Management Roel Nizet räumt Chefposten beim Caravan-Konzern Hymer

Reisemobilproduktion bei Hymer

Reisemobilproduktion bei Hymer© Hymer

Während des größten Umbaus seiner Unternehmensgeschichte muss Hymer den wichtigsten Personalposten neu besetzen. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Roel Nizet verlässt den Wohnmobilhersteller. Der Nachfolger steht bereits fest.

Nach nur 16 Monaten verlässt der Vorstandsvorsitzende Roel Nizet Europas größten Wohnmobilhersteller Hymer Ende August – aus „persönlichen Gründen“, wie das Unternehmen bekannt gab. Nachfolger wird Andreas Lobejäger, der bislang Finanzvorstand des Konzerns aus Bad Waldsee war und diese Position auch weiter bekleiden wird. Das berichtet impulse in der Magazin-Ausgabe 08/2013 (Erscheinungstermin 25. Juli).

Als Vorstandschef steht Lobejäger nun vor einigen Herausforderungen. Zwischen September 2012 und Februar 2013 ging der Umsatz der Hymer AG um 13 Prozent zurück. „Operativ sind wir nicht glücklich“, sagte Lobejäger vor vier Wochen im Gespräch mit impulse. „Aber wir werden deswegen nicht in Hektik verfallen.“ Andere Hersteller der Branche leiden ebenfalls unter der Wirtschaftskrise und haben bereits mit Kurzarbeit und Entlassungen reagiert. Das wollte Lobejäger gegenüber impulse auch bei Hymer nicht ausschließen: „Wir werden uns nicht scheuen, sämtliche Maßnahmen durchzusetzen, die wir für notwendig erachten, um die Zukunft des Familienunternehmens langfristig zu sichern.“

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Die Vorstandsrochade vollzieht Hymer während des größten Umbaus der Unternehmensgeschichte. Im Juni hatte sich Hymer von der Börse zurückgezogen mit dem Ziel, mit CMC Caravan zu verschmelzen – dem zweiten Wohnmobilkonzern im Besitz der Familie Hymer, zu dem etwa die Marke Dethleffs gehört. Nizet hatte die Einstellung einzelner Marken sowie Werksschließungen im Zuge der Verschmelzung nicht ausgeschlossen.

Unerwartete Probleme in Asien

Zudem forcierte der scheidende Chef die Internationalisierung. Hymer will in die USA und China expandieren, um die Einbußen in Europa wettzumachen. Zuletzt aber stieß das Unternehmen in Asien auf unerwartete Probleme. Zwar vermeldeten Mitte Juni chinesische Medien ein Joint Venture zwischen Hymer und der Firma Jinguan Automobile aus China. Hymer dementierte jedoch wenig später, dass es einen Vertragsschluss mit Jinguan gäbe.

Ein Grund für den geplatzten Deal: Vor ein paar Jahren entwickelte Jinguan einen Hinrichtungsbus – ein Gefährt, in dem zum Tode Verurteilte in ländlichen Gebieten per Giftspritze getötet werden können. Kurz nach den Gesprächen mit Jinguan habe man davon erfahren, heißt es bei Hymer – und auch deswegen von einer Kooperation Abstand genommen. Warum die Chinesen trotzdem Vollzug meldeten, könne man sich nicht erklären. Bei Hymer heißt es, es bestünde Kontakt zu weiteren potenziellen Partnern in China.

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