Personalauswahl 3 Tipps, wie Sie Fehlentscheidungen bei der Personalauswahl vermeiden

Eine faule Bananene erwischt? Diese Mittel helfen, um Fehlentscheidungen bei der Personalauswahl zu vermeiden.

Eine faule Bananene erwischt? Diese Mittel helfen, um Fehlentscheidungen bei der Personalauswahl zu vermeiden.© ZWEISAM / photocase.de

Fehlentscheidungen bei der Personalauswahl sind teuer - und kosten Unternehmen viel Zeit. Wir haben Unternehmer und Experten nach Tipps gefragt, die helfen, Fehlgriffe zu verhindern.

Wie kann man Fehlgriffe bei der Personalsuche vermeiden? Und was kann man tun, wenn das Bauchgefühl beim Bewerber nicht stimmt? Wir haben uns in unserem Netzwerk umgehört und Experten gefragt, wie sie selbst bei der Personalauswahl vorgehen – und was sie anderen Arbeitgebern raten. Drei Tipps, die helfen, Fehlentscheidungen bei der Personalauswahl zu verhindern.

Führen Sie einen Probetag ein!

Goran Barić, Geschäftsführer der Personalberatung PageGroup Deutschland, rät Unternehmen, Bewerber zu einem Probetag einzuladen: „Das bedeutet sicherlich einen Extra-Aufwand für Unternehmen, aber es zahlt sich aus“, sagt Barić. „Für eine Stunde im Bewerbungsgespräch das Level hochzuhalten und mit einer guten Rhetorik zu überzeugen, mag möglich sein. Wenn Sie einen Bewerber jedoch den ganzen Tag im Unternehmen haben, mit ihm Mittag essen gehen und ihm eine Aufgabe stellen, die später auf ihn zukommt, verfügen Sie über eine Entscheidungsgrundlage mit mehr Substanz.“

Anzeige

Während des Probetags sollten Arbeitgeber versuchen, den Bewerber mit anderen Kollegen und Führungskräften ins Gespräch zu bringen. „So können Sie die verschiedenen Eindrücke am Ende des Tages zusammenführen“, sagt Barić. „Wenn alle unabhängig voneinander ein gutes Gefühl haben und der Kandidat inhaltlich überzeugt hat, dann ist das ein positives Zeichen. Unternehmen profitieren von Probetagen für Bewerber zusätzlich: Sie zeigen, dass sie offen mit ihren Strukturen umgehen und nichts zu verbergen haben.“

+++ Mehr von impulse regelmäßig ins Postfach? Hier für den Unternehmer-Newsletter anmelden +++

Auch Joachim Wiedmann, Geschäftsführer des gleichnamigen Baumaschinenunternehmens aus Überlingen am Bodensee, hat gute Erfahrungen mit Probetagen gemacht. „Ich habe dabei öfters festgestellt, dass ich den Bewerber beim Vorstellungsgespräch völlig anders einschätzte als die Kollegen, die mit ihm an einem Probetag gearbeitet haben. Das Beste, was mir passierte, ist, dass ein Mitarbeiter zu mir kam und sagte: „Chef, den können wir auf gar keinen Fall einstellen.““

Worauf Chefs bei einem Probetag laut Barić achten sollten:
Wie verhält sich der Bewerber? Wie geht er durch die Reihen? Verschließt er sich und senkt den Kopf – oder blickt er nach vorne und grüßt freundlich die Kollegen, die er noch nicht kennt? Geht er auf die Leute zu und stellt sich ihnen vor? Ist er also jemand, der sich schnell ins Team integriert – oder verhält er sich ganzen Tag wie ein Fremdkörper?

Was Arbeitgeber in rechtlicher Hinsicht beim Probearbeiten beachten müssen, erfahren Sie in diesem Artikel: Was Sie bei Probetagen beachten müssen.

Achten Sie auf die Körpersprache!

„Unternehmen sollten gezielte und offene Fragen stellen“, rät Personalberater Goran Barić. „So lässt sich am besten feststellen, ob sich die Antworten mit dem decken, was im Lebenslauf steht oder was der Kandidat bereits am Telefon mitgeteilt hat. Passt seine Körpersprache zu dem, was er gerade erzählt? Oder nicht? Das wäre ein Indiz dafür, dass etwas vorgespielt sein könnte.“

Das Bauchgefühl muss stimmen!

„Selbst wenn der Bewerber vom Anforderungsprofil her perfekt passt, der Bauch aber Nein sagt, heißt das Nein“, sagt Albrecht Müllerschön, Berater und Coach für Personal- und Organisationsentwicklung.

2 Kommentare
  • Dirk Hachmeister 3. April 2017 12:50

    Bei allem haben Sie das Problem, dass Ihr Unterbewusstsein Sie nach Ihrem ersten subjektiven Eindruck leitet. Wer kennt das nicht. Wenn Ihnen der Bewerber sympathisch ist, dann werden Fragen anders gestellt und Antworten anders bewertet. Man sucht förmlich nach einer Bestätigung des ersten Eindrucks. Oftmals wird dann eine objektive Bewertung, ob die Aufgaben und Anforderungen erfüllt werden, vernachlässigt. Das Ergebnis ist die Fehleinstellung.
    Schon einmal an Eignungsdiagnostik gedacht, um seinen subjektiven Gefühl einen absolut objektiven Wert gegenüber zu stellen. Oft wird das vernachlässigt, weil viele das bewusst nicht wollen und Angst vor dem Ergebnis haben. Wenn das so ist, dann zeigt das schon das ganze Dilemma. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit psychologischer Eignungsdiagnostik gemacht und Fehlentscheidungen sind Geschichte.

    Ich kann Ihnen gerne von meinen Erfahrungen berichten.

    Viele Grüße
    Dirk Hachmeister

  • Norbert Möhring 30. März 2017 17:22

    Ja, das ist alles richtig. Alternativ kann ein/e BewerberIn auch zwei- oder dreimal zu einem Gespräch eingeladen und von unterschiedlichen Personen interviewt werden. Dann entfällt der Effekt, den Herr Goran Barić erwähnt. Je nachdem wie hoch die Wichtigkeit der zu besetzenden Position eingeschätzt wird oder je nachdem um welches Tätigkeitsgebiet es sich handelt, kann die eine oder andere Alternative gewählt werden. Bei einer Position im strategischen Bereich lässt sich ein Probearbeitstag schwerer gestalten als bei einer hands-on-Tätigkeit. Die Bewerber zum Mittagessen einzuladen ist, auch abhängig von der zu besetzenden Position, immer eine gute Idee. Dann kann man feststellen, ob die Personen die Benimmregeln im Restaurant kennen.

    [Rest entfernt, bitte keine Eigenwerbung, siehe auch unsere Netikette]

    Viele Grüße
    Norbert Möhring

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...