Management Innovationen: So finden Sie unkonventionelle Ideen - Seite 2

Nachwuchs sichern
Die unkonventionellen Ideen der jungen Kreativen haben viele Unternehmer überrascht. Vor allem deren unbändige Energie empfinden sie als sehr inspirierend und nehmen die besondere Atmosphäre gern in die Unternehmen mit. Hinzu kommt ein weiterer Mehrwert, betont Heyer: „In einem praxisnahen Umfeld treten die Firmen sehr früh in den Dialog mit jungen Absolventen ein und können sich langfristig geeigneten Nachwuchs sichern. Für die jungen Absolventen ist das Programm ein Anreiz, ihre berufliche Zukunft in Bremen zu planen.“

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Kreative Methoden und Vermittlung
Forschen, Analysieren, Experimentieren, Entwickeln, Präsentieren. Etwa 60 Stunden innerhalb des Programms sind für den fachlichen Input von Mentoren vorgesehen. „Wir diskutieren sehr intensiv über mögliche Ideen, wir visualisieren sie in Form von Grafiken oder 3D-Modellen und präsentieren sie unseren Wirtschaftspartnern“, erklärt die Projektleiterin und Innovationsmanagerin Andrea Kuhfuß die Arbeitsweise im Think Tank. Der halbjährige Prozess läuft ergebnisoffen ab. Kreativität braucht Freiraum. Manchmal stellt sich heraus, dass die anfangs formulierte Fragestellung nicht zum gewünschten Ziel führt. Um eine praktikable Lösung zu finden, muss dann ein anderer Weg eingeschlagen werden.

Markterweiterung durch Perspektivwechsel
Für Onlyglass entwickelten die Stipendiaten eine Broschüre als Werbemittel für potentielle Kunden. Darin wird exemplarisch dargestellt, dass Medienfassaden nicht nur als Reklamefläche genutzt werden können, sondern darüber hinaus als innovative Fassadenbeleuchtung und urbanes Kommunikationsmittel – von Architekten, Stadtplanern, Fotografen, Filmemachern und Künstlern. „Die Stipendiaten haben bei uns im Unternehmen einen Perspektivwechsel angeregt – im Hinblick auf die Vermarktungsvielfalt unserer Medienfassaden“, sagt Onlyglass-Product-Manager Ralf Krüßel.

Die Erkenntnis, dass sie als innovative Beleuchtung und als urbanes Kommunikationsmittel genutzt werden können, mündete indirekt in den Auftrag „Klubhaus St. Pauli“. Onlyglass lässt gerade in das sechsstöckige Klubhaus in Hamburg seine neue Medienfassade einbauen. Zum Reeperbahnfestival Ende September 2015 soll sie mit Videoinstallationen bespielt werden.

Logistik, IT, Digitalisierung, Industrie 4.0 *
Auch das aktuelle Stipendiatenprogramm fokussiert das Thema Kommunikation: In Zusammenarbeit mit „Bremen digitalmedia“ wird die Frage geklärt, wie sich der Kontakt zwischen der IT und Logistik intensivieren lässt. Die jungen Kreativen brüten derzeit an einem innovativen Veranstaltungsformat, das Akteure aus der Logistik, IT, Wissenschaft und Gestaltung in einen fruchtbaren Austausch bringt. Die Ergebnisse der beiden aktuellen Think Tanks werden am 24. September 2015 in der BRENNEREI präsentiert.

Im kreativen Milieu der ehemaligen “Alten Schnapsfabrik“ in Bremen lädt die Wirtschaftsförderung Bremen regelmäßig zu Innovationsforen und Innovationswerkstätten ein. Dabei kommen zwischen sechs und zehn Unternehmensvertreter aus verschiedenen, Branchen in kleinen Workshop-Formaten zusammen – oft zu Clusterthemen, wie Luft- und Raumfahrt, Maritime Wirtschaft und Logistik, Windenergie. Es geht um Wissens- und Technologietransfer mit Blick auf die Megatrends demografischer Wandel, Globalisierung, Digitalisierung.*

Auszeichnung und Zukunftspläne
„Brennerei next generation lab“ ist ein Labor für interdisziplinäre Entwicklungsprozesse.
Das europaweit einmalige Projekt wurde 2014 in der Kategorie „Investitionen in Unternehmenskompetenzen“ mit dem Europäischen Unternehmensförderpreis ausgezeichnet. Ausgelobt in den 28 Mitgliedstaaten der EU sowie in Island, Norwegen, Serbien und der Türkei, würdigt der Award Projekte, die sich für Unternehmergeist und Unternehmertum verdient gemacht haben. Seit 2006 haben sich europaweit mehr als 2.000 Projekte und Initiativen beteiligt.

Andreas Heyer und Andrea Kuhfuß wollen das Programm weiterführen. Das setzt bei den Unternehmen das Bewusstsein voraus, dass sie den (Mehr-)Wert von interdisziplinären Teams anerkennen und vergleichbare Preise dafür zahlen wie für eine Personal- oder Unternehmensberatung. Heyer ist optimistisch und setzt auf Empfehlungsmarketing: „Je deutlicher wir die Erfolge am Markt zeigen, umso mehr Unternehmen lassen sich zum Mitmachen motivieren. Reden über Beispiele und Erfolge – das ist der richtige Weg!“

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