Management Speicherplatz aus dem Netz

Cloud ComputingBislang beobachtet der Mittelstand den Hype eher skeptisch, zeigt eine Studie. Ein kurzer Überblick über die Möglichkeiten der Datenwolke.

Wenn Unternehmer ihre Cloud besichtigen wollen, führt Daniel Rihm sie in ein Hochsicherheitsgebäude. Rund um die Uhr von Spezialisten überwacht, gegen Feuer, Wasser und Erdbeben bis Stärke sieben gesichert, schlummern hier die sensiblen Daten. Rihm ist Vertriebsleiter des Cloud-Computing-Experten Boster im badischen Karlsruhe. „Die Kunden wollen häufig einfach wissen, wo ihre Daten liegen. Ich zeige ihnen die Cloud zum Anfassen“, sagt Rihm.

Viele Unternehmen beziehen mittlerweile ihren Speicherplatz, Rechnerleistung oder Software über einen externen Dienstleister. Bei der Public Cloud wird die IT ins Internet ausgelagert. Die Mitarbeiter greifen mit ihren Rechnern oder mobilen Endgeräten über eine Breitbandinternetverbindung auf die Dienste zu. Bezahlt wird nur, was auch genutzt wird, nach dem Pay-per-Use-Modell. So sparen Unternehmen große Teile ihrer IT-Kosten ein, denn sie müssen sich nicht um Installationen, Updates und Wartungen für Soft- und Hardware kümmern.

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Dennoch tun sich viele Unternehmen mit dem Schritt in die Public Cloud schwer. Nur jeder zehnte deutsche Mittelständler nutzt bislang IT-Kapazitäten auf externen Rechnern, zu dem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung PwC. Als Hauptargument gegen Cloud-Computing gaben 70 Prozent der befragten Unternehmen die mangelhafte Datensicherheit an.
Experten raten deshalb auch, beim Dienstleister genau hinzuschauen: „Die Transparenz der Anbieter ist sehr wichtig“, sagt Mathias Weber, Bereichsleiter IT Services im Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). „Unternehmen sollten bei der Auswahl zum Beispiel auf Zertifizierungen achten.“ Die geben Aufschluss darüber, wie ein Anbieter mit den Daten seiner Kunden umgeht.

Drei unterschiedliche Angebote

Grundsätzlich lassen sich drei Angebote im Cloud-Computing unterscheiden. Bei Infrastructure-as-a-Service lassen Unternehmen ihr eigenes Betriebssystem auf dem Speicherplatz eines externen Dienstleisters laufen. Das Unternehmen spart so Investitionen in Hardware und nutzt dennoch modernste IT. Das Angebot Platform-as-a-Service geht darüber hinaus und stellt Unternehmen eine komplette Arbeitsumgebung inklusive Betriebssystem zur Verfügung, auf der dann die eigene Software läuft. Das spart die Implementierung im eigenen Haus, und das Unternehmen muss sich um Wartung und Installation keine Gedanken mehr machen. Beim Rund-um-Paket Software-as-a-Service laufen dann obendrein die eigentlichen Programme auf den Rechnern des externen Dienstleisters.

Welches der drei Modelle ein Unternehmen wählt, hängt vom Sicherheitsbedürfnis ab. „Unternehmen sollten sich gut überlegen, welche Daten sie genau herausgeben wollen“, sagt Clemens Doubrava, Cloud-Experte beim BSI. Manchmal macht es Sinn, verschiedene Modelle zu kombinieren: Für sensible Daten nutzt man die externe Rechnerleistung, für den Rest die externe Software.

Private Cloud

Wem das alles zu heikel ist, bleibt der Schritt in die sogenannte Private Cloud. Dann wird die IT mithilfe eines Dienstleisters im Unternehmen selbst zentralisiert, die Mitarbeiter arbeiten nur noch mit Schmalspurrechnern. Programme müssen nur einmal installiert und gewartet werden und laufen dennoch sofort auf allen Rechnern rund. Und das Unternehmen behält alle Daten im eigenen Haus.

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