Management Small Talk: Die Kunst der kleinen Unterhaltung

  • INSIDER
Perfekter Ausgangspunkt für Small-Talk: Das Buffet

Perfekter Ausgangspunkt für Small-Talk: Das Buffet© Rido - Fotolia.com

Am Mittwoch feierte impulse das erste Jahr als eigenständiger Verlag mit einer großen Party. Nur: Wie kommt man bei solch einem Anlass am besten miteinander ins Gespräch? impulse-Blogger Peer-Arne Böttcher über die Kunst des Small Talks.

Wie kommen Sie auf einer Veranstaltung ins Gespräch, wenn Sie selber niemanden kennen? Und wie sprechen Sie mit einem Menschen, von dem Sie nichts wissen?

Beide Herausforderungen lassen sich gut meistern, wenn Sie die damit verbundene emotionale Hürde einfach links liegen lassen und schon vor dem Betreten der Veranstaltungsfläche den ersten Schritt wagen: Lächeln.

Anzeige

Zweiter Schritt: Orientieren Sie sich über die räumlichen Gegebenheiten. Wo stehen und wo gehen die Menschen? Optimal ist es, wenn Sie sich selber bewegen. Bleiben Sie nie allzu lange an einer Stelle stehen. Aber bitte auch nicht kreuz und quer herumvagabundieren. Gehen Sie lieber eine mehr oder weniger feste Strecke. Ich beispielsweise bewege mich meist in Form einer Acht durch den Raum. Klingt merkwürdig, führt aber dazu, dass ich von der überwiegenden Anzahl der Anwesenden gesehen werde – und immer wieder die Möglichkeit erhalte, in neue Gespräche einzusteigen.

Wenn Sie nach einer ersten Runde durch den Raum feststellen, dass Sie wirklich gar niemanden kennen, ist es höchste Zeit, Ihren Gastgeber aufzusuchen. Bedanken Sie sich für die Einladung und drücken Sie Ihre Freude über die gelungene Veranstaltung, den spannenden Redner, die gemeinsame Zeit aus. Wahrscheinlich wird er in diesem Moment nicht alleine sein und Sie daher unmittelbar weiteren Gästen vorstellen können. Ist dies nicht der Fall, bitten Sie ihn um Auskunft, welcher der Gäste für Sie ein interessanter Gesprächspartner sein könnte und fragen Sie, ob es möglich wäre, dass er sie einander vorstellt.

Buffet und Bar als Ausgangspunkt nutzen

Ein Ausgangspunkt vieler neuer Kontakte sind Buffet oder Bar. Das sind Orte, an dem Sie besonders leicht ins Gespräch kommen. Und sei es dadurch, dass Sie einen Teller anreichen oder für Ihren Nachbarn ein Bier mitbestellen.

Meine Empfehlung für Frauen: Sie bestellen einem Herrn oder auch einer Dame bitte kein Getränk mit. Für Sie bietet es sich eher an, einen anderen Gast zu fragen, ob beispielsweise ein besonderer Wein zu empfehlen sei. Das ist ein Einstieg ins Gespräch, den Sie problemlos erweitern können, indem Sie über die Situation oder den Ort an dem Sie sich beide gerade befinden eine Bemerkung machen. Während Sie auf die Getränke warten, haben Sie Zeit für ein erstes Kennenlerngespräch. Nutzen Sie die erste Gelegenheit, sich mit Ihrem vollständigen Namen und Ihrer Firma vorzustellen. Das erleichtert die weitere Kommunikation und erweitert die Palette möglicher Gesprächsthemen.

Die Kunst bei solch einer Kontaktaufnahme besteht generell darin, vom belanglosen und banalen Geplänkel zum Geschäftsgespräch zu kommen. Das gelingt Ihnen nur dann, wenn Sie diese Aufwärmphase des „Small Talks“ erfolgreich gestalten.

Seien Sie unkonventionell, haben Sie Mut!

Ziel des Small Talks ist es, ein Gespräch in Gang zu bringen und am Laufen zu halten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Seien Sie für den Gesprächseinstieg gerne unkonventionell, haben Sie Mut!

Die wohl einfachste und wirkungsvollste Vorbereitung auf einen anregenden Small Tallk ist: Schauen, hören oder lesen Sie Nachrichten. Sie sollten wissen, was gerade in der Welt los ist, denn vieles von dem, was heute wichtig ist, eignet sich auch als Small-Talk-Thema. Ausklammern sollten Sie dabei allerdings Dauerkrisen und allzu brisante Fälle und Vorkommnisse. Und interessieren Sie sich nicht nur kurzfristig, sondern fortlaufend für das, was rund um den Globus passiert. Sie sollten nämlich nicht nur Schlagzeilen kennen, sondern auch Zusammenhänge erfassen und einordnen können. Das können in einem Gespräch die großen Linien der globalen Entwicklung sein, im nächsten dann volkswirtschaftliche Diskussionen oder einfach Branchen-Tratsch.

Vom Small-Talk-Klassiker schlechthin, dem Wetter, rate ich eher ab. Wenn Ihr Gesprächspartner mit einem Regenschirm ankommt, kann man schon mit einer Bemerkung dazu einsteigen, aber das Wetter-Thema hat einen großen Nachteil: Man kommt davon schlecht wieder weg. Zumindest nicht in Richtung Geschäft, sondern allenfalls in Richtung Familie oder Gesundheit. Das mag für viele Anlässe angemessen sein, nicht aber für einen geschäftlichen Hintergrund. Sie müssen dann schon in der Kommunikation einen richtigen, möglichst humorvollen Schnitt machen, um sich in die „eigentliche“ Richtung zu bewegen.

Top-Thema: Fußball

Sehr gut geeignet ist das Thema Fußball, weil man immer auf ein Mindestmaß an Kenntnis und Meinungsfreudigkeit setzen kann und im Gegensatz zum Dauerbrenner Wetter immer eine Brücke zum Geschäft findet. Auch für Fußball-Uninteressierte – egal ob Frau oder Mann – ist es gut geeignet, wenn Sie über ein solides Grundwissen verfügen. Die Fußball-Begeisterten werden erfreut sein, dass Sie Ihnen die Gesprächsführung so leicht machen!

Allgemein für den Small Talk tauglich sind Themen, zu denen man Geschichten erzählen kann. Menschen hören gerne Geschichten, und erzählen auch gerne Geschichten – sie machen das Gespräch vertrauter. Äußerst zurückhaltend sollte man allerdings mit Geschichten aus dem Privatleben, etwa über die Familie oder auch die eigene Gesundheit, sein. Offene Fragen zum Privatleben sind fast nie angebracht.

Entscheidend für den Small Talk auf einer Veranstaltung: Lassen Sie ihn nicht zu lang werden. Ihr Bauchgefühl wird Ihnen signalisieren, wann es an der Zeit ist, weiterzuziehen und weitere Gespräche zu führen. Unterbrechen Sie das Gespräch möglichst an einer Stelle, an der eine Fortführung zu einem anderen Zeitpunkt für beide Seiten interessant ist. Versäumen Sie es daher nie, Ihrem Gesprächspartner Ihre Visitenkarte zu geben, um einen Termin vereinbaren zu können. Bedrängen Sie Ihren Gesprächspartner jedoch nicht, Ihnen auch seine Karte auszuhändigen. Jemandem „den Namen zur Nase geben“ ist eher eine Frage des guten Tons. Und wenn die Karte einmal nicht bei der Hand sein sollte? Eine freundliche Mail am nächsten Morgen mit Ihren Kommunikationskoordinaten kann, so zumindest meine Erfahrung, der Auftakt für so manch guten und sich intensivierenden Kontakt sein.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...