Management IT-Dienstleister Materna: Mitarbeitersuche auf der Cebit

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Winfried Materna an seinem Stand auf der Cebit

Winfried Materna an seinem Stand auf der Cebit© Materna

Auf der Cebit können Unternehmen nicht nur mit Kunden in Kontakt kommen, sondern auch mit potenziellen Mitarbeitern. Der IT-Dienstleister Materna sucht vor allem Nachwuchskräfte – auch weil erfahrene Mitarbeiter teuer sind. Ein Gespräch mit Gründer und Geschäftsführer Winfried Materna.

impulse: Wie können Unternehmen hier auf der Cebit Nachwuchskräfte finden?

Winfried Materna: Es gibt spezielle Veranstaltungen, bei denen interessierte Bewerber auf Unternehmen treffen. Da sollte man dabei sein. Und dann natürlich den Kontakt am eigenen Stand herstellen.

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Wie lockt man Bewerber an den eigenen Messestand?

Man sollte sich als Arbeitgeber möglichst interessant darstellen. Und am Stand ein nettes Ambiente haben, das Sie sympathisch wirken lässt. Man muss einen Wohlfühleffekt erzeugen. Gut ist auch, im Vorfeld in den sozialen Netzwerken zu trommeln und junge Leute einzuladen.

Also die Offline-Welt mit der Online-Welt verbinden?

Man muss unterscheiden, wen man anwerben will. Erfahrene IT-Mitarbeiter mit dem Lasso zu finden und einzufangen, wird immer schwieriger, weil die Nachfrage nach ihnen so groß ist. Wir stehen mittlerweile nicht mehr nur mit den IT-Firmen im Wettbewerb, sondern auch mit vielen Anwendern. Alle Unternehmen – vom Handwerksbetrieb bis zum Großkonzern – suchen gute IT-Fachleute. Das Thema IT ist in allen Unternehmen zentral.

Wo finden Sie noch qualifizierte Mitarbeiter?

Wir haben auf der einen Seite die eher konventionelle Suche über Online-Medien und  Jobbörsen. Die Young Professionals, also die Nachwuchskräfte, suchen wir in sozialen Medien und an Bildungseinrichtungen, Hochschulen und Schulen. Wir haben extra eine kleine Abteilung, die nennt sich Academic Corporation, in der wir immer 50 bis 70 Studenten beschäftigen. Damit wir die jungen Leute möglichst frühzeitig an uns binden. Sie arbeiten bei uns einige Stunden in der Woche. Oder schreiben ihre Abschlussarbeit bei uns. Wir haben auch Forschungsprojekte mit Hochschulen.

Lohnt sich der Aufwand?

Auf jeden Fall. Das ist ein Investment ins Personal.

Sie haben Ihren Firmensitz in Dortmund. Wie locken Sie junge Leute aus anderen Regionen ins Ruhrgebiet?

Die sind schon da. Wir haben eine gute Hochschullandschaft in der Region. Und die Leute die dort leben haben oft nicht das Bestreben, weg zu gehen. Natürlich kriegen wir nur schwer einen Münchner oder Hamburger nach Dortmund, das ist uns auch klar.

Mit was locken Sie den Nachwuchs?

Die Bewerber legen großen Wert auf Weiterbildung. Und auf Flexibilität. Mitarbeiter der jungen Generation wollen in kein Korsett gezwängt werden und nicht drei Jahre an einer Stelle arbeiten. Die wollen Abwechslung. Und in Teams arbeiten. Viele wollen auch im Kundenkontakt arbeiten, damit sie sehen, welche Relevanz ihre Arbeit hat. Wenn ich sie nur in eine Kammer setze und irgendwas abarbeiten lasse, dann sehen sie den Mehrwert nicht. Das frustriert sie.

Und welche Rolle spielt das Gehalt?

Das Geld spielt eine Rolle, ist aber nicht das entscheidende Kriterium. In unserer Branche muss man gut bezahlen. Aber Aufstiegsmöglichkeiten sind genauso wichtig. Natürlich gibt es auch die Situation, dass jemand 30 Prozent mehr Gehalt geboten bekommt. Dann müssen wir ihn eben ziehen lassen.

Können Sie alle offenen Stellen besetzen?

Ja. Aber unsere Hauptquelle der Mitarbeiter sind Young Professionals. Die erfahrenen Mitarbeiter sind häufig sehr teuer in unserer Branche. Wenn sie dann nicht passgenau sind, stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht. Dann kaufen sie teure Leute ein und müssen sie doch wieder umqualifizieren. Das hat gar nichts mit der Leistungsfähigkeit der Leute zu tun, sondern das Anspruchsniveau ist so hoch. Wenn sie nicht in die Nische passen, die wir gerade zu schließen haben, dann müssen wir sie dahin entwickeln. Das funktioniert manchmal mit jungen Leuten besser.

Materna ist ein inhabergeführter IT-Dienstleister mit 1400 Mitarbeitern. Hauptsitz ist Dortmund. Winfried Materna hat das Unternehmen zusammen mit Hartmut an de Meulen 1980 gegründet.

1 Kommentar
  • Joe 15. März 2014 20:02

    Materna IT wollte mich nicht mal als Praktikanten haben, bei 3 verschiedenen, zeitversetzten Bewerbungen. Es gab nicht mal eine Absage. Also aus- oder weiterbilden tut da niemand, eher möchte man fertige Leute haben. UNd da es wider der vorherrschenden Meinung genug davon gibt, hat eine Firma wie Materna IT die Qual der Wahl.
    Alles andere ist nur blablabla, ebenso wie die Stellenausschreibungen, die nur dazu dienen nicht in Vergessenheit zu geraten und die Lüge des „Fachkräftemangels“ am Leben zu halten.

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