Management Nachfolgebereitschaft von Unternehmerkindern Frage des Erziehungsstils

Ob die Unternehmer-Sprösslinge in die Fußstapfen der Eltern treten, hängt stark davon ab, wie sie erzogen wurden, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Christina Erdmann von der Universität Witten/Herdecke im Interview - und begründet, warum solche Eltern schlechte Vorbilder sind.

Unternehmerkinder für die Nachfolge in der elterlichen Firma zu begeistern ist überwiegend eine Frage des Erziehungsstils. In einem Interview mit impulse erklärt Christina Erdmann, Erziehungswissenschaftlerin der Uni Witten/Herdecke, dass bei der Erziehung von Unternehmerkindern „auf Druck und Sanktionen verzichtet“ werden sollte. Das gelte auch für die Wahl der Ausbildung. „Wenn Eltern auf eine Ausbildung pochen, die klar auf eine Unternehmensübernahme abzielt, erzeugt das meist starken Druck“, so Erdmann. Bei der beruflichen Orientierung sollten Eltern deshalb ihre Kinder auffordern, die Welt nach eigenen Maßstäben zu entdecken.

Noch größeren Einfluss auf die Nachfolgebereitschaft hat nach Ansicht der Wissenschaftlerin das Verhalten der Eltern in Bezug auf Familie und Beruf. „Wenn Unternehmerkinder erleben, dass die eigenen Eltern vom Unternehmen aufgefressen werden, entwickeln sie schnell das Gefühl: Warum soll ich mir das antun?“ Deshalb wirke der Beruf des Unternehmers auf die Kinder oft abschreckend. In den Familien, in denen ein eher gelassener Erziehungsstil vorherrsche, sei die Bereitschaft der Kinder zur Nachfolge viel stärker ausgeprägt als in Familien, in denen die Nachfolge auf dem Reißbrett geplant wird, so Erdmann.

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Die Erziehungswissenschaftlerin rät allen Unternehmereltern, ihre Kinder nicht zu Nachfolgern zu erziehen. Dadurch seien die Eltern der Gefahr ausgesetzt, das Kind ständig auf Nachfolgefähigkeit zu prüfen. Das aber würden Kinder schnell merken.

Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus der impulse-Ausgabe 07/2011.

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