Karrieremanagement Diese Frage sollten Chefs viel öfter stellen

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Es gibt eine Frage, die Chefs häufig im Vorstellungsgespräch stellen - und danach nie wieder. Dabei wirke sie Wunder für die Motivation, findet eine Psychologin.

Jeder kennt sie, viele Chefs dürften sie selbst schon gestellt haben: Die Frage „Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?“ ist ein echter Klassiker in Bewerbungsgesprächen. Doch ist der Arbeitsvertrag erst unterschrieben, sprechen Führungskräfte viel zu selten mit ihren Mitarbeitern über deren Karriereziele, findet die Psychologin und Beraterin Patricia Thompson.

Fragen Sie: Was sind Ihre Karriereziele?

Die Frage „Was sind Ihre Karriereziele?“ kann einiges bewirken, argumentiert Thompson in einem Beitrag auf dem Jobportal „The Muse“ : Der Mitarbeiter fühlt sich dadurch in seinen Wünschen ernst genommen und geht motivierter und produktiver an die Arbeit. Davon wiederum profitiere der Vorgesetzte: „Je produktiver Ihre Mitarbeiter sind, desto einfacher wird Ihr eigenes Leben sein“, schreibt Thompson. Und nicht nur das: Die Antworten der Angestellten sind laut Thompson ein wichtiges Handwerkszeug für Führungskräfte: Mit ihrer Hilfe können sie ihr Team besser einschätzen und effektiver leiten.

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Chefsache ist es dann, die Ziele des Mitarbeiters und die Firmenziele unter einen Hut zu bringen – ganz nach der Devise: Schnittstellen suchen und finden. Gelingt das, schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Mitarbeiter ist motiviert – und das Unternehmen kommt seinen Zielen näher. „Diese Strategie macht es Angestellten nahezu unmöglich, nicht alles zu geben“, sagt Thompson dazu.

5 Fragen, um die Ziele von Mitarbeitern herauszufinden

Ein Gespräch unter vier Augen eignet sich am besten, um den Zielen und Wünschen von Mitarbeitern auf den Grund zu gehen. Und gleichzeitig eine Strategie zu entwickeln, diese auch zu erfüllen. Thompson nennt in ihrem Beitrag fünf Fragen, die dabei helfen:

  1. „Welches Karriereziel möchten Sie dieses Jahr noch erreichen?“
  2. „Wo sehen Sie sich in einem Jahr? Und wo in fünf Jahren?“
  3. „Welche neuen Projekte oder Aufgaben würden Sie gerne im nächsten Jahr übernehmen?“
  4. „Was tun Sie gerade für Ihre eigene berufliche Entwicklung?“
  5. „Wie kann ich Ihnen bei Ihren Karrierezielen weiterhelfen?“

Kann der Mitarbeiter sein selbstgestecktes Ziel erreichen?

Eines dürfen Chefs allerdings nie vergessen, erinnert Thompson: „Wenn man Ziele vereinbart, ist es wichtig, die Qualifikation des jeweiligen Angestellten im Blick zu behalten.“ Arbeitgeber sollten ehrlich Rückmeldung geben, wenn sie das Gefühl haben, dass Mitarbeiter ihren eigenen Erwartungen nicht gewachsen sind. Sonst schlägt Begeisterung am Ende in Überforderung um und der Mitarbeiter verfehlt sein selbstgestecktes Ziel.

Wie man Zielvereinbarungen richtig angeht, lesen Sie in unserem Artikel Zielvielvereinbarungen: Mitarbeitern Ziele setzen – aber richtig.

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2 Kommentare
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    dennis 5. Mai 2020 14:06

    Genau so ein Unsinn ist es, der die Kluft zwischen Leitung und Mitarbeiter größer erscheinen lässt. So ein Geheule, dass die „Stühle durchgesessen“ werden. Wer macht denn die Planung? Wer übernimmt denn die Verantwortung für deine Fehler? Wer bringt denn die Aufträge rein. So ein unreflektiertes Geschrei von der untersten Bank. Echt, das ist so nervig. Arbeitet endlich mal alle zusammen und schätzt auch den Vorgesetzten mal wert, denn das ist keine Einbahnstraße.

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    Ingo Ullrich 28. Januar 2018 21:14

    gut, und irgendwann habe ich nur noch Projektleiter und Controler und Manager die mir die Bürostühle durchsitzen und wer betreibt Wertschöpfung?…ich weiß die Chinesen…

    vieleicht die alte Handwerkerphilosophie andenken…“Ich brauche mindestens 3 Indianer um einen Häuptling zu füttern“

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