Management Neuer Technikchef soll am Berliner Flughafen durchgreifen

Auf dem neuen Technikchef des Berliner Großflughafen BER ruhen große Hoffnungen: Horst Amman soll verhindern, dass die Eröffnung des Airports noch ein weiteres Mal verschoben werden muss.

Nach der Serie von Verzögerungen und Pannen soll auf der Großbaustelle des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg (BER) nun Horst Amann als neuer Technikchef durchgreifen. An diesem Mittwoch (1.8.) tritt er seinen Posten an. Er ist der Nachfolger von Manfred Körtgen, der wegen des Skandals in Schönefeld seinen Hut nehmen musste – kurz nachdem bekanntwurde, dass der Airport nicht wie geplant am 3. Juni, sondern erst am 17. März 2013 in Betrieb gehen soll.

Amann war in den vergangenen Wochen immer wieder von Frankfurt am Main nach Schönefeld gereist, um sich im Terminal und auf der Baustelle einen Überblick zu verschaffen. Er hat mit Projektbeteiligten gesprochen und Akten studiert. Mit von der Partie sollen auch Vertraute Amanns gewesen sein. Bisher war Amman Chefplaner der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport. Für sie errichtete er zuletzt die politisch umstrittene neue Landebahn Nordwest in Frankfurt – er kennt sich also aus mit problematischen Projekten.

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Nach der jüngsten Sitzung des Flughafen-Aufsichtsrates Ende Juni wurde Amann vorgestellt. Auf die Frage, warum er sich eine derartige Mammutaufgabe zumuten wolle, antwortete der 59-Jährige: „Die Aufgabe reizt mich.“

Alles dreht sich um den geplanten Eröffnungstermin – der steht momentan unter Vorbehalt. Amann hatte kürzlich gesagt, dass der Zeitplan „absolut ambitioniert“ sei. Der Eröffnungstermin steht auch im Mittelpunkt der nächsten Aufsichtsratssitzung am 16. August.

Mit dem früheren Technikchef Körtgen wurde ein Aufhebungsvertrag geschlossen. Das geht aus der Antwort des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD), der auch Vorsitzender des Aufsichtsrates ist, auf eine Kleine Anfrage hervor. Ob Körtgen eine Abfindung bekommen hat, blieb offen. „Über die Inhalte machen wir keine Angaben“, sagte der Sprecher der Flughafengesellschaft, Ralf Kunkel, auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa.

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