Management Kostenvorteile locken Investoren in EU-Krisenländer

Der Hauptsitz der Europäischen Kommission in Brüssel

Der Hauptsitz der Europäischen Kommission in Brüssel © jorisvo - Fotolia.com

Die Reformen zahlen sich für Spanien, Italien und Portugal langsam aus: Sinkende Produktionskosten ziehen deutsche Investitionen an. Bei den Unternehmen, die ins Ausland gehen um zu sparen, sind die Länder einer DIHK-Studie zufolge sogar beliebter als China. Experten fürchten schon um den deutschen Standort.

Die südeuropäischen Krisenländer der Europäischen Union sind laut einer Studie als Investitionsstandorte wieder attraktiver geworden. Demnach gewinnt der Kostenaspekt bei Investitionen in die 15 „alten“ EU-Länder vor der Osterweiterung an Bedeutung. Für 18 Prozent jener Betriebe, die 2013 in diesen Staaten investieren wollen, sind Kostenersparnisse maßgeblich – fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr. Für eine entsprechende Untersuchung des Deutschen
Industrie- und Handelskammertages (DIHK) wurden rund 2500 weltweit tätige deutsche Unternehmen zu ihren Investitionsabsichten befragt, berichtet das „Handelsblatt“ (Freitag).

„Die Krisenstaaten Portugal, Spanien oder Italien haben eine beachtliche Anzahl von Reformen angestoßen und setzen diese beharrlich um. Diese Reformen und sinkende Kosten vor Ort machen viele Standorte allmählich wieder attraktiver“, sagte DIHK-Außenwirtschaftsexperte Ilja Nothnagel der Zeitung. Von den Unternehmen, die aus Kostengründen im Ausland investieren wollen, zieht es 41 Prozent in die EU-15, also die westeuropäischen Länder der Union. Im vergangenen Jahr waren es 30 Prozent. „Damit lösen die EU-15 die neuen EU-Staaten und China als Zielregion für Investitionen aus Kostengründen ab“, heißt es in der Studie.

Anzeige

Vor allem die pharmazeutische Industrie, die Textilindustrie sowie die
Gummi- und Kunststoffindustrie hätten Europa als Standort im Blick. Das große Reformtempo um Deutschland herum sollte aber auch hierzulande Ansporn sein, heißt es beim DIHK. „Die Schere zwischen den Investitionsplänen für das In- und für das Ausland wird 2013 wieder größer“, sagt Experte Nothnagel. Dies sei „ein Warnsignal für den Wirtschaftsstandort Deutschland“.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...