Preise auf Websites Sollte man auf seiner Firmenwebsite Preise veröffentlichen?

Leere Preisschilder helfen niemanden - das gilt auch für Websites, auf denen Preise genannt werden sollten.

Leere Preisschilder helfen niemanden - das gilt auch für Websites, auf denen Preise genannt werden sollten. © wragg / E+ / Gettyimages

Preise sucht man auf vielen Websites vergeblich, die Firmen haben Angst vor zu viel Transparenz. Doch Kunden interessiert natürlich, was etwas kostet. Was ist wichtiger? Marketing-Experte Marcus Sheridan hat eine eindeutige Antwort.

Er versteht es einfach nicht: Warum machen viele Unternehmer so ein Tamtam um ihre Preise, fragt sich Marcus Sheridan. Der amerikanische Marketing-Experte und Buch-Autor schult Unternehmer. Was ihm immer wieder auffällt: Viele Unternehmen zieren sich, auf Ihren Internetseiten klar und deutlich zu sagen, was ihre Produkte oder Dienstleistungen kosten. Ein Unding, findet Sheridan.

Warum diese Geheimnistuerei? Man stelle sich vor, Supermarktkunden müssten erst den Kundenservice anrufen, um den Preis für eine Packung Cornflakes zu erfahren. Auf Websites ist das gang und gäbe. Sheridan glaubt, den Grund dafür zu kennen: Ein Marketing-Irrtum habe sich in den Köpfen vieler Unternehmer festgesetzt. Sie fürchten, mit ihren Preisen Kunden abzuschrecken. Sie wollen sie erst einmal persönlich von ihrem Produkt überzeugen, bevor sie damit rausrücken, was es kosten soll. Was der Marketing-Experte von dieser Taktik hält? Meschugge sei sie. In einem Artikel auf socialmediaexaminer.com nennt er fünf Gründe, warum es Sinn macht, offen über Preise zu reden:

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1. Google will Preise finden

Sheridan besitzt eine Firma, die Swimmingpools verkauft. 2009 stellte er die Website seiner Firma in Sachen Content-Marketing und SEO neu auf. SEO seht für search engine optimization, also Suchmaschinenoptimierung. Es geht darum, Internetseiten so zu gestalten, dass die Leute sie über Suchmaschinen wie Google schnell finden.

Sheridan veröffentlichte damals auf seiner Seite einen Artikel über Preise. Die Überschrift: „Wie viel kostet ein Fiberglass-Pool?“ Eine Frage, die seine Konkurrenz damals nicht auf ihrer Website zu beantworten wagte. Sheridan tat es – und war überrascht vom Erfolg. Er sagt, innerhalb von 24 Stunden habe seine Seite zu dieser Suchanfrage auf Platz eins bei Google gerankt. Nur aufgrund dieses einen Artikels habe er 1 Million Dollar mehr eingenommen.

2. Sie sparen Zeit

Sheridan ist überzeugt: Unternehmer verschwenden unnötig Zeit, wenn sie ihre Preise nicht direkt nennen. Ihm selbst sei es früher oft genug passiert, dass er potenzielle Kunden lang und breit beriet und erst am Ende den Preis nannte. Das sei dann oft der Moment gewesen, in dem viele abgesprungen seien. Er hätte sich also die Zeit sparen können und als Erstes über die Kosten sprechen können, meint er. Schließlich sei der Preis meist das kaufentscheidende Argument.

Ihm habe ein Gedanke geholfen, seine Taktik zu ändern: Die Einsicht, dass nicht jeder Kunde zu seinem Unternehmen passt. Nicht jeder möchte Tausende von Dollars für einen Swimmingpool ausgeben. Und die, die bereit dazu sind, wollen dennoch erfahren, wie viel sie auf den Tische legen müssen.
Der Pool-Verkäufer änderte also seine Vorgehensweise. Das Ergebnis: Er habe weniger Kundengespräche führen müssen, mehr verkauft, mehr Profit gemacht und mehr Zeit gehabt.

3. Pi-mal-Daumen-Preise reichen

Die Geheimniskrämerei macht aus Sheridans Sicht vor allem aus einem Grund keine Sinn: Irgendwann müssen Unternehmer den Kunden ohnehin sagen, was sie verlangen. Wer seine Preise nicht auf der Website nennt, den werden Kunden anrufen und danach fragen. Spätestens dann müssen die Unternehmen mit der Sprache rausrücken, damit Kunden nicht genervt abspringen.

Sheridan hält das für unnötig – zumal er glaubt, dass es oft reiche, auf der Website Pi-mal-Daumen-Angaben zu machen. Er selbst gebe auch keine exakten Zahlen an, sondern nur eine Preisspanne. Oft sei es schlicht nicht möglich, exakte Preise zu nennen. Wie teuer bei ihm ein Swimmingpool sei, hänge von der jeweiligen Konfiguration ab – ähnlich wie bei einem Auto. Darum gebe er auf seiner Internetseite Von-Bis-Preise an und liefere gleich eine Erklärung mit, was Interessenten beim Kauf eines Pools bedenken sollten. Wie Sheridan das genau macht, können Sie auf der Website seiner Firma sehen.

4. Es gibt keine Grund, sich für seine Preise zu schämen

Es sei fatal, vor Kunden herumzudrucksen, wenn es um Preise gehe, meint Sheridan. Denn was vermittelt man damit? Dass man sich schämt, so viel zu verlangen? Dass das Produkt so viel nicht wert ist? Der Experte rät Unternehmern: Seien Sie stolz auf das, was Sie verkaufen. Nennen Sie Ihre Preise mit einem Lächeln auf den Lippen. Er glaubt, dass ein selbstbewusstes Auftreten sich in den Verkaufszahlen widerspiegeln werde.

5. Die Kunden werden’s danken

Sheridan schlägt Skeptikern folgendes Gedankenexperiment vor: Stellen Sie sich einen Kunden vor, der im Internet nach einem Produkt sucht. Er findet die Seiten zweier Anbieter. Auf der einen stehen Preise, auf der anderen nicht. Für welche wird sich der Interessent wohl entscheiden?

Unternehmer sollten immer eins im Hinterkopf behalten: Potenzielle Kunden informieren sich heute meist im Internet. Sie wollen dort schnell die für sie wichtigsten Informationen finden. Der Preis eines Produkts ist für die meisten das Wichtigste. Finden sie ihn nicht auf der Website, sind sie genervt und schnell wieder weg.

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3 Kommentare
  • ingo ullrich 4. Dezember 2018 19:58

    nun, soetwas kann nur von einem Poolbauer kommen der nach schablone fertigt
    ich stelle mir vor ein Dachdecker schreibt im Netz er decke das Dach von xpreis bis ypreis….der arme Dachdecker….

  • Wolf 4. Dezember 2018 09:58

    Also ich bin gerade auf seiner Website (https://www.riverpoolsandspas.com/funtime-fiberglass-pool), aber statt eines Preises sehe ich da nur »REQUEST PRICING FOR THE T40«.

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