Buchtipps für Unternehmer Diese Bücher sollten Sie sich zu Weihnachten wünschen

Freunde und Familie löchern Sie mit Fragen, was Sie sich zu Weihnachten wünschen? Dann haben wir hier was für Sie: Buchempfehlungen, die Führungskräfte weiterbringen - für den Wunschzettel oder zum Sich-selbst-Beschenken.

Ein Buch zu Weihnachten? Buchtipps für Unternehmer

© Javier Zayas Photography / Getty Images

„Erfolg ist ein Mannschaftssport. Das Playbook für mehr Selbstorganisation im Unternehmen“ von Stephanie Borgert

empfohlen von Nicole Basel, Chefredakteurin

Wer auf Amazon nach „Agilität“ sucht, bekommt mehrere Tausend Treffer. Warum also noch ein Buch, das den Weg zu selbstorganisierten Team leiten soll? Ist nicht längst alles gesagt – nur noch nicht von allen?

„Die Methoden sind verstanden“, schreibt Stephanie Borgert in „Erfolg ist ein Mannschaftssport“, und doch erlebe sie „eine große Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit.“ Checklisten, Best Practise Beispiele und Scrum-Anleitungen helfen eben nicht, wenn noch alte Denkmuster vorherrschen und die Grundlagen im Team nicht stimmen.

In Borgerts Buch geht es um genau diese Grundlagen: Was ist eigentlich ein Team? Was bedeutet selbstorganisiertes Arbeiten? Warum verhalten sich Menschen in einer Gruppe manchmal anders als außerhalb der Gruppe? Warum agieren Teams manchmal merkwürdig? Wie kommt es zu Konflikten und was braucht es, um sie aufzulösen? Und: Was bedeutet Führung in einer agilen Organisation?

Borgert, das merkt man schnell, kann auf jahrzehntelange Beobachtungen zurückgreifen. Sie analysiert scharf, woran Teams scheitern, wenn sie plötzlich selbstorganisiert arbeiten sollen, verkneift sich aber allzu simple Lösungen. Stattdessen erklärt sie verständlich Zusammenhänge und bietet viele Übungen und Reflexionsfragen an, die helfen, das eigene Team und die eigene Organisation besser zu verstehen.

Ein empfehlenswertes Buch nicht nur für Führungskräfte – sondern für alle Menschen, die in einem Team arbeiten.

Stephanie Borgert: „Erfolg ist ein Mannschaftssport. Das Playbook für mehr Selbstorganisation im Unternehmen“. Gabal, 29,90 Euro.

„Future Skills“ von 69 Autoren

empfohlen von Wiebke Harms, Redakteurin

Das nächste Jahr ist nicht mehr fern und 2022 wird VUCA. Das Akronym steht für die englischen Begriffe Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity – Volatilität also, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit.

Im Januar für das vierte Quartal planen? Das kann, die Corona-Pandemie lehrt es uns in jeder Welle, schiefgehen. Trotzdem können Unternehmerinnen und Unternehmer den Blick in die Zukunft nicht verweigern. Doch wie planen, wenn die Welt sich nicht nur schnell wandelt, sondern unvorhersehbare Ereignisse für Chaos sorgen?

Die 69 Autorinnen und Autoren dieses Arbeitsbuches vermitteln 30 Kompetenzen und Denkweisen, die dabei helfen können. Von agilem Projektmanagement über Resilienz und Achtsamkeit bis hin zu „Future Literacy“ – einem Konzept, das dabei hilft einzuordnen, welchen Einfluss die Zukunft auf das hat, was wir in der Gegenwart tun.

Dem Sprunghaften werden die Macher des Bandes auch in der Form gerecht: Jeder Beitrag steht für sich. So kann man das Buch auch 2022 immer wieder in die Hand nehmen, wenn eine Entscheidung vor lauter VUCA kaum möglich erscheint.

Peter Spiegel, Arndt Pechstein, Anabel Ternès von Hattburg, Annekathrin Grüneberg (Herausgeber): „Future Skills. 30 Zukunftsentscheidende Kompetenzen und wie wir sie lernen können.“ Vahlen, 39,80 Euro.

„Mission. Auf dem Weg zu einer neuen Wirtschaft“ von Mariana Mazzucato

empfohlen von Kathrin Halfwassen, Redakteurin

Mariana Mazzucato, Professorin für „Economics of Innovation and Public Value“ am University College London, denkt groß: Der Staat, so ihre These, muss wieder mehr das tun, was er ihrer Meinung nach am besten kann – als wahrhaft risikobereiter Akteur die Wirtschaft lenken und damit Unternehmen zu gemeinwohlnützlicher Innovation und Produktion antreiben. Denn allein der Staat könne in Bereiche investieren, in denen privaten Akteuren das Risiko viel zu hoch wäre.

Eine solche visionäre Industriepolitik brauche es, um die weltweiten Krisen – Klima, Migration, soziale Ungleichheit, etc. pp. ­– ganz real zu lösen. Als Musterbeispiel sieht sie Kennedys „Moonshot-Mission“: Um vor der Sowjetunion auf dem Mond zu landen, setzte Kennedy ein Investitionsprogramm von Steuergeldern auf, die heute knapp 300 Milliarden Dollar entsprechen würden – mehr als ein Dutzend verschiedene Sektoren, von der Raumfahrt bis zur Textilindustrie, wurden beteiligt.

Der große Schritt für die Menschheit war, aus langfristiger Perspektive betrachtet, dann weniger der Fußabdruck von Neil Armstrong im Mondstaub. Sondern die Vielfalt an Innovationen, die am Ende etwa zur Entwicklung der Computertomographie, neuer Materialien zur Wärmeisolierung, aber auch zu Babynahrung und dem Akkustaubsauger führte.

Wie Mazzucato darlegt, was wir heute vom Apollo-Programm lernen können, ist herausfordernd und unterhaltsam zugleich, ihre Argumentation gleichermaßen pointiert und engagiert. Nicht selten schwankt man als Leserin zwischen: „Pah, was für eine Utopistin!“ und „Mja, recht hat sie.“ Da verwundert es nicht, dass auf Mazzucatos Beratung inzwischen nicht nur viele Entscheidungsträger sowie die Europäische Kommission setzen. Selbst der Papst ist Fan – und auch der aktuelle Kanzler Olaf Scholz.

Mariana Mazzucato: „Mission. Auf dem Weg zu einer neuen Wirtschaft“. Campus, 28 Euro.

„Das Amazon-Geheimnis“ von Colin Bryar und Bill Carr

empfohlen von Andreas Kurz, Mitglied der Chefredaktion

Im Internet kursiert eine Legende über Amazon, und die lautet so: Amazon-Chef Jeff Bezos versammelt zu Meetings immer nur so viele Mitarbeiter, wie von zwei Pizzen satt werden können. Legt man die reguläre amerikanische Monster-Pizza zugrunde, sind das ungefähr acht Leute. Die Legende steht überall im Netz, auch wenn niemand so recht weiß, ob sie wirklich wahr ist. Kein Vorwurf an die Journalisten – es ist einfach eine hübsche, griffige Erzählung, die man gern aufschreibt. Und man ruft halt nicht mal eben beim Jeff an und fragt, ob sie stimmt.

Allein deshalb lohnt sich die Lektüre des Buches „Das Amazon-Geheimnis“ von Colin Bryar und Bill Carr – da steht nämlich die Antwort drin. Bryar und Carr hatten genügend Gelegenheit, Jeff Bezos Dinge zu fragen: Bryar war 13 Jahre dessen rechte Hand, Carr 14 Jahre lang unter anderem Vice President. Die Antwort (Achtung, Spoiler!) fällt aus wie eine Pizza Mista: gemischt. Ja, es gab die Zwei-Pizza-Regel bei Amazon, und nein, sie galt eigentlich nicht für Meetings. Die „Zwei-Pizza-Teams“ waren kleine autonom arbeitende Gruppen, die konzernweit Innovationen „in atemberaubender Geschwindigkeit“ hervorbringen sollten, was aber nicht in jeder Abteilung gleich gut funktionierte. Heute, schreiben die Autoren, spreche bei Amazon kaum noch jemand darüber.

Dafür schreiben die beiden Autoren viel über Amazons 14 Leadership-Prinzipien, die – ähnlich wie die Pizza – viel größer ausfallen als in Europa: So geht es bei Amazon nicht nur um Kundenorientierung, sondern um „Kundenobsession“. Und sie schildern, warum Jeff Bezos Powerpoint verbot – weil eine gute Präsentation eine Gruppe dazu verführen kann, „einer miserablen Idee zuzustimmen“. Seitdem beginnen wichtige Meetings bei Amazon mit einer „unheimlichen Stille“ – weil alle zuerst eine 6-seitige Tischvorlage lesen, die in Word verfasst sein muss („Six-Pager“). Ungewöhnlich, merkwürdig gar? Gewiss. Aber mit gewöhnlichen Mitteln erschafft man in 25 Jahren auch nicht eines der umsatzstärksten Unternehmen der Erde.

Colin Bryar, Bill Carr: „Das Amazon-Geheimnis – Strategien des erfolgreichsten Konzerns der Welt. Zwei Insider berichten“. Harper Collins, 24 Euro.

„Digital Unplugged“ von Philipp Westermeyer

empfohlen von Peter Neitzsch, Redakteur

Wie verändert die Digitalisierung die Spielregeln für Unternehmen und Konsumenten? Das erklärt einer, der in den letzten Jahren ganz nah dran war an der Digitalwirtschaft: Philipp Westermeyer. Der Unternehmer aus Hamburg entwickelte aus einem Seminar über digitales Marketing das bekannte Festival „Online Marketing Rockstars“ (OMR) – mit zuletzt rund 50.000 Besuchern. Im OMR-Podcast interviewt er Start-up-Gründer, Influencer und Konzern-Bosse. Die Essenz aus weit über 400 Podcast-Folgen hat Westermeyer jetzt in ein Buch gepackt.

Darin widmet er sich kuriosen Phänomenen wie diesen: Warum gibt es in manchen Hamburger Vororten nur noch Bäcker und Immobilienmakler? Wieso verkauft die US-Supermarktkette Walmart keine Waffen mehr? Oder: Weshalb um alles in der Welt gibt jemand für einen Kapuzenpulli 6000 Euro aus? Die Antworten darauf stecken im kleinen 1×1 des (Digital-)Marketings: Da geht es um die Kosten für die Akquise von Neukunden, den Wert eines Kunden für das Unternehmen, Berührungspunkte in den sozialen Medien und die Macht des Storytellings.

All das ist nicht ganz neu, aber kurzweilig und praxisnah aufgeschrieben. Westermeyer legt in seinem Buch den Fokus auf große Marken von Müllermilch bis Netflix, von Sixt bis Amazon. Trotzdem können sich auch Inhaber kleiner Unternehmen von den Strategien der Großen etwas abgucken.

Philipp Westermeyer: „Digital Unplugged: Über außergewöhnliche Phänomene und Macher unserer Zeit“. Econ, 24 Euro.

„Die Modern Work Tour. Eine Weltreise in die Zukunft unserer Arbeit“ von Anna und Nils Schnell

empfohlen von Jelena Altmann, Leitende Redakteurin

Wer wissen will, wie New Work funktioniert, würde vielleicht als Erstes ins Silicon Valley in Kalifornien schauen. Doch moderne Arbeitsweisen, von denen man lernen kann, gibt es auch in den entlegenen Ecken der Welt, wie die beiden Autoren und New-Work-Experten Anna und Nils Schnell auf ihrer Weltreise zeigen.

Sie besuchten 34 Länder und trafen Unternehmerinnen und Unternehmer verschiedenster Branchen. Zum Beispiel Hugh Bosely, der in Jordanien die Ausbildungsstätte Rebootkamp führt und gezielt Gleichberechtigung im Betrieb fördert. Oder Khulan Davaadorj, Gründerin der Kosmetikfirma L’hamour in der Mongolei, die auf kreative Art Widerständen begegnet, oder das Team der nigerianischen Firma für Animationsfilme Magic Carpet Studio, das systematisch Wissen austauscht.

Entstanden ist eine Mischung aus persönlichen Reiseberichten und zehn inspirierenden Unternehmensgeschichten. Jedes Beispiel wird zudem einem New-Work-Prinzip wie „Sinn stiften“, „Wissen teilen“ oder „Transparenz“ zugeordnet. Am Ende eines Kapitels erhält man Reflexionsfragen, inwiefern man selbst schon New-Work-fähig ist.

Anna Schnell, Nils Schnell: „Die Modern-Work-Tour. Eine Weltreise in die Zukunft unserer Arbeit“. Gabal, 160 Seiten, 25 Euro.

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1 Kommentar
  • Meike Schneider 17. Dezember 2021 18:08

    Besten Dank für die tollen Lesetipps an die Redaktion!

    Ich möchte noch ein weiteres Buch beisteuern: Profit First von Mike Michalowicz. Aus meiner Sicht ein „must-read“ für jeden Unternehmer!

    Es hat meine Welt und die meiner Kunden zum Positiven verändert. Und das ganz einfach und mittelstandstauglich.

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