Management Joseph Stiglitz – Im freien Fall

Ich hab's doch gesagt!" So müsste eigentlich der Titel von Joseph Stiglitz' neuem Buch lauten. Doch es heißt "Im freien Fall", was an der Botschaft nichts ändert: Hier schreibt einer, der schon seit Langem vor der Krise gewarnt hat.

Das einzig Überraschende sei gewesen, „dass sie für so viele überraschend kam“. Natürlich hat der US-Wirtschaftsprofessor nicht nur recht, sondern auch jede Menge Ahnung. Auf 448 Seiten pellt Stiglitz die „Zwiebelschalen“ ab, hinter denen sich die Auslöser der Krise verbergen. Dabei spielt der Nobelpreisträger seinen Trumpf aus – seine Biografie. Als Chef der Weltbank hat Stiglitz viele Crashs miterlebt, kann Parallelen zu Mexiko, Argentinien und Ostasien ziehen, gemeinsame Muster der Krisen offenlegen.

Wobei er das Grundproblem schon auf Seite 10 verrät: „Ich glaube, dass Märkte aus eigener Kraft nicht funktionieren.“ Damit die Weltwirtschaft nicht noch mal in den freien Fall übergeht, fordert er eine „neue Marktwirtschaft“, in der wieder der „Schiedsrichter Staat“ das Sagen hat. Stiglitz‘ Wunschzettel ist lang: Megafinanzkonzerne sollten zerschlagen werden, strengere Bilanzierungsregeln müssen her – dazu Mindestlöhne, soziale Absicherung, bessere Chancen für die Entwicklungsländer. Wer den sichtbaren Staat der unsichtbaren Hand des Marktes vorzieht, kommt bei Stiglitz voll auf seine Kosten.

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Daten zum Buch
Titel: Im freien Fall – Vom Versagen der Märkte zur Neuordnung der Weltwirtschaft
Autorin:Joseph Stiglitz
Verlag: Siedler, 448 S.
Preis:24,95 Euro

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