Management Pflegebedürftige versorgen

Als klar war, dass sein Vater nicht mehr allein wohnen konnte, "da kam für uns gar nichts anderes infrage", sagt Klaus Gollnau. Sofort meldeten er und seine Schwester ihren Vater Hans im Seniorenstift Im Lindach an, idyllisch an einem Flüsschen nahe der Altstadt von Schwäbisch Hall gelegen.

Das Besondere: Das Haus mit Einzelwohnungen in den oberen Etagen und einer Pflegestation im Erdgeschoss gehört der örtlichen Bausparkasse, bei der der Vater seit 1963 gearbeitet hatte – und für die der Sohn heute im Außendienst unterwegs ist.

Mitarbeiter und ihre Angehörigen haben Vorrang bei der Vergabe der begehrten Plätze. „Die Bausparkasse war immer ein verlässlicher Arbeitgeber, da weiß ich einfach, dass das der richtige Ort ist“, sagt Gollnau. Mit dem ersten unternehmenseigenen Seniorenstift, gebaut 1995, hat Schwäbisch Hall Maßstäbe gesetzt in einem Work-Life-Balance-Feld, das für Unternehmen immer wichtiger wird: Rund 2,4 Millionen Pflegebedürftige leben zurzeit in Deutschland, 2030 werden es schon 3,3 Millionen sein. Momentan wird mehr als ein Drittel von ihnen zu Hause und von Angehörigen betreut, die oft parallel arbeiten oder arbeiten wollen. „Wenn jemand schwanger wird, können wir damit planen“, sagt Werner Ollechowitz, der Personalchef von Schwäbisch Hall. „Bei einem plötzlichen Pflegefall in der Familie ist das schwieriger.“ Die Mitarbeiter des Stifts helfen deshalb auch bei unerwarteten, akuten Krisen. Unten im Stift treffen sich Azubis und Mitarbeiter der Bausparkasse für Seminare und Fortbildungen, während ein paar Meter weiter im dazugehörigen Restaurant ihre Vorgänger zu Mittag essen.

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Weil ein eigenes Seniorenstift gerade für kleinere Unternehmen meist nicht sinnvoll ist, können Arbeitgeber für ihre Angestellten auch Plätze bei ambulanten Pflegediensten reservieren oder ihnen Berater zur Seite stellen.

Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus impulse-Ausgabe 07/2012.

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