wir keine Rankings dieser Art. Alle drei deutschen Bankensäulen (Sparkassensektor, Genobanken und Geschäftsbanken) sind annähernd gleich vertreten.
12:36 Moderator:
Haben Sie schon mal den Fall erlebt, dass jemand bei der ersten Runde abgelehnt wurde – und dann klappte es beim zweiten Versuch?
12:40 Manuela Mohr:
Unterschiedliche Banken beurteilen das mit einer Darlehensvergabe verbundene Risiko unterschiedlich, was sich letztlich in einer Zusage oder Ablehnung niederschlägt. Verhandeln Sie daher am besten gleich parallel mit mehreren Banken. So haben Sie ein weiteres Eisen im Feuer und müssen nicht die Gespräche von vorn beginnen. Lassen Sie sich bei einer Ablehnung von der Bank die konkreten Gründe nennen.
12:42 Kommentar von Thomas Clark
Immer wieder hört man, dass es Gründer bei der Finanzierung ihrer Startups in Deutschland schwerer haben als in anderen Ländern. Das ist natürlich eine Pauschalaussage, die im Detail untersucht werden müsste. Gibt es Ihrer Meinung nach Studien/Untersuchungen/Umfragen, die Sie uns für dieses Thema empfehlen würden? Idealerweise mit Nennung der URL. Danke!
12:44 Manuela Mohr:
Sie können sich das KFW/ZEW Gründungspanel anschauen unter: www.gruendungspanel.de
12:46 Kommentar von Peggy Hoyer
Würden Sie sagen, dass die meisten Gründer zunächst versuchen VC- oder Angel-Money einzusammeln, bevor sie an die KfW herantreten?
12:48 Manuela Mohr:
Nein, das ist für die „normalen“ Gründer keine realistische Option. VC oder BA ist ja Beteiligungskapital und kein Kredit und daher in erster Linie auf junge High-Tech-Unternehmen ausgerichtet.
12:48 Moderator:
Gerade im technologischen Bereich ist es ja enorm schwierig, das Potenzial eines Geschäftsmodells einzuschätzen. Wie machen Sie das?
12:51 Manuela Mohr:
Wie gesagt, die KfW wird sich nur engagieren, wenn vorher ein Leadinvestor gefunden wurde. Gemeinsam mit diesem analysieren wir den technologischen Ansatz, das Geschäftsmodell und den Businessplan besonders gründlich und ziehen ergänzend Experten hinzu. Dieser Prozess kann mehrere Monate in Anspruch nehmen.
12:51 Kommentar von Thomas Clark
Verdient die Kfw mit der Vergabe von Förderdarlehen eigentlich Geld? Oder ist das ein großes Verlustgeschäft?
12:53 Manuela Mohr:
Die KfW ist als Förderbank nicht in erster Linie auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Gleichwohl sind wir bestrebt, kostendeckend zu arbeiten.
12:53 Moderator:
Unsere Zeit ist fast um. Noch eine Frage:
12:54 Kommentar von Thomas Clark
Können Sie ein paar Beispiele von (prominenten) Startups nennen, die von ihnen erfolgreich finanziert wurden? Gibt es vielleicht sogar größere, schriftliche Case Studies?
12:56 Manuela Mohr:
Ein recht bekannten Beispiel, das aus dem ERP-Startfonds finanziert wurde, ist „MyTaxi“. Ansonsten können wir zu Einzelengagements aufgrund des Bankgeheimnisses keine Angaben machen.
12:57 Moderator:
Wir bedanken uns bei Euch für die Beteiligung am Chat und bei Manuela Mohr für die aufschlussreichen Antworten! Nächsten Mittwoch geht es im Chat um das Thema „IT-Ausstattung – Was ist nötig, was ist Ballast?“
12:58 Manuela Mohr:
Ich bedanke mich ebenfalls für das große Interesse und die rege Beteiligung. Viele Grüße und einen schönen Tag. Manuela Mohr

Chat-Protokoll: IT-Ausstattung – Was ist nötig, was ist Ballast?

Im Chat: Stephan Batteux und Oliver Zink von HP

Verlauf
2:01 Kommentar von Moderator
Herzlich willkommen zum 6. Chat der Serie „Richtig gründen“! Thema heute: „IT-Ausstattung – Was ist nötig, was ist Ballast?“ Dazu begrüße ich unsere beiden Experten Stephan Batteux und Oliver Zink von hp.
2:01 Kommentar von Stephan Batteux, HP
Guten Tag, meinerseits.
2:02 Kommentar von Oliver Zink (HP)
Hallo Zusammen, mein Name ist Oliver Zink. Ich bin bei der Firma HP als Technical Presales Consultant für Client Produkte (Notebooks, Desktops, Workstations, Thin Clients und Displays) tätig.
2:02 Moderator:
Zunächst eine E-Mail-Frage von Klaus: Die Anforderungen in verschiedenen Branchen sind sehr unterschiedlich. Gibt es eine Art Minimum für meine Ausstattung als Gründer, das ich in jedem Fall investieren muss und was sind die Bestandteile?
2:05 Oliver Zink (HP):
Das absolute Minimum wäre ein einigermaßen gut ausgebauter DSL Anschluss, entsprechende Client Hardware (Notebooks oder Desktops) und ein All-In-One Drucker mit günstigen Verbrauchskosten.
2:06 Moderator:
Mit welchen Kosten muss man dafür rechnen?
2:08 Oliver Zink (HP):
Die Kosten für einen DSL Anschluss sind abhängig vom Provider. Bei den Business Notebooks und Desktops ist man ab ca. 600€ pro Arbeitsplatz für ein Einsteigermodell und bei den Druckern ab ca. 200€. …
2:08 Kommentar von Renate
Man hört oft, daß Drucken ganz schön ins Geld gehen kann und ich möchte viele Werbeunterlagen im eigenen Haus erstellen -gibt es hier spezialsiserte Geräte, die mich hier zuverlössig unterst+tzen?
2:09 Stephan Batteux, HP:
Beim Drucker ist es wichtig, die Verbrauchstkosten im Auge zu behalten. Der billigste Drucker ist nicht unbedingt der, mit den günstigsten Folgekosten…
2:11 Stephan Batteux, HP:
Bei Marketingunterlagen ist Farbe natürlich wichtig. Hier gibt es mit Tintengeräten recht gute und Kostengünstige Möglichkeiten, bspw die Officejet Pro Serie…
2:12 Stephan Batteux, HP:
Einzelpatronen mit hoher Seitenreichweite sind hier eine gute Wahl. De ISO Standard zu Patronenreichweite bietet hier einen neutralen Vergleich.
2:12 Kommentar von Christian
Brauch man denn überhaupt irgendeine Ausstattung? Die meisten Dinge hat man doch einfach schon, DSL, Notebook, Drucker. Mich würde eher interessieren welche Software ich drigend benötige und was die kostet
2:15 Oliver Zink (HP):
Also Software Ausstattung würden wir ein Office Paket (Tabellenkalkulation, Email Client, Präsentationssoftware und Textverarbeitung) empfehlen.
2:15 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Manuel: Tintenstrahl- oder Laserdrucker – welchen benötige ich und was sind die Vorteile des einen und des anderen?
2:15 Oliver Zink (HP):
Die HP Business Notebooks und Desktops sind speziell auf Anforderungen zugeschnitten die bei Firmenkunden zutreffen….
2:17 Oliver Zink (HP):
Längere Lebenszyklen, matte Displays (Ergonomie), umfangreicher Support und Garantieleistungen, stabile Verarbeitung, geringer Stromverbrauch, spezielle Sicherheitsfeatures (Festplatten Verschlüsselung, BIOS und Boot Password).
2:17 Stephan Batteux, HP:
Laser- oder Tintendrucker liefern beide sehr gute Qualität. Generell ist Tinte günstiger und hat trotzdem haltbare Ausdrucke…
2:18 Stephan Batteux, HP:
Ein Laserausdruck wirkt noch etwas hochwertiger, wenn man die Unterlagen beim Kunden oder der Bank überreicht.
2:18 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Ina: Wie schnell ich als Startup wachse und neue Mitarbeiter brauche, lässt sich anfangs ja oft schwer absehen. Welche Systeme lassen sich denn möglichst kostenschonend adaptieren und erweitern?
2:21 Oliver Zink (HP):
Es ist eigentlich bei allen HP Business Desktops und Notebooks möglich zunächst mit wenigen Geräten zu beginnen und diese dann auf 100er oder 1000er Stückzahlen zu erweitern. …
2:22 Oliver Zink (HP):
Der Grund sind dass diese Plattformen ca. 15 Monate Image stabil sind und auch Remote verwaltet und betankt werden können.
2:22 Moderator:
Eine weitere Frage von Dominik: Ab welcher Unternehmensgröße lohnt sich denn ein eigener Server und welche Lösungen würden Sie empfehlen?
2:24 Oliver Zink (HP):
Für Backup Zwecke halten wir einen Server schon bei relativ kleinen Firmen ab ca. 10 Mitarbeiter für sinnvoll. Hierzu eignen sich bereits Einstiegsmodelle wie z.B. der ML350 oder ein Microserver NL40.
2:25 Moderator:
Eine Frage von Peter: Als Gründer kann ich mir anfangs keine eigenen Support-Mitarbeiter leisten? Zu welchen Konditionen kann ich diesen Service beim Hersteller dazu buchen und wie zügig wird da reagiert, wenn es klemmt?
2:27 Oliver Zink (HP):
HP bietet für Business Geräte umfangreiche Garantieleistungen an. Diese können über optionale Care Packs noch erweitert werden (längere Garantiezeit bzw. kürzere Reaktionszeit,…). …
2:27 Stephan Batteux, HP:
Bei technischen Fragen empfiehlt es sich mit einem lokalen Fachhändler zusammenzuarbeiten…
2:28 Stephan Batteux, HP:
Dieser kann direkt vor Ort sein, bei Notfällen als auch Geräte und software einrichten. Damit hat man eine gute Absicherung.
2:28 Moderator:
Eine Nachfrage von Dominik zur Antwort von 2:24: Was kosten denn die Server-Einstiegsmodelle?
2:30 Oliver Zink (HP):
Der reine NL40 Microserver ist ab ca. 200€ verfügbar. Zusätzlich fallen dann noch die Kosten für die Festplatten an, je nachdem wie groß z.B. der Speicherplatz für Backup sein soll. …
2:32 Oliver Zink (HP):
Der ML350 liegt bei ca. 1600€.
2:32 Kommentar von Friedrich Nägele
Derzeit wird die Notwendigkeit eigener Server sehr stark von dem Buzzword „Cloud Computing“ überschattet, sprich: der Eindruck erweckt, dass ich eigene Speicherhardware u.ä. gar nicht mehr brauche. Was würdet Ihr von HP dagegen erwidern?
2:34 Stephan Batteux, HP:
Im heutigen vernetzten Umfeld macht die Anbindung an die Cloud schon Sinn. Grundlage ist eine schnelle DSL Verbindung…
2:35 Stephan Batteux, HP:
Die Vorteile liegen darin, dass ich mir meinen Speicherplatz flexibel holen kann. Bei kurzzeitigem grossen Daten – bzw Speicherbedarf kann ich hier schnell reagieren.
2:35 Kommentar von Manuel Neuburger
Ich finde es bei nahezu allen IT-Kaufentscheidungen unfassbar schwierig, mir eine fundierte Meinung zu bilden. Bei Laptops und Druckern geht das noch, da weiß man ja ungefähr, was man erwarten kann. Doch sobald ich zu komplexeren Themen komme (Speicherung von Daten, Vernetzung, Spezial-Software) habe ich stets das Gefühl, dass ich schon 30 Manntage investieren oder, alternativ, einen Spezialisten einstellen müsste, damit ich überhaupt mal weiß, was genau ich will und welche Knackpunkte besonders wichtig sind. Was würdet Ihr sagen: Ist das einfach so? Oder mach ich was falsch?
2:38 Stephan Batteux, HP:
So komplex oder schwierig muss das gar nicht sein. Ein Fachhändler oder Systemhaus kann hier schnell wieterhelfen. Wie arbeiten eng mit Fachhändlern zusammen…
2:39 Stephan Batteux, HP:
Diese werden regelmässig geschult und haben den Überblick über Neuerungen und Bendbreite von Geräten als auch Lösungen wie software zu Datensicherung, etc.
2:39 Kommentar von Ulrich Spieß
Ich habe mir kürzlich einen HP-Laptop gekauft (EliteBook 8560p) und dort werde ich ständig mit den Frage u. Empfehlungen eines „HP Support Assistent“ beglückt. Ehrlich gestanden frage ich mich, wozu man das Ding braucht. Könnt ihr ein bisschen von Euren Erfahrungen erzählen, wie so eine Help-Software ankommt genutzt wird und warum ihr das macht?
2:41 Oliver Zink (HP):
Beim HP Support Assistant handelt es sich um eine vorinstallierte Software welche z.B. automatisch prüft ob evtl. Treiberupdates verfügbar sind. …
2:42 Oliver Zink (HP):
Diese Software nimmt einem die Aufgabe ab aktiv nach Treiberupdates zu suchen. …
2:43 Oliver Zink (HP):
Diese Software wird eher von kleineren Firmen genutzt und kann bei Bedarf auch entfernt werden. Gerade größe Unternehmen installieren meistens ein eigenes Image und spielen Treiberupdates seperat ein.
2:44 Kommentar von Eva Weißgold
Ehrlich gestanden finde ich, dass man die meisten IT-Produkte erst mal eine Zeitlang zum Test haben muss, um festzustellen, ob das für sein Startup passt. Das fängt bei Laptops an geht über Cloud Computing Solutions und hört bei komplexer Software auf. Bietet Ihr solche Test-Zugänge oder Test-Produkte an? (Oder kommt das nur für Großkunden in Frage)
2:46 Oliver Zink (HP):
Die Produkte unterliegen umfangreichen Tests. Testgeräte werden üblicherweise nur für größere Kunden angeboten die umfangreiche Roll-Out Projekte geplant haben. …
2:50 Stephan Batteux, HP:
Das hängt natürlich auch mit den Kosten zusammen, die solch ein Test-Zugang hätte.
2:50 Moderator:
Dazu auch diese E-Mail-Frage von Jakob: Bei größeren Firmen ist es ja durchaus üblich, dass die Geräte nur geleast werden. Meine Fragen dazu: Gibt es besondere Leasing-Angebote auch für Gründer? Wann lohnen sich die und was muss man dabei beachten?
2:51 Oliver Zink (HP):
Bei kleineren Stückzahlen sind Leasing Angebote über unsere Fachhändler möglich.
2:52 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Lutz: Als Gründer eines Technologie-Startups würde mich interessieren, ob es auch die Möglichkeit der Kooperation mit hp gibt?
2:53 Stephan Batteux, HP:
An welche Art von Kooperation denkts du hier, Lutz?
2:54 Moderator:
Während wir auf die Info warten, eine weitere Frage von Julia: Stichwort Datensicherheit. Bei vielen Angeboten habe ich den Eindruck, dass ich für Dinge bezahle, die ich gar nicht benötige? Können Sie mir eine schlanke, aber effektive Lösung für den Start empfehlen?
2:56 Oliver Zink (HP):
Aktuelle HP Business Notebooks und Desktops verfügen über zahlreiche kostenlose Sicherheitsfeatures. …
2:56 Oliver Zink (HP):
Als Beispiel kann man hier z.B. eine softwarebasierte Festplattenverschlüsselung nennen. …
2:57 Oliver Zink (HP):
Dadurch kann sichergestellt werden dass die enthaltenen Daten auch im Verlustfall des Notebooks nicht in falsche Hände geraten. Was gerade bei Start-Up Unternehmen mit neuen Ideen ein wichtiger Sicherheitsaspekt ist.
2:58 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Emil: Was ist von einer IT-Haftpflichtversicherung zu halten und wann benötige ich die?
3:01 Oliver Zink (HP):
Falls Sie mit „IT-Haftpflichtversicherung“ eine umfangreiche Garantieleistung bzw. erweiterte Service Dienstleistungen meinen, bietet HP das in Form von sogenannten Care Packs an. Diese können je nach Kundenanforderung zum Gerät hinzugekauft werden. …
3:02 Oliver Zink (HP):
Dazu zählen z.B. schnelle Reaktionszeit im Servicefall oder längere Garantiezeiten. Diese Leistungen sind für alle Firmenkunden empfehlenswert, da eine funktionierende IT in den meisten Firmen überlenswichtig ist.
3:02 Kommentar von Jens
Ich arbeite inzwischen viel über mein Smartphone – kann ich das auch nutzen, um leicht Projekte auszudrucken?
3:04 Stephan Batteux, HP:
Ja sicher. Mobiles Drucken ist mittlerweile von fast allen smartphones und tablets möglich…
3:06 Stephan Batteux, HP:
Ob Android, Symbian oder Apple basierend, haben wir hier Lösungen, die oft schon im operating system der mobilen Geräte ingetriert sind…
3:07 Moderator:
Habt Ihr Fragen an unsere Experten? Wir schalten sie der Reihe nach rein.
3:07 Stephan Batteux, HP:
Diese Lösungen heissen ePrint oder Airprint und benötigen nicht mal mehr einen speziellen Druckertreiber. Wichtig ist hier, dass die Drucker per WiFi angeschlossen sind.
3:07 Kommentar von Laura Seibert
Mal ganz konkret gefragt: wir sind ein Team aus 3 Web- und Grafikdesignern und wollen eine Bürogemeinschaft gründen. Was würden Sie uns empfehlen, an Technik und Infrastruktur einzuplanen?
3:10 Oliver Zink (HP):
Für Web und Grafikdesign würden wir grundsätzlich relativ große Displays (ab 24“) mit hoher Farbechtheit empfehlen (HP ZR Display Reihe). Als Clients wären je nach benötigter Rechenleistung auch Entry Level HP Workstations wie z.B. Z220 oder Z420 interessant. …
3:11 Stephan Batteux, HP:
Es empfiehlt sich im Graphikbereich auch einen A3 fähigen Farbdrucker zuzulegen. Dieser ist mittlerweile auch schon ab 199 Euro zu haben…
3:13 Oliver Zink (HP):
Ebenfalls eine Überlegung Wert wäre eine HP Z1 Workstation. Es handelt sich dabei um eine HP Entry Level Workstation die in ein 27“ Display integriert ist. Die Vorteile sind dass es sich dabei um eine relativ platzsparende Lösung handelt.
3:14 Kommentar von Laura Seibert
Und wie speichern wir am besten die großen Datenmengen? Empfielt sich ein eigener FTP-Server?
3:15 Oliver Zink (HP):
Es muss nicht unbedingt ein FTP Server sein. Ein kleinerer Server auf welchem die Daten zentral abgelegt werden können (z.B. freigebene Ordner) könnte auch eine mögliche Alternative sein.
3:16 Kommentar von Guest
Wir haben als Startup mit 2 Personen begonnen, doch mittlerweile sind schon über 10 Leute an Board und das mit dem informellen Informationsaustausch von Tür zu Tür klapp nicht mehr so. Deshalb fragen wir uns ständig, wie wir eine Plattform aufbauen können, bei der man nachsehen kann, wer von uns im Team mit wem (Kunden, potenziellen Kunden, Geschäftspartner) über welche Themen gesprochen hat. Derzeit läuft das bei uns über Dropbox-Ordner und Einblick in die Outlook-Kontakte der anderen. Doch irgendwie scheint uns das nicht professionell. Andererseits: Die so genannten „professionellen“ Lösungen scheinen uns für ein Startup unserer Größe absurd teuer und zu aufwendig in der Betreuung. Ist das das Schicksal eines Mini-Unternehmens mit 1
3:19 Oliver Zink (HP):
Dafür würde sich ein Entry Level CRM System oder Microsoft Sharepoint eignen.
3:19 Kommentar von Claus Hallstein
Stichwort Datensicherheit: Da hat man ja ständig ein schlechtes Gewissen, dass man nicht täglich Backups macht, o.ä. Gleichzeitig dauern, solche Backup-Aufgaben für ein kleines Startup ohne eigene Server-Infrastruktur immer ewig – externe Festplatten, USP-Sticks, etc., etc. Habt Ihr Tipps, wie man da am besten vorgeht?
3:21 Oliver Zink (HP):
HP bietet dazu automatisierte Lösungen wie z.B. HP Data Protector. Der Vorteil dieser Software ist dass diese nur inkrementelle Backups machen, also nur die Daten erneut gesichert haben welche sich überhaupt geändert haben. …
3:22 Oliver Zink (HP):
Das veringert den Traffic im Netzwerk.
3:22 Kommentar von Laura Seibert
Das ist mir alles zu technisch. Was kann so eine Workstation?
3:22 Moderator:
Diese Frage bezieht sich auf die Antwort von 3:13
3:25 Oliver Zink (HP):
Die Vorteile einer Workstation gegenüber einem normalen Desktop PC sind die höhere Rechenleistung und die umfangreicheren Konfigurationsmöglichkeiten. Außerdem sind Workstations auf den 24/7/356 Einsatz in Business kritischen Scenarien optimiert. Für entsprechende Software wie z.B. Grafikdesign oder CAD werden spezielle zertifizierte Treiber angeboten die einen stabilen und performanten Betrieb garantieren.
3:26 Kommentar von Michael Novitzky
Keine Ahnung, ob ihr von HP euch da auskennt, doch welches CRM würdet ihr für eine Mini-Website (unser Startup-Auftritt im Netz) empfehlen. Typo3 und WordPress scheinen mir am häufigsten vorzukommen. Doch es gibt auch viele IT-Programmierer, die „eigene“ CRM-Systeme anbieten und meinen, damit könne man alles viel schneller machen. Das mag ja sein, denke ich mir. Doch damit scheine ich mich in komplette Dienstleisterabhängigkeit zu begeben. Wie seht ihr das? Lieber Standard-Systeme verwenden? Oder das Risiko einer kleinen, „hausgemachten“ Software durchaus mal eingehen?
3:28 Oliver Zink (HP):
Für kleinere Startup Unternehmen würde ich persönlich eher auf offene und kostenlose Content Management Systeme zurückgreifen.
3:29 Kommentar von Thorben
Wir haben keinen Server, bei uns läuft alles (E-Mails, FTP, etc.) über Host Europe. Die scheinen mir völlig ok zu sein, wie auch viele andere Provider/Daten-Center. Trotzdem frage ich mich: Was ist, wenn so ein Daten-Center mal abbrennt, exploidiert, angegriffen wird. Man tut ja immer so, als würden alle Daten 5-fach abgesichert, doch ich bin da ein bisschen skeptisch und ich kenne auch andere, die das ebenso sind. Findet ihr es verantwortungslos, wenn man seine Daten nur extern speichern lässt? Oder ist das ein Miniminimini-Risiko, dass in einem Datencenter mal Daten verloren gehen?
3:31 Oliver Zink (HP):
Es ist schwierig dazu eine konkrete Aussage zu treffen. Das hängt sicherlich auch vom jeweiligen Anbieter ab. Ich denke aber dass ein professioneller Anbieter normalerweise entsprechende Sicherheitsvorkehrungen trifft. Trotzdem könnte es sinnvoll sein zumindest für Business kritische Daten ein lokales Backup einzurichten.
3:32 Kommentar von Manuel Neuburger
Kümmern sich Fachhändler wirklich um die Bedürfnisse kleiner Gründer, die ein Budget von ein paar Tausend Euro haben. Wenn ja, wo finde ich die? Habt ihr ein paar konkrete Tipps?
3:32 Moderator:
Diese Frage bezieht sich auf die Antwort von 2:51
3:34 Oliver Zink (HP):
Dazu würden empfehlen bei Systemhäusern oder Fachhändlern in der näheren Umgebung anzufragen, da gerade die räumliche Nähe einen großen Vorteil bietet.
3:35 Kommentar von Markus Prantl
Wenn wir uns mal so ein richtig gutes HP-Gerät leisten wollen, das druckt, Scans macht, faxt, etc.: Welches Gerät (wird sind 7 Leute, 2 davon Grafik-Designer und CAT-Zeichner) würdet ihr empfehlen? Und: Kann man Geräte auch direkt von Euch leasen oder läuft das nur über Partner?
3:37 Stephan Batteux, HP:
Für den Graphik- und CAD Bereicht empfiehlt sich ein A3 Gerät (bspw Officejet 7500A) oder aber gleich ein Designjet-Grossformatdrucker…
3:39 Stephan Batteux, HP:
Für den allgemeinen Bürobedarf ist bei 7 Leuten ein Laserjet MfP Gerät an, oder gar zwei mittlere Laserjet oder Officejet Pro All-in-Ones…
3:39 Stephan Batteux, HP:
Dies ermöglichen auch das Einscannen direkt ins email oder auf einen server, damit man die Daten gleich für alle zur Verfügung stellen kann…
3:41 Stephan Batteux, HP:
Beim Designjet gibt es sogar eine sogenannte ePrint & share Funktion, die das kollaborieren in einer virtuellen Gruppe ermöglicht.
3:41 Kommentar von Manuel Neuburger
Könnt Ihr einen Fachhändler im Raum Hannover empfehlen?
3:41 Moderator:
Diese Frage bezieht sich auf die Antwort von 3:34
3:42 Stephan Batteux, HP:
Über unsere HP.com web Seite ist eine Händlersuche nach Stadt oder PLZ möglich.
3:43 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Karolin: Angenommen, ich kaufe mir heute eine neue Computeranlage/incl. Drucker. Wie lange kann ich sie denn bei dem heutigen Entwicklungsdruck in der Branche nutzen, bevor sie so veraltet ist, dass es sich negativ aufs Geschäft auswirkt?
3:45 Stephan Batteux, HP:
Generell verdooppelt sich die Leistungsfähigkeit von IT etwa alle 18 Monate. Wie lange man ältere Geräte nutzt, hängt aber von den eigenen Ansprüchen ab…
3:45 Stephan Batteux, HP:
Drucker werden üblicherweise nach 3-5 Jahren gewechselt…
3:45 Oliver Zink (HP):
Bei Business Kunden ist es meistens üblich PCs und Notebooks ca. alle 3-5 Jahre auszutauschen. Das hängt aber auch davon ab wie leistungsfähig die entsprechenden Geräte beim Kauf konfiguriert wurden.
3:46 Kommentar von Guest
Wie ist der Energieverbrauch von Druckern oder PCs? Lohnt es sich, deswegen auf neue Geräte umzusteigen?
3:49 Stephan Batteux, HP:
Drucker haben da in den letzten 3 Jahren richtig Fortschritt gemacht. Im Standby Modus wird etwa 0,5 Watt / h verbraucht, früher waren hier mehr als 5W/h keine Seltenheit. Und auch im Druckmodus ging der Energieverbrauch nach unten.
3:49 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Kuno: Wie hoch ist bei Euch der Stellenwert des Produktdesigns bei der Entwicklung? Stimmt es, dass dieser Faktor beim Kauf immer wichtiger wird?
3:50 Oliver Zink (HP):
Aktuelle PCs benötigen im Sleep Modus ca. 0,5-1Watt und im normalen Betrieb ca. 20-35Watt.
3:51 Stephan Batteux, HP:
Noch kurz zum Energieverbrauch: Die Chip hatte im April einen Laserdrucker und einen Tinternstrahldrucker verglichen. Energiekosten über ein Jahr und bei 500 Seiten pro Monat waren hier bei knapp 15 Euro beim Laser und weniger als 1 Euro beim Tintengerät.
3:53 Stephan Batteux, HP:
Nun zum Design: Richtig, Design spielt eine sehr wichtige Rolle. IT ist oft auch Ausdruck von Fortschritt oder Statussymbol…
3:54 Stephan Batteux, HP:
Des weiteren geht es auch um mobile, kleine und leichte Geräte. Da ist das Design immens wichtig und funktional getrieben.
3:55 Kommentar von Albert
In Managementbüchern für Gründer heißt es oft: Fokussiere auf Deine Kernkompetenz. In meinem Fall ist das definitiv nicht die IT. Doch an wen soll ich denn bitte alle IT-Fragen outsourcen?
3:56 Stephan Batteux, HP:
Da kann ich wiederum nur auf den Fachhändler verweisen, der um die Ecke angesiedelt ist, leicht erreichbar und durch Schulungen auf dem neuesten Stand der Technik.
3:57 Moderator:
Unsere Zeit ist fast um. Noch eine Frage:
3:57 Kommentar von Andi L.
Wie kann man als „Normalmensch“ lernen, mit einem ITler effizient zu kommunizieren?
3:58 Stephan Batteux, HP:
Gute Frage, das passiert ja vielen. Wichtig ist, dass man sich klar macht, welchen Bedarf ich habe und welches Budget….
3:59 Stephan Batteux, HP:
Diese Vorgaben kann dann ein ITler umsetzen, ohne dass man direkt alles Fachlatein kennen muss.
3:59 Moderator:
Wir bedanken uns bei Euch für die rege Beteiligung am Chat und bei Stephan Batteux und Oliver Zink für die aufschlussreichen Antworten! Nächsten Mittwoch findet der Chat wieder zur üblichen Zeit von 11 bis 13 Uhr statt. Es geht um das Thema „Steuern – Was bringt das Jahressteuergesetz 2013?“
4:00 Stephan Batteux, HP:
Auch von HPs Seite vielen Dank für das Interesse.
4:00 Oliver Zink (HP):
Vielen Dank für das Interesse.

Chat-Protokoll: Steuern – Was bringt das Jahressteuergesetz 2013?

Im Chat: Joachim Breithauptvon der Kanzlei Osborne Clarke.

11:00
Kommentar von Moderator
Herzlich willkommen zum 7. Chat der Serie „Richtig gründen“! Thema heute: „Steuern – Was bringt das Jahressteuergesetz 2013?“ Dazu begrüße ich unseren Experten Joachim Breithaupt von der Kanzlei Osborne Clarke.
11:01
Kommentar von Joachim Breithaupt
Hallo Zusammen, herzlichen Dank für die Einladung zu diesem Chat. Ich freue mich auf einen spannenden Austausch zum Thema Steuern, das für Gründer und auch generell für Unternehmen ein wichtiger Baustein bei der Unternehmenstätig ist.
11:02
Moderator:
Zunächst eine E-Mail-Frage von Kuno: Welche Steuern kommen denn als Unternehmer überhaupt auf mich zu?
11:03
Joachim Breithaupt:
In jedem Fall muss man sich mit der Umsatzsteuer und den Ertragssteuern beschäftigen. Umsatzsteuer trifft grundsätzlich jedes Unternehmen. Es gibt aber die sog. Kleinunternehmerregelung, die es jungen Unternehmen in der Anfangsphase ermöglicht, von der Umsatzsteuer abzusehen. …
11:04
Joachim Breithaupt:
Bei den Ertragssteuern hängt es davon ab, in welcher Rechtsform das Unternehmen betrieben wird. Einzelunternehmen und Personengesellschaften (GbR, oHG, KG) müssen Gewerbesteuer zahlen, ihre Gesellschafter Einkommensteuer. …
11:05
Joachim Breithaupt:
Handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft (UG, GmbH, AG) muss die Gesellschaft selber Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer zahlen (zusammen ca. 30 %). Werden von der Kapitalgesellschaft Gewinne ausgeschüttet, greift für die Gesellschafter auf die Zahlungen die Abgeltungssteuer von 25 % + Soli + Kirchensteuer.
11:06
Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Jakob: Ich bin mir unsicher, welche Rechtsform ich für meine Gründung wählen soll. Gibt es eine Art Faustregel, wann Gmbh und wann etwas anderes?
11:08
Joachim Breithaupt:
Die richtige Rechtsform für das Unternehmen ist von einer Vielzahl von Kriterien abhängig. Die Steuern spielen dabei nur eine gewisse Rolle. Daneben sind vor allem Themen wie die Anzahl der Gesellschafter, die Aufnahme von Finanzinvestoren, die Haftung, ein möglicher Exit, die Beteiligung von Mitarbeitern und vieles Mehr von Bedeutung. …
11:09
Joachim Breithaupt:
Man sollte sich daher nie von nur einem oder zwei Kriterien leiten lassen, sondern in Ruhe alle Aspekte gegeneinander abwägen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass der Gesetzgeber den Wechsel der Rechtsform relativ einfach ermöglicht. Man kann also jederzeit vom Einzelunternehmen in eine Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft wechseln und umgekehrt. …
11:12
Joachim Breithaupt:
Ich empfehle in aller Regel zunächst als Einzelunternehmen oder bei mehreren Gesellschaftern als Personengesellschaft (GbR oder OHG) zu gründen, da dies am einfachsten und kostengünstigsten möglich ist. Auch können diese Rechtsformen sehr einfach und ohne formalien geführt werden. Man kann da nicht viel falsch machen. Wenn das Unternehmen aus der Gründungsphase raus ist, kann man dann überlegen, ob man ggfs. in eine Kapitalgesellschaft wechselt. Zwingend ist das aber nicht. Es gibt in Deutschland viele auch Großunternehmen in der Rechtsform der Personengesellschaft. Die oft gewünschte Haftungsbeschränkung lässt sich durch die Rechtsform der GmbH & Co. KG erreichen. …
11:13
Joachim Breithaupt:
Eine Kapitalgesellschaft (GmbH oder UG) würde ich nur dann am Anfang empfehlen, wenn klar ist, das ich einen Finanzinvestor für die SEED- oder Wachstumsphase benötige. Solche Investoren beteiligen sich immer nur an Kapitalgesellschaften.
11:13
Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Klaus: Ich habe den Riesenwirbel um das Jahressteuergesetz 2013 mitbekommen, blicke da aber nicht ganz durch. Worum geht es eigentlich genau und ist das jetzt schon beschlossen?
11:15
Joachim Breithaupt:
Das Jahressteuergesetz 2013 ist das übliche Monstrum aus der Finanzverwaltung, mit dem eine Vielzahl von Steuergesetzen verändert werden sollen. Es hat über 100 Seiten und befindet sich zur Zeit im Gesetzgebungsverfahren. Für Gründer ist es deshalb von Bedeutung, da eine oftmals genutzte Struktur zumindest eingeschränkt wird. …
11:16
Joachim Breithaupt:
Ist klar, dass man Finanzinvestoren benötigt, und gründet man deshalb als UG oder GmbH, können bei einem spätere Verkauf des Unternehmens die Erlöse nahezu, d.h. 95 % steuerfrei vereinnahmt werden, wenn man als Gründer nicht direkt an dem Unternehmen beteiligt ist, sondern über eine eigene Holding Gesellschaft. Die Holding muss dann wiederum als UG oder GmbH gegründet sein. …
11:19
Joachim Breithaupt:
Bislang gab es keine Mindestbeteiligung für eine solche Holding UG oder GmbH. Der Gesetzgeber plant nun, dass die Steuervergünstigung nur dann gewährt wird, wenn die Holding mit mindestens 10 % an der operativen UG oder GmbH beteiligt ist. Stichtag soll immer der 1. Januar eines Kalenderjahres sein. Wird die Grenze unterschritten, stellen die Gewinnausschüttungen und auch der Veräußerungsgewinn laufende Einkünfte bei der Holding dar, die mit ca. 30 % Körperschaft- und Gewerbesteuer besteuert werden. Wird der Gewinn dann aus der Holding ausgeschüttet, kommt noch die Abgeltungssteuer dazu. Das ist steuerlich ein ziemliches Desaster. …
11:22
Joachim Breithaupt:
Für Gründer ist das deshalb ein Problem, da viele im Rahmen von Finanzierungsrunden auf unter 10 % Beteiligung an „ihrem“ Unternehmen verwässert werden. Hat man dann eine solche Holding Struktur, ist das wie gezeigt sehr nachteilig. Ob das Gesetz so kommt, ist offen. Es gibt viel Widerstand, nicht nur aus der Gründerszene, sondern auch von den großen Wirtschaftsverbänden. Auch in der Politik hat man gemerkt, dass das wohl nicht so optimal wäre. Am 26. Oktober soll die 2. und 3. Lesung im Bundestag erfolgen. Mal sehen, was dann passiert.
11:22
Kommentar von Olaf
Gibt es, steuerrechtlich gesehen, einen günstigen Zeitpunkt im Jahr, an dem oder bis zu dem man sein Unternehmen gegründet haben sollte?
11:24
Joachim Breithaupt:
Nee, eigentlich ist das egal, es sei denn, man hat ein klassisches Saison-Geschäft. Dann kann man aber das Wirtschaftsjahr für das Unternehmen vom Kalenderjahr loslösen. Folge wäre, dass die Bilanz und damit das steuerliche Ergebnis jeweils für das gesonderte Wirtschaftsjahr zu ermitteln ist, z.B. für den Zeitraum 1. Mai bis 30. April des Folgejahres. Dadurch lassen sich mögicher Weise steuerliche Stundungseffekte erreichen.
11:25
Moderator:
Eine E-Mail Frage von Michael: 2 Partner gründen gerade eine Physiotherapie, als Partnerschaftsgesellschaft. Da ich (als Nicht-Heil- oder Freiberufler) KnowHow und Kapital zur Verfügung stelle, ist eine stille Beteiligung geplant. Was gibt es in dieser Konstellation ggf. zu beachten?
11:29
Joachim Breithaupt:
Die Physiotherapie gehört zu den Heilberufen und stellt damit eine freiberufliche Tätigkeit dar. Die Freiberufler sind von der Gewerbesteuer befreit. Voraussetzung ist aber, dass nur Freiberufler, also Personen mit der beruflichen Qualifikation für die berufliche Tätigkeit an dem Unternehmen beteiligt sind. Wenn Michael nur diese Qualifikation nicht hat, darf er an dem Unternehmen nicht beteiligt werden. Sonst droht eine sog. „steuerliche Infizierung“ und das Unternehmen verliert den Status als Freiberufler-Praxis. …
11:32
Joachim Breithaupt:
Wenn Michael Kapital zur Verfügung stellen will, darf er das also nicht als Gesellschafter tun. Standesrechtliche ist es bei vielen Freiberuflern auch nicht zulässig, an andere eine Gewinnbeteiligung zu zahlen. Es wäre daher das Einfachste, wenn er nur ein Darlehen gibt. Wenn eine Gewinnbeteiligung das Ziel ist, muss im Vorfeld geprüft werden, ob das überhaupt zulässig ist nach den Vorschriften für Physiotherarpeuten. Falls ja, kann dann nur eine sog. „typisch stille Beteiligung“ gewährt werden, die Michael keine wirklichen Einflussmöglichkeiten auf die Praxis eröffnet, aber eine Gewinnbeteiligung vorsieht und bei Michael zu Einkünften aus Kapitalvermögen führt.
11:32
Moderator:
Eine Nachfrage von Michael: Ist die Umwandlung einer Partnergesellschaft mit stiller Beteiligung in eine GmbH grundsätzlich denkbar? Oder ist dies dann eine Neugründung?
11:34
Joachim Breithaupt:
Die Umwandlung wäre grundsätzlich möglich, und zwar auch ohne Neugründung. Steuerliche würde man aber den Status als Freiberufler-Praxis verlieren, da die GmbH immer gewerbliche Einkünfte erzielt. Der Gewinn der Praxis würde als der Körperschaft- und Gewerbsteuer unterliegen.
11:34
Moderator:
Eine Frage von Felix: Bis zu welchem Umsatz gelte ich denn als Kleinunternehmer, der keine Umsatzsteuer zahlen muss?
11:36
Joachim Breithaupt:
Kleinunternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes sind Unternehmer, deren Umsatz einschließlich. der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalen-derjahr nicht höher als EUR 17.500,00 lag und im laufenden Kalenderjahr voraus-sichtlich EUR 50.000,00 nicht übersteigen wird. …
11:36
Joachim Breithaupt:
Da ein Existenzgründer keinen Vorjahresumsatz aufweisen kann, ist in diesen Fällen die Umsatzgrenze von EUR 17.500,00 für das laufende Kalenderjahr maßgeblich. …
11:38
Joachim Breithaupt:
Wird die Tätigkeit im Laufe eines Jahres aufgenommen, darf die Kleinunterneh-merregelung im ersten Jahr der Geschäftstätigkeit dann in Anspruch genommen werden, wenn der zu erwartende Umsatz unter EUR 17.500,00 liegen wird. Ande-rerseits ist die Kleinunternehmerregelung im zweiten Jahr der Geschäftstätigkeit bereits dann nicht anwendbar, wenn die Umsätze des ersten Jahres hochgerechnet die Grenze von EUR 17.500,00 übersteigen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn bei Aufnahme der Geschäftstätigkeit im Oktober bis zum Ende des Jahres Umsätze in Höhe von EUR 6.000,00 erzielt werden. In diesem Fall beträgt der maßgebliche Umsatz EUR 6.000,00 / 3 Monate x 12 Monate = EUR 24.000,00.
11:38
Kommentar von Caroline
Wenn ich ein Nebengewerbe gründe/anmelde und meinen regulären Job weiter mache, wie verhält es sich hier mit den Steuern? Was muss man hier beachten? Vermutlich kommt man im ersten Jahr nicht über die Grenze..
11:41
Joachim Breithaupt:
Wenn der reguläre Job ein Anstellungsverhältnis ist, spielt der keine Rolle. Die vorstehenden Zahlen beziehen sich nur auf die unternehmerische Tätigkeit. Unter die Umsatzsteuer fallen nur „Selbständige“.
11:41
Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Ines: Was bedeutet es eigentlich, eine Limited zu gründen? Welche Vorteile hat das und wie lässt sich diese englische Form mit dem deutschen Steuerrecht vereinbaren?
11:45
Joachim Breithaupt:
Die Limited (Ltd.) hatte ihre große Zeit in den Jahren 2000 bis 2005, also es in Deutschland noch keine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), also die UG gab. Viele Gründer wollten als Kapitalgesellschaft gründen, hatten aber nicht das erforderliche Stammkapital von EUR 25.000. Da in der EU Niederlassungsfreiheit gilt, die auch für Kapitalgesellschaften greift, war und ist es daher möglich, eine Kapitalgesellschaft wie die Ltd. in UK zu gründen und den Sitz dann nach Deutschland zu verlegen. Die Ltd. ist eine Kapitalgesellschaft wie die GmbH. Im Gegensatz zur GmbH ist aber ein Stammkapital von 1 Pfund ausreichend. …
11:47
Joachim Breithaupt:
Es hat dann viele Neugründungen in der Rechtsform der Ltd. gegeben. Optimal war das aber nicht, da mit dieser ausländischen Rechtsform auch einige Zusatzkosten verbunden sind. So erhält man etwa die Gründungsdokumente nur in englischer Sprache. Da die Ltd. aber im deutschen Handelsregister eingetragen werden muss, ist eine teure Übersetzung zu fertigen. Auch muss neben dem deutschen Jahresabschluss ein Abschluss nach englischem Recht erfolgen, also zwei mal Steuerberaterkosten. …
11:49
Joachim Breithaupt:
Der Gesetzgeber hat dann reagiert und als Äquivalent zur Ltd. die UG ins Leben gerufen. Auch die UG ist Kapitalgesellschaft und das Mindestkapital kann frei festgelegt werden, etwa bei EUR 1. Die ganzen Nachteilen mit einer ausländischen Gesellschaft existieren bei der UG natürlich nicht, so dass es aus meiner Sicht heute keinen Grund gibt, eine Ltd. zu gründen, es sei denn, man will von Anfang an in UK geschäftlich tätig werden. Für Deutschland ist die UG völlig ausreichend. …
11:52
Joachim Breithaupt:
Man muss sich allerdings bei der UG wie bei der Ltd. immer klar sein, dass aufgrund des niedrigen Kapitals die Gesellschaft selber meist nicht kreditwürdig ist. Das bedeutet, dass nicht nur die Banken meist keinen Kredit geben. Auch viele Geschäftspartner werden nur mit Einschränkungen bereit sein, mit einer UG Geschäfte zu machen. Ich empfehle daher ehr eine Personengesellschaft. Die führt zwar – je nach Ausgestaltung – zu einer persönlichen Haftung der Gesellschafter. Die Haftung hat man im Zweifel aber sowieso, weil die Geschäftspartner dies bei einer UG von den Gesellschaftern verlangen.
11:53
Kommentar von Caroline
Das heißt am Endes des Jahres mache ich zwei Steuererklärungen. 1x für mein Kleingewerbe und dann noch regulär die für meine Festanstellung…Beide sind unabhängig voneinander. Danke für die Antwort!
11:53
Moderator:
Dieser Beitrag bezieht sich auf die Antwort von 11.41
11:56
Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Lutz: Ab welcher Unternehmensgröße würden Sie denn in jedem Fall einen Steuerberater empfehlen?
11:57
Joachim Breithaupt:
An Caroline: Nein, eine Einkommensteuererklärung reicht aus. In dieser Einkommensteuererklärung werden alle Einkünfte erfasst. Dazu gibt es verschiedene Anlagen zur Steuererklärung, nämlich für Einkünfte aus Arbeitnehmertätigkeit (Anlage N), aus gewerblicher Tätigkeit (Anlage G) oder aus Kapitaleinkünften (Anlage KAP). Abhängig davon, was man alles für Einkünfte hat, müssen diese Anlagen ausgefüllt werden. Am Ende läuft das dann alles in eine Gesamtsumme, die vom Finanzamt ausgerechnet wird. Darauf wird dann die Einkommensteuer berechnet. Zusätzlich muss dann ggfs. noch eine Gewerbsteuererklärung und – falls man nicht unter die Kleinunternehmerregelung fällt – die Umsatzsteuererklärung abgegeben werden.
12:00
Joachim Breithaupt:
An Lutz: Das ist schwer zu sagen. Steuerrecht und auch das Bilanzrecht sind leider relativ komplexe Materien. Man kann sich da natürlich selber einarbeiten. Das bedeutet aber, dass Zeit für das eigentliche operative Geschäft fehlt. Wenn man als Gründer nicht bereits Vorkenntnisse hat, würde ich bereits ab Gründung (oder besser bereits vorher, um die richtige Rechtsform auszuwählen) einen Steuerberater beauftragen. Wenn man die Kosten klein halten will, kann man sich auch darauf verständigen, dass man selber die Buchhaltung macht und der Steuerberater dann nur noch den Jahresabschluss vorbereitet und die Steuererklärungen erstellt.
12:02
Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Karin: Welche Websites bzw. Beratungsstellen würden Sie denn empfehlen, um als Gründer einen kompetenten Überblick über die Steuerthematik zu erhalten?
12:07
Joachim Breithaupt:
Es gibt in Deutschland eine Menge guter Gründerinitativen, die Hilfestellung für Gründer anbieten, oftmals kostenlos. Das gibt es eigentlch in jeder größeren Stadt. In Köln ist das etwas das NUK (www.n-u-k.de), das kostenlos im Rahmen eines Businessplan-Wettbewerbs Coachingabende veranstaltet, an denen jeder mit Experten aus verschiedenen Bereichen sprechen kann. Sehr hilfreich sind sicherlich auch Internetseiten wie www.gruenderszene.de oder die offizielle Seite des Bundeswirtschaftsministeriums (www.existenzgruender.de). Da wir viele Gründer beraten haben wir ein Ebook zu allen rechtlichen und steuerlichen Fragen rund um die Gründung geschrieben, das man ebenfalls kostenfrei unter www.startup-ebook.com aufrufen kann.
12:08
Moderator:
Eine Frage von Christoph: Angenommen ich gründe eine Gmbh, will meinen Hauptwohnsitz später aber in ein anderes Land verlagern. Wie sieht das steuerrechtlich aus?
12:10
Joachim Breithaupt:
Man sollte sich in jedem Fall bereits vor Gründung eines Unternehmens gut überlegen, wo man später leben und arbeiten will. Kommt ein Umzug ins Ausland in Betracht, hat das steuerilch Auswirkungen auch auf das Unternehmen. Handelt es sich um eine GmbH oder AG, droht die sog. „Wegzugsbesteuerung“, wenn der Gesellschafter seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt. …
12:12
Joachim Breithaupt:
Der Gesetzgeber fingiert mit der Wegzugsbesteuerung einen Verkauf der Beteiligung und besteuert dann den fikitven Veräußerungsgewinn. Das ist nicht ganz so schlimm, wenn man ins EU-Ausland verzieht. Dann wird zwar auch die Steuer festgesetzt, aber zumindest gestundet, bis die Beteiligung wirklich verkauft wird. Verzieht man aber in ein nicht EU-Land (z.B. Schweiz), schlägt die Wegzugsbesteuerung gnadenlos zu. Das kann sehr teuer werden. …
12:13
Joachim Breithaupt:
Steht ein Umzug ins Ausland also schon fest, sollte man daher überlegen, statt einer GmbH lieber eine Personengesellchaft zu gründen. Da greift die Wegzugsbesteuerung nämlich nicht. Alternativ kann man natürlich überlegen, direkt im Ausland das Unternehmen zu gründen.
12:14
Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Ingo: Stichwort Jahressteuergesetz: Wie verfahren denn andere europäische Länder mit der Besteuerung von Beteiligungskapital? Bzw. gerät Deutschland damit standortpolitisch ins Hintertreffen?
12:20
Joachim Breithaupt:
Die anderen EU-Länder sind da sehr unterschiedlich aufgestellt. Tatsächlich ist es so, dass in den meisten anderen Staaten eine Mindestbeteiligungsquote verlangt wird, um Dividenden und Veräußerungsgewinne steuerfrei vereinnahmen zu können. Die Quoten variieren dabei. Oftmals wird zusätzlich noch eine Mindestdauer verlangt (oftmals 12 Monate), innerhalb der die Beteiligung an der operativen Kapitalgesellschaft gehalten werden muss, bevor man die Steuervergünstigungen erhält. Nur einige wenige Länder wie etwa Belgien sehen eine so weitgehenden Steuerfreiheit vor, wie Deutschland. Wir kommen damit also nicht wirklich ins Hintertreffen. Aber gerade für die Gründerszene wäre die Änderung von erheblichem Nachteil, weil nicht nur die Gründer selber, sondern auch Investoren wie Business Angels davon betroffen wären. Es steht daher zu befürchten, dass weniger Risikokapital zur Verfügung gestellt wird, wenn das Gesetz wie vorgeschlagen umgesetzt wird.
12:22
Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Markus: In meinem Startup helfen manchmal Freunde und Familie unentgeltlich und ohne Vertrag mit. Ist das in irgendeiner Weise für meine Steuern relevant bzw. kann das ein Nachteil sein?
12:26
Joachim Breithaupt:
Für die Steuern ist die unentgeltiche Tätigkeit von Friends & Family egal. Probleme können aber auf anderen Feldern entstehen: Wenn etwa ein Freund eine Software unentgeltlich (mit-) programmiert, dann hat er möglicher Weise Rechte an dieser Software. Wenn dann später ein Investor in das Unternehmen als weitere Gesellschafter kommt, will er typischer Weise sicher gehen, dass das Unternehmen auch wirklich Eigentümer aller Rechte ist. Auch haben wir es schon erlebt, dass Jahre später Zahlungen gegen das Unternehmen geltend gemacht werden, vor allem dann, wenn das Unternehmen erfolgreich läuft. Facebook lässt grüßen. …
12:28
Joachim Breithaupt:
Man sollte daher auch bei einer unentgeltichen Mitarbeiter eine schriftliche Vereinbarung treffen, dass der Freund oder das Familienmitglied keinerlei Rechte aus seiner Tätigkeit hat und keine Ansprüche bestehen. Ein weiterer Aspekt ist die Absicherung solcher Personen. …
12:30
Joachim Breithaupt:
Passiert werden der Arbeit ein Unfall, ist der Freund oder das Familienmitglied nicht versichert. Das kann möglicher Weise zu einer erheblichen Haftung des Unternehmens führen, die bis zum Ruin gehen kann. Man sollte daher überlegen, ob man zumindest bei der Berufsgenossenschaft anmeldet, die bei berufsbedingten Unfällen einspringt. Alternativ sollte man an eine ausreichende Berufshaftpflichtversicherung denken.
12:31
Kommentar von Daniel
Kann ich für mein privates Auto die MwSt. zurückbekommen wenn ich es ins Geschäftsvermögen aufnehme?
12:35
Joachim Breithaupt:
Nein, das geht leider nicht. Wenn das Auto nächst privat angeschafft worden ist, lautet die Rechnung ja auf die Privatperson. Die Privatperson kann aber keine Vorsteuer ziehen, also die Umsatzsteuer, die in der Rechnung ausgewiesen wird, zurück bekommen. Wenn dann später das Auto ins Geschäftsvermögen überführt wird, darf die Privatperson keine Rechnung mit Umsatzsteuer schreiben. Es können dann nur die Umsatzsteuerbeträge zurück verlangt werden, die aus laufenden Rechnungen resultieren, etwa aus Tankquittungen oder aus Reparaturen. …
12:36
Joachim Breithaupt:
Um die Umsatzsteuer aus dem Kaufpreis zu erhalten, müsste die Rechnung des Verkäufers direkt auf das Unternehmen ausgestellt werden. Ggfs. kann man die Rechnung noch umschreiben, wenn das Unternehmen sich im Gründungsstadium befindet und die Eintragung im Handelsregister noch nicht erfolgt ist.
12:37
Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Ina: Muss ich dem deutschen Finanzamt eigentlich melden, wenn ich mich etwa auf Zypern an einer Gesellschaft beteilige? Innerhalb der EU herrscht ja eigentlich Niederlassungsfreiheit.
12:43
Joachim Breithaupt:
Grundsätzlich kann ich mich an jedem Unternehmen beteiligen, ganz egal wo auf Welt das Unternehmen seinen Sitz hat. Da in Deutschland das Welteinkommensprinzip gilt, also Deutschland das gesamte Einkommen von Personen besteuert, die in Deutschland ihren Wohnsitz oder Lebensmittelpunkt habe, verlangt die Finanzverwaltung, dass man eine Beteilgung an einer ausländischen Gesellschaft bis Mai des Folgejahres anzeigt, in dem die Beteiligung eingegangen wurde. Dadurch soll sichergestellt werden, dass man Einkünfte aus dieser Gesellschaftsbeteiligung auch versteuert. Die Anzeigepflicht gilt aber nur für Beteiligung von mindestens 10 %.
12:44
Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Doris: Ich muss eine saftige Nachzahlung leisten, die ich im Augenblick eigentlich gar nicht aufbringen kann, ohne mein Startup in Schwierigkeiten zu bringen. Was tun? Welche Regeln gelten bei Fristverlängerungen?
12:48
Joachim Breithaupt:
Eigentlich muss die Steuer bezahlt werden. Es gilt auch hier der (dumme) Grundsatz: „Geld hat man zu haben“. Wenn die Steuer nicht gezahlt wird, laufen Säumniszinsen von 1 % pro Monat zu zahlen. Der Fiskus kann den Steuerschuld auch direkt vollstrecken. Ein Steuerbescheid gilt jederzeit als vollstreckbar. Wir haben es in der Praxis schon erlebt, dass der Fiskus etwa das Konto der Firma bei der Bank pfändet. …
12:50
Joachim Breithaupt:
Soweit muss es aber nicht kommen. Wenn man merkt, dass man die Steuer beim besten willen nicht (vollständig) bezahlen kann, sollte man schnellstmöglich mit dem Finanzamt Kontakt aufnehmen und die Lage erläutern. In aller Regel lassen die Finanzbeamten mit sich reden und man kann Ratenzahlung vereinbaren. Man muss auch dann allerdings mit Stundungszinsen rechnen.
12:51
Kommentar von Larissa Fischer
Was ist, wenn ich als Freiberufler ab und zu (Umsatz nicht mehr als 250 EUR im Jahr) selbstgedruckte Grußkarten verkaufe. Muss ich dafür extra ein Gewerbe anmelden, zusätzlich zu meiner freiberuflichen Tätigkeit? Oder kann ich die Einnahmen einfach in meiner Steuererklärung als gewerbliche Einkünfte erfassen?
12:56
Joachim Breithaupt:
Für den Verkauf von selbstgedruckten Grußkarten braucht dann kein Gewerbe angemeldet zu werden, wenn es sich bei der Herstellung der Grußkarten um eine künstlerische Tätigkeit handelt. Nur dann ist eine Freiberuflichkeit gegeben, die zur Befreiung von der Gwerblichkeit führt. In diesem Fall können die Einkünfte tatsächlich einfach in der Steueerklärung angegeben werden, aber nicht als gewerbliche Einkünfte, sondern als Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit. Es gibt dafür ein gesondertes Formular. …
12:58
Joachim Breithaupt:
Sollte es sich allerdings nicht um eine künstlerische Tätigkeit handelt, müsste eine Gewerbeanmeldung erfolgen, da dann die Einkünfte auch der Gewerbesteuer unterliegen, die von der Gemeinde erhoben wird. Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn es sich um sog. „Liebhaberei“ handelt, die also ohne Gewinnerzielungsabsicht vorgenommen wird. Dann kann man auf die Gewerbeanmeldung und auch auf die Angabe der Einkünfte in der Steuererklärung verzichten. Die Grenze zur Gewinnerzielungsabsicht ist aber schnell überschritten.
12:58
Kommentar von Larissa Fischer
Danke für die Info!
12:58
Moderator:
Unsere Zeit ist fast um. Noch eine letzte Frage: Was sind denn ihrer Erfahrung nach die 5 häufigsten Fehler, die Gründer in Sachen Steuern machen?
12:59
Joachim Breithaupt:
1. Es werden sich zuwenig Gedanken bei der Gründung gemacht. Auch das Thema Steuern sollte unter Berücksichtigung des Business Plans bei der Wahl der richtigen Rechtsform berücksichtigt werden
1:00
Joachim Breithaupt:
2. Die Umsatzsteuer wird unterschätzt. Umsatzsteuer gehört dem Fiskus und muss abgeführt werden …
1:01
Joachim Breithaupt:
3. Es muss eine klare Abgrenzung zwischen Privat- und Betriebsvermögen erfolgen, da eine Übertragung Steuern auslösen kann. …
1:02
Joachim Breithaupt:
4. Bei Aufnahme weiterer Gesellschafter müssen die steuerlichen Auswirkungen genau geprüft werden. Gleiches gilt bei Unternehmensumstrukturierungen …
1:03
Joachim Breithaupt:
5. Man sollte die Steuer nicht in den Vordergrund der Unternehmenstätigkeit stellen. Natürlich ist das Zahlen von Steuern unschön. An erster Stellte muss aber das Erzielen von Gewinnen stehen. Dann ist die Steuer gar nicht mehr so schlimm
1:03
Moderator:
Wir bedanken uns bei Euch für die Beteiligung am Chat und bei Joachim Breithaupt für die aufschlussreichen Antworten! Nächsten Mittwoch geht es im letzten Chat der Serie „Richtig gründen“ um das Thema „Insolvenz – Wie komme ich raus aus dem Tief?“
1:03
Joachim Breithaupt:
Auch von meiner Seite besten Dank.

Chat-Protokoll: Die Pleite droht – was ist zu tun?

Im Chat: Jan Rosenkranz ehemaliger enable2start-Gewinner.

Verlauf
11:02 Kommentar von Moderator
Herzlich willkommen zum letzten Chat der Serie „Richtig gründen“! Thema heute: „Insolvenz – Wie komme ich wieder raus aus dem Tief?“ Dazu begrüße ich unseren Experten Jan Rosenkranz, der als freier Sanierungsberater arbeitet.
11:03 Kommentar von Jan Rosenkranz
Hallo und guten Morgen, vielen Dank für die Einladung zum Chat. Sehr gern teile ich meine Erfahrungen in Zusammenhang mit Unternehmenskrisen und den daraus resultierenden persönlichen und ggf. psychologischen Problemen.
11:03 Moderator:
Zunächst eine E-Mail-Frage von Dominik: Was kommt eigentlich auf mich als Gründer zu, wenn ich Insolvenz anmelden muss?
11:06 Jan Rosenkranz:
Zunächst ist erst einmal festzustellen, ob objekive Insolvenzgründe vorliegen und diese die Unternehmung oder die Privatperson betrifft.
11:08 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Klaus: Wenn ich meinerseits Rechnungen nicht bezahlen kann, weil wiederum meine Kunden nicht pünktlich zahlen und mir eine Menge Geld schulden – müsste ich dann auch Insolvenz anmelden?
11:13 Jan Rosenkranz:
Für die Zahlungsfähigkeit ist es generell erst einmal irrelevant ob selbstverursachte oder externe Gründe vorliegen. Wenn dauerhaft eine Unterdeckung der Liquidität zu erwarten ist, bleibt in jedem Fall noch die Verhandlung mit den eigenen Gläubigern um dort ggf. einen Forderungsverzicht zu erreichen.
11:14 Kommentar von Sarah Mientus
Warum hat Ihre Geschäftsidee eines Bio-Restaurants damals nicht funktioniert? Und was haben Sie daraus für die Zukunft gelernt?
11:15 Jan Rosenkranz:
Hierzu gibt es ein vielzahl von Gründen:
11:17 Jan Rosenkranz:
die Lage des ersten Restaurants in der Hamburger Innenstadt
11:20 Jan Rosenkranz:
die Preissensibilität der Kunden, Keine Bio Handelshalbfertigprodukte für die Gastronmie, Hohe Fluktuation bei den Mitarbietern. Gern können Sie hierzu den damaligen Blog bei der FTD einsehen
11:20 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Ben: Ich habe gelesen, dass Sie damals die Insolvenz abgewendet haben. Wie ist Ihnen das gelungen?
11:24 Jan Rosenkranz:
Ja, das ist richtig. Ich habe mein Unternhmen (still) liquidiert.Einfach gesagt habe ich mich mit all meinen Gläubigern verglichen und nach einer Frist von einem Jahr das UNternehmen im Handelsregister löschen lassen. Dazu bedurfte es einer Vielzahl, von zum Teil sehr langwierigen und schwierigen Verhandlungen
11:26 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Kuno: Was ist der Vorteil dieser Strategie?
11:30 Jan Rosenkranz:
Naja, bei einer reinen Unternehmensinsolvenz verlieren Sie als Unternehmer das eingesetzte (Eigen)Kapital und die Gläubiger i.d.R. ca. 95% ihrer Forderungen. Ggf schließt sich daran noch die Privatinsolvenz des Unternehmers an – je nach Haftungsverpflichtungen. Dies wollte ich vermeiden und habe so den Gläubigerneine bessere Quote zukommen lassen und selbst die Privatinsolvenz vermieden.
11:31 Kommentar von Fabian
Wir haben ein mäßig laufendes Geschäft mit ~10 Key Accounts aufgebaut. Hierzu haben wir substanzielle Investitionen getätigt (200k). Leider sehen wir, dass wir die kritische Masse voraussichtlich nicht erreichen werden. Die monatlichen Kosten fressen uns also auf. Eine Idee, wie wir aus der Sache rauskommen?
11:36 Jan Rosenkranz:
Hierzu bedarf zunächst einer möglichst detaillierten und schonungslosen! Analyse des Geschäftsmodells. Lassen sich dauerhaft und nachhaltig die Kosten nicht unter die Einahmen senken, sollte man eine Liquidationsstratgie entwickeln. Wahrheit hilft!! Ggf. kann man versuchen die Hilfe Dritter einzuholen (kostet aber auch Geld, dass in der Krise ja fehlt)
11:37 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von John: Welchen Konsequenzen hat es eigentlich, wenn ich mit einem Startup in Insolvenz gehe. Kann ich dann nie mehr gründen, weil mir ohnehin niemand mehr vertraut?
11:41 Jan Rosenkranz:
Nein. Erstens :ist die Insolvenz unvermeidbar? Zweitens.: kommt es darauf an weshalb und wie die Insolvenz entstanden ist und wie man damit auch im ‚Aussen‘ umgeht. Natürlich ist insbesondere in Deutschland die Insolvenz immer noch stigmatisier,t aber rein rechtlich kann man mehr als einmal, auch nach dem Scheitern, gründen.
11:42 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von John: Ich gehe mit meinen Mitarbeitern immer sehr offen und ehrlich um. Sollte man sie von Anfang an einweihen, wenn Zahlungsunfähigkeit/Insolvenz droht, oder kann das nachteilig sein, weil sich das dann herumspricht?
11:47 Jan Rosenkranz:
Wahrheit hilft! Seien Sie offen, klar und kommunizieren Sie deutlich, auch über die Krise.Seien Sie ehrlich zu sich selbst und Ihren Mitarbeitern. Planen Sie realistisch und sehen Sie Sich die Vergangenheit kritisch an.Haüfig haben die Mitarbeiter(und damit auch Betroffene!) auch gute Ideen zur Krisenbewältigung.
11:48 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Malte: Ich würde eher versuchen durchzuhalten, anstatt gleich Insolvenz anzumelden. Wann ist denn der genaue Zeitpunkt, an dem man Insolvenz anmelden muss, weil man sich sonst strafbar macht. Stichwort: Insolvenzverschleppung.
11:49 Jan Rosenkranz:
Auch ich würde zunächst ausloten ob mein Geschäftsmodell nicht noch wandelbar ist.
11:53 Jan Rosenkranz:
Für die Insolvenz gibt es zwei Tatbestände die man beachten muss: Zahlungsunfähigkeit und / oder bilanzielle Überschuldung. Um beide Aspekte genau beurteilen zu können, sollte der Steuerberater oder ein Experte konsultiert werden.
11:54 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Conny: Kann mein Insolvenzantrag eigentlich auch abgelehnt werden und was muss ich in dem Fall tun?
11:58 Jan Rosenkranz:
Ja, wenn die Masse(=restlichen Vermögenswerte) des Unternehemens nicht ausreichen die Gerichts- und Insoverwalterkosten zu decken. Also bei einer Masse kleiner 3000-5000 € kann es sein, dass das Verfahren nicht eröffnet wird.
11:59 Moderator:
Eine Frage von Ines: Wie lange dauert denn eigentlich ein Insolvenzverfahren, bzw. wovon ist das abhängig?
12:02 Jan Rosenkranz:
Die erste Phase nach Anmeldung und vor der eigentlichen Insolvenzeröffnung kann bis zu drei Monate dauern.Die Insolvenz selbst hängt von der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells ab und kann theoretisch auch mehrere Jahre dauern.
12:03 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Karolin: Insolvenzverfahren bedeutet, dass dann ein Insolvenzverwalter die Geschäfte übernimmt, richtig? Was ist dabei dann meine Aufgabe?
12:08 Jan Rosenkranz:
Der zunächst vorläufige Insolvenzverwalter wird ggf. zunächst die Geschäfte fortführen.Dabei bedient er sich ggf. der alten Geschäftsführung und der alten Mitarbeiter um möglichst viel Masse zu generieren bzw. das Unternehemen zu verkaufen. Da er i.d.R. kein Experte in dem Geschäftsfeld ist, strebt er zunächst wahrscheinlich eine enge Zusammenarbeit an.
12:09 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Kuno: Insolvenzverfahren ziehen sich ja oft über sehr lange Zeit hin. Darf ich mich in der Zeit schon nach etwas Neuem umschauen, eventuell sogar die nächste Gründung angehen?
12:11 Jan Rosenkranz:
Prinzipiell steht dem nichts entgegen. Als alter Geschäftsführer hat man aber noch einige Mitwirkungs- und Auskunftsverpflichtungen.
12:12 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Lutz: Welche Anlaufstellen/Websites gibt es denn, die mir weiterhelfen können, wenn ich nicht genau weiß, wie ich vorgehen soll?
12:16 Jan Rosenkranz:
Hiefür gibt bundesweit eine Vielzahl von spezialisierten Rechtsanwälten und betriebswirtschaftlichen Beratern. Natürlich hilft auch das Gesetz bzw. das neue ESUG und die Insolvenzverordnung
12:16 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Markus: Wenn ich überzeugt davon bin, dass die Geschäftsidee gut ist, aber die Umsetzung eben nicht optimal war – Lohnt es sich dann nach einer Insolvenz das ganze noch mal zu versuchen, nur eben mit anderen Strukturen?
12:21 Jan Rosenkranz:
Das ist natürlich von einer Reihe von Faktoren abhängig:ist die erneute Geschäftsidee finanzierbar? Hat man wirklich etwas nachhaltig gelernt,dass sich auch umsetzen lässt und ein erneutes Scheitern ausschliesst. Wenn ja, kann man durchaus einen neuen Veruch starten.
12:21 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Andreas: Wenn der Insolvenzverwalter die Zusammenarbeit mit mir als Gründer anstrebt: Welche Entscheidungskompetenzen habe ich dann aufgrund meiner Fachkenntnis? Und: Bekomme ich dann als Gründer ein Gehalt ausbezahlt, weil ich ja dann für einen anderen arbeite?
12:24 Jan Rosenkranz:
Die Bezahlung ist, wie so häufig im Leben, Verhandlungssache. Die Kompetenzen sind deutlich eingeschränkt und insbesondere im Aussenverhältnis tritt formal nur noch der Insolvenzverwalter auf.
12:25 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Julia: Wie oft kommt es vor, dass ein Unternehmen während der Insolvenz profitabel wird? Welche Ansprüche habe ich dann auf mein Startup?
12:31 Jan Rosenkranz:
Die Wahrscheinlichkeit,dass das Unterehmen nachhaltig proftiabel wird, ist sehr gering. In der Insolvenz entstehen zusätzliche Kosten für den Verwalter und das Gericht. Dafür ist der Hebel des Insolvenzverwalters im Umgang mit Gläubigern sehr groß. Ob dies dem Geschäftsmodell zuzurechnen wäre ist unsicher. Aber theoretisch könnte die Insolvenz (vorzeitig) beendet werden.
12:31 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Anna: Sie hatten ja selbst viel mit Gläubigern zu tun. Können Sie uns ein paar Tipps geben, auch psychologische, wie man beim Umgang mit ihnen am besten eine Einigung erzielt?
12:37 Jan Rosenkranz:
Ich glaube man muss jeden Gläubiger und jede Forderung individuell betrachten und bearbeiten. Wenn man im Vorweg offen auch über die Krise kommuniziert hat, sind viele Gläubiger mitfühlend, konzillliant und bereit an der Krisenbewältigung mit einem eigenen Beiteg mitzuwirken. Auch hier gilt wieder: Wahrheit hilft! Natürlich gibt es auch immer wieder Personen die nicht helfen wollen oder können oder man ‚erreicht‘ sie nicht, dann muss ggf. der eigene Verhandlungsführer getauscht werden.
12:37 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Georg: Wer bestimmt eigentlich, wie viel der Insolvenzverwalter bekommt und woher kommt das Geld?
12:39 Jan Rosenkranz:
Die Insolvenzverwaltervergütungsverordnung. Und das Geld kommt aus der verwertbaren Masse des Unternehmens.
12:41 Moderator:
Eine Frage von Nick: Stichwort Kontopfändung: In dem Fall kann ein Startup ja erst recht nichts mehr gegen den drohenden Niedergang tun: Wer kann so eine Pfändung veranlassen und durchsetzen und inwieweit kann ich mich dazu erklären?
12:44 Jan Rosenkranz:
Die Frage ist schon sehr speziell, kann von mir nicht belastbar beantwortet werden und sollte von einem Juristen beantwortet werden. Mir erscheint dies jedoch eher ein Mittel in der Privatinsolvenz zu sein.
12:44 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Bert: Klar, bei einer Kapitalgesellschaft bin ich zwar persönlich nicht haftbar. Aber wenn große Investoren mit ihm Boot waren und viel Geld verloren haben – spricht sich das dann nicht herum und ich habe bei einem Neustart kaum Chancen mehr, an Geld zu kommen? Ihre Erfahrung?
12:50 Jan Rosenkranz:
Na klar ist man erst mal in Erklärungsnot aber der Reputationsverlust kann ggf. durch eine erfolgreiche Abwicklung kompensiert werden. Allerdings ist es wenig wahrscheinlich das die selben Finanzierer(Eigen- und Fremdkapitalgeber) erneut auf die handelnden Personen setzten. Man braucht dann also neue Finanzierer – und die sind schwer zu finden. Eine neue Idee, ein verändertes Team und ein schlüssiges Konzept können andere Investoren durchaus überzeugen.
12:51 Moderator:
Eine E-Mail-Frage von Dominik: Wie haben Sie selbst nach dem Ende Ihres Startups wieder Tritt gefasst im Berufsleben? Was würden Sie Leuten in einer ähnlichen Situation empfehlen?
12:57 Jan Rosenkranz:
Ich habe aus der Not eine Tugend gemacht und habe die gemachten Erfahrungen in mein neues berufliches Betätigungsfeld einfliessen lassen. Ich arbeite zur Zeit als freier Sanierungsberater für mittelständische Unternehmen und kann hier mein schmerzlich erworbenes Handwerkszeug erfolgreich einsetzten. Prüfen sie kritisch all ihre Handlungsoptionen, atmen Sie tief durch und stehen Sie wieder auf. Das nächste Geschäftsmodell wird besser und erfolgreicher!
12:57 Moderator:
Unsere Zeit ist fast um. Noch eine Frage: Was sind denn Ihrer Erfahrung nach die drei häufigsten Fehler, die Gründer machen, wenn die Pleite droht?
1:03 Jan Rosenkranz:
Häufige Günde sind: neben betriebswirtschaftichen Aspekten, Inkonsequenz, Verdrängung und die Angst vor dem Scheitern: daher erarbeiten Sie sich eine Krisenstrategie und verfolgen diese konsequent. Beschäftigen Sie sich mit den Themen die Ihnen Angst machen. In der Regel sind dies solche Themen die Sie gern verdrängen, weil sie undenkbar sind und machen sich deren Auswirkungen klar. Information und Wissen über deren Auswirkungen nimmt diesen Themen ein Großteil des Schreckens und lassen Sie handlungsfähig bleiben. Wenn der Exitus des Geschäftsmodells unvermeidlich ist, akzeptieren Sie dies und arbeiten genauso konzentriert und konsequent weiter an der Bewältigung und Abarbeitung der Auswirkungen – dies erleichtert Ihnen die Folgen, nimmt dem Ganzen das Stigma des Scheiterns und lässt Sie das Heft des Handelns weiter in der Hand behalten
1:03 Moderator:
Wir bedanken uns bei Euch für die Beteiligung am Chat und bei Jan Rosenkranz für die aufschlussreichen Antworten!

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...