Management Oh, du verflixte Weihnachtspost

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Weihnachtspost sollte kein Massenmailing mit vorgestanzten Grüßen sein, rät Unternehmer Peer-Arne Böttcher

Weihnachtspost sollte kein Massenmailing mit vorgestanzten Grüßen sein, rät Unternehmer Peer-Arne Böttcher© PrintingSociety - Fotolia

Seit Wochen schon stapeln sich Lebkuchen und Spekulatius in den Supermarktregalen. In diesen Tagen steht mit der Eröffnung der Weihnachtsmärkte die nächste Eskalationsstufe bevor. Doch die eigentliche Herausforderung für Unternehmer folgt erst noch: die Weihnachtspost. Drei Tipps von impulse-INSIDER Peer-Arne Böttcher, damit es mit den Firmengrüßen klappt.

Unternehmer gehen sehr unterschiedlich mit dem Thema Weihnachtspost um. Ich kenne Menschen, die bereits Mitte November bestens präpariert mit kulinarischen Köstlichkeiten in den Startlöchern stehen. Und andere, die erst am 24. Dezember dazu kommen, noch schnell eine Mail mit animiertem Rentier-Bild an ihren Adressverteiler zu versenden. Dazwischen gibt es viele Abstufungen. Nur das sich ein Unternehmer überhaupt nicht mit dem Thema Weihnachtspost auseinandersetzt, das wäre mir neu. Immerhin gilt es als Akt der Wertschätzung gegenüber Kunden, Lieferanten und Partnern, sich für die Zusammenarbeit im zurückliegenden Jahr zu bedanken und für die Feiertage alles Gute zu wünschen.

Aber wie meistert man die Herausforderung, erfreute Aufmerksamkeit statt flüchtiger Wahrnehmung beim Empfänger zu ernten? Oder direkt gefragt: Sind Sie sich sicher, dass es Ihnen gelingt, ein Lächeln auf das Gesicht des Adressaten Ihrer Weihnachtspost zu zaubern? Wenn ja: wunderbar. Wenn Ihre Antwort allerdings nein lautet oder zumindest nicht sicher mit ja beantwortet werden kann, dann war nicht nur Ihre Mühe vergebens. Im schlimmsten Fall wird Ihre Post als mangelnde Wertschätzung empfunden und trübt damit die Beziehungsqualität. Gut gemeint und schlecht gemacht sind ein verhängnisvolles Paar.

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Meine drei Tipps, damit es mit Ihrer Weihnachtspost klappt:
 

1. Analog schlägt digital: Brief statt eMail.

2. Klasse statt Masse: Bitte veranstalten Sie kein Massenmailing. Oder freuen Sie sich über vorgestanzte Grüße in zehn Sprachen und wilder Typographie, garniert mit einer unleserlichen Kugelschreiber-Unterschrift? Nehmen Sie sich Zeit für individuelle Zeilen an den Kreis Ihrer wichtigsten Kontakte. Und diese Zeilen sind selbstverständlich handschriftlich verfasst.

3. Persönlich statt allgemein: Wenn Sie schon dabei sind, den Rahmen persönlich zu gestalten: Schreiben Sie doch gleich, was Sie am Empfänger besonders schätzen, was Sie in der Zusammenarbeit des abgelaufenen Jahres gefreut hat. Und gerne auch, was Sie sich für das neue Jahr wünschen und selber vorgenommen haben.

Sie merken: Weihnachtspost kann aufwendig sein. Beschränken Sie sich daher bewusst auf die für Sie wesentlichen Kontakte. Und nehmen Sie sich dann die Zeit, die es braucht. Vereinbaren Sie für die Erledigung der Weihnachtspost am besten einen festen Termin in ihrem Kalender. Wenn dies nicht rechtzeitig klappt: Vielleicht finden Sie ja über die Feiertage etwas Ruhe und starten dann mit einem Neujahrsgruß? Das erhöht ganz nebenbei auch noch die Chance, dass Sie wahrgenommen werden.

Mit oder ohne Geschenk?

Wenn Sie meine drei Tipps berücksichtigen: Brauchen Sie dann zusätzlich noch ein Geschenk? Das entscheiden Sie und ihr Budget natürlich selber. Eine gute Flasche Wein, eine Tüte knackiger Nüsse oder ein besonderes Buch: Das hat doch was, alles fein. Aber ich glaube: Das brauchen Sie nicht unbedingt! Wenn Sie sich allerdings für ein Präsent entscheiden, ob Wein, Zigarre oder handgemachter Stollen: vermerken Sie auf dem Präsent, dass es von Ihnen kommt. Es wäre schade, wenn der Beschenkte im Moment des Genusses den Schenker nicht vor Augen hat.

Woran ich mich auch ohne (teures) Präsent stets erinnern kann: Ein persönliches Anschreiben. Es sorgt für einen Moment, indem mir dieser Mensch in wenigen Zeilen vors innere Auge tritt. Mir zumindest bedeutet es etwas, wenn sich ein viel beschäftigter Mensch Zeit für mich genommen hat. Das Präsent? Zahlt die Firma. Persönliche Wertschätzung? Die gibt es nur von  Mensch zu Mensch und ist unbezahlbar.

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