Management Meinhard Miegel – Exit

Ohne radikale Einschnitte wird es nicht gehen, wenn Wohlstand auch ohne Wachstum gewährleistet sein soll. Sagt der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler Meinhard Miegel und macht sich in seinem neuen Buch für diverse Umwälzungen stark.

Rente frühestens ab 67, weniger Sozialstaat („mitunter ein Tyrann, der seine Mündel nicht mündig werden lässt“), Abkehr von Konsumismus, Massentierhaltung und Spitzengehältern für Dax-Vorstände. Kaum hat man sich an solche Töne gewöhnt, stößt man auf ein konservatives Plädoyer für die Familie. „Auf Erwerbsarbeit fokussierte Gesellschaften“ seien kein „geeignetes Biotop“ für Kinder, diese bräuchten „Ruhe, Rituale und vor allem Zeit“. Miegel kritisiert den quasireligiösen Charakter der Wachstumsideologie, inszeniert sich aber selbst auch gern als Guru. Was Lösungsvorschläge angeht, bleibt er vage. Über die Forderung, das Leben zu entschleunigen, materielle Werte weniger wichtig und immaterielle wichtiger zu nehmen, reichen sie nicht hinaus. Der Aufstieg des Buchs in den Bestsellerlisten beweist aber, dass der Autor damit einen Nerv getroffen hat.

Daten zum BuchTitel: Exit – Wohlstand ohne WachstumAutor: Meinhard MiegelrVerlag: Propyläen, 304 SeitenPreis: 22,95 EuroISBN-10: 3549073658

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