Arbeitnehmerzufriedenheit Diese Mitarbeiter sind am unzufriedensten

Die Arbeitnehmerzufriedenheit ist niedrig? Das könnte mit dem Alter der Mitarbeiter zusammenhängen.

Die Arbeitnehmerzufriedenheit ist niedrig? Das könnte mit dem Alter der Mitarbeiter zusammenhängen.© as_seen/photocase.de

Ihr Team ist unzufrieden? Vielleicht liegt's daran, dass die Angestellten extrem hohe Erwartungen an Sie haben. Einer Studie zufolge ist eine Mitarbeitergruppe besonders anspruchsvoll und kritisch.

Mitarbeiter, die morgens mit einem Lächeln auf den Lippen zur Arbeit erscheinen, hätte wohl jeder Arbeitgeber gern. Denn die sind motivierter bei der Arbeit und sorgen für gute Stimmung im Büro. Doch woran liegt es, wenn trotz Obstkorb, Kicker und Pizza-Lunch die Mundwinkel im Team herunterhängen?

Für eine Arbeitsplatzstudie des Softwareherstellers Peakon wurde das anonyme Mitarbeiterfeedback von 40 Millionen Angestellten in 125 Ländern ausgewertet, 2,4 Millionen Datenpunkte stammten aus Deutschland. Dabei wurde untersucht, was die einzelnen Gruppen von ihren Arbeitgebern erwarten und welche Generation am motiviertesten ist.

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Die Millennials

Die heute 22- bis 37-jährigen Arbeitnehmer sind laut der Studie am unzufriedensten. Es handelt sich um Angehörige der so genannten Generation Y, geboren in den frühen Achtzigern bis zu den späten Neunzigern. Nur zwei von fünf Befragten aus dieser Gruppe, die auch „Millenials“ genannt wird, empfinden ihre Arbeit als sinnstiftend. „Unsere Daten zeigen, dass Millennials, die angeblich von Leidenschaft und Sinnsuche angetrieben werden, nicht von der Mission und den Zielen ihres Unternehmens inspiriert werden“, so Kasper Hulthin von Peakon. Ein Grund dafür könnte laut den Studienautoren sein, dass die jungen Mitarbeiter dem Thema kritischer gegenüberstehen und höhere Erwartungen haben als ihre älteren Kollegen.

Auch beim Gehalt sind die Millenials im Vergleich deutlich unzufriedener: Vier von fünf Befragten finden, dass sie nicht genug verdienen. Sie fühlen sich finanziell schlechter abgesichert als ihre Babyboomer-Eltern. Sie sind außerdem am wenigsten von den Strategien ihrer Chefs überzeugt und am wenigsten loyal gegenüber ihrem Arbeitgeber. Nur zu Beginn eines neuen Jobs, in den ersten drei Monaten, sind sie laut Studie loyaler und zufriedener als die Babyboomer.

Die Babyboomer

Diese Generation wurde zwischen 1946 und 1964 geboren. Sie sind im Vergleich die zufriedenste Altersgruppe. Außerdem sind sie laut Studie loyaler. Die Unternehmensziele und Strategie unterstützen sie eher als Millennials und Mitarbeiter aus der Generation X.

Besonders interessant: Beim Antreten eines neuen Jobs sind sie am wenigsten loyal, am wenigsten von den Strategien des Unternehmens überzeugt und am unzufriedensten mit ihrem Arbeitsplatz insgesamt. Das verändert sich jedoch relativ schnell: Nach drei Jahren im Betrieb Babyboomer die motivierteste Gruppe. Außerdem sind sie nach einiger Zeit die loyalsten und zufriedensten Mitarbeiter mit dem größten Vertrauen in die strategische Ausrichtung ihres Unternehmens.

Die Generation X

Die Mitglieder der Generation X wurden zwischen 1965 und 1980 geboren und liegt damit zwischen Babyboomern und Millennials. Auch bei den Studienergebnissen liegt sie oft im Mittelfeld: Sie sind insgesamt unzufriedener als die Boomer, aber zufriedener als die Generation Y.

Wissen um Unterschiede nutzen

Wer die Bedürfnisse seiner Angestellten gut kennt und Unterschiede in der Motivation wahrnimmt, hat laut Kasper Hulthin von Peakon einen großen Vorteil bei der Rekrutierung und Bindung von Mitarbeitern. Millenials, die besonders kritisch mit ihren Arbeitgebern ins Gericht gehen, müsse zum Beispiel die Sinnhaftigkeit ihrer Aufgabe vermittelt werden. Lesen Sie zum Umgang mit der Generation Y auch den Artikel: „Generationenkonflikte in Unternehmen: Wie Chefs die ‚jungen Wilden‘ erfolgreich führen“.

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