Management Risikobereit, aber misstrauisch

Wohlhabende Kunden sind gut informiert und wissen genau, wo sie ihr Geld investieren wollen. Das ergibt eine Studie unter Top-Verdienern. Banken sollten nicht allen aktuellen Trends glauben.

Der German Wealth Monitor untersucht zu Beginn jeden Jahres, wie sich Top-Verdiener in Deutschland verhalten und zu welchen Investments sie neigen. „Die seit 2005 durchgeführte Studie bietet den Banken für das Private Banking und das Wealth Management zu Jahresbeginn immer eine gute Planungsgrundlage, um das Geschäftsjahr für das Neugeschäft und Cross-Selling strategisch optimal auszurichten“, sagt Harald Joss, Geschäftsführer vom Marktforschungsinstitut BrandControl.

Wichtigstes Ergebnis für die Banken: Die Vermögenden – hier die TOP 0,6 Prozent aller deutschen Einkommensgruppen – sind wieder anlagebereit. In einem gewissen Umfang wollen sie auch wieder Risiken eingehen.

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impulse.de zeigt die wichtigsten Trends:

Professionalisierung

Privatanleger handeln mehr und mehr professionell, dieser Trend ist in den Ergebnissen der Studie deutlich erkennbar. Die Deutschen, deren Haushaltsnettoeinkommen im Jahr höher als 200.000 Euro ist, informieren sich intensiv über Anlageprodukte. Sie wollen 2011 viel genauer als früher wissen, was die Banken mit ihrem Geld machen.

Neue Produkte

Die Riskobereitschaft und die Bereitschaft, etwas zu wagen, kehren zurück. Deutlich wird dies am gestiegenen Interesse für neue Produkte, wie zum Beispiel für ethische und ökologische Bankprodukte. Je vermögender der Anleger, desto eher besteht Interesse daran.

Diese Trend ist allerdings nicht bei allen Banken zu beobachten. Differenziert sind die Ergebnisse auch beim Stichwort Islamic Banking. Das Thema spricht an – aber nur eine sehr spezielle, dafür hochinteressante Zielgruppe. Banken müssen hier ganz genau überlegen, wen sie mit welchen Argumenten ansprechen sollten.

Web 2.0

Für viele überraschend: Das Web 2.0 wird in seiner Bedeutung für vermögende Anleger klar überschätzt. „Hier vergeuden einige Institute erhebliche Gelder“, sagt Joss.

Harte Arbeit

Erstmals erhoben wurde der Tagesablauf der Top-Verdiener in Deutschland und auch hier stellt sich heraus, dass die gängigen Stereotypen weitgehend falsch sind. „Die Vermögenden sind entgegen gängiger Vorurteile hart arbeitende Menschen, deren Tag bis in den Abend hinein überdurchschnittlich mit Arbeit gefüllt ist“, sagt Joss.

Gleichzeitig seien die Vermögenden musisch und literarisch hoch interessiert. Dementsprechend seien einige Banken in Sachen Sponsoring und Kundenveranstaltungen bereits recht gut aufgestellt, während andere an den Interessen der Vermögenden weitgehend vorbei agieren.

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