Glaubwürdigkeit in Stellenanzeigen Diese Floskeln glaubt Ihnen niemand

Bla, bla, blub: Wer sich durch Jobportale klickt, stößt in Stellenanzeigen
immer wieder auf dieselben Formulierungen. Glaubwürdigkeit? Fehlanzeige.

Bla, bla, blub: Wer sich durch Jobportale klickt, stößt in Stellenanzeigen immer wieder auf dieselben Formulierungen. Glaubwürdigkeit? Fehlanzeige.© Marie Maerz/ Photocase.de

„Flache Hierarchien“, „flexibles Arbeiten“: Nehmen Bewerber es einem ab, wenn man damit in Stellenanzeigen wirbt? Eine Umfrage hat genau das abgefragt.

Wenn Ihnen ein Bewerber im Anschreiben mitteilt, er wolle sich gerne „weiterentwickeln“. Nehmen Sie das dann ernst? Vermutlich nicht, oder?

Es gibt Floskeln, die hat man schon so oft gelesen, dass sie wie abgeschrieben wirken – auch auf der anderen Seite des Bewerbungsprozesses: bei Stellenanzeigen.

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Das Online-Jobportal Stepstone hat 25.000 Fach- und Führungskräfte gefragt, welche Aussagen in Stellenanzeigen sie unglaubwürdig finden. Dabei wurden den Teilnehmern fünf gängige Formulierungen vorgelegt.

1. „Bei uns bekommen Sie beides: die Vorteile eines Konzerns und den Unternehmergeist eines Start-ups!“

Diese Aussage liest sich zwar schön – aber nur 24,8 Prozent der Befragten halten sie für glaubwürdig. Die Mehrzahl glaubt einfach nicht daran, dass ein Unternehmen gleichzeitig wie ein etablierter Konzern und wie ein kreatives Start-up aufgebaut sein kann.

Außerdem werden viele Leser keine konkrete Vorstellung davon haben, was eigentlich gemeint ist. Was sind denn „die Vorteile eines Konzerns“? In eine gute Stellenanzeige gehören konkrete Beispiele anstatt schwammiger Formulierungen.

2. „Wir vereinen hohe Leistungsorientierung und gelebte menschliche Werte.“

Wenn dieser Satz in einer Stellenanzeige steht, zweifeln 69,9 Prozent an seiner Richtigkeit. Weniger als ein Drittel der Befragten würde bei dieser Aussage darauf vertrauen, dass sie der Wahrheit entspricht. Dabei ist die Unternehmenskultur vielen Bewerbern wichtig. Besser wäre es, mit konkreten Beispielen zu belegen, dass man werteorientiert arbeitet.

3. „Bei uns stoßen Sie auf flache Hierarchien.“

Auch hier gilt: Behaupten kann das jeder. Und kein Unternehmen würde in seine Jobannonce schreiben: „Bei uns geht es autokratisch zu.“ 44 Prozent der Befragten bleiben jedenfalls skeptisch, wenn in einer Stellenanzeige mit flachen Hierarchien geworben wird. Besser wäre es, konkret zu beschreiben, welche Entscheidungen Mitarbeiter selbst treffen können oder wie generell dafür gesorgt wird, dass Beschlüsse schnell und unabhängig von der Position der Beteiligten zustande kommen.

4. „Unsere Belegschaft zeichnet sich durch Freundlichkeit, Flexibilität, Hilfsbereitschaft und hohe Motivation aus.“

Hier wurde wohl etwas dick aufgetragen. Nur etwas mehr als die Hälfte der befragten Fach- und Führungskräfte glaubt dieser Versprechung. Für 43 Prozent ist der Satz eine leere Floskel. Dabei ist es für viele Bewerber ganz zentral, mit wem sie in Zukunft zusammenarbeiten könnten. Schließlich verbringt man mit seinen Kollegen oft mehr Zeit als mit dem Partner. Statt einfach zu behaupten, die Stimmung im Team sei gut, sollte man versuchen, dies zu belegen: Was wird konkret für ein positives Miteinander getan?

5. „Wir sind ein inhabergeführtes, sozial engagiertes Unternehmen.“

Fast drei Viertel (74,8 Prozent) der Befragten glauben dieser Aussage in einer Stellenausschreibung. Kein Wunder, schließlich ist leicht zu überprüfen, ob ein Unternehmen wirklich inhabergeführt ist und sich sozial engagiert.

Übrigens: Nicht nur mit leeren Floskeln kann man eine Stellenanzeige vermasseln. Diese neun Stellenanzeigen gingen durch andere peinliche Fehler in die Hose.


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