Management Katharina Weinberger – Kopfzahl-Paranoia

Die Probleme vieler Firmen sind durch falsches Sparen heraufbeschworen: So lautet die These des Buches "Kopzahl-Paranoia". Es basiert auf Erfahrungen der unter Pseudonym schreibenden Autorin in einem Großunternehmen.

Was mag bloß ein „M&A-Tsunami“
sein, rätselt der Leser, wenn er zum
ersten Mal über den Begriff stolpert.
Zwei Zeilen später wird er aufgeklärt:
Gemeint sind Arbeitsplätze, die bei „Mergers
& Acquisitions“ verloren gehen. An
ebenso kraftvollen wie entlarvenden
Ausdrücken wie diesem herrscht kein
Mangel in dem Buch „Kopfzahl-Paranoia“.
Es basiert auf Erfahrungen der
unter Pseudonym schreibenden Autorin
in einem Großunternehmen.

Ihre zentrale
These: Die Probleme vieler Firmen
begannen nicht erst mit der Finanzkrise,
sie sind durch falsches Sparen selbst
heraufbeschworen. Das Führungspersonal
sei nur noch auf Aktienkurse und
Boni fixiert und bestrebt, die Mitarbeiterzahlen
immer weiter zu senken. Die fieberhafte
Suche nach Möglichkeiten, Kosten
zu reduzieren, bringe eine lähmende
Bürokratisierung des Alltags mit sich.

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Dieser Sammlung teilweise durchaus
komisch
anmutender Fakten wird schon
deswegen Aufmerksamkeit vergönnt
sein, weil die Verfasserin selbst lange
Teil der von ihr kritisierten Maschinerie
war. Hätte ein Wirtschaftswissenschaftler
eine ähnlich polemische Abhandlung
geschrieben, würde seine Stimme weniger
Gehör finden.

Daten zum Buch
Titel: Kopfzahl-Paranoia – Von der Selbstzerstörung der Konzerne
Autorin: Katharina Weinberger
Verlag: dtv premium, 220 Seiten
Preis:14,90 Euro

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