Management Investitionszuwachs für Kolumbiens Wirtschaft

Kolumbien wächst schneller als Latein- und Südamerika und gewinnt an Bedeutung für deutsche Unternehmen.

Kolumbien schickt sich an, aus der zweiten Reihe südamerikanischer Staaten nach vorne zu treten. In den zurückliegenden zehn Jahren wuchs die Wirtschaft mit durchschnittlich 4,2 % schneller als die Region Lateinamerika. Zwischen 2005 und 2011 verdoppelte sich die Wirtschaftsleistung des Andenstaats und liegt nun etwa gleichauf mit der von Dänemark. Nach einem rasanten Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 5,9 % im Vorjahr zeichnet sich im laufenden Jahr ein etwas langsameres Wachstum von 4,5 % ab. Zugleich besitzt Kolumbien Aufholbedarf: Das Verhältnis von BIP pro Kopf erreicht mit rund 10.000 US-Dollar weniger als ein Drittel des deutschen Kennwerts.

Massiver Wachstumstreiber der vergangenen Jahre war der Rohstoffsektor. Das Land verfügt über agrarische und mineralische Rohstoffe und exportiert vor allem Öl, Kohle, chemische Produkte sowie Kaffee und Nahrungsmittel. Da neben den südamerikanischen Ländern vor allem die USA zu den Hauptabnehmern kolumbianischer Produkte zählen, hinterlässt die schleppende Weltkonjunktur bei den heimischen Unternehmen schmerzhafte Spuren. Auch aus diesem Grund strebt die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos mit einer Stärkung der Privatwirtschaft eine Diversifizierung der Wirtschaft an.

Anzeige

Dass Kolumbiens Wirtschaft trotz dieser Einbußen weiterhin Potenzial für Wachstum bietet, liegt an kräftigen Investitionen in die landesweite Infrastruktur und den Wohnungsbau. Das zwischen Pazifik und Atlantik gelegene Land wird damit zunehmend attraktiver für ausländische Investoren: Deren Neuengagement übertraf in den ersten acht Monaten 2012 das des Vorjahres um ein Fünftel. Zum verbesserten Investitionsklima trägt auch bei, dass sich die Verhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerillabewegung Farc konkretisieren. Damit gewinnt Kolumbien auch für deutsche Unternehmen an Bedeutung, für die sich insbesondere durch den Ausbau des Straßen- und Schienennetzes sowie der Raffineriekapazitäten Wachstumschancen ergeben.

Bernhard Esser, Emerging Markets Analyst, HSBC

Volkswirtschaft to go

Sie sind Smartphone- oder Tablet-Nutzer und wollen sich einen umfassenden Überblick über aktuelle Marktentwicklungen verschaffen? Die neue HSBC Markets App bietet Ihnen ab sofort nicht nur aktuelle Informationen rund um das Thema Emerging Markets, sondern auch Zugriff auf die täglichen, wöchentlichen und monatlichen Publikationen des Treasury Research Teams um Stefan Schilbe, Chefvolkswirt der HSBC in Deutschland.

Die Vorteile der App liegen auf der Hand: Von unterwegs haben Sie Zugriff auf spannende Themen rund um Konjunktur und Emerging Markets, schnell und übersichtlich, jederzeit und überall. Beim Lesen auf eine spannende Veröffentlichung gestoßen? Alle Inhalte können via Twitter oder E-Mail mit anderen Interessenten geteilt werden. Durch die optionale Push-Benachrichtigung in Newsticker-Form bleibt zudem keine Neuigkeit unbemerkt. Die neue HSBC Markets App steht ab sofort zum Download bereit – für iOS und für Android.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...