Management Mirow soll Aufseher der HSH werden

Thomas Mirow soll neuer Aufsichtsratschef der HSH Nordbank werden

Thomas Mirow soll neuer Aufsichtsratschef der HSH Nordbank werden© dpa Bildfunk / Axel Heimken

Der Hamburger Ex-Senator Thomas Mirow beerbt Hilmar Kopper als Aufsichtsratschef der krisengeschüttelten HSH Nordbank. Kopper gibt das Amt in Kürze auf.

Thomas Mirow soll neuer Aufsichtsratschef der kriselnden HSH Nordbank werden. Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, die gut 85 Prozent an der Landesbank halten, schlugen den SPD-Politiker am Freitag als Nachfolger von Hilmar Kopper vor. „Mir ist bewusst, dass vor der HSH Nordbank eine weitere sehr schwierige Wegstrecke liegt“, sagte Mirow bei seiner Vorstellung in Hamburg. „Aber es steht für den Steuerzahler im Norden wie auch für die Wirtschaft in unserer Region viel auf dem Spiel.“

Der SPD-Mann war einst Senator in Hamburg und später Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Er leitete von 2008 bis 2012 die Osteuropabank (EBRD), wo er gerne noch eine weitere Amtszeit drangehängt hätte. Er fiel jedoch dem Geschacher um die Postenverteilung bei europäischen Förderinstituten zum Opfer. Da die schwarz-gelbe Bundesregierung seine Kandidatur nicht unterstützte, wurde der Brite Suma Chakrabarti im Mai zum neuen Chef der Osteuropabank gewählt.

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Am Morgen hatte die HSH mitgeteilt, Kopper werde als Aufsichtsratschef vorzeitig abtreten. Der 77-Jährige lege sein Amt spätestens zum 28. Februar nieder. Vorstandschef Constantin von Oesterreich bedauerte Koppers Schritt.

Kopper, der ehemalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, war Mitte 2009 bei der HSH angetreten, die in der Finanzkrise vom Staat vor dem Aus gerettet worden war und in einer tiefen Krise steckte. Koppers Vertrag lief – wie bei HSH-Aufsichtsratschefs üblich – fünf Jahre. Der altgediente Manager hatte allerdings bereits bei seinem Amtsantritt deutlich gemacht, dass er nicht bis Frühjahr 2014 an Bord bleiben wollte. Kopper habe die Bank in einer ihrer schwierigsten Phasen begleitet und sich mit aller Kraft dafür eingesetzt, die Zukunft des Instituts zu sichern, lobte HSH-Chef von Oesterreich.

Als Kopper den Job bei der HSH antrat, ging der davon aus, dass toxische Papiere in der Bilanz das größte Problem der Bank seien, hieß es aus seinem Umfeld. Dann musste er jedoch feststellen, dass drohende Kreditausfälle in der kriselnden Schifffahrt eine deutlich größere Gefahr für die Bank darstellten. Das Institut, das 29 Mrd. Euro an Schiffskrediten ausgegeben hat, warnte deshalb im November, dass es ab 2019 erneut Staatshilfen von bis zu 1,3 Mrd. Euro in Anspruch nehmen muss.

Drei Vorstandschefs in vier Jahren

Bei seinen Personalentscheidungen hatte Kopper bei der HSH nicht immer ein glückliches Händchen. Den Mathematik-Professor Dirk Jens Nonnenmacher, an dem Kopper als Vorstandschef lange festhielt, musste er 2011 auf Druck der Eigentümer entlassen. Nonnenmachers Nachfolger, den Investmentbanker Paul Lerbinger, setzte Kopper im Oktober 2012 wieder vor die Tür. In der Politik und in der Finanzbranche zweifelten zuletzt viele daran, ob der 77-Jährige noch die Kraft aufbringt, die Bank wieder in ruhiges Fahrwasser zu führen.

Der Abtritt von Kopper habe jedoch weder mit dem Russwurf von Lerbinger noch mit der Zuspitzung der Krise zu tun, hieß es aus dem Umfeld der Bank und ihrer Eigentümer. Vielmehr habe Kopper einen geordneten Übergang sicherstellen wollen und sei so lange an Bord geblieben, bis ein Nachfolger gefunden war. Kopper wollte sich am Freitag nicht äußern. Die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein betonten, sie hätten nicht auf einen vorzeitigen Abschied von Kopper gedrängt.

Bundesregierung ließ Mirow bei der Osteuropabank fallen

Auf den neuen Aufsichtsratschef Mirow warten bei der HSH gewaltige Aufgaben. Die Bank muss auf Druck der EU zu einer Regionalbank schrumpfen und die anhaltende Krise in der Schifffahrt überstehen. „Die HSH ist aus unserer Sicht das schwächste Institut unter den Landesbanken“, sagte Moody’s-Analystin Katharina Barten kürzlich zu Reuters. „Die Bank ist weiterhin auf Unterstützung durch ihre Eigentümer angewiesen.“

Um die Bank zu stabilisieren, wird auch erwogen, einen Garantierahmen der Bundesländer von 7 wieder auf 10 Mrd. Euro zu erweitern. Er war nach ersten Erfolgen bei der Sanierung der Bank unlängst auf 7 Mrd. verringert worden – im Rückblick eine Fehlentscheidung von Lerbinger und Kopper, wie es in Kreisen der Eigentümer heißt.

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