Missglückte Vorstellungsgespräche 10 Fragen, mit denen Sie Bewerber garantiert vergraulen

Missglückte Vorstellungsgespräche

Ganz schön bescheuert: Bei manchen Fragen in Vorstellungsgesprächen möchte man sich an den Kopf fassen.© kallejipp / photocase.de

Nicht nur Bewerber patzen – auch so manchem Chef missglücken Vorstellungsgespräche. Zehn skurrile Fragen, mit denen Arbeitgeber Kandidaten in die Flucht getrieben haben.

Er scheint der ideale Kandidat für die Position zu sein: Der Bewerber ist qualifiziert, motiviert, stellt kluge Fragen – und dann will er den Job doch nicht haben.

So etwas passiert nicht selten. 2018 sagte jeder dritte Bewerber noch im Auswahlprozess eine Stelle ab; jeder fünfte Bewerber erteilte dem Unternehmen eine Abfuhr, nachdem er die Mitarbeiter oder den Chef kennengelernt hatte. Das ist das Ergebnis einer Studie des Video-Recruiting Anbieters Viasto, der rund 1000 Arbeitnehmer befragt hat, die im vergangenen Jahr an Vorstellungsgesprächen teilgenommen haben.

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Chefs vergraulen Kandidaten

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Arbeitgeber in Vorstellungsgesprächen oft etwas Entscheidendes vergessen: Nicht nur der Kandidat, auch der Chef selbst sollte sich und sein Unternehmen von der besten Seite präsentieren. „Wer eine schlechte Figur abgibt, etwa durch eine unstrukturierte Vorgehensweise, verschenkt im so oft beklagten Fachkräftemangel eine große Chance“, sagt Martin Becker, Geschäftsführer von Viasto.

So überraschten manche Chefs und Personaler ihre Bewerber mit Fragen, die in keinem Ratgeber zu finden sein dürften – und den Kandidaten vertrieben haben dürften. Eine Auswahl der schlechtesten Fragen, die Arbeitgeber Bewerbern in Vorstellungsgesprächen gestellt haben:

1. Der Fremdsprachen-Experte

Dieser Chef hat immerhin den Lebenslauf des Bewerbers gelesen – sonst hätte er wohl nicht nach bestimmten Fachkenntnissen des Kandidaten gefragt. Hoffentlich schämt er sich im Nachhinein gehörig für seine Frage: „Sie können Maschinensprache? Sagen Sie doch mal was auf Maschinisch!“

2. Man muss auch mal Prioritäten setzen

Vielleicht wollte der Interviewer die spontane Entscheidungsfreudigkeit des Kandidaten testen – anders ist diese dreiste Frage jedenfalls nicht zu erklären: „Wer sollte zuerst sterben? Ihre Mutter oder Ihr Vater?“

3. Der Kreative

Kennen Sie das? Manchmal ist man einfach blank. Hat alles vergessen, was man über den Bewerber gelesen hat, keine Frage parat. Und dann plötzlich der Geistesblitz: „Welche Schuhgröße haben Sie?“

4. Der Wahrsager

„Mitte März bekomme ich die Grippe. Im Mai breche ich mir die Hand und falle vier Wochen aus. Im August mache ich zwei Tage blau und im November überfällt mich ein heimtückischer Männerschnupfen.“ Planen Sie Ihr Jahr auch so genau vor? Dann könnten Sie die Frage dieses Interviewers problemlos beantworten: „Wie viele Tage machen Sie im Jahr krank?“

5. Jeder vergisst mal was

Manche Interviewer scheinen es geradezu darauf anzulegen, den Kandidaten gleich wieder zu verscheuchen. Oder wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie sich intensiv auf Fragen zu Ihrer Laufbahn vorbereiten, Stärken und Schwächen abwägen, sich über das Unternehmen informieren – und man Ihnen dann diese Frage stellt: „Wie heißen Sie nochmal?“

6. Wir möchten Sie besser kennen lernen

Natürlich möchten Chefs einen Bewerber möglichst gut kennen lernen. Manchmal kommen sie dabei der roten Linie ganz schön nah – oder überspringen sie gleich meterweit: Eine Kandidatin zwischen 18 und 29 Jahren sollte beantworten, ob sie momentan sexuell aktiv ist.

7. Die entscheidende Qualifikation

Für manche Jobs sollten Bewerber neben Fachkenntnissen bestimmte Vorlieben mitbringen. Ein Physiotherapeut etwa sollte gern mit Menschen arbeiten, ein Journalist sollte Spaß am Schreiben haben, ein Buchhalter Freude an Zahlen. Für welchen Job diese Vorliebe nützlich sein soll, bleibt uns aber ein Rätsel: „Mögen Sie Männer mit Bart?“

8. Der Freundschaftsbuch-Fan

Haben Sie früher auch Freundschaftsbücher ausgefüllt? Dort trug man seine Lieblingsfarbe ein, das liebste Tier, favorisierte Musiker, das beste Schulfach. Für Kinder toll, um Klassenkameraden besser kennen zu lernen. Dieser Chef scheint seine neuen Mitarbeiter nach dem gleichen Prinzip auszuwählen: „Was ist Ihre Lieblingsformel bei Excel?

9. Offensichtliches benennen

Manche Menschen sind wahre Smalltalk-Künstler. Sie schaffen es, in jeder noch so verkrampften Situation mit klugen Fragen ein intensives Gespräch anzufangen. Zum Beispiel dieser Chef, der eine Bewerberin fragte: „Warum haben Sie lange Haare?“

10. Der Frauenversteher

Dass Schulnoten auch Jahrzehnte später noch wichtig sein können, findet offenbar dieser Arbeitgeber. Im Bewerbungsgespräch mit einer Kandidatin zwischen 50 und 59 Jahren fragte er: „Sie als Frau hätten ja eigentlich in einem Fleiß-Schulfach eine bessere Note haben müssen, oder?“ Er als Mann hat jedenfalls seine umfassenden Kenntnisse des anderen Geschlechts bewiesen.

Sie wollen es besser machen? Lesen Sie hier, mit welchen originellen Fragen Sie Bewerber überraschen können und welche Fragen im Vorstellungsgespräch rechtlich unzulässig sind.

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