Management Reiseretter

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Einmal im Monat stellt impulse-Redakteur Georg Dahm Unternehmerspielzeug vor

Einmal im Monat stellt impulse-Redakteur Georg Dahm Unternehmerspielzeug vor

Hart ist das Geschäftsleben - für etwas Erleichterung sorgen die Werkzeuge, die unser Technikkolumnist Georg Dahm hier jeden ­Monat vorstellt. Dieses Mal: Technik für unterwegs.

Die Entscheidung fiel auf einem British-Airways-Flug. Der papierdünne Sitz und das erbärmliche Schlonzgericht hatten mir die Kraft genommen, im Kabinengrollen den Röcheldialogen von „The Dark Knight Rises“ zu lauschen. In meiner Not versuchte ich zu arbeiten, derweil mir meine Nachbarn auf den Bildschirm schielten. Mir wurde klar: Ich brauche ein Refugium.

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Erster Schritt: ein Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung, der den Umgebungslärm elektronisch filtert. Die erste Reise mit dem Bose Quietcomfort 15 (350 Euro, www.bose.de) war eine Offenbarung. Ich testete ihn in der Bahn. Das Räderdröhnen – weg. Das Gekeife der Mitreisenden – zumindest gedämpft. Der leichte Bügel saß fest, aber angenehm. Nun gibt es viele Vorstellungen von gutem Kopfhörerklang, Ehrgeizige werden wohl die Noise-Cancelling-Segmente von Lieblingsmarken wie Audio-Technica, AKG oder Sennheiser probehören. Doch Bose gilt hier zu Recht als Standard. Fast süchtig wurde ich aber nach dem Parrot Zik, der über Bluetooth so schön klingt wie per Kabel. Das Philippe-Starck-Design ist eine Freude, und im samtigen Material der Ohrmuscheln verbirgt sich eine elegante Fernsteuerung: Die Musik wird durch Fingerwischen und -tippen am rechten Ohr gesteuert, per Fingertipp werden auch Anrufe über das interne Mikrofon angenommen. Setzt man den Kopfhörer ab, wird der Titel unterbrochen. Befreit von allen Kabelschlingen, das Telefon in der Tasche versenkt, wollte ich den Ruhespender kaum noch abnehmen.

Reiseretter
1 Ungebunden Der Lärmschutzkopfhörer Parrot Zik kommt ohne Kabel aus; 399 Euro, www.parrot.de
2 Winkelzug Den abnehmbaren Blickschutzfilter 3M Vikuiti gibt es in vielen Größen, auch für Tablets, www.3mdeutschland.de
3 Blickdicht Die Videobrille Zeiss Cinemizer Oled spielt ein Privatkino auf die Augen, auch in 3-D; 649 Euro, www.zeiss.de

Was meine Bildschirm-Paranoia betrifft: Unterwegs schiebe ich jetzt den Blickschutzfilter 3M Vikuiti vor das Display. Der macht das Bild zwar dunkler, doch die Sitznachbarn sehen nur ein glänzendes Nichts. Ganz perfekt ist die Tarnung nicht: Aus einigen Blickwinkeln können Vorübergehende sehen, was auf dem Schirm passiert.

Die Gefahr besteht bei der Videobrille Zeiss Cinemizer nicht, die winzigen Oled-Displays erzeugen die Illusion einer Kinoleinwand. Laptops, DVD-Player und iPhones können angeschlossen werden; bald soll ein Bewegungssensor für 3-D-Simulationen erscheinen. Ich jedenfalls hatte damit schöne Kinoabende – aber nicht in der Öffentlichkeit: Man sieht mit dem weißen Balken aus wie ein futuristischer Ray Charles. Ganz so groß ist mein Einsamkeitsbedürfnis doch nicht.

Aus dem Magazin
Mehr dazu erfahren Sie in der impulse-Ausgabe 03/2013.

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