Management Spielanleitung

Wer Gamifizierung erfolgreich einsetzen möchte, muss ein paar Grundregeln beachten. Dazu gehört etwa: Sinnvolle Anreize schaffen und die Nutzer entscheiden lassen.

 

Feedback – Sorgen Sie für schnelle Rückmeldung

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Bis Kunden oder Mitarbeiter in einem Unternehmen Resonanz bekommen, vergeht meist zu viel Zeit. Deshalb muss ein Spiel unmittelbare Rückmeldung geben, sei es durch Auszeichnungen, Fortschrittsbalken, eine Rangliste oder die Onlinecommunity. Wichtig hierbei: Die Belohnung muss Sinn ergeben und darf nicht zur Leistungsüberwachung eingesetzt werden. (Siehe Punkt 2 und 3)

Anerkennung – Setzen Sie sinnvolle Anreize

Das Prinzip kennt jeder aus der Schule: Nur wer sich anstrengt, bekommt ein Fleißbienchen. So sollte es mit jeder Belohnung sein: Auszeichnungen für Aufgaben, die ohnehin getan werden müssen oder leicht erscheinen, verfehlen ihren Zweck. Falsch machte es etwa die Datingplattform Meetone. Sie vergab Punkte dafür, dass Nutzer sich anmeldeten und anderen Mitteilungen schickten. Eine Selbstverständlichkeit auf einer Plattform, auf der sich Menschen kennenlernen und vernetzen. Für mehr Interaktion sorgte die Aktion nicht.

Kontrolle – Werden Sie nicht zum Überwacher

Am Flipper motivieren sie: Highscore-Listen der besten Spieler. Bei der Arbeit bewirken sie das Gegenteil und werden als Kontrollinstrument wahrgenommen. „Im nicht freiwilligen Arbeitskontext eingesetzt, werden spielerische Elemente oft als demotivierend erlebt“, sagt Wissenschaftler Sebastian Deterding. Vor allem im Gespräch mit dem Chef. Einen Satz wie „Die anderen sind alle besser, aber Sie können noch aufholen“ will kein Mitarbeiter hören.

Anwendung – Setzen Sie Spielelemente richtig ein

Spiele können nerven: Wer etwa prüfen möchte, welchen Status seine Onlinebestellung gerade hat, will nicht durch langwierige Spielereien aufgehalten werden, sondern wissen, was Sache ist. Ein drastischeres Beispiel nennt Buchautor Jon Radoff: „Kein Mensch würde einen Defibrillator in ein Spiel verwandeln. Das Ding muss einfach funktionieren.“ Wenn es allerdings darum geht, Sanitätern den Umgang mit dem Gerät beizubringen, kann es sehr sinnvoll sein, dies spielerisch zu tun. Im Fall Onlinebestellung: Ein Statusbalken hilft, aber Finger weg von zusätzlichen Schritten.

Community – Lassen Sie die Nutzer entscheiden

Wer für erbrachte Leistungen Punkte vergeben möchte, darf sich nicht immer auf einen maschinellen Mechanismus als Kontrolle verlassen – der lässt sich zu leicht überlisten. Sinnvoller ist es, die Nutzer einzubeziehen. Frage-Antwort-Plattformen im Internet machen es vor. Dort kann man jede Frage stellen, ob zu technischen Problemen mit dem Handy oder Behördenformularen. Wer antwortet, wird nicht für die Information an sich belohnt. Vielmehr bewerten die anderen Nutzer, ob ihnen weitergeholfen wurde. Die besten Antworten werden dann an oberster Stelle angezeigt.

Motivation – Erzählen Sie eine Geschichte

Allen guten Spielen ist eines gemeinsam: Sie erzählen eine Geschichte. Das Karrierespiel Fliplife beispielsweise definiert sich deshalb auch als Storytelling-Plattform: Das virtuelle Ich ist ein Held, der sich weiterentwickeln muss: vom Zelt zur Villa, vom Felgenputzer zum Karosserieschrauber. Er geht auf Heldenreise wie in Homers „Odyssee“, wird dabei mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert – es bleibt spannend. Deshalb: Belohnung ist wichtig, muss aber mit einer Entwicklung kombiniert werden. Wer stupide immer das Gleiche macht, verliert schnell die Lust – auch am Spiel.

Hinweis

Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus impulse-Ausgabe 05/2012.

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