Rückkehr ins Büro Mit diesen 9 Ideen erleichtern Sie die Rückkehr in die Firma
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Rückkehr ins Büro

© Robert Kneschke / EyeEm / Getty Images

Ernüchternder Neustart: Wer nach wochenlangem Homeoffice wieder ins Büro geht, findet leere Räume und strenge Hygieneregeln vor. impulse-Leser haben Ideen für eine angenehmere Rückkehr gesammelt.

Ständig Hände, Türgriffe und Tische desinfizieren, Abstandsregeln einhalten, kaum Kollegen sehen: Aus dem Homeoffice oder nach Kurzarbeit ins Büro zurückzukehren, sollte eigentlich ein freudiges Ereignis sein – doch weil Normalität noch in weiter Ferne liegt, können die ersten Tage am Arbeitsplatz negative Gefühle auslösen.

Wir haben impulse-Leser gefragt, wie sie aus der Rückkehr ins Büro ein motivierendes, positives Ereignis für ihre Mitarbeiter machen. Das sind die besten Ideen.

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1. Spalierstehen zur Begrüßung

Die Mitarbeiter des Stahl- und Metallhandels HSM, die aus der Kurzarbeit in den Betrieb zurückkehren, erwartet bei Ankunft in der Firma eine Überraschung: Ihre Kollegen heißen sie am Eingang im Spalier stehend willkommen und beklatschen sie.

„Das bringt allen gleich morgens ein Lächeln ins Gesicht und macht nicht nur dem Rückkehrer Spaß, sondern auch dem restlichen Team“, sagt Geschäftsführer Jörg Hofmann. „Die Idee ist, dass die Leute merken, dass wir uns über ihre Rückkehr freuen und dass sie vermisst wurden.“ Auf dem Schreibtisch erwartet sie außerdem eine Karte mit Begrüßungsworten.

2. Farben, Blumen und Gespräche

Cihan Bulut hat seine beiden Friseursalons umdekoriert und streichen lassen, bevor er den Betrieb wieder aufnahm. „Ich wollte neues, buntes Leben einhauchen, um nach dem Lockdown positiv zu starten“, schreibt er. Die ersten Tage waren trotzdem ernüchternd: Wegen der Abstandsregeln habe es keine innigen Begrüßungen gegeben, keine freudigen Gesichter, die Stimmung blieb eigenartig. Sein Team sei nur noch damit beschäftigt gewesen, die neuen Anordnungen einzuhalten und nichts falsch zu machen.

Was laut Bulut für bessere Stimmung gesorgt hat: reden. Über den Frust sprechen, die Situation mit Humor nehmen, lachen und sich gegenseitig helfen. Und: Blumen kaufen und überall hinstellen.

3. Care-Paket

Um ihre Mitarbeiter zu überraschen, hat Ines Oud, Geschäftsführerin des Softwareherstellers Simcon, ihnen ein Care-Paket auf den Schreibtisch gestellt – wer noch zu Hause arbeitet, bekam es geschickt. Darin: zehn Schutzmasken, Kölsch oder Prosecco, eine Flasche Feigling mit alternativer Beschriftung (Mutling), Seifenblasen für Kinder, Klopapier und eine Tasse mit dem Firmenlogo und dem Hashtag Dontdrinkalone.

4. Positive Erlebnisse teilen

Rupert Fey, Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensberatung Beyond Flora, empfiehlt für einen gelungenen Neustart ein Spiel: Beim sogenannten „Corona-Frühstück“ erzählt jeder Mitarbeiter, was ihn in den letzten Wochen am meisten berührt hat. Wie beim Spiel Activity darf er es allerdings nur umschreiben, per Pantomime darstellen oder malen – und die Kollegen müssen erraten, was er beschreibt. So sammelt das Team schnell viele schöne Erlebnisse, die für eine gute Grundstimmung sorgen können.

5. Zeigen, dass jeder ein wichtiger Teil des Teams ist

Ein weiterer Vorschlag von Rupert Fey: Chefs können Mitarbeitern vor der Rückkehr in die Firma ein Puzzlestück nach Hause schicken. Wer wieder in die Firma kommt, bringt sein Stück mit und setzt es nacheinander mit den Kollegen zusammen. Das zeige den Mitarbeitern, dass sie ein Teil des Ganzen sind, dass das Team ohne jeden Einzelnen unvollständig sei. Das Puzzle könne beispielsweise das Firmenlogo oder ein Foto zeigen und anschließend einen Platz im Eingangsbereich finden.

6. Kulinarische Überraschung am Arbeitsplatz

Um Mitarbeitern eine Freude zu bereiten, empfiehlt Agentur-Geschäftsführer Murtaza Akbar, jedem eine „kleine Gaumenfreude“ an den Arbeitsplatz zu legen. „Wichtig: individuell und für den jeweiligen Geschmack des Einzelnen passend. Erst das macht es richtig wertvoll“, so Akbar.

7. Das Team den Neustart mitgestalten lassen

Eike Oltmanns Empfehlung: Das Team zusammentrommeln, gemeinsam über den Neuanfang in der Firma sprechen und diesen alle aktiv mitgestalten lassen. „Das Team weiß am besten, was es gerade braucht,“ so Marketing- und Kommunikationsberaterin Oltmanns. „Ich denke, dass Mitgestaltung momentan der größte Motivationstreiber ist.“ Jeden Freitagnachmittag könnten die Mitarbeiter dann gemeinsam reflektieren, wie sie die Woche erlebt haben, was gut funktioniert hat und was sie ändern möchten. Dabei sei es wichtig, auch negativen Gefühlen Raum zu geben und sie nicht zu übergehen.

8. Corona-Lektionen sammeln

Autorin, Kriminologin und Strategietrainerin Viola Möbius schlägt vor, zum Neustart ein lockeres Meeting zu veranstalten. Ihre Idee: Jeder Teilnehmer erhält zwei Zettel. Auf Zettel A notiert jeder, was er oder sie in der vergangenen Zeit gelernt hat. Auf Zettel B, welche Eigenschaft er sich wünscht, oder was er noch lernen möchte, um zu wachsen, krisenfester und resilienter zu werden.

Anschließend hängt man alle Zettel auf, getrennt nach Rubrik A und B. Möbius: „So sind zwei positive Dinge ersichtlich: Ich habe A etwas gelernt und B motiviert mich, weiter zu lernen.“ Zu sehen, dass es anderen ähnlich geht, schaffe zudem ein Zugehörigkeitsgefühl. Und: „Aus den Antworten B können dann die passenden Workshops für die jeweiligen Interessenten geplant und gemeinsam durchgeführt werden.“

9. Spielerisch Abstand halten

Abschließend ein Leser-Tipp, der dafür sorgen soll, dass wegen der Abstandsregeln nicht allzu viel Frust aufkommt: Doris Ehrhardt hat die Erfahrung gemacht, dass einige Kollegen diese Regeln nicht einhalten. Andere würden sie gern darauf hinweisen, wollen aber nicht oberlehrerhaft wirken.

Ehrhardt hat daher eine Idee für die Rückkehr ins Büro entwickelt, mit der man den empfohlenen Abstand von 1,50 Metern spielerisch übt: „Teilnehmer lernen anhand von Alltagsdingen, eine Distanz von 1,50 Meter richtig einzuschätzen“, schreibt sie. Im zweiten Schritt veranstaltet die Firma ein kleines Event, bei der Mitarbeiter per Augenmaß schätzen, wie lang 1,50 Meter sind. Sie können die geschätzte Entfernung beispielsweise mit Kreide auf dem Boden oder einem großen Papier markieren.

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