Buchtipps für Unternehmer Diese Bücher sollten Sie sich zu Weihnachten wünschen

Freunde und Familie löchern Sie mit Fragen, was Sie sich zu Weihnachten wünschen? Dann haben wir hier was für Sie: Buchempfehlungen, die Führungskräfte weiterbringen - für den Wunschzettel oder zum Sich-selbst-Beschenken.

„Keine Regeln. Warum Netflix so erfolgreich ist“ von Reed Hastings und Erin Meyer

empfohlen von Jelena Altmann, Redakteurin

Die Absage ist wohl das Beste, was dem Streamingdienst Netflix passieren konnte. 2000 machte die Firma über 50 Millionen Dollar Verlust und hoffte, durch den riesigen DVD-Verleiher Blockbuster gerettet zu werden. Der Konzern lehnte jedoch eine Übernahme ab. Heute gehört Netflix zu den innovativsten Unternehmen weltweit, während Blockbuster pleiteging.

Mit dieser Anekdote beginnt das Buch „Keine Regel. Warum Netflix so erfolgreich ist“, das kein Geringerer als der Mitgründer Reed Hastings gemeinsam mit der Wirtschaftsprofessorin Erin Meyer geschrieben hat. Das Geheimnis liegt im besonderen Führungsstil, dem drei Prinzipien zugrunde liegen. Netflix setzt konsequent auf Teams aus hochtalentierten Kräften. Wer Erwartungen nicht erfüllt, wird entlassen. Zudem pflegt die Firma eine radikale, aber wertschätzende Feedback-Kultur, die alle Mitarbeiter verpflichtet, Kritik zu üben, auch Chefs gegenüber. Das dritte Prinzip: Netflix setzt auf Zahlentransparenz statt auf Kontrollen und Regeln– daher der Titel des Werks.

Das Buch ist in drei Kapiteln gegliedert, das dem Leser anhand vieler Beispiele und Anekdoten einen guten Einblick gibt, wie Netflix diese Prinzipien umsetzt und die Firmenkultur nach und nach veränderte. Am Ende der Kapitel werden die Inhalte als Lektionen zusammengefast, die im Grunde jeder Unternehmer beherzigen kann.

Reed Hastings/Erin Meyer: „Keine Regeln. Warum Netflix so erfolgreich ist“. Econ, 26 Euro.

„The Invincible Company“ von Alexander Osterwalder u. a.

empfohlen von Jonas Hetzer, Leiter Produktentwicklung und Mitglied der Chefredaktion

Auf dem Cover tragen die Autoren schon ziemlich dick auf: „So schaffen Sie eine Kultur der Innovation und Transformation, die Ihr Unternehmen unbesiegbar macht.“ Von solch marktschreierischer Überverkaufe sollte man sich jedoch nicht schrecken lassen – und auch nicht vom englischen Titel; das Buch ist ins Deutsche übersetzt. Die Autoren wissen und schreiben gleich im ersten Kapitel, dass Unbesiegbarkeit ein letztlich unerreichbares Ideal ist. Diesem aber komme am nächsten, wer „sich angesichts von Beeinträchtigungen ständig neu erfindet“. Und genau dafür bietet das Buch ein sehr gutes Rüstzeug.

Zentrale These der Bestseller-Autoren Osterwalder und Pigneur („Business Model Generation“) und ihres Teams ist, dass jedes Unternehmen verschiedene Geschäftsmodelle pflegen sollte. Und zwar solche, die kurz- und mittelfristig Gewinne und Wachstum versprechen, und solche, die langfristig den Erfolg sichern sollen.

Um zu analysieren, wie geeignet diese Geschäftsmodelle, also ein Produkt oder eine Dienstleistung, für diese Ziele sind, bieten die Autoren einen für jeden nutzbaren Werkzeugkasten – neudeutsch: Toolkit – an: Zu bewährten Instrumenten wie dem Business Model Canvas kommt hier die Business Portfolio-Map als wichtigstes Hilfsmittel, um Chancen und Risiken für die eigene Firma abzuwägen, und die Culture-Map für die Verankerung einer Innovationskultur im Unternehmen.

Das Buch besticht durch seine übersichtliche Gestaltung mit vielen Grafiken und eine sehr gute Leserführung. Hinzu kommen zahlreiche prominente Praxisbeispiele (unter anderem Ikea, Amazon, Hilti), die das Konzept verdeutlichen.

Alexander Osterwalder, Yves Pigneur, Fred Etiemble, Alan Smith: The Invincible Company – So schaffen Sie eine Kultur der Innovation und Transformation, die Ihr Unternehmen unbesiegbar macht. Campus, 39,95 Euro.

„Warum es Bullshit ist, andere ändern zu wollen“ von Nele Kreyßig

empfohlen von Lisa Büntemeyer, Redakteurin

Der dämliche Mitarbeiter. Die anspruchsvolle Kundin. Der unzuverlässige Freund: Haben Sie sich schon mal bei dem Gedanken erwischt, wie schön es wäre, wenn Sie eben solche Menschen ändern könnten? Wenn diese ein bisschen mehr so ticken würden wie Sie selbst? Dann ist dieses Buch etwas für Sie!

Denn dieser Wunsch ist Bullshit, sagt Coach, Unternehmerin und Autorin Nele Kreyßig. Sie muss es wissen: Da war etwa die einst enge Freundin aus Kindheitstagen, zu der plötzlich der Kontakt abbrach – denn Kreyßig und Freundin Katja wünschten sich, die andere möge ihr Verhalten ändern. Hätte die Autorin damals gewusst, worüber sie heute schreibt, wären sie und Katja vermutlich noch befreundet: Statt andere nach eigenen Wünschen formen zu wollen, sollten wir an uns selbst arbeiten, schreibt Kreyßig. Denn nur so können wir auch schwierigen Menschen gelassen begegnen.

In ihrem Buch erklärt sie mit vielen Beispielen aus dem Arbeitsalltag, mit welchen Strategien wir auf nervige Menschen besonnener reagieren können und deren scheinbar absurdes Verhaltes besser verstehen. Inklusive Fragen zum Selbst-Check und zahlreichen Übungen.

Nele Kreyßig: Warum es Bullshit ist, andere ändern zu wollen. Gabal Verlag, 17 Euro.

„Management Beyond Ego“ von Matthias Kolbusa

empfohlen von Angelika Unger, Chefin vom Dienst

„Teams in der neuen Arbeitswelt zu außergewöhnlichen Erfolgen führen“, so lautet der Untertitel des Buchs von Matthias Kolbusa. Es geht um eine Arbeitswelt, in der Unternehmen immer produktiver, innovativer und schneller werden wollen – während die Mitarbeiter sich vor allem nach einem sehnen: nach sinnstiftendem Tun.

Wie lassen sich diese beiden Ziele unter einen Hut bringen? Für Kolbusa liegt die Antwort auf der Hand: Führungskräfte müssen aufhören, Eigeninteressen zu verfolgen, und sich in den Dienst der Mission und des Teams stellen. Wie der Weg dahin gelingen kann, beschreibt er in seinem Buch. Zwischenfazits am Ende jedes Kapitels fassen die Kernthesen prägnant zusammen.

Ein pointiertes und inspirierendes Plädoyer für eine Führungskultur, in der Mut, Offenheit, Vertrauen, Verlässlichkeit und Geschwindigkeit im Mittelpunkt stehen.

Matthias Kolbusa: Management Beyond Ego. Teams in der neuen Arbeitswelt zu außergewöhnlichen Erfolgen führen. Ariston, 22 Euro.

„Das neue Land“ von Verena Pausder

empfohlen von Nikolaus Förster, Geschäftsführender Gesellschafter und Herausgeber

„Wir sind auf dem besten Weg, ein Naherholungsgebiet für China zu werden.“ Pointierter kann man kaum auf den Punkt bringen, wohin Deutschland driftet – angesichts fataler Beharrungskräfte: Noch immer dominieren alte Industrien, herrscht in den Schulen ein „Digitaldefizit“ und leidet die Politik an einem Mangel an Quereinsteigern. Es sei höchste Zeit, ein positives Zukunftsbild zu zeichnen.

Geschrieben als leidenschaftliche Rede zeigt die Unternehmerin auf, was jeder Einzelne von uns in den Familien, der Politik oder den Firmen konkret tun könnte, um „Das neue Land“ entstehen zu lassen. Unternehmer beispielsweise könnten die digitalen Bemühungen von Schulen unterstützen, indem sie ihnen Systemadministratoren „verleihen“; sie könnten unternehmerisches Denken mit Initiativen wie den „Startup Teens“ fördern oder sich mit neuen Rechtsformen beschäftigen: der Idee einer Gesellschaft in Verantwortungseigentum oder einer nachhaltigen GmbH. „Wir haben wirklich kein Erkenntnisproblem“, schreibt Verena Pausder, „wir haben ein Umsetzungsproblem.“ Wer also Lust hat auf einen positiven Blick in unsere Zukunft und Ideen schätzt, wie sie sich erreichen lässt, der greife zu diesem Buch: absolut lesenswert!

Verena Pausder: Das neue Land. Wie es jetzt weitergeht! Murmann Publishers, 20 Euro.

„Spielregeln für Game Changer“ von Kerstin Friedrich

empfohlen von Verena Bast, Redakteurin

Wünschen Sie sich auch manchmal, dass Ihre Mitarbeiter unternehmerischer denken und handeln? Dann empfehle ich Ihnen das Buch „Spielregeln für Gamechanger“ von Kerstin Friedrich. Darin stellt sie einen Führungsansatz vor, mit dem Sie Mitarbeiter über einen spielerischen Umgang mit offengelegten Kennzahlen dafür gewinnen, sich richtig ins Zeug zu legen, damit Gewinn und Umsatz steigen und die Kosten sinken: das Scoreboard-Management.

Die Methode geht auf den US-Unternehmer Jack Stack zurück, der mit seiner Firma spektakuläre Erfolge erzielte. Stack hatte in den 1980er-Jahren die kurz vor der Pleite stehende Springfield Remanufacturing Corp. (SRC) übernommen, die Lkw-Motoren wiederaufbereitet. Gemeinsam mit einem Dutzend Kollegen machte er sich daran, die damals 119 Arbeitsplätze zu retten. Heute beschäftigt SRC 1900 Mitarbeiter und setzt 600 Millionen Dollar um. Unzählige Unternehmen, darunter der Konzern Netflix, aber auch zahlreiche kleine Firmen, nutzen seither Stacks Methode (“The Great Game of Business“), ebenfalls mit großem Erfolg.

Einige dieser Firmen hat Friedrich selbst in den USA besucht. Diesen Führungsansatz setzte die Unternehmensberaterin inzwischen mit mehreren Dutzend Unternehmen in Deutschland um. In ihrem Buch beschreibt sie, wie die Methode funktioniert und worauf es ankommt, wenn man erreichen will, dass Mitarbeiter unternehmerisch denken und handeln. Anhand von Praxisbeispielen beschreibt sie zudem, wie es Unternehmern mit Hilfe des Scoreboard-Managements gelang, ihre Ergebnisse deutlich zu verbessern.

Kerstin Friedrich: Spielregeln für Game Changer: Den Teamgeist entfesseln durch radikale Transparenz und Gamifizierung. Gabal, 32 Euro.

„Die 1-%-Methode“ von James Clear

empfohlen von Olivia Samnick, Volontärin

Jetzt kurz vorm Jahreswechsel befällt er viele: der Traum von besseren Gewohnheiten. Dass dieser nur allzu schnell verpufft, davon kann der ein oder andere ein Liedchen singen: Der Alltagsstress grätscht dazwischen oder es fehlt schlicht die Motivation. New York Times-Bestsellerautor James Clear hält dagegen. In seinem Buch „Die 1-%-Methode“ erklärt der US-amerikanische Coach und Experte für Gewohnheitsbildung, wie man gute Gewohnheiten nachhaltig etablieren kann, ohne sich zu übernehmen.

Mit minimalem Aufwand, so Clear, kann man sich in kleinen Schritten wirkungsvoll seinen Zielen nähern – quasi jeden Tag ein Prozent besser werden. Clear beantwortet dazu die Fragen: Wie beginne ich überhaupt eine gute Gewohnheit? Wie lege ich schlechte Verhaltensmuster ab? Wie bleibe ich am Ball und feiere Erfolge?

Praxisnah stellt er Methoden vor, die sich ohne großen Aufwand direkt anwenden lassen: Bei der „Gewohnheitskette“ verbindet man zum Beispiel eine bestehende mit einer neuen Gewohnheit. So schafft man es plötzlich doch, die geplanten 30 Minuten Lesezeit pro Tag beim frühmorgendlichen Kaffeetrinken oder auf der Fahrt ins Büro unterzubringen. Auf den Jahreswechsel braucht damit niemand mehr zu warten.

James Clear: Die 1-%-Methode – Minimale Veränderung, maximale Wirkung. Goldmann Verlag, 13 Euro.

„Konsum: Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen“ von Carl Tillessen

empfohlen von Julia Müller, Redakteurin

Der ironische Weihnachts-Pulli, den man nur einmal anzieht. Das Geschenk fürs Schrottwichteln, das gleich wieder im Müll landet. Das neue Smartphone, das sich kaum vom Vorgängermodell unterscheidet. Warum kaufen wir Dinge, die wir eigentlich nicht brauchen? Und was richtet dieser sinnlose Konsum an?

Carl Tillessen, früher Kreativdirektor und Geschäftsführer eines Modelabels und jetzt Trendanalyst, zeigt in kurzen, pointierten Kapiteln auf, wie sich unser Verhältnis zum Einkaufen durch Globalisierung und Digitalisierung grundlegend verändert hat. Dass ein weißes T-Shirt heute weniger kostet als ein Cappuccino to go, ist absurd – aber eine logische Folge, wenn die Produktion in Billiglohnländer verlegt wird. Der Preis einer Ware, so Tillessen, wurde völlig entkoppelt von ihrem eigentlichen Wert.

Seine Ausführungen regen dazu an, das eigene Einkaufsverhalten zu hinterfragen. Das Buch ist aber auch spannend für alle, die Konsumgüter anbieten und sich damit auseinandersetzen müssen, wie ihre Kunden in Zukunft einkaufen wollen. Angenehm: Tillessen schreibt nie mit erhobenem Zeigefinger, sondern legt seinen eigenen Lernprozess offen. Und gibt am Ende einige Hinweise, was wir konkret tun können, um die Dinge, die wir kaufen, wieder mehr wertzuschätzen.

Carl Tillessen: Konsum. Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen. HarperCollins, 15 Euro.

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