Management Schäuble lobt die Euro-Krisenstaaten

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble© impulse

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble stemmt sich gegen die Anti-Euro-Stimmung in Deutschland. Im impulse-Interview lobt er die Anstrengungen von Griechenland, Spanien und Portugal, die Schuldenkrise einzudämmen.

 

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Eine Woche nach der Gründung der Anti-Euro-Partei „Alternative Deutschland“ nimmt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble den Kampf gegen die Anti-Euro-Stimmung in Teilen der Bevölkerung auf. Die Eurorettungspolitik wirke, erste Erfolge seien schon sichtbar, so Schäuble. „Die Griechen haben im vergangenen Jahr ein geringeres Defizit gemacht als veranschlagt, sie haben ihre Exporte in Drittländer gesteigert, die Arbeitslosigkeit geht zurück“, sagte Schäuble im impulse-Interview. „Auch die Spanier machen richtige Reformprogramme, und die Portugiesen unternehmen alle Anstrengungen, ihre Probleme in den Griff zu bekommen.“ Portugal sei trotz des Vetos des Verfassungsgerichts gegen einzelne Sparmaßnahmen auf einem guten Weg. „Das Verfassungsgericht hat einige Reformmaßnahmen für verfassungswidrig erklärt. Jetzt macht die Regierung andere, das hat sie gleich erklärt“, sagte Schäuble.

Im Streitgespräch mit den drei Unternehmern Carl-Jürgen Brandt (Brandt Zwieback), Lencke Wischhusen (Bundesvorsitzende der Jungen Unternehmer) und Tim Renner (Ex-Universal-Deutschland-Chef) wehrte sich Schäuble gegen den Vorwurf Deutschland würde die Euro-Krise mit „Scheckbuchdiplomatie“ lösen wollen. „Wir haben immer gesagt, wenn die Länder die Ursachen ihrer Probleme – im Fall Griechenlands die finanzpolitische Schlamperei und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit – glaubwürdig angehen, dann verschaffen wir ihnen die notwendige Zeit. Das ist die Philosophie der Rettungsprogramme. Das funktioniert“, sagte Schäuble und fügte hinzu: „Hinter Europa steht die Idee, dass wir akzeptieren, dass die anderen anders sind und selbst entscheiden.“

Das Gespräch mit Wolfgang Schäuble ist Teil der Reihe „Chefgespräche“ im Wirtschaftsmagazin impulse. Anlässlich der Bundestagswahl im September lädt impulse Spitzenpolitiker der im Bundestag vertretenen Parteien zu einem Streitgespräch mit drei Unternehmern.

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