Sport im Unternehmen 8 Ideen, wie Sie Ihr Team zu mehr Bewegung motivieren

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Unternehmen, die fitte Mitarbeiter wollen, sollten selbst aktiv werden. Diese Ideen helfen Ihnen, Ihre Belegschaft in Bewegung zu bringen – ohne viel zu kosten.

Die Knie schmerzen vom Stehen hinter dem Verkaufstresen, der Rücken vom Sitzen am Schreibtisch oder hinter dem Lenkrad – in vielen Berufen gibt es typische Haltungen, die auf Dauer Verspannungen und Schmerzen verursachen können. Bewegung hilft gegen die Beschwerden. Doch längst nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben den Elan, in ihrer Freizeit Sport zu treiben oder wenigstens nach Feierabend einen Spaziergang zu machen.

Ihnen kann es helfen, wenn ihre Arbeitgeber ihnen Sport- und Bewegungsangebote machen. Auch bei Bewerberinnen und Bewerbern kommen die Extras gut an. „Gerade junge Leute achten besonders darauf, wie Arbeitgeber mit der Gesundheit ihrer Mitarbeiter umgehen“, weiß Karin Goldstein. Sie berät als Fachcoach für betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) Gesundheitsverantwortliche in kleinen und mittelständischen Betrieben. „Unternehmen brauchen Mitarbeiter, die motiviert und gesund sind. Wenn Inhaber das erreichen wollen, müssen sie aktiv werden“, sagt die Expertin aus Kronstein im Taunus.

Vieles spricht also für Sport im Betrieb – doch was lässt sich ohne viel Aufwand auch für kleine Belegschaften umsetzen? Acht Ideen, mit denen Sie sogar Bewegungsmuffel motivieren können.

1. Die Ressourcen aus dem Team nutzen

„In fast jedem Unternehmen finden sich Mitarbeiter, die hobbymäßig aktiv sind. Als Läufer, im Fußball- oder Volleyballverein“, sagt Hannes Schröder, der sich mit seinem Unternehmen Outness aus Neubrandenburg auf Firmenfitnessangebote für kleine und mittelständische Unternehmen spezialisiert hat. Seine Erfahrung: Diese Teammitglieder freuen sich, wenn sie Kolleginnen und Kollegen an ihre Leidenschaft heranführen können. Chefs müssen sie nur dazu ermuntern, beispielsweise indem sie Teammitglieder direkt ansprechen, von deren sportlicher Leidenschaft sie wissen.

Hat sich jemand gefunden, sollte die Unternehmensleitung Hilfestellung bei der Umsetzung geben: Im Unternehmen muss klarwerden, dass das Engagement gewollt und geschätzt wird. Eine Rundmail über den Verteiler oder ein Aufruf im Intranet helfen bei der Gründung einer Laufgruppe und wenn die Kollegin ihre Yogastunde im Konferenzraum geben kann, hat das Team noch weniger Ausreden, die Übungen auszuprobieren. „Fragen Sie mal herum, wer noch unbenutztes Sportequipment zuhause hat. Viele sind froh, wenn endlich jemand die Hanteln benutzt, die noch vom letzten Neujahrsvorsatz herumliegen“, sagt Schröder. So kommt schnell das Zubehör für eine kleine Fitnessecke zusammen.

Der Fitnessberater sieht Chefinnen und Chefs in der Verantwortung, Sport als Teil der Unternehmenskultur zu etablieren. „Führungskräfte sind wichtige Multiplikatoren. Sie müssen vorleben, dass Gesundheit Relevanz im Unternehmen hat“, sagt er.

Wichtig ist eine klare Regelung dazu, ob die Sportstunden auch während der Arbeitszeit stattfinden dürfen. Regelmäßige Sportangebote, wie beispielsweise das Training einer Fußballmannschaft, gelten als Betriebssport und der gesetzliche Versicherungsschutz greift im Regelfall – auch für den Hin- und Rückweg. BGM-Fachcoach Karin Goldstein rät Arbeitgebern, die eine Betriebssportmannschaft oder andere Angebote ins Leben rufen möchten, bei der Berufsgenossenschaft nachzufragen, um den Versicherungsschutz abzuklären.

2. Steuerliche Vorteile nutzen

Wer bereit ist, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern, kann auf verschiedene Arten von steuerlichen Vergünstigungen profitieren. Zum einen können Unternehmen jedem Mitarbeiter mit bis zu 600 Euro im Jahr steuerfrei Kurse finanzieren, die der Förderung der Gesundheit dienen, dazu zählen beispielswiese Rückentrainings oder bestimmte Yogakurse, die nach §20a SGB V anerkannt sind. Was nicht dazu zählt: die allgemeine Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Zertifizierte Angebote findet man über die Krankenkassen. Hannes Schröder rät, das Wissen aus den Kursen im Unternehmen zu halten: „Bitten Sie einen Mitarbeiter, der ein Rückentraining besucht, einen kleinen Vortrag für die Kollegen darüber zu halten.“ So können noch mehr Personen aus dem Team profitieren, ohne die Fortbildung selbst besucht zu haben.

Ab 2022 steigt außerdem die Obergrenze für steuerfreie Sachzuwendungen, die Unternehmen Angestellten zusätzlich zum Arbeitslohn zukommen lassen können von 44 auf 50 Euro pro Monat. Über spezialisierte Anbieter wie ProFit oder FitGutSchein können Unternehmen ihren Belegschaften das Extra in Form von Gutscheinen für gesundheitsförderliche Dinge zukommen lassen, beispielsweise für einen Sportkurs, Massagen oder den Einkauf im Bio-Supermarkt.

3. Trainer buchen

Wer eine Trainerin oder einen Trainer für Stunden im Unternehmen anheuern möchte, sollte ebenfalls auf eine Zertifizierung nach §20a SGB V achten, sonst muss das Extra als geldwerter Vorteil versteuert werden. Gängige Stundensätze zertifizierter Trainer liegen bei rund 100 Euro. „Erfahrungsgemäß lohnt sich die Organisation ab acht Teilnehmern“, sagt Hannes Schröder.

4. Büroeinrichtung, die Bewegung fördert

Wer im Büro arbeitet, bewegt sich während der Arbeitszeit oft zu wenig. Doch das Mobiliar kann für etwas mehr Mobilität sorgen:  Höhenverstellbare Schreibtische lassen Mitarbeitern die Wahl, ob sie im Sitzen oder im Stehen arbeiten möchten – sind jedoch teuer in der Anschaffung. „Günstiger sind ein paar Stehpulte, an die sich Beschäftigte beim Arbeiten zwischendurch stellen können“, sagt Hannes Schröder. Er empfiehlt auch, verschiedene Möglichkeiten zum Sitzen anzubieten, neben dem klassischen Bürostuhl beispielsweise auch Sitzbälle oder Hocker. „Ergonomische Schreibtischstühle sind super. Doch wenn der Stuhl so bequem ist, dass ich gar nicht mehr aufstehe, ist das auch kontraproduktiv.“

5. An Bewegung erinnern

Vollkommen konzentriert auf eine Arbeitsaufgabe vergessen viele Menschen am Bildschirm, sich zu bewegen und hocken stundenlang starr in derselben Haltung. Dagegen helfen kleine Erinnerungen: Ein Bildschirmschirmschoner, der zu ein paar Hampelmännern oder Kniebeugen auffordert, wenn die Maus längere Zeit nicht bewegt wurde. Auch Apps wie „Stretchly“ oder Browser-Erweiterungen wie „Micro Breaks“ für Google Chrome helfen dabei, an regelmäßige Bewegungspausen zu denken. Eine gute Orientierung bietet die 40-15-5-Regel: Eine Arbeitsstunde ist demnach gut aufgeteilt, wenn man 40 Minuten im Sitzen absolviert, 15 Minuten im Stehen und fünf Minuten damit, herumzulaufen.

6. Besprechungen im Gehen

Nicht in jedem Meeting muss man eine Präsentation zeigen oder über sensible Themen verhandeln. Solche alltäglichen Besprechungen lassen sich mit einem Spaziergang verbinden. „Führungskräfte können eine aktivere Gestaltung des Arbeitstags vorleben, indem sie zu Gesprächen im Gehen laden“, sagt Hannes Schröder. Mit Routenvorschlägen rund um den Firmensitz in verschiedenen Längen fällt es dem Team besonders leicht, mal ein „Walking Meeting“ abzuhalten: Zehn Minuten Weg für kurze Absprachen oder eine halbe Stunde für einen ausführlichen Austausch.

7. Schritte zählen

Viele Mitarbeiter lassen sich auch mit Schrittzähler-Wettbewerben dazu motivieren, im Alltag Kilometer zu sammeln. Dabei treten Teams über einen festgelegten Zeitraum gegeneinander an: Die Kolleginnen und Kollegen, die am meisten Schritte zusammenbekommen, gewinnen. Ein solcher Wettbewerb lässt sich relativ einfach selbst organisieren: Die Schritte können die Teilnehmer selbst mit dem Smartphone aufzeichnen. Viele Geräte haben die Funktion ab Werk und es gibt auch Schrittzähler-Apps wie „Pacer“ oder „Accupedo“.

Die tägliche Schrittzahl trägt jeder in eine Tabelle ein, am Ende wird zusammengerechnet. „So ein Wettbewerb ist ein toller Motivator, auch weil es nicht vorrangig um Sport geht. Dadurch erreichen Sie auch Mitarbeiter, die sich nicht zu Sportangeboten trauen oder die nicht so fit sind“, sagt BGM-Fachcoach Karin Goldstein.

8. Mit dem Rad zur Arbeit

Fahrradfahren ist gut für die Umwelt und gesund. Rund 40 Prozent der Teilnehmer gaben 2020 in einer vom Bundesministerium für Verkehr geförderten Umfrage an, sich mehrmals die Woche aufs Rad zu schwingen. Mit Dienstfahrrädern können Arbeitgeber dazu beitragen, dass es noch mehr werden. Dafür gibt es verschiedene Modelle. Besonders beliebt ist – wie beim Dienstwagen – das Leasing: Das Unternehmen least das Fahrrad und teilt sich die Kosten mit dem Mitarbeiter.

Lesen Sie dazu auch: Wie Arbeitgeber von Dienstfahrrädern profitieren

Über eine Gehaltsumwandlung, die wie für Dienstfahrzeuge seit 2012 möglich ist, können dadurch sowohl Unternehmen als auch Angestellte sparen. Inzwischen haben sich eine Vielzahl von Anbietern wie Jobrad, Businessbike oder mein-dienstrad.de darauf spezialisiert – mit besonderem Erfolg während der Pandemie, als viele den öffentlichen Nahverkehr meiden wollten.

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