Management Homosexualität: Fehlende Sensibilität im Mittelstand

Das Bekenntnis des Fussballers Thomas Hitzelsberger zeigt: Schwulsein ist im Spitzensport ein Tabu. Auch im Mittelstand wird bei dem Thema geschwiegen. Viele Homosexuelle wollen sich nicht outen, weil sie Nachteile am Arbeitsplatz befürchten, sagt Bernd Schachtsiek vom Schwulennetzwerk Völklinger Kreis.

Mittelständische Unternehmer sind zu wenig für das Thema Homosexualität in ihrer Firma sensibilisiert. „Viele bekommen es nicht mit, wenn Probleme mit Diskriminierungen im eigenen Unternehmen auftauchen“, sagt Bernd Schachtsiek, Vorsitzender des Völklinger Kreises, einem Netzwerk schwuler Führungskräfte, in der aktuellen Ausgabe von impulse (erhältlich ab dem 30. Januar 2014). Zwar sei Homosexualität im Mittelstand kein Tabu mehr. Dennoch hätten sich laut einer Untersuchung mehr als die Hälfte der schwullesbischen Mitarbeiter noch nicht geoutet, weil sie Nachteile am Arbeitsplatz befürchteten.

Dabei gäbe es gute Gründe, sich mit den Belangen homosexueller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu befassen, meint Schachtsiek, der einst die Druckerei seines Vaters übernommen hatte und heute als Investor tätig ist. In Betriebsvereinbarungen etwa könne eine Benachteiligung von Minderheiten generell ausgeschlossen werden. Unternehmer, die sich auf diese Weise aktiv um die Belange homosexueller Mitarbeiter kümmern, sendeten ein Signal der Sicherheit an die Belegschaft, das sich in höherer Produktivität niederschlage. Zudem erhöhten solche Unternehmen ihre Attraktivität als Arbeitsgeber. Die Folge: eine höhere Innovationskraft.

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Schachtsiek kritisiert im Interview mit impulse auch, dass seine Initiativen in den großen Verbänden oft auf Desinteresse stoßen. Beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag wies man seine schriftlichen Anfragen mit dem Verweis auf Terminschwierigkeiten ab. Der Industrieverband BDI reagierte überhaupt nicht. Nur Dieter Hundt, damals Präsident des Arbeitgeberverbands BDA, habe dem Völklinger Kreis die Gelegenheit gegeben, sein Anliegen dem sozialpolitischen Ausschuss des BDA vorzustellen. „Ich sehe das als Indiz, dass sich die Verbandsspitzen mit dem Thema noch schwer tun“, sagt Schachtsiek.

 

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