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Karl Heinz Däke - "Die Milliarden-Verschwender"

Karl Heinz Däke - "Die Milliarden-Verschwender"

Der Ex-Präsident des Bundes der Steuerzahler zeigt auf, wie Staatsdiener Millionenbeträge für fragwürdige Projekte verschwenden. Allerdings profitiert davon auch so mancher Mittelständler.

Er kann es nicht lassen. Karl Heinz Däke, bis Mitte 2012 rund 18 Jahre lang Präsident des Bundes der Steuerzahler (BdSt), regt sich mal wieder auf. Das Schwarzbuch des BdSt, in dem er bislang alljährlich die übelsten Fälle von Steuergeldverschwendung anprangerte, kann er nun nicht mehr herausgeben. Also schreibt Däke einfach selbst ein Buch über den grassierenden Irrsinn in deutschen Amts- und Regierungsstuben, der leider Methode zu haben scheint.

Sein Buch ist zunächst eine wenig überraschende Best-of-Sammlung der übelsten und skurrilsten Steuerverschwendungen, darüber hinaus aber auch eine Analyse der Ursachen ­dafür. Weil es ja nicht ihr eigenes Geld ist, genehmigen Politiker und Beamte immer wieder Millionenbeträge für sinnlose Projekte wie etwa den Vergnügungspark am Nürburgring, der den Steuerzahler schon jetzt 254 Mio. Euro kostet.

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Als geschröpfter Bürger und Unternehmer regt man sich da gern zusammen mit Däke auf, vor allem wenn er die Kreativität der Regierenden beim Erfinden neuer Steuern auflistet. ­Allein die Ökosteuer verschaffte dem Staat seit 2003 Einnahmen von mehr als 1 Mrd. Euro, aber auch die Einführung einer Bauabzugs­steuer (218 Mio. Euro) und die Er­höhung der Biersteuer (10 Mio. Euro) trugen ordentlich dazu bei, das Staatssäckel zu füllen.

Aber Vorsicht! Wer geneigt ist, sich darüber zu empören, sollte ähnlich entrüstet sein, wenn Unternehmen davon profitieren, dass der Staat allzu freigiebig mit den Steuern seiner Bürger umgeht. Däke nennt unter anderem das Beispiel des VW-Konzerns, der im Jahr 2011 einen Gewinn von 11,3 Mrd. Euro erzielte und dennoch ein Jahr später 7,5 Mio. Euro vom Bundesumweltministerium für die Entwicklung von Hybridautos kassierte. Aber auch Mittelständler halten gern mal die Hand auf, wie das Beispiel von W2E Wind to Energy zeigt. Das Rostocker 28-Mann-Unternehmen erhält, ebenfalls vom Bundesumweltministerium, rund 1,9 Mio. Euro für die Entwicklung einer Windenergie­anlage der Multi-Megawatt-Klasse. Eine durchaus fragwürdige Verbindung von Ökonomie und Ökologie.

Daten zum Buch
Titel: Die Milliarden-Verschwender
Autor: Karl Heinz Däke
Verlag: Heyne
Preis: 19,99 Euro

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