Führen durch Fragen Diese Fragen sollten Sie Ihren Mitarbeitern stellen

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Fragen sind für Führungskräfte ein wichtiges Werkzeug. Die besten Fragen an Mitarbeiter - für mehr Motivation, bessere Arbeitsergebnisse und konfliktfreie Zusammenarbeit.

„Wenn es überhaupt ein Geheimnis des Erfolges gibt, so besteht es in der Fähigkeit, sich auf den Standpunkt des anderen zu stellen und die Dinge ebenso von seiner Warte aus zu betrachten wie von unserer“, sagte der amerikanische Erfolgsunternehmer Henry Ford. Er hatte verstanden, dass Fragen ein wirkungsmächtiges Führungsinstrument sind – vielleicht sogar das mächtigste.

Überprüfen Sie, wie viele Fragen Sie Ihren Mitarbeitern im Alltag stellen. Sie haben den Eindruck, da ist noch Luft nach oben? Dann suchen Sie sich zwei, drei Fragen aus und nutzen Sie diese am besten jeden Tag.

Sie werden schnell eine Veränderung erkennen. Denn Fragen vermitteln Wertschätzung. Wer fragt, signalisiert: „Deine Meinung und deine Erfahrungen sind mir wichtig.“ Und zweitens: Wer fragt, lernt. Die Antworten Ihrer Mitarbeiter können Ihnen helfen, neue Chancen für Ihre Firma und die Potenziale des Mitarbeiters zu erkennen.

Fragen zur Mitarbeiterentwicklung

Motivierte Mitarbeiter, die bessere Leistungen erbringen – das wünscht sich wohl jeder Chef. „Gestalten Sie die Aufgaben im Unternehmen so, dass bestmögliche Deckung entsteht zwischen den jeweiligen Stärken Ihrer Mitarbeiter und dem, was sie zu tun haben“, rät der Schweizer Managementexperte Fredmund Malik. Viele Stärken und Kompetenzen Ihrer Mitarbeiter kennen Sie vermutlich noch gar nicht. Vielleicht leitet die eher schüchterne Bürokauffrau abends voller Elan die Sitzungen des Schützenvereins. Gezielte Fragen helfen, auch verborgene Stärken Ihrer Mitarbeiter zu identifizieren.

Fragen zum Arbeitsumfeld

Oft sind es Kleinigkeiten, die Mitarbeiter im Arbeitsalltag frustrieren: die Telefonanlage, die nicht richtig funktioniert, die erfolglose Suche nach dem richtigen Ansprechpartner bei Fragen, der Geräuschpegel im Büro. Viele dieser Probleme lassen sich einfach lösen – doch oft wissen Chefs gar nicht, was im Argen liegt. Mit diesen Fragen lässt sich das ändern:

Fragen zu Konflikten

Vor allem in Konfliktgesprächen tendieren Führungskräfte dazu, zu viel zu reden und zu wenig zuzuhören. Ein Gespräch mit Mitarbeitern ist aber keine Schlacht, die es zu schlagen gilt und die sich mit minutiöser Vorbereitung gewinnen lässt. Würden Sie einlenken, wenn Ihr Gegenüber ohne Punkt und Komma auf Sie einredet und auf seiner Meinung beharrt? Nein, vermutlich werden Sie trotzig, wütend oder schalten innerlich ab. Nutzen Sie folgende Fragen, um zu verstehen, was einen Konflikt verursacht hat.

Nutzen Sie gerade in Konfliktgesprächen offene Fragen, also solche, die mit Fragewörtern wie „was“, „wann“ oder „wie“ beginnen. Offene Fragen führen zu klaren, ausführlichen Antworten. Vermeiden Sie dabei jedoch Fragen, die mit „Warum“, „Wieso“, „Weshalb“ beginnen. Diese führen meist dazu, dass Menschen sich zu einer Rechtfertigung gedrängt fühlen.

Fragen zur Unternehmensentwicklung

Die Perspektive der Mitarbeiter kann für Unternehmer extrem wertvoll sein – schließlich kennen sie die Kunden, das Angebot, die Abläufe in der Firma ganz genau und haben oft gute Ideen, wie man das Unternehmen voranbringen könnte. Wer dieses Wissen anzapfen will, kann folgende Fragen stellen:

Und jetzt: zuhören!

Jede Frage weckt eine Erwartung: nämlich die, dass den Fragenden die Antwort ehrlich interessiert. Zuhören ist der halbe, wenn nicht gar der Großteil des Weges zum Erfolg als Führungskraft. In unserem Artikel über aktives Zuhören erfahren Sie, auf welche Rezepte gute Zuhörer setzen.

Hat der Mitarbeiter aber den Eindruck, dass der Chef in Gedanken schon wieder ganz woanders ist, während er selbst antwortet, verpufft die Wirkung der Frage. Schlimmer noch: Ein solches Verhalten kann Vertrauen und Respekt nachhaltig schädigen.