Management So wird man kein Fall für den Gerichtsvollzieher

Viele Unternehmer setzen auf die eigene Firma als Altersvorsorge. Ein großes Risiko. Denn niemand weiß, wie viel Geld ein Verkauf dereinst bringen wird - oder ob das Unternehmen sogar pleitegeht. Zusatzvorsorge ist ein Muss.

Kapitalbedarf ermitteln

Ein Rechenbeispiel: Wer aus seinem Ersparten 25 Jahre lang monatlich eine Rente von 2000 Euro beziehen will, benötigt bei Eintritt in den Ruhestand gut 380 000 Euro, vorausgesetzt das Kapital verzinst sich weiter mit vier Prozent jährlich. Um diese Summe anzusparen, müssen 25 Jahre lang monatlich knapp 750 Euro zur Seite gelegt werden (bei vier Prozent Verzinsung).

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Insolvenzsicher sparen

Wichtig ist, dass im Fall der Firmenpleite weder Insolvenzverwalter noch Gerichtsvollzieher auf Erspartes oder Rente zugreifen können. Vier Konzepte bieten sich an:

1. Rürup-Rente

Anbieter, meist Versicherungen, garantieren je nach Produkttyp eine lebenslange Mindestrente – wenn der Sparer regel mäßig einzahlt. Der Staat hilft: Bis zu 14 800 Euro, ab 2025 sogar bis zu 20 000 Euro Jahresbeitrag können Selbstständige von der Steuer absetzen – für Topverdiener mit hoher Steuerlast sehr attraktiv. Allerdings können die Versicherten ihre Verträge nicht kündigen und den Kapitalstock nicht vererben. Zudem sind Verträge oft mit hohen Kosten und Gebühren belastet, was die Rendite schmälert.

2. Rentenversicherung

Flexibler als Rürup ist eine klassische private Rentenversicherung.
Hier können Sparer auf Wunsch mitsamt ihrem angesparten Kapital wieder aussteigen, natürlich abzüglich diverser Kosten und Gebühren. Vorsicht: Erlaubt ein Vertrag statt einer Rente auch die einmalige Auszahlung des gesamten Kapitals, besteht kein Insolvenzschutz.

3. Betriebsrente

Unternehmer können sich selbst eine Firmenpension zusagen.
Die laufenden Einzahlungen mindern den Gewinn und damit die Steuerlast. Anders als bei Angestellten aber kommt im Fall der Insolvenz der Pensions-Sicherungs-Verein für Betriebsrenten der Firmeninhaber nicht auf. Es gibt aber die Möglichkeit, das Ruhegeld pleitefest zu machen: Der Unternehmer muss für seine Firmenrente eine Rückdeckungsversicherung abschließen und diese Rückdeckung anschließend an sich selbst verpfänden. Da es hier einige Fall stricke gibt, sollte ein spezialisierter Rechtsberater das Konzept überprüfen.

4. Sonstige Kapitalanlagen

Aktien, Anleihen, Immobilienfonds oder andere Kapitalanlagen sind eigentlich nicht insolvenzgeschützt. Es gibt aber einen Trick: Lebensversicherungen aus Liechtenstein sind, wenn sie im Fürstentum abgeschlossen wurden, nicht pfändbar. In diese Policen können Vermögenswerte beliebiger Art eingebracht werden. Da die Gebühren aber hoch sind, lohnt sich der Schutzmantel erst bei Vermögen ab 250 000 Euro.

Vermögen sichern

Inhaber von Personengesellschaften oder Einzelkaufleute haften im Pleitefall mit ihrem gesamten Privatvermögen. Eine Überschreibung an eine nahestehende Person, die nicht an der Firma beteiligt ist, etwa der Ehepartner, schützt vor dem Zugriff der Gläubiger. Speziell bei selbst genutzten Wohnimmobilien bietet sich dies an. Voraussetzung ist, dass Unternehmer einen Grundsatz beherzigen: Vermögen für die Altersvorsorge sollte nicht als Sicherheit für Firmenkredite dienen. Inhaber von GmbHs oder AGs haben eine zusätzliche Möglichkeit: Sie können Firmenvermögen – etwa Gebäude oder Maschinen – in ihr privates Eigentum überführen. Im Pleitefall hat der Insolvenzverwalter dann keine Handhabe. Allerdings schmälert das die Eigenkapitaldecke und so die Kreditwürdigkeit des Unternehmens.

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