Management René Zeyer – Zaster und Desaster

Ein Jahr ist vergangen, seit René Zeyer in seinem Buch „Bank, Banker, Bankrott“ Gier, Maßlosigkeit und Dummheit Schweizer Privatbanker entlarvte. In „Zaster und Desaster“ knüpft der langjährige Kommunikationsberater in der Finanzbranche nun genau dort wieder an.

In 50 neuen Anekdoten erzählt er
vom Alltag eidgenössischer Anlageberater
im Jahr eins nach Ausbruch der
Finanzkrise. Zwar spüren die Banker den
Imageverlust ihres Berufs und die Kritik
von Kunden und manch einem Politiker.
Doch all das kümmert sie kaum. Schein
bleibt Sein in ihrer Welt, zu der nach wie
vor Boni, Südseeurlaube und schnelle
Autos gehören. Zeyers Fazit: Es hat sich
nichts geändert. Oder doch, eine Kleinigkeit
schon: Inzwischen zocken sie auch
mit den Milliarden, die Staaten zur Rettung
der Geldinstitute lockermachen.

Stümper und blutige Anfänger seien
berüchtigte 30er-Jahre-Gangster wie
John Dillinger im Vergleich zu diesen
„modernen Bangstern“, sagt der Autor
im Nachwort: „300 000 Dollar klaut
heute ein High-Frequency-Trader in
0,03 Sekunden. Nüchtern, besoffen oder
bekokst. Und legal.“ Auf diese Weise
funktioniert das ganze Buch: Zuerst muss
man lachen. Dann erinnert man sich daran,
dass hier ein Insider Selbsterlebtes
berichtet, nur leicht literarisch verfremdet.
Und schon bleibt einem das Lachen
im Halse stecken.

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Daten zum Buch
Titel: Zaster und Desaster – Neue Storys aus der Welt der Abzocker
Autor: René Zeyer
Verlag: Orell Füssli, 192 Seiten
Preis: 19,90 Euro

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