Buchtipps für Unternehmer Diese Bücher sollten Sie 2019 lesen

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Jedes Jahr erscheinen unzählige Business-Bücher – aber welche lohnen sich wirklich zu lesen? Die impulse-Redaktion hat für Sie sortiert: Diese Bücher sollten auf Ihrer Leseliste 2019 nicht fehlen.

„Ich, endlich einzigartig“ von Hermann H. Wala

empfohlen von Jelena Altmann, Printredakteurin:

Was haben Tesla-Erfinder Elon Musk und US-Präsident Donald Trump gemeinsam? Ob man sie sympathisch findet oder nicht – die beiden sind unverwechselbare Persönlichkeiten. Und das kann jeder erreichen, schreibt der Autor Hermann H. Wala in seinem Buch „Ich, endlich einzigartig“. Wie sich Unternehmer zu einer Marke entwickeln können, zeigt der Marketingexperte Schritt für Schritt in acht Kapiteln.

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Zum Beispiel erklärt Wala, wie Unternehmer ihre Werte formulieren, Emotionen bei Kunden auslösen, woraus spannende Geschichte bestehen, die im Gedächtnis bleiben, und wie sie sich authentisch in sozialen Medien präsentieren. Dazu gibt es Aufgaben, die helfen, die eigene Unverwechselbarkeit einzuschätzen. Wer sich am Ende der Lektüre trotzdem nicht besonders einzigartig fühlt, bekommt immerhin viele nützliche Tipps fürs Selbstmarketing.

Hermann H. Wala: Ich, endlich einzigartig. Redline Verlag, 19,99 Euro.

„… dann bin ich auf den Baum geklettert!“ von Dirk Rossmann

 empfohlen von Kathrin Halfwassen, freie Mitarbeiterin:

Wer Digital Detox auf seiner Liste der guten Vorsätze für 2019 stehen hat, sollte sich die Autobiografie von Dirk Rossmann, Gründer der Drogeriemarktkette Rossmann, neben das Smartphone in die Tasche packen. Die knapp 30 kurzen Kapitel lesen sich so schnell weg wie ein paar Nachrichten oder Mails – sind aber deutlich unterhaltsamer.

Rossmann gewährt einen Blick durch ein ziemlich großes Schlüsselloch: Der Leser erfährt nicht nur, wie der Vorzeige-Unternehmer am Eröffnungstag seines ersten Drogeriemarktes 20.000 Mark Umsatz machte und damit das halbe Monatsziel erreichte, in den 90ern aber trotzdem beinahe in die Pleite rutschte. Er liest auch über Rossmanns jahrelange Psychotherapie, einen fünfstelligen Verlust im Casino, seine Begeisterung für Schopenhauer und die Erfahrung, im Alter von 16 zu erkennen, dass der eigene Vater nicht der leibliche ist. Kurz: Rossmann liefert 1000 Anekdoten von tragisch bis skurril und vermittelt nebenbei noch ein paar Lehren zur Frage, wie sich ein Unternehmen durch – selbstverschuldete – Tiefen steuern lässt.

Dirk Rossmann: „… dann bin ich auf den Baum geklettert!“ Von Aufstieg, Mut und Wandel. Ariston Verlag, 20 Euro.

„Die Orbit-Organisation“ von Anne M. Schüller und Alex T. Steffen

 empfohlen von Angelika Unger, Digitalchefin vom Dienst

Ja, der Buchtitel ist abschreckend. Orbit-Organisation – was soll das denn bitteschön sein? Im Untertitel steht was von digital – also das x-te dröge Buch über die Digitalisierung? Weit gefehlt: Es geht um nichts weniger als eine neue Unternehmenskultur, die Unternehmen fit machen soll für die Zukunft: mit schnelleren, besseren Entscheidungen, mehr Eigenverantwortung für die Mitarbeiter und radikaler Kundenzentrierung. Schüller und Steffen zeigen, wo sich Unternehmen heute bewegen müssen, und geben konkrete, praxisnahe Umsetzungstipps: vom neuen Meeting-Format bis zur Checkliste für die Kundenbewertung.

Sicher, thematisch ist das Buch ein Rundumschlag – aber auch ein Augenöffner für alle Unternehmer, die große Veränderungen wuppen müssen, um die Zukunft ihrer Firma zu sichern. Und wer in eines der Themen tiefer einsteigen will, findet im umfangreichen Literaturverzeichnis reichlich Anregungen zum Weiterlesen. Wer nun Lust hat, gleich loszulesen, muss sich allerdings noch ein wenig gedulden: Der Titel erscheint erst am 31. Januar 2019.

Anne M. Schüller und Alex T. Steffen: Die Orbit-Organisation. In 9 Schritten zum Unternehmensmodell für die digitale Zukunft. Gabal, 34,90 Euro.

„Das große Handbuch Innovation“ von Benno Aerssen und Christian Buchholz

empfohlen von Anna Wilke, Printredakteurin:

Einen echten Brocken haben Benno van Aerssen und Christian Buchholz im vorigen Sommer veröffentlicht: Satte drei Kilo bringt „Das große Handbuch Innovation: 555 Methoden und Instrumente“ auf die Waage – und ist damit nichts für unterwegs. Dafür findet sich in dem Buch aber alles, was ein Unternehmer zum Thema Kreativitätsprozesse wissen muss. Einen Großteil des

Buches nimmt die umfangreiche Methodensammlung ein. Dort sind bekannte Formate, wie das Brainstorming, aber auch unbekanntere Techniken wie der 10-Minuten-Zeitsprung kompakt erklärt. Wer das Buch kauft, bekommt außerdem einen Zugang zur erweiterten Online-Methodensuche.

Neben den verschiedenen Übungen widmen sich die Autoren auch den Grundvoraussetzungen für Kreativität. So erklären Aerssen und Buchholz beispielsweise Inspirationstechniken oder Verhaltensweisen, die Führungskräfte einsetzen können, um eine Innovationskultur zu fördern. Wer demnächst also einen Workshop zur Ideenfindung starten will, der sollte einen Blick in das Buch werfen.

Benno Aerssen und Christian Buchholz: Das große Handbuch Innovation – 555 Methoden und Instrumente für mehr Kreativität und Innovation im Unternehmen. Verlag Vahlen, 99,00 Euro.

„Startup-DNA“ von Frank Thelen

empfohlen von Lisa Büntemeyer, Digitalredakteurin:

Tech-Nerd Frank Thelen stieg als dauernörgelnder Juror bei der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ zum Star-Investor auf. 2018 hat er seine Autobiografie veröffentlicht – kann so viel Selbstvermarktung noch unterhaltsam sein? Die Antwort: Ja. Sogar sehr.

Erstaunlich locker erzählt Thelen von seinem Werdegang vom Fünferschüler zum Multimillionär. Dabei berichtet er von Stolpersteinen und Tiefschlägen, etwa wie er sich mit Mitte 20 mit einer Millionen Euro verschuldete und wochenlang in seinem Zimmer einschloss – und warum diese Erfahrung ihn bis heute stärkt. Welche Türen ihm seine Prominenz geöffnet hat und worauf Gründer bei einem Pitch vorbereitet sein sollten, erfährt der Leser im Kapitel über „Die Höhle der Löwen“.

Neben dem autobiografischen Teil widmet Thelen mehr als 100 Seiten sperrigen Themen wie Blockchain, Kryptowährungen, künstlicher Intelligenz und der Digitalisierung in Deutschland. Dabei erklärt er so anschaulich und verständlich, dass selbst die eigene Großmutter das Prinzip der Blockchain verstehen sollte. Wer mit Frank Thelen nicht viel anfangen kann, lernt also immerhin jede Menge über neue Technologien und Trends der Zukunft.

Frank Thelen: Frank Thelen – die Autobiografie, Startup-DNA. Murmann Verlag, 22 Euro.

„Die Künstlerbrille – Was und wie Führungskräfte von Künstlern lernen können“ von Berit Sandberg und Dagmar Frick-Islitzer

empfohlen von Jelena Altmann, Printredakteurin:

Erfolgreiche Künstler sind extrem kreativ, diszipliniert und lernfähig. Wie schaffen sie das und was können Unternehmer von ihnen lernen? Diesen Fragen sind die Autorinnen Berit Sandberg und Dagmar Frick-Islitzer in ihrem fast 300 Seiten dicken Buch „Die Künstlerbrille“ nachgegangen und haben Arbeitsweisen berühmter Künstler wie Maler, Schauspieler, Musiker und Tänzer zusammengetragen. Der Regisseur Woody Allen etwa sammelt seine Ideen in einer Tüte, bevor er sie bearbeitet. Um sich weiterzuentwickeln, tut Performance-Künstlerin Marina Abramovic vor allem das, wovor sie sich am meisten fürchtet. Und die Band Einstürzenden Neubauten hat eine eigene Kreativtechnik mit Karten entwickelt.

Das Buch mit elf Kapiteln deckt verschiedene Arbeitsprozesse ab, zum Beispiel, wie Künstler ihre Aufgaben finden, Routinen durchbrechen, sich fokussieren, Teams führen und Krisen meistern. Am Ende jeden Abschnitts geben die Autorinnen Tipps, wie Unternehmer die Arbeitsweisen umsetzen können. Zwar kommen einige Hinweise banal daher, trotzdem ist das Buch unterhaltsam, inspirierend und bietet einen guten Eindruck davon, wie Künstler ticken. Zudem muss man es nicht von vorn bis hinten durchlesen, sondern kann je nach Interesse zwischen den Kapiteln springen.

Berit Sandberg und Dagmar Frick-Islitzer: Die Künstlerbrille – Was und wie Führungskräfte von Künstlern lernen können. Springer Verlag, 34,99 Euro.