Identifikation mit dem Unternehmen Warum engagierte Mitarbeiter Ihrem Unternehmen schaden können

Passt perfekt? Vielleicht haben Sie Glück und genau das trifft auf einen Ihrer Mitarbeiter zu - er ist begeistert von Ihrem Unternehmen und arbeitet gern. Doch allzu engagierte Angestellte könnten Ihnen schaden.

Passt perfekt? Vielleicht haben Sie Glück und genau das trifft auf einen Ihrer Mitarbeiter zu - er ist begeistert von Ihrem Unternehmen und arbeitet gern. Doch allzu engagierte Angestellte könnten Ihnen schaden.© suze / Photocase

Sie haben Mitarbeiter, die sich mit Ihrem Unternehmen identifizieren? Glückwunsch! Diese Mitarbeiter arbeiten gern und leisten viel - und könnten womöglich dennoch gefährlich für Sie sein.

Seien Sie ehrlich: Welche Mitarbeiter sind Ihnen am liebsten – solche, die leidenschaftslos arbeiten und denen es vor allem ums Gehalt geht? Oder solche, die sich mit Ihrem Unternehmen identifizieren und eifrig und gerne arbeiten? Sind es letztere, haben wir schlechte Nachrichten für Sie: Eben diese Mitarbeiter könnten Ihrem Unternehmen schaden.

Das legt zumindest eine Metastudie von vier Wissenschaftlerinnen der Colorado State Universität nahe. Über die Identifikation von Mitarbeitern mit ihrem Arbeitgeber wird seit 25 Jahren geforscht. „Bei diesen Forschungen wurde vor allem der Standpunkt vertreten, dass sich Identifikation mit dem Unternehmen positiv auf Mitarbeiter und den Betrieb auswirkt.“, sagt Samantha Conroy, Co-Autorin der Studie. Die Wissenschaftlerinnen haben nun untersucht, ob das Engagement der Angestellten auch negative Effekte haben kann. Dafür haben sie 40 Studien der vergangenen Jahre untersucht.

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Das Ergebnis: Sind Mitarbeiter Feuer und Flamme für ihren Job, drohen sechs Gefahren:

1. Unethisches Verhalten

Arbeiten Angestellte ganz enthusiastisch für Sie, drücken sie schon mal ein Auge zu, wenn sie merken, dass sich Kollegen unmoralisch verhalten – also zum Beispiel Kunden gegenüber nicht ehrlich sind. Solange es zum Erfolg des Unternehmens beiträgt, neigen sie sogar dazu, unmoralisch zu handeln. Das kann ganz schön gefährlich für Ihr Unternehmen werden, insbesondere wenn sie dabei sogar gegen Gesetze verstoßen.

2. Wenig Offenheit für Veränderungen

Ihre Mitarbeiter finden das Unternehmen toll und haben Spaß an der Arbeit? Das ist grundsätzlich natürlich sehr gut – aber genau deshalb sehen sie Veränderungen nicht gern. Schließlich sind sie mit ihren bisherigen Aufgaben zufrieden und möchten weitermachen wie bisher. Die Wissenschaftlerinnen sagen: Wirklich große Veränderungen, wie Fusionen oder Übernahmen, können dazu führen, dass die Angestellten sich nicht mehr so stark mit Ihrem Unternehmen identifizieren.

3. Schlechte Leistungen

Denken Mitarbeiter: „Alles ist gut, so wie es ist“, neigen sie nicht gerade dazu, kreative oder innovative Ideen zu entwickeln. Außerdem laufen sie Gefahr, ihre Arbeit nicht mehr objektiv bewerten zu können – und somit professionelle Standards nicht zu erfüllen.

4. Konflikte mit Chefs und Kollegen

Die Angestellten schätzen eigene Kollegen besonders. Deshalb tendieren sie dazu, Außenstehenden zu misstrauen. Aber auch intern können engagierte Mitarbeiter für Ärger sorgen: Sie haben hohe Erwartungen an die Kollegen – und das kann zu Konflikten führen.

5. Mehr Leiden

Steckt Ihr Unternehmen einmal in einer Krise, leiden engagierte Mitarbeiter regelrecht: Wegen ihrer hohen Identifikation mit dem Unternehmen schämen sie sich, sind wütend oder fühlen sich schuldig, sagen die Wissenschaftlerinnen – selbst, wenn die Mitarbeiter die Krise nicht verursacht haben.

6. Geringeres Wohlbefinden

Ist ein Angestellter ganz begeistert vom Job, besteht die Gefahr, dass er es übertreibt: Er arbeitet zu viel und denkt permanent an die Arbeit. Hat er wenig Freizeit und redet er zu Hause nur vom Büro, leidet der Partner oder die Familie darunter.

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Was bedeutet das für Unternehmer?

Bevor Sie jetzt panisch überlegen, welcher Mitarbeiter ein bisschen zu gerne für Sie arbeitet, eine kleine Entwarnung: Ob Angestellte tatsächlich gefährlich für Ihr Unternehmen werden können, hängt vom jeweiligen Charakter und der Situation ab, sagen die Wissenschaftlerinnen. Sie müssen sich also nicht um jeden einzelnen eifrigen Mitarbeiter Sorgen machen.

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