Scoreboard-Management  Das Team spielerisch zu Höchstleistungen motivieren – in 5 Schritten
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Das Scoreboard-Management motiviert mit Transparenz und spielerischen Anreizen

© Atit Phetmuangtong / EyeEm / Getty Images

Statt vom Chef vorgegebene Ziele zu verfolgen, fordert sich das Team beim Scoreboard-Management selbst heraus. Das Rezept: Transparenz und ein spielerischer Ansatz. So gelingt der Einstieg.

Was treibt mein Team an, sich richtig reinzuhängen? Darüber hat sich Andreas Raker viele Gedanken gemacht. Mit seinem Onkel leitet der 42-Jährige das Autohaus Südbeck in Cloppenburg mit 80 Mitarbeitern. Im Studium hat er einst gelernt, dass man Mitarbeiter mit Zielvereinbarungen führt und motiviert. Doch die Methode griff ihm zu kurz.

„Den Leuten eine Karotte vor die Nase zu halten und zu hoffen, dass sie hinterherlaufen – das kann nicht alles sein“, sagt der Geschäftsleiter. Schließlich gebe es viele Mitarbeiter, die es nicht anspornt, ein vom Chef vorgegebenes Ziel zu erreichen, insbesondere nicht, wenn sie den Sinn dahinter nicht verstehen.

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Mit Zahlentransparenz den Teamgeist entfesseln – und die Produktivität steigern

Auf der Suche nach Alternativen stieß Raker 2017 auf das Konzept des Scoreboard-Managements. Die Idee dahinter: Alle Mitarbeiter verstehen das Geschäftsmodell, kennen die wichtigsten Kennzahlen und wissen, wie sie mit ihrem eigenen Verhalten zum Erfolg beitragen können. Doch wie gelingt das?

„Im ersten Schritt geht es nicht darum, alle Zahlen auf den Tisch zu legen“, sagt Raker. Der Ansatz ist spielerischer: Zu einem bestimmten Thema werden die Zahlen offengelegt. Dann fordert sich das Team in sogenannten Challenges selbst heraus, diese Zahlen zu verbessern.

Das Beispiel des Autohauses Südbeck beweist: Mit Zahlentransparenz kann man den Teamgeist entfesseln – und so beachtliche Erfolge erzielen. Unter anderem gelang es den Mitarbeitern, die Produktivität in der Werkstatt zu steigern, was einen zusätzlichen Umsatz von mehr als 75 000 Euro einbrachte.

So wird eine Teamchallenge in fünf Schritten umgesetzt:

1. Ein Thema finden, das nervt

Was bremst uns aus? Worüber ärgern sich die Mitarbeiter? Wo könnten wir mehr rausholen? Diese Fragen helfen, um ein Thema für eine Team-Challenge zu finden.

Beim Autohaus Südbeck drehte sich die erste Challenge um die telefonische Erreichbarkeit. Von vielen Kunden gab es damals die Rückmeldung: Man kommt bei euch nicht durch. Wie gut die Erreichbarkeit ist, musste gemessen werden. Dafür schaffte Raker eine Software an.


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2 Kommentare
  • Thorsten 27. Oktober 2020 11:18

    Hallo Frau Müller,
    vielen Dank für ihren Artikel. Das Thema Motivation durch Transparenz und Selbstgestaltung habe ich verstanden.
    Was ich nicht verstanden habe, ist ihre Rechnung bezüglich der eingesparten Arbeitszeit Dank Effizienzsteigerung. Wieso erhöht eingesparte Zeit den „Umsatz“?
    Der Umsatz ergibt sich aufgrund abgerechneter Arbeitsstunden gegenüber dem Kunden. Wenn ich mehr schaffe in weniger Zeit, dann kann ich das dem Kunden auch nicht berechnen. Natürlich gewinne ich -Dank besserer Effizienz- einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern. Aber deswegen bekomme ich doch nicht zwangsläufig mehr Aufträge,oder? Ausnahme: Ich arbeite immer unter 100% Auslastung.
    Aber wer schafft schon?
    Freundliche Grüße
    Thorsten Hanl

    • Julia Müller 27. Oktober 2020 13:10

      Hallo Herr Hanl, vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben natürlich recht: Effizientere Arbeitsprozesse führen nicht automatisch zu mehr Aufträgen und mehr Umsatz. Im konkreten Fall der Autowerkstatt war die Auftragslage aber sehr gut. Und dank der geänderten Abläufe konnte die Werkstatt mehr Aufträge in kürzerer Zeit bearbeiten, was zu mehr Umsatz führte.
      Viele Grüße
      Julia Müller

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