Beruflicher Stillstand Mit diesen 5 Fehlern sabotieren kluge Menschen ihren Erfolg

Intelligenz bedeutet nicht automatisch Erfolg - sondern für manche beruflichen Stillstand.

Intelligenz bedeutet nicht automatisch Erfolg - sondern für manche beruflichen Stillstand.© Дмитрий Ларичев/iStock/Getty Images Plus

Sie glänzen in der Schule, sind aber später oft weniger erfolgreich als ihre Mitschüler - das liegt an fünf Fehlern, mit denen intelligente Menschen ihren Erfolg sabotieren. Was Sie dagegen tun können.

Früher waren sie Überflieger, und doch überholen andere sie mit Leichtigkeit: Nicht immer führen Intelligenz und gute Noten in der Schule zu beruflichem Erfolg. Mitschüler mit schlechteren Noten erklimmen die Karriereleiter manchmal schneller oder führen florierende Firmen. Schuld daran, dass andere sie überflügeln, sind intelligente Menschen oft selbst – weil Intelligenz eben nicht alles ist.

Alice Boyes, Autorin von „The Healthy Mind Toolkit“, hat für die Harvard Business Review fünf Fehler aufgeschrieben, mit denen kluge Menschen ihren Erfolg sabotieren – und wie sie ihre Schwächen in Stärken verwandeln.

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1. Sie ignorieren Zwischenmenschliches

Viele kluge Menschen denken, dass sie allein aufgrund ihrer Intelligenz erfolgreich sein müssten – und vernachlässigen dabei, dass andere Eigenschaften und Fähigkeiten auch wichtig sind, wie zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen. „Sie investieren keine Zeit und keinen Aufwand darein, diese Fähigkeiten weiterzuentwickeln“, sagt Boyes. Sich auf Bereiche zu konzentrieren, in denen man bereits gut ist, sei natürlich. „Doch in den meisten Berufen braucht man mehr als bloß Intelligenz, um voranzukommen.“

Lösung: Boyes schlägt vor, Stärken zu nutzen, um Schwächen auszugleichen: Intelligente Menschen lernen schnell und sollten deshalb genau die Fähigkeiten lernen, in denen sie nicht begabt sind. Verinnerlichen Sie zum Beispiel die sieben goldenen Kommunikationsregeln, um an Ihren Beziehungen zu Mitarbeitern und Geschäftspartnern zu arbeiten.

2. Sie sind Einzelkämpfer

Hat jemand eine schnelle Auffassungsgabe, kann es für ihn schwierig sein, mit Kollegen oder Mitarbeitern zusammenzuarbeiten: Er wird ungeduldig, weil andere länger brauchen, um etwas zu verstehen. Außerdem gibt er Aufgaben nicht gerne ab. Boyes sagt: „Kluge Menschen haben oft ein Problem damit zu delegieren, weil sie das Gefühl haben, sie könnten es selbst besser machen.“

Lösung: Laut Boyes sollen intelligente Menschen darauf achten, wie sie auf andere reagieren und warum. Sie sollen außerdem lernen, Aufgaben abzugeben und Diversität im Team wertzuschätzen; denn verschiedene Typen und Denkweisen bereichern ein Unternehmen.

3. Sie definieren sich nur über ihre Intelligenz

Ist jemand besonders intelligent, stützt sich sein Selbstbewusstsein oft stark auf diese Eigenschaft. Dadurch kann es ihm schwer fallen, Schwächen zuzugeben – besonders gegenüber anderen intelligenten Menschen oder wenn er Kritik einstecken muss. „Jede Situation, in der diese Menschen sich nicht klug fühlen, nehmen sie als bedrohlich wahr“, sagt Boyes. Manche meiden sogar Situationen, in denen ihre Intelligenz infrage gestellt werden könnte.

Lösung: „Werfen Sie einen objektiven Blick auf die Vorteile, die Sie haben, wenn Sie mit Menschen arbeiten, die klüger sind als Sie“, empfiehlt Boyes. „Wenn Sie sich mit intelligenten Menschen umgeben, machen Sie etwas richtig.“ Denn Sie können voneinander lernen – und kritisches Feedback ist notwendig, um sich zu verbessern.

4. Sie langweilen sich schnell

Kluge Menschen begreifen Neues oft schneller – und langweilen sich auch schneller. Ein besonderer Motivationskiller für intelligente Menschen sind sich wiederholende Aufgaben. Schließlich wollen sie lieber Neues lernen. Dadurch geben sie bei der Arbeit nicht in allen Bereichen 100 Prozent – und gefährden damit ihren eigenen Erfolg.

Lösung: Boyes schlägt vor, das große Ganze zu betrachten, um auch bei langweiligen Aufgaben am Ball zu bleiben. „Überlegen Sie, wann kurze Langeweile-Phasen einen positiven Einfluss auf Ihren Erfolg haben könnten“, sagt Boyes. So manch langweilige Arbeit kann Ihr Unternehmen langfristig voranbringen oder Ihnen das nötige Kapital für neue Projekte verschaffen. Sie können sich partout nicht mit einer Aufgabe anfreunden? Prüfen Sie, ob Sie sie abgeben können.

Ein Zusatztipp von Boyes: „Achten Sie darauf, genügend Ventile für Ihren Lerndrang zu schaffen, sei es bei der Arbeit, Hobbys oder Sport.“

5. Sie denken zu viel nach

„Intelligente Menschen sind daran gewöhnt, dank ihres Denkvermögens Erfolg zu haben“, sagt Boyes. Dadurch denken sie über manche Aufgaben zu lange nach und übersehen dabei andere Herangehensweisen, die bessere Ergebnisse bringen können. Sie neigen dazu, vor jeder Entscheidung ausführlich zu recherchieren und alles zu analysieren. Dadurch verzögern sie Entscheidungsprozesse unnötig.

Lösung: Intelligente Menschen müssen lernen, dass Denken und Analysieren nicht immer die einzige Lösung für ein Problem sind. Manchmal sollten sie einfach machen, statt sich vorher stundenlang den Kopf zu zerbrechen. Anstatt beispielsweise alle möglichen Risiken und Erfolgschancen einer Werbekampagne auszuloten, kann es ratsamer sein, einfach zu starten – sonst lässt man durch wochenlanges Abwägen Neukunden und Gewinn liegen.

Wenn Sie sich dabei erwischen, zu viel über eine Aufgabe nachzudenken, gönnen Sie sich eine kurze Pause. Ein paar Minuten an der frischen Luft, ein paar Seiten lesen oder sich mit Mitarbeitern unterhalten, kann Sie auf neue Ideen bringen.

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2 Kommentare
  • Ingo Ullrich 27. Januar 2019 10:40

    Guten Morgen,
    kein anonymus! Das oben beschriebene haben wir indirekt mit unserem Sohn (jetzt kommt Vaterstolz) erlebt. Seit seiner Einschulung im Rechnen (später Mathe) jetzt in der Abiprüfung durch weg „sehr gut“ gleiches gilt für Englisch, Biologie und Chemie. Lehrer die dieses Potential erkannt haben haben ihn gefördert, andere Ausbilder haben die soziale Kompetenz angezweifelt. Glücklicherweise sind dieses Lehrfächer in denen nicht nach Gutdünken beurteilt werden kann
    Wir sind mit ihm von Pontius zu Pilatus gelaufen, bis wir mal mit dem „Mensa“ – Verein gesprochen haben….
    Gleichend ist – er ist in sich gekehrt, will seine Ruhe, Menschen die laut sind stören ihn. Ich könnte sehr viele Anekdoten , vor allem aus seiner Grundschulzeit erzählen, in der die Ausbildungskräfte mit ihm an ihre Grenzen gestoßen sind

  • Anonymous 22. Januar 2019 09:30

    Fehler Nr. 1 bis 4 sind leider das direkte Ergebnis unseres aktuellen Schulsystems. Softskills wie z.B. soziale Kompetenzen, Eigeninitiative, Kreativität, Neugier und Entdeckerfreude sowie Talente, die nicht in der Schule benotet werden, verkümmern oder werden sogar abtrainiert. Dadurch geht Deutschland ein riesiges Potenzial verloren.

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