Gewohnheiten ändern So schaffen Sie’s, gute Vorsätze durchzuhalten

Silvester ist Hochsaison für gute Vorsätze. Wer sein Gewohnheiten ändern will, sollte nicht auf ein Wunder hoffen - sondern einen Plan verfolgen.

Silvester ist Hochsaison für gute Vorsätze. Wer sein Gewohnheiten ändern will, sollte nicht auf ein Wunder hoffen - sondern einen Plan verfolgen. © criene / photocase.de

Wer seine Gewohnheiten ändern will, braucht Geduld, Konsequenz und einen guten Plan. Diese 10 Tricks helfen beim Durchhalten - damit Sie Ihre Ziele 2018 erreichen.

Sie gehören zu Silvester wie „Dinner for One“ und das Feuerwerk: gute Vorsätze. Das Rauchen aufgeben, mehr Sport treiben – diese Klassiker stehen auch bei vielen Unternehmern ganz oben auf der Liste der Dinge, die sie im neuen Jahr ändern sollen. Hinzu kommen Ideen für das, was man 2018 im eigenen Unternehmen anders machen will: nach Feierabend nicht mehr so viel Arbeit aus der Firma mit nach Hause nehmen, das Marketing endlich nicht mehr so schleifen lassen, Rechnungen immer pünktlich stellen und regelmäßig Zeit für Akquise-Telefonate einplanen.

Das alles kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder: Die meisten Menschen würden gern einige Verhaltensweisen ablegen und stattdessen neue, bessere Routinen in ihrem Leben etablieren. Und doch schaffen es nur die wenigsten, ihre Gewohnheiten dauerhaft zu ändern. Denn unser Gehirn liebt Gewohnheiten: Sie vermitteln uns ein Gefühl von Sicherheit und Vorhersehbarkeit; sie sind ein Ruhepol in einer Welt, in der alles, was wir heute für gut und richtig halten, schon morgen überholt sein kann. Halten wir Gewohnheiten ein, belohnt uns unser Gehirn: Es schüttet Botenstoffe aus, die uns glücklich machen. Hierbei unterscheidet es nicht zwischen hilfreichen Gewohnheiten und solchen, die uns Zeit oder Kraft rauben oder gar unsere Gesundheit gefährden.

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Mit den folgenden Techniken können Sie Ihr Unterbewusstsein so programmieren, dass der Neustart gelingt.

1. Fokussieren!

Wenn schon, denn schon: Wer nach diesem Motto gleich mehrere Gewohnheiten auf einmal ändern will, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern. Die eigene Komfortzone zu verlassen und etwas anders zu machen als bisher, ist sehr viel anstrengender, als auf Autopilot durchs Leben zu navigieren. Es kostet Überwindung und Energie – daher kann es uns nur gelingen, wenn wir aufmerksam und voll konzentriert sind.

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Verzetteln Sie sich also nicht, sondern gehen Sie die Veränderungen eine nach der anderen an. Nehmen Sie das nächste Ziel erst dann ins Visier, wenn ein neues Verhalten zur Gewohnheit geworden ist. Aber wie lange dauert das eigentlich genau? Wenn es um diese Frage geht, ist oft ist von 21 Tagen die Rede, auch die Zahl 66 Tage kursiert. Tatsächlich ist diese Aussage jedoch viel zu pauschal, wie britische Forscher nachwiesen: Bei den Teilnehmern ihres Experiments dauerte es zwischen 18 und 254 Tagen, eine neue Gewohnheit zu etablieren.

2. Präzisieren!

Wer Gewohnheiten ändern will, muss sich als erstes darüber klar werden, was genau eigentlich das Ziel ist – und es präzise formulieren. „Ich nehme nach Feierabend nicht mehr so viel Arbeit aus der Firma mit nach Hause“ – diese Wischiwaschi-Aussage lädt geradezu dazu ein, sie nicht ernst zu nehmen. Und am Ende sitzen Sie doch wieder mit einem Stapel Unterlagen auf dem heimischen Sofa.

Formulieren Sie Ihr Ziel nach der SMART-Methode: spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Für unser Beispiel könnte das bedeuten: „Ich nehme nach Feierabend maximal einmal pro Woche Arbeit aus der Firma mit nach Hause und auch nur so viel, wie ich in zwei Stunden abarbeiten kann. Die Tage, an denen ich das tue, markiere ich in meinem Kalender. Am 31. März 2018 zähle ich die Kreuze im Kalender und prüfe, ob ich mein Ziel eingehalten habe.“

3. Begründen!

Das A der SMART-Methode hat es in sich. Denn meist gibt es einen einfach Grund, warum wir die guten Vorsätze nicht längst in die Tat umsetzen: Wir haben wenig Lust drauf. Wie also können Sie Ihr Gehirn so umpolen, dass das Ziel attraktiv erscheint?

Stellen Sie sich hierfür zwei Fragen:

  1. Warum wollen Sie Ihre Gewohnheiten ändern?
  2. Was hält Sie davon ab, es zu tun?

Sich die Gründe und Hindernisse bewusst zu machen, gibt Ihnen einen Motivationskick.

4. Fixieren!

Auch wenn es Ihnen vielleicht kurios erscheinen mag: Schreiben Sie die Routine auf, die Sie künftig einhalten wollen – am besten ganz altmodisch mit Zettel und Stift. Auf diese Weise schließen Sie einen Vertrag mit sich selbst. Diesen Vertrag unterschreiben Sie anschließend. Das schafft Verbindlichkeit.

5. Visualisieren!

Stellen Sie sich bildlich vor, wie es sein wird, wenn Sie Ihre neue Gewohnheit erst etabliert haben: Haben Sie mehr Energie, bessere Laune, mehr Geld, mehr Kunden? Malen Sie die Szene sich möglichst ausführlich aus und genießen Sie das Gefühl, das sich dabei einstellt. Das innere Bild, wie sich Ihr Leben zum Positiven verändern wird, hilft Ihnen beim Durchhalten.

6. Runterbrechen!

Wer bisher nie mit dem Fahrrad zur Firma gefahren ist hat, sollte es sich nicht schon im Januar täglich vornehmen (Denken Sie an das R in der SMART-Methode: realistisch). Brechen Sie Ihr großes Ziel lieber auf kleine Zwischenziele herunter: ab Januar zweimal im Monat, im Februar jede Woche.

Durch diese kleinen Schritte sichern Sie sich regelmäßige Erfolgserlebnisse. Ihr Gehirn wird diese guten Gefühle abspeichern und mit der neuen Gewohnheit verknüpfen – dadurch wird es leichter dranzubleiben. Extra-Tipp: Mit kleinen Belohnungen beim Erreichen der Zwischenziele können Sie die positiven Gefühle noch verstärken!

7. Absichern!

Welche Umstände könnten Sie daran hindern, Ihre neuen Gewohnheiten einzuhalten? Spielen Sie diese Frage gedanklich durch und entwickeln Sie einen Plan B. Dann wissen Sie: Wenn draußen Glatteis ist, kann ich zwar nicht mit dem Fahrrad zur Firma fahren – aber dann gehe ich abends eine halbe Stunde auf Laufband. Wenn der Großauftrag fertig werden muss, muss ich Arbeit mit nach Hause nehmen – aber dann mache ich am Freitag drauf früher Schluss und nehme mir Zeit für die Familie.

8. Verkünden!

Wer seine Ziele öffentlich macht, steigert die Wahrscheinlichkeit, sie zu erreichen. Dahinter steckt ein simples Prinzip: soziale Kontrolle. Weil es uns peinlich wäre zuzugeben, dass wir gescheitert sind, halten wir eher durch. Und wenn wir wissen, dass jemand an uns glaubt, wachsen wir über uns selbst hinaus. Also posten Sie auf Facebook, was Sie in Ihrem Leben ändern wollen, erzählen Sie Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin davon oder suchen Sie in Ihrem Bekanntenkreis Menschen, die ähnliche Pläne verfolgen wie Sie.

9. Prüfen!

Legen Sie schon beim Start einen Termin fest, an dem Sie Ihre neue Routine kritisch hinterfragen: Ist sie hilfreich – und umsetzbar? Falls Sie feststellen, dass sie Ihren Alltag letztlich komplizierter macht oder Sie immer wieder scheitern, müssen Sie handeln.

Bevor Sie zum alten Trott zurückkehren, hinterfragen Sie aber zunächst unbedingt die Rahmenbedingungen: Was müsste sich ändern, damit Ihr Plan funktioniert? Der Chef, der ständig Arbeit mit nach Hause nimmt, muss vielleicht einsehen, dass er Aufgaben an Mitarbeiter abgeben muss; die Selbstständige, die geplante Akquise-Anrufe ständig aufschiebt, könnte von einem Akquise-Training profitieren, das ihr zu mehr Sicherheit im Kundengespräch verhilft.

10. Dranbleiben!

Rückschläge sind normal. Seien Sie nicht zu streng mit sich selbst, wenn Sie mal wieder eine Rechnung erst zwei Wochen nach Auftragsende verschicken oder die geplante Sporteinheit ausfallen lassen, weil sie abends zu lange im Büro saßen. Wichtig ist, in diesen Situationen nicht aufzugeben, sondern weiterzumachen.

Bei täglichen Routinen hilft die so genannte Seinfeld-Strategie beim Dranbleiben: Hängen Sie einen Wandkalender so auf, dass Sie ihn immer im Blick haben. Markieren Sie jeden Tag, an dem Sie Ihre neue Gewohnheit eingehalten haben, mit einem X. Schon nach wenigen Tagen entsteht eine Kette aus X-en. Sie täglich wachsen zu sehen, ist ein gutes Gefühl und hilft beim Durchhalten.


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1 Kommentar
  • Ingo Ullrich 27. Dezember 2017 17:39

    Gutern Artikel,
    aber nicht vergessen, alles geht nur mit mentaler Stärke
    Toni Mang sagte mir mal = „Du wirst nur im Kopf schnell“

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