Management Lohnstückkosten rücken wieder in den Fokus

ABA-Geschäftsführer René Siegl

ABA-Geschäftsführer René Siegl© ABA

Durch die Eurokrise werden Produktivität und Infrastruktur wieder wichtiger für die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Vor allem die Lohnstückkosten rücken laut einer aktuellen Studie in den Fokus. Deutschland steht im Vergleich zu anderen Ländern in Europa dabei insgesamt am besten da.

Im Zuge der Eurokrise fürchten Manager um die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Harte Produktivitätskennzahlen werden vor diesem Hintergrund für Unternehmer immer wichtiger. Vor allem die Lohnstückkosten sehen sie als Schlüsselfaktor zur Sicherung der Konkurrenzfähigkeit.

In einer Studie im Auftrag der österreichischen Betriebsansiedelungsagentur ABA-Invest in Austria sehen 56 Prozent der befragten Unternehmenschefs und Top-Manager die Lohnstückkosten als wichtigsten Punkt an – ein Zuwachs von 140 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Um den Standort zu sichern, halten die Manager außerdem gut ausgebildete Mitarbeiter und die Infrastruktur für entscheidend. So nannten 65 Prozent die Qualifizierung von Arbeitskräften und 58 Prozent das Potenzial an Facharbeitern sowie 51 Prozent die Energienetze und genau die Hälfte der Befragten die Verkehrsinfrastruktur für sehr wichtig. „Die Schönwetterfaktoren wie sozialer Ausgleich oder Lebensqualität sind passé, jetzt zählen wieder Mitarbeiterqualifikation und Kosten“, sagte ABA-Invest Geschäftsführer René Siegl.

Danach gefragt, welche europäischen Länder schon heute in puncto Wettbewerbsfähigkeit gut aufgestellt sind, bekam Deutschland die beste Note (1,6). Dahinter folgen Schweden (1,7) sowie Österreich und die Schweiz (beide 1,9). Frankreich, Italien, Belgien und Großbritannien schneiden schlechter ab als im vergangenen Jahr. „In der Krise profitieren jene Standorte, die schmerzliche Reformen bereits früher umgesetzt haben“, sagt Siegl.

Die künftige Bedeutung des Wirtschaftsstandorts Europa beurteilten die Manager sehr unterschiedlich. 30 Prozent der Befragten schätzte die Zukunftsfähigkeit optimistisch ein (Vorjahr: 24 %). 31 Prozent der Top-Manager gehen dagegen davon aus, dass Europa in Zukunft an Bedeutung verlieren wird (Vorjahr: 28 %).

Für die Studie wurden insgesamt 302 Manager aus 14 europäischen Ländern zum Standort Europa befragt, davon 50 aus Deutschland.

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